Entscheidungsdatum
09.01.2019Norm
AsylG 2005 §10 Abs1 Z3Spruch
W123 2187220-1/6E
IM NAMEN DER REPUBLIK!
Das Bundesverwaltungsgericht erkennt durch den Richter Dr. Michael ETLINGER über die Beschwerde des XXXX, geb. XXXX, auch XXXX, StA. Afghanistan, gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 24.01.2018, 1098308208-151957799, zu Recht:Das Bundesverwaltungsgericht erkennt durch den Richter Dr. Michael ETLINGER über die Beschwerde des römisch 40 , geb. römisch 40 , auch römisch 40 , StA. Afghanistan, gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 24.01.2018, 1098308208-151957799, zu Recht:
A)
Die Beschwerde wird als unbegründet abgewiesen.
B)
Die Revision ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig.Die Revision ist gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zulässig.
Text
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE:
I. Verfahrensgang:römisch eins. Verfahrensgang:
1. Der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger, stellte am 09.12.2015 einen Antrag auf internationalen Schutz.
2. Im Rahmen der am selben Tag durchgeführten Erstbefragung gab der Beschwerdeführer an, dass seine Eltern bereits verstorben seien. Sein Onkel habe ihm vor ca. zwei Monaten mitgeteilt, dass es für den Beschwerdeführer besser sei, nach Österreich zu seinem Bruder zu reisen. Der Beschwerdeführer habe eine Schwester, jedoch kenne er ihren Aufenthaltsort nicht.
3. Am 22.11.2017 erfolgte eine Einvernahme des Beschwerdeführers vor der belangten Behörde. Die Niederschrift lautet auszugsweise:
"[...]
F: Warum stellen Sie einen Asylantrag? Nennen Sie alle Ihre Fluchtgründe? Schildern Sie die Ereignisse so genau und lebensnah wie möglich, sodass auch nicht anwesende Personen einen guten Eindruck Ihrer Fluchtgeschichte bekommen, wenn sie die Niederschrift durchlesen!
A: Das Problem war, dass mein Leben in Gefahr war, ich konnte in Afghanistan nicht mehr leben. Die Taliban haben meinen älteren Bruder und meinen Vater entführt. Mehrere Male haben sie unser Haus angegriffen. Das erste Mal, haben Sie meinen älteren Bruder und meinen Vater mitgenommen. Ca. fünf oder sechs Tage später ist XXXX von der Arbeit gekommen. Mehrere Male ist er zur Polizei gegangen nachfragen. Sie sagten, dass sie nichts tun könnten. Mein Bruder ist ein paar Monate später wieder nach Hause gekommen. Jemand hat geklopft. Mein Bruder hat gemeint, dass dieselben Personen wieder da sind. Daraufhin haben sie eine Handgranate auf unser Haus geworfen. Wir hatten eine Ziege, diese Ziege kam ums Leben. Die Scheiben sind zerbrochen. Meine Mutter wurde auch durch Splitter verletzt. Mein Bruder XXXX ist geflohen. Er ist am Abend weggegangen. Er ging zu seiner Dienststelle. Das dritte Mal, als sie kamen, waren wir alle zuhause. Mein Bruder bekam einen Anruf. Er war im Hof und hatte telefoniert. Die Frau meines Bruders war auch im Hof, sie hat Tee gekocht. Meine Schwägerin hat Menschen am Zaun gesehen, sie wollten in den Hof eindringen. Mein Bruder wollte flüchten, sie haben geschossen. Meine Mutter hat mich in einem Mehlbehälter ‚Kandu' versteckt. Ich war dort. Mein Bruder ist geflohen, ich habe alles gehört. Ich war noch im Mehlbehälter versteckt. Sie haben nach XXXX gefragt, ich habe alles gehört. Meine Mutter hat gesagt, dass sie nicht wüsste, wo er ist.XXXX hat einen Sohn, der drei Jahre alt ist. Sie sagten meiner Mutter, dass sie den Dreijährigen töten werden, wenn sie nicht verraten würde, wo wir sind. Sie haben den Jungen mit einer AK47 getötet. Meine Mutter und meine Schwägerin wurden ohnmächtig. Danach sind die Nachbarn gekommen. Ca. anderthalb Stunden später haben sie mich rausgeholt. Die Nachbarn haben den Jungen beerdigt. Der Schwiegervater meines Bruders kam am nächsten Tag. Er brachte uns zu sich nach Hause. Wir konnten nicht mehr dort bleiben. Ich, meine Mutter und meine Schwägerin waren dort. Ca. eine Woche danach ist meine Mutter zu Ihrem Bruder gegangen. Meine Mutter sagte meinem Bruder XXXX, dass er nicht mehr zurückkommen dürfte. Er sollte in ein sicheres Land fliehen, sonst droht ihm der Tod.A: Das Problem war, dass mein Leben in Gefahr war, ich konnte in Afghanistan nicht mehr leben. Die Taliban haben meinen älteren Bruder und meinen Vater entführt. Mehrere Male haben sie unser Haus angegriffen. Das erste Mal, haben Sie meinen älteren Bruder und meinen Vater mitgenommen. Ca. fünf oder sechs Tage später ist römisch 40 von der Arbeit gekommen. Mehrere Male ist er zur Polizei gegangen nachfragen. Sie sagten, dass sie nichts tun könnten. Mein Bruder ist ein paar Monate später wieder nach Hause gekommen. Jemand hat geklopft. Mein Bruder hat gemeint, dass dieselben Personen wieder da sind. Daraufhin haben sie eine Handgranate auf unser Haus geworfen. Wir hatten eine Ziege, diese Ziege kam ums Leben. Die Scheiben sind zerbrochen. Meine Mutter wurde auch durch Splitter verletzt. Mein Bruder römisch 40 ist geflohen. Er ist am Abend weggegangen. Er ging zu seiner Dienststelle. Das dritte Mal, als sie kamen, waren wir alle zuhause. Mein Bruder bekam einen Anruf. Er war im Hof und hatte telefoniert. Die Frau meines Bruders war auch im Hof, sie hat Tee gekocht. Meine Schwägerin hat Menschen am Zaun gesehen, sie wollten in den Hof eindringen. Mein Bruder wollte flüchten, sie haben geschossen. Meine Mutter hat mich in einem Mehlbehälter ‚Kandu' versteckt. Ich war dort. Mein Bruder ist geflohen, ich habe alles gehört. Ich war noch im Mehlbehälter versteckt. Sie haben nach römisch 40 gefragt, ich habe alles gehört. Meine Mutter hat gesagt, dass sie nicht wüsste, wo er ist.XXXX hat einen Sohn, der drei Jahre alt ist. Sie sagten meiner Mutter, dass sie den Dreijährigen töten werden, wenn sie nicht verraten würde, wo wir sind. Sie haben den Jungen mit einer AK47 getötet. Meine Mutter und meine Schwägerin wurden ohnmächtig. Danach sind die Nachbarn gekommen. Ca. anderthalb Stunden später haben sie mich rausgeholt. Die Nachbarn haben den Jungen beerdigt. Der Schwiegervater meines Bruders kam am nächsten Tag. Er brachte uns zu sich nach Hause. Wir konnten nicht mehr dort bleiben. Ich, meine Mutter und meine Schwägerin waren dort. Ca. eine Woche danach ist meine Mutter zu Ihrem Bruder gegangen. Meine Mutter sagte meinem Bruder römisch 40 , dass er nicht mehr zurückkommen dürfte. Er sollte in ein sicheres Land fliehen, sonst droht ihm der Tod.
Ein Jahr blieb ich beim Schwiegervater meines Bruders. Ich war dort wie ein Diener. Ich musste mich um die Tiere kümmern. Ich musste alles machen, ich musste für sie arbeiten gehen. Die Taliban haben es mitbekommen, dass wir dort sind. Die Taliban haben das Haus des Schwiegervaters meines Bruders attackiert. Meine Schwägerin und ich wurden zu den Nachbarn gebracht. Bis in der Früh waren wir dort. Der Nachbar heißt XXXX. Der Schwiegervater meines Bruders sagte, dass er uns nicht mehr helfen konnte, wir könnten nicht mehr dort bleiben.Ein Jahr blieb ich beim Schwiegervater meines Bruders. Ich war dort wie ein Diener. Ich musste mich um die Tiere kümmern. Ich musste alles machen, ich musste für sie arbeiten gehen. Die Taliban haben es mitbekommen, dass wir dort sind. Die Taliban haben das Haus des Schwiegervaters meines Bruders attackiert. Meine Schwägerin und ich wurden zu den Nachbarn gebracht. Bis in der Früh waren wir dort. Der Nachbar heißt römisch 40 . Der Schwiegervater meines Bruders sagte, dass er uns nicht mehr helfen konnte, wir könnten nicht mehr dort bleiben.
Er hat uns zu seinen Schwager nach Jalalabad geschickt. Ca. neun Monate lang war ich dort. Ich durfte das Haus nicht verlassen. Meine Schwägerin hat dort die Wäsche gewaschen. Ich habe mich um das Kind meines Bruders gekümmert. Neun Monate lang war ich dort. Die Familie dort war paschtunisch. Sie haben sich schlecht benommen