TE Vfgh Beschluss 2018/9/25 G127/2018 ua

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Veröffentlicht am 25.09.2018
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Index

10/07 Verfassungs- und Verwaltungsgerichtsbarkeit

Norm

B-VG Art139 Abs1 Z3
B-VG Art140 Abs1 Z1 litc
VfGG §62 Abs1
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VfGG § 62 heute
  2. VfGG § 62 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  3. VfGG § 62 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 62 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2013
  5. VfGG § 62 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 62 gültig von 01.08.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2013
  7. VfGG § 62 gültig von 01.03.2013 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  8. VfGG § 62 gültig von 01.01.2004 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  9. VfGG § 62 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 62 gültig von 01.01.1989 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 732/1988
  11. VfGG § 62 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Zurückweisung eines Individualantrags auf Aufhebung von Bestimmungen des BDG 1979 und des PoststrukturG sowie eines Durchführungs-Rundschreiben des Bundesministeriums für Finanzen mangels genauer Bezeichnung der aufzuhebenden Bestimmungen

Spruch

Der Antrag wird zurückgewiesen.

Begründung

Begründung

1.       Mit dem vorliegenden, auf Art140 Abs1 Z1 litc B-VG und Art139 Abs1 Z3 B-VG gestützten Antrag begehrt die antragstellende Gesellschaft, der Verfassungsgerichtshof möge

"a) §48b BDG idF BGBl I 61/1997"a) §48b BDG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 61 aus 1997,

und/oder

b) §17a Abs1 PTSG idF BGBl I 161/1999,b) §17a Abs1 PTSG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 161 aus 1999,,

in eventu samt §17 Abs1 PTSG idF BGBl I 6/1999,in eventu samt §17 Abs1 PTSG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 6 aus 1999,,

in eventu samt §17 Abs1a PTSG idF BGBl I 10/2001,in eventu samt §17 Abs1a PTSG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 10 aus 2001,,

in eventu samt §17 Abs6 PTSG idF BGBl I 161/1999in eventu samt §17 Abs6 PTSG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 161 aus 1999,

und/oder

c) §17 Abs1 PTSG idF BGBl I 6/1999,c) §17 Abs1 PTSG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 6 aus 1999,,

in eventu samt §17 Abs1a PTSG idF BGBl I 10/2001,in eventu samt §17 Abs1a PTSG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 10 aus 2001,,

und/oder

d) in eventu des §17 Abs6 PTSG idF BGBl I 161/1999,d) in eventu des §17 Abs6 PTSG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 161 aus 1999,,

in eventu samt des §17 Abs6a PTSG idF BGBl I Nr 71/2003,in eventu samt des §17 Abs6a PTSG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr 71 aus 2003,,

in eventu samt §17 Abs1 PTSG idF BGBl I 6/1999,in eventu samt §17 Abs1 PTSG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 6 aus 1999,,

in eventu samt §17 Abs1a PTSG idF BGBl I 10/2001,in eventu samt §17 Abs1a PTSG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 10 aus 2001,,

und/oder

e) in eventu §17 Abs6a PTSG idF BGBl I Nr 71/2003,e) in eventu §17 Abs6a PTSG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr 71 aus 2003,,

in eventu samt §17 Abs6 PTSG idF BGBl I 161/1999,in eventu samt §17 Abs6 PTSG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 161 aus 1999,,

in eventu samt §17 Abs1 PTSG idF BGBl I 6/1999,in eventu samt §17 Abs1 PTSG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 6 aus 1999,,

in eventu samt §17 Abs1a PTSG idF BGBl I 10/2001,in eventu samt §17 Abs1a PTSG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 10 aus 2001,,

und/oder

f) in eventu (samt) §15 Abs3 PTSG idF BGBl I Nr 24/2000f) in eventu (samt) §15 Abs3 PTSG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr 24 aus 2000,

und/oder

g) das Durchführungs-Rundschreiben des Bundesministeriums für Finanzen vom 12. Mai 1998, GZ 920.069/5-VII/A/6/98, zu §48b BDG 1979 betreffend die Handhabung der bezahlten Mittagspause, insbesondere den dritten Absatz des Punktes 2., der die Überschrift trägt 'Anrechnung der Ruhepausen auf die Dienstzeit'

als verfassungswidrig aufheben".

2.       Die antragstellende Gesellschaft macht in ihrem Antrag nähere Ausführungen zu den Zulässigkeitsvoraussetzungen; des Weiteren legt sie die verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die angefochtenen Bestimmungen – auch wenn diese teils den Bestimmungen nicht eindeutig zugeordnet sind – dar.

3.       Die Bundesregierung erstattete eine Äußerung, in der sie das Vorliegen der Prozessvoraussetzungen für den (Individual-)Antrag bestreitet. Darüber hinaus tritt die Bundesregierung den verfassungsrechtlichen Bedenken der antragstellenden Gesellschaft inhaltlich entgegen.

4.       Die antragstellende Gesellschaft hat eine Replik erstattet, in der sie den Ausführungen der Bundesregierung entgegentritt.

5.       Der Antrag ist unzulässig.

Gemäß §62 Abs1 erster Satz VfGG muss ein Gesetzesprüfungsantrag das Begehren enthalten, das – nach Auffassung des Antragstellers verfassungswidrige – Gesetz seinem gesamten Inhalt nach oder in bestimmten Stellen aufzuheben (zu Verordnungsprüfungsanträgen vgl §57 Abs1 erster Satz VfGG).Gemäß §62 Abs1 erster Satz VfGG muss ein Gesetzesprüfungsantrag das Begehren enthalten, das – nach Auffassung des Antragstellers verfassungswidrige – Gesetz seinem gesamten Inhalt nach oder in bestimmten Stellen aufzuheben (zu Verordnungsprüfungsanträgen vergleiche §57 Abs1 erster Satz VfGG).

Um das strenge Formerfordernis des ersten Satzes des §62 Abs1 VfGG zu erfüllen, muss – wie der Verfassungsgerichtshof bereits in zahlreichen Beschlüssen dargelegt hat – die bekämpfte Gesetzesstelle genau und eindeutig bezeichnet werden. Es darf nicht offen bleiben, welche Gesetzesvorschrift oder welcher Teil einer Vorschrift nach Auffassung des Antragstellers tatsächlich aufgehoben werden soll (zB VfSlg 17.570/2005 mwN; zu Verordnungen vgl VfSlg 16.533/2002; VfGH 20.11.2014, V61/2013). Um das strenge Formerfordernis des ersten Satzes des §62 Abs1 VfGG zu erfüllen, muss – wie der Verfassungsgerichtshof bereits in zahlreichen Beschlüssen dargelegt hat – die bekämpfte Gesetzesstelle genau und eindeutig bezeichnet werden. Es darf nicht offen bleiben, welche Gesetzesvorschrift oder welcher Teil einer Vorschrift nach Auffassung des Antragstellers tatsächlich aufgehoben werden soll (zB VfSlg 17.570/2005 mwN; zu Verordnungen vergleiche VfSlg 16.533/2002; VfGH 20.11.2014, V61/2013).

Eben diesem Erfordernis wird der Antrag der antragstellenden Gesellschaft nicht gerecht. Das unter Punkt 1. wiedergegebene Aufhebungsbegehren lässt auf Grund seiner alternativen Formulierung, nämlich durch die wiederholte Verwendung der Formulierung "und/oder" die unter Punkt a), b), c) oder g) bezeichneten Bestimmungen, in eventu die unter Punkt d), e) oder f) bezeichneten Bestimmungen aufzuheben, offen, welche Gesetzesvorschrift nach Auffassung der antragstellenden Gesellschaft tatsächlich durch den Verfassungsgerichtshof aufgehoben werden soll bzw ob sämtliche oder nur einzelne der genannten Bestimmungen aufgehoben werden sollen. Da es sich dabei um einen inhaltlichen Mangel handelt, scheidet eine Verbesserung seitens des Verfassungsgerichtshofes aus (zB VfGH 2.7.2015, G16/2015; 12.6.2018, G90/2018).

6.       Der Antrag ist daher zurückzuweisen, ohne dass das Vorliegen der sonstigen Prozessvoraussetzungen näher zu prüfen ist.

7.       Dies konnte gemäß §19 Abs4 VfGG ohne mündliche Verhandlung in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen werden.

Schlagworte

VfGH / Individualantrag, VfGH / Formerfordernisse

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2018:G127.2018

Zuletzt aktualisiert am

15.02.2019
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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