Entscheidungsdatum
28.06.2018Norm
AsylG 2005 §3 Abs1Spruch
W240 2014231-2/10E
W240 2014224-2/10E
W240 2014227-2/7E
W240 2178553-1/10E
IM NAMEN DER REPUBLIK!
Das Bundesverwaltungsgericht hat durch die Richterin Mag. Feichter über die Beschwerden von XXXX , alle StA. Somalia, gegen die Bescheide des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 24.10.2017, Zlen 1.) 820247307-1463084, 2.) 820247100-1463106, 3.) 831285507-2382996, und 4.) 1118938702-160836729, nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung am 29.03.2018, zu Recht erkannt:Das Bundesverwaltungsgericht hat durch die Richterin Mag. Feichter über die Beschwerden von römisch 40 , alle StA. Somalia, gegen die Bescheide des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 24.10.2017, Zlen 1.) 820247307-1463084, 2.) 820247100-1463106, 3.) 831285507-2382996, und 4.) 1118938702-160836729, nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung am 29.03.2018, zu Recht erkannt:
A) Den Beschwerden wird stattgegeben und XXXX gemäß § 3 Abs. 1 iVm § 34 Abs. 2 und 4 Asylgesetz 2005 (AsylG 2005), BGBl. I Nr. 100/2005, idgF. und XXXX gemäß § 3 Abs. 1 AsylG 2005 der Status der Asylberechtigten zuerkannt.A) Den Beschwerden wird stattgegeben und römisch 40 gemäß Paragraph 3, Absatz eins, in Verbindung mit Paragraph 34, Absatz 2 und 4 Asylgesetz 2005 (AsylG 2005), Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 100 aus 2005,, idgF. und römisch 40 gemäß Paragraph 3, Absatz eins, AsylG 2005 der Status der Asylberechtigten zuerkannt.
Gemäß § 3 Abs. 5 AsylG 2005 wird festgestellt, dass XXXX damit kraft Gesetzes die Flüchtlingseigenschaft zukommt.Gemäß Paragraph 3, Absatz 5, AsylG 2005 wird festgestellt, dass römisch 40 damit kraft Gesetzes die Flüchtlingseigenschaft zukommt.
B) Die Revision ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig.B) Die Revision ist gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zulässig.
Text
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE:
I. Verfahrensgang:römisch eins. Verfahrensgang:
1. Die beschwerdeführenden Parteien, Staatsangehörige Somalias, stellten am 29.02.2012 bzw. für den Drittbeschwerdeführer am 05.09.2013 und für die Viertbeschwerdeführerin am 06.06.2016 Anträge auf internationalen Schutz in Österreich. Der Erstbeschwerdeführer und die Zweitbeschwerdeführerin haben auf ihrer Flucht nach Österreich in Griechenland nach traditionellem Ritus geheiratet; der Drittbeschwerdeführer ist deren in Österreich geborener minderjähriger Sohn, die Viertbeschwerdeführerin ist deren in Österreich geborene Tochter.
Anlässlich der Erstbefragung des Erstbeschwerdeführers am 29.02.2012 gab dieser im Wesentlichen an, er sei in Mogadischu geboren, sein Vater wäre gestorben. Er habe im Bezirk XXXX in Somalia gelebt. Seine Reisebewegungen hätten in Mogadischu begonnen. Er habe seine Heimat im Februar 2011 mit einem Schiff in Richtung Jemen verlassen. Er sei illegal aus seinem Herkunftsstaat ausgereist. Er habe nie ein Reisedokument gehabt. Er habe in seinem Heimatbezirk in Mogadischu einen Schlepper aufgesucht. Er habe diesen bereits zuvor gekannt, da dieser in seinem Bezirk bekannt wäre. Mit diesem habe er seine Schleppung bis nach Österreich vereinbart. Diesem Schlepper habe er rund 5.000,- USD bezahlt. Seine Reise habe von Februar 2011 bis heute gedauert. Die Reise habe er selbst organisiert. Die Reise sei durch verschiedene Schlepper organisiert worden. Die Kosten der Reise hätten rundAnlässlich der Erstbefragung des Erstbeschwerdeführers am 29.02.2012 gab dieser im Wesentlichen an, er sei in Mogadischu geboren, sein Vater wäre gestorben. Er habe im Bezirk römisch 40 in Somalia gelebt. Seine Reisebewegungen hätten in Mogadischu begonnen. Er habe seine Heimat im Februar 2011 mit einem Schiff in Richtung Jemen verlassen. Er sei illegal aus seinem Herkunftsstaat ausgereist. Er habe nie ein Reisedokument gehabt. Er habe in seinem Heimatbezirk in Mogadischu einen Schlepper aufgesucht. Er habe diesen bereits zuvor gekannt, da dieser in seinem Bezirk bekannt wäre. Mit diesem habe er seine Schleppung bis nach Österreich vereinbart. Diesem Schlepper habe er rund 5.000,- USD bezahlt. Seine Reise habe von Februar 2011 bis heute gedauert. Die Reise habe er selbst organisiert. Die Reise sei durch verschiedene Schlepper organisiert worden. Die Kosten der Reise hätten rund
5.000 USD betragen. Er habe keine Kontaktperson gehabt. Zu seinen Fluchtgründen gab er an, dass er sein Land wegen der schlechten Situation in Somalia verlassen hätte, und weil sein Vater umgebracht worden wäre. Er habe Angst von der Al Shabaab zwangsrekrutiert zu werden. Befragt, was er bei einer Rückkehr in seine Heimat befürchte, gab er an, dass er Angst um sein Leben hätte. Die Frage, ob er im Falle seiner Rückkehr in seinen Heimatstaat mit irgendwelchen Sanktionen zu rechnen hätte, verneinte er.
Anlässlich der Erstbefragung am 29.02.2012 gab die Zweitbeschwerdeführerin im Wesentlichen an, im Bezirk XXXX in Mogadischu geboren zu sein und dem Clan der Sheikal anzugehören. Ihr Vater wäre im Jahr 2011 verstorben. Ihre Reisebewegungen hätten in Mogadischu begonnen. Sie hätte ihre Heimat im Juni 2011 mit einem Flugzeug verlassen. Sie wäre illegal aus ihrem Herkunftsstaat ausgereist. Sie hätte nie ein Reisedokument gehabt. Sie hätte Ihren Mann erst im Rahmen ihrer Ausreise in Griechenland kennengelernt und danach hätte sie nach islamischem Recht geheiratet. Zu Ihren Fluchtgründen führte sie an, dass sie ein Mitglied der Al Shabaab heiraten hätte wollen. Da sie sich geweigert hätte, wäre er eines Tages zu ihr nach Hause gekommen und hätte ihren Vater umgebracht. Er hätte sie mit dem Umbringen bedroht, deshalb hätte sie aus ihrem Heimatland flüchten müssen. Auf die Frage, was sie bei einer Rückkehr in ihre Heimat befürchte, gab sie an, dass sie Angst um ihr Leben hätte.Anlässlich der Erstbefragung am 29.02.2012 gab die Zweitbeschwerdeführerin im Wesentlichen an, im Bezirk römisch 40 in Mogadischu geboren zu sein und dem Clan der Sheikal anzugehören. Ihr Vater wäre im Jahr 2011 verstorben. Ihre Reisebewegungen hätten in Mogadischu begonnen. Sie hätte ihre Heimat im Juni 2011 mit einem Flugzeug verlassen. Sie wäre illegal aus ihrem Herkunftsstaat ausgereist. Sie hätte nie ein Reisedokument gehabt. Sie hätte Ihren Mann erst im Rahmen ihrer Ausreise in Griechenland kennengelernt und danach hätte sie nach islamischem Recht geheiratet. Zu Ihren Fluchtgründen führte sie an, dass sie ein Mitglied der Al Shabaab heiraten hätte wollen. Da sie sich geweigert hätte, wäre er eines Tages zu ihr nach Hause gekommen und hätte ihren Vater umgebracht. Er hätte sie mit dem Umbringen bedroht, deshalb hätte sie aus ihrem Heimatland flüchten müssen. Auf die Frage, was sie bei einer Rückkehr in ihre Heimat befürchte, gab sie an, dass sie Angst um ihr Leben hätte.
Der Erstbeschwerdeführer wurde am 26.04.2012 in Beisein eines Dolmetschers der Sprache Somali beim Bundesasylamt niederschriftlich einvernommen. Im Zuge seiner niederschriftlichen Einvernahme gab er im Wesentlichen zu seinen Fluchtgründen an:
"(...)
Schildern Sie die Gründe, warum sie Ihr Heimatland verlassen und einen Asylantrag gestellt haben, von sich aus vollständig und wahrheitsgemäß.
Sie werden darauf hingewiesen, dass falsche Angaben die Glaubwürdigkeit Ihres Vorbringens beeinträchtigen können.
Tun Sie das so, als hätten Sie noch vor keiner Behörde in Österreich ihre Fluchtgründe geschildert.
Sollten sie zu irgendeinem Zeitpunkt vor österreichischen Behörden falsche Angaben gemacht haben oder sollte es zu sonstigen Ungereimtheiten gekommen sein, so werden Sie aufgefordert, dies jetzt bekannt zu geben.
Soweit Sie auf Ereignisse Bezug nehmen, werden Sie auch aufgefordert, den Ort und die Zeit zu nennen, wann diese stattfanden und die Personen, die daran beteiligt waren.
Sie haben jetzt auch Gelegenheit sich zu den Fragen, die von ihnen mit "ja" oder "nein" beantwortet wurden, zu äußern.
A.: Ich bin zur XXXX Schule gegangen, es war im November 2010, wir waren ca. 20 Schüler. Es gab einen jungen Mann, der ist mit uns in diese Schule gegangen. Er hat uns Angst gemacht. Er hat gesagt, dass die Übergangsregierung gestürzt wird, er hat uns gezeigt, wie man ein Tier schlachtet und wie dieses Tier sein Leben verliert. Er hat gesagt, dass wir mit ihnen mitkommen müssen. Sie werden diese Ungläubigen besiegen. Er hat eine Woche lang immer mit uns darüber gesprochen. Ich und mein Freund wollten die Champions Liga im Kino anschauen, plötzlich kam ein Auto, die Männer sind ausgestiegen, dann setzten sie uns Pistolen an den Hals. Er sagte, wir müssen in das Auto einsteigen. Die waren bewaffnet und maskiert. Er hat zu uns gesagt, ich schwöre euch, wenn jemand schreit, den bringen wir sofort um. Die haben uns die Augen verbunden und brachten uns auf den Rücksitz. Das Auto ist losgefahren. Die brachten uns an eine Stelle, dort waren kleine Hütten. Da waren viele Leute, auch Ausländer waren in diesem Lager. Ich war erschrocken, ich habe immer wiederholt, was haben wir angestellt, warum wollen sie uns umbringen. Wir sind aus dem Auto ausgestiegen, dann haben sie uns die Augenbinde entfernt. Dann kam ein Mann mit langem Bart. Der Mann sagte, wir sollen keine Angst haben, die werden uns nichts tun. Wir sind die Leute, die die Religion und das Land verteidigen werden. Er hat gesagt, dass er uns etwas beibringen wird. Der Mann hat uns gepredigt, er sagt diese schwarzen, ungläubigen Leute haben unser Land eingenommen. Wir sind die einzigen die das Land verteidigen. Wir waren erschrocken, wir konnten gar nichts tun. Die Leute die uns dorthin gebracht haben, sind wieder weggefahren. Die haben uns durchsucht und unseren Körper, der andere Junge hatte ein Handy mit, dann haben die ihm das Handy weggenommen. Die haben gesagt, dass das Handy verboten ist und man es nicht besitzen darf. Die haben uns gepredigt, sie sagten jede Nacht hört man Bomben und diese Ungläubigen schrecken vor nichts zurück, die hätten alle unsere Bevölkerung umgebracht. Die haben gesagt, dass sie Leute brauchen, die die Seele opfern, derjenige der das tut, wird im Paradies landen. Der soll einfach den Finger hochhalten. Ein Mann hat vor uns einen Zettel vorgelesen, wenn man das anhört, dann macht das Leben keinen Sinn mehr. Die fragten, ob wir jemand kennen, der Englisch kann. Ich habe Angst gehabt ja zu sagen. Wir haben die gebeten, ob wir unsere Eltern kontaktieren können. Die haben gesagt, jetzt nicht, vielleicht später. Dort gab es auch viele Rebellen, die sagten sie verteidigen unser Land, wir müssten auch mitkommen und auch verteidigen. Dort gab es einen Mann, der heißt XXXX , wir haben nur in der Nacht ein Essen bekommen, es gab kein richtiges Essen. Es war außerhalb von Mogadischu. Wir waren 5 Tage dort, dann haben wir versucht wegzulaufen. Ich habe mit meinem Freund ausgemacht, dass wir weglaufen, dass wir mit allem rechnen müssen, ob sie uns töten oder nicht. Ich habe gesagt, wenn wir hierbleiben, dann werden sie uns etwas Schlimmes antun. Es war um 23 Uhr, wir haben so viele Geräusche gehört, ich glaube die wollten am Krieg teilnehmen, man hat Autos gehört, sie stiegen in Autos ein. Viele Leute sind rausgegangen und wir gingen auch hinaus, wir haben uns dann in einer Ecke versteckt, dort war eine Tür. Wir sind dann gelaufen, die haben uns gesehen, dann sind sie hinter uns her gefahren mit einem Auto Marke Toyota. Die haben uns angegriffen, dann haben sie uns mit dem Auto mitgenommen. Die haben uns geschlagen. Wir sind aus dem Auto ausgestiegen, dann ist einer zu mir gelaufen, er fragte wo ist er, wo ist er. Er hat mich mit der Spitze des Gewehres am linken Unterarm geschlagen.A.: Ich bin zur römisch 40 Schule gegangen, es war im November 2010, wir waren ca. 20 Schüler. Es gab einen jungen Mann, der ist mit uns in diese Schule gegangen. Er hat uns Angst gemacht. Er hat gesagt, dass die Übergangsregierung gestürzt wird, er hat uns gezeigt, wie man ein Tier schlachtet und wie dieses Tier sein Leben verliert. Er hat gesagt, dass wir mit ihnen mitkommen müssen. Sie werden diese Ungläubigen besiegen. Er hat eine Woche lang immer mit uns darüber gesprochen. Ich und mein Freund wollten die Champions Liga im Kino anschauen, plötzlich kam ein Auto, die Männer sind ausgestiegen, dann setzten sie uns Pistolen an den Hals. Er sagte, wir müssen in das Auto einsteigen. Die waren bewaffnet und maskiert. Er hat zu uns gesagt, ich schwöre euch, wenn jemand schreit, den bringen wir sofort um. Die haben uns die Augen verbunden und brachten uns auf den Rücksitz. Das Auto ist losgefahren. Die brachten uns an eine Stelle, dort waren kleine Hütten. Da waren viele Leute, auch Ausländer waren in diesem Lager. Ich war erschrocken, ich habe immer wiederholt, was haben wir angestellt, warum wollen sie uns umbringen. Wir sind aus dem Auto ausgestiegen, dann haben sie uns die Augenbinde entfernt. Dann kam ein Mann mit langem Bart. Der Mann sagte, wir sollen keine Angst haben, die werden uns nichts tun. Wir sind die Leute, die die Religion und das Land verteidigen werden. Er hat gesagt, dass er uns etwas beibringen wird. Der Mann hat uns gepredigt, er sagt diese schwarzen, ungläubigen Leute haben unser Land eingenommen. Wir sind die einzigen die das Land verteidigen. Wir waren erschrocken, wir konnten gar nichts tun. Die Leute die uns dorthin gebracht haben, sind wieder weggefahren. Die haben uns durchsucht und unseren Körper, der andere Junge hatte ein Handy mit, dann haben die ihm das Handy weggenommen. Die haben gesagt, dass das Handy verboten ist und man es nicht besitzen darf. Die haben uns gepredigt, sie sagten jede Nacht hört man Bomben und diese Ungläubigen schrecken vor nichts zurück, die hätten alle unsere Bevölkerung umgebracht. Die haben gesagt, dass sie Leute brauchen, die die Seele opfern, derjenige der das tut, wird im Paradies landen. Der soll einfach den Finger hochhalten. Ein Mann hat vor uns einen Zettel vorgelesen, wenn man das anhört, dann macht das Leben keinen Sinn mehr. Die fragten, ob wir jemand kennen, der Englisch kann. Ich habe Angst gehabt ja zu sagen. Wir haben die gebeten, ob wir unsere Eltern kontaktieren können. Die haben gesagt, jetzt nicht, vielleicht später. Dort gab es auch viele Rebellen, die sagten sie verteidigen unser Land, wir müssten auch mitkommen und auch verteidigen. Dort gab es einen Mann, der heißt römisch 40 , wir haben nur in der Nacht ein Essen bekommen, es gab kein richtiges Essen. Es war außerhalb von Mogadischu. Wir waren 5 Tage dort, dann haben wir versucht wegzulaufen. Ich habe mit meinem Freund ausgemacht, dass wir weglaufen, dass wir mit allem rechnen müssen, ob sie uns töten oder nicht. Ich habe gesagt, wenn wir hierbleiben, dann werden sie uns etwas Schlimmes antun. Es war um 23 Uhr, wir haben so viele Geräusche gehört, ich glaube die wollten am Krieg teilnehmen, man hat Autos gehört, sie stiegen in Autos ein. Viele Leute sind rausgegangen und wir gingen auch hinaus, wir haben uns dann in einer Ecke versteckt, dort war eine Tür. Wir sind dann gelaufen, die haben uns gesehen, dann sind sie hinter uns her gefahren mit einem Auto Marke Toyota. Die haben uns angegriffen, dann haben sie uns mit dem Auto mitgenommen. Die haben uns geschlagen. Wir sind aus dem Auto ausgestiegen, dann ist einer zu mir gelaufen, er fragte wo ist er, wo ist er. Er hat mich mit der Spitze des Gewehres am linken Unterarm geschlagen.
AW Zeit Narbe vor.
A.: Ich habe beim Daumen gar kein Gefühl durch diese Verletzung. Ich darf auch keine Uhr tragen, es schmerzt. Wenn ich es anfasse, dann schmerzt mir der Daumen. Ich habe so stark geschrien, dann hat er mich nochmal mit dem Gewehrkolben geschlagen. Er hat mich beleidigt, er sagt in mein Land sind Ungläubige gekommen und ich will mein Land nicht verteidigen. Ich wollte mich vor dem Gewehrkolben mit dem Arm schützen. Sie haben mir auf die Hand geschlagen. Es ist jetzt nicht gleichmäßig.
AW zeigt den linken Unterarm.
A.: Ich habe die gebeten, ich sagte, ich werde nie mehr versuchen wegzulaufen, ich werde alles machen was die sagen. Einige haben gesagt, dass wir ungläubig sind, wir wollten einfach weglaufen und unser Land nicht verteidigen. Ich konnte meinen Arm nicht mehr gerade halten, er ist einfach runtergekippt. Ich habe denen nicht gesagt, dass die Hand gebrochen wurde, ich habe nur geschrien. Ich hatte einen langärmligen Pullover an. Sie sagten ich soll den ausziehen, dann habe ich mich übergeben. Ich habe zu denen gesagt, dass ich alles machen werde, was die mir sagen. Ich wäre auch bereit Anschläge zu verüben. Der Chef von dort hat gesagt, dass sie mich verarzten müssen, sie brachten mich in diesem Lager an eine Stelle, wo sie überall mit einem Holzstück meine Hand wieder gerade gemacht haben. Die haben mir eine Naht auf die andere Wunde gemacht. Ich habe gefragt ob sie mir gegen die Schmerzen Medikamente geben. Die sagten, dass die Medikamente die Ungläubigen machen. Meinem Freund haben die gezeigt wie man mit dem Gewehr umgeht. Mir haben sie eine Pistole gezeigt, diese Pistole kann man so aufmachen und so beladen, solche Sachen wurden mir gezeigt. Vorher waren wir 5 Tage dort, dann sind wir weggelaufen, dann waren wir noch 8 Tage dort, insgesamt waren es 13 Tage. Die Rebellen haben mit einer großen Waffe in die Stadt geschossen, direkt dorthin wo der Präsident sein Haus hat. Die Übergangsregierung haben dann Schüsse in unsere Richtung geschossen. Die Übergangsregierung hat mit starken Waffen geschossen, in diesem Lager gab es dann mehrere Verletzte und ein Rebell ist ums Leben gekommen. Es ist mit gelungen wegzulaufen. Es war schwer, ich bin immer gesessen, habe Pause gemacht, dann bin ich wieder gelaufen. Ich bin ungefähr 5 Stunden gelaufen, dann bin ich zu einer Straße gekommen. Diese Straße ist die Autobahn, welche von Afgooye nach Mogadischu geht. Ich bin die ganze Zeit durch den Wald gelaufen, dann bin ich zu dieser Straße gekommen, ich wusste nicht welche Richtung ich nehmen soll. Ich habe mich für eine Richtung entschieden, ich habe gehofft, dass mir Leute entgegenkommen und mir dann vielleicht die richtige Richtung zeigen. Es war bei Sonnenaufgang. Es gibt Autos welche Milch transportieren, ein solches Auto ist gekommen, ich habe meine Hand gehalten und sagte Halt. Er hat gefragt, wer ich bin und wo ich hin will. Ich habe gesagt, dass ich Probleme habe, ich habe Angst gehabt, wenn ich sagen werde, ich habe Angst vor Al-Shabaab, dass er mich nicht mitnimmt. Aber ich habe gesagt, dass ich in diese Richtung wohne. Er sagt er fährt nach Mogadischu. Mein Daumen war so geschwollen. Ich habe zu ihm gesagt, dass mir auch der Arm gebrochen wurde. Ich habe ihn gebeten ob er mich mitnimmt oder mir etwas Geld gibt, damit ich mit einem anderen Auto mitfahren kann. Er hat mir gesagt, dass ich einsteigen soll. Ich bin mit ihm mitgefahren, ich bin bis zum Bezirk XXXX gekommen. Ich bin dort zu Fuß bis nach XXXX gegangen. Ich kam nachhause. Meine Eltern haben angefangen zu weinen, sie haben mich überall gesucht. Meine Mutter hat gefragt, wo ich die ganze Zeit war. Dann habe ich alles erzählt. Alles was ich erlebt habe. Ich habe denen auch erzählt, wo die mich hingebracht haben und dass ich weggelaufen bin. Ich habe aufgehört in diese Schule zu gehen. Nach 2 Monaten bin ich aus der Moschee herausgekommen, ich war beim Abendgebet. Es war bei der Moschee XXXX . 2 Jungs waren hinter mir, ich habe die in der Moschee drinnen gesehen. Ich habe gar keine Angst gehabt, ich habe mir nichts dabei gedacht. Ich war ungefähr 5 Meter von unserer Haustür entfernt. Einer geht vor mir, der andere war hinter mir. Der vor mir war, hat eine Pistole gehabt. Er wollte mich erschießen, aber leider ist es nicht gegangen. Ich bin zur anderen Ecke weggelaufen. Ich ging bei einer Tür hinein, ich habe mit der anderen Hand die Türe zugemacht, dann hat er in meine Richtung geschossen. Mein Vater wurde von einer Kugel getroffen, er ist durch diese Kugel ums Leben gekommen. Ein Bruder von mir wurde beim Schlüsselbein getroffen. Die Kugel ist nicht wieder herausgekommen, es ist im Körper geblieben und weitergegangen, die Kugel ist jetzt in den Nieren, meine Mutter kann sich keine Operation leisten. Ich habe auch einen Streifschuss bekommen. Die Schüsse sind durch die Türe gegangen. Es war gerade beim Abendessen, zum Glück ist meiner Mutter nichts passiert. Ich habe auch gehört, dass sie meinen Freund umgebracht haben. Er hat versucht wegzulaufen, dann wurde er umgebracht. An dem Tag habe ich mich entschlossen, die Heimat zu verlassen. Ich glaube es war am XXXX . Am 25. habe ich Mogadischu verlassen. Das Land habe ich im selben Monat verlassen.A.: Ich habe die gebeten, ich sagte, ich werde nie mehr versuchen wegzulaufen, ich werde alles machen was die sagen. Einige haben gesagt, dass wir ungläubig sind, wir wollten einfach weglaufen und unser Land nicht verteidigen. Ich konnte meinen Arm nicht mehr gerade halten, er ist einfach runtergekippt. Ich habe denen nicht gesagt, dass die Hand gebrochen wurde, ich habe nur geschrien. Ich hatte einen langärmligen Pullover an. Sie sagten ich soll den ausziehen, dann habe ich mich übergeben. Ich habe zu denen gesagt, dass ich alles machen werde, was die mir sagen. Ich wäre auch bereit Anschläge zu verüben. Der Chef von dort hat gesagt, dass sie mich verarzten müssen, sie brachten mich in diesem Lager an eine Stelle, wo sie überall mit einem Holzstück meine Hand wieder gerade gemacht haben. Die haben mir eine Naht auf die andere Wunde gemacht. Ich habe gefragt ob sie mir gegen die Schmerzen Medikamente geben. Die sagten, dass die Medikamente die Ungläubigen machen. Meinem Freund haben die gezeigt wie man mit dem Gewehr umgeht. Mir haben sie eine Pistole gezeigt, diese Pistole kann man so aufmachen und so beladen, solche Sachen wurden mir gezeigt. Vorher waren wir 5 Tage dort, dann sind wir weggelaufen, dann waren wir noch 8 Tage dort, insgesamt waren es 13 Tage. Die Rebellen haben mit einer großen Waffe in die Stadt geschossen, direkt dorthin wo der Präsident sein Haus hat. Die Übergangsregierung haben dann Schüsse in unsere Richtung geschossen. Die Übergangsregierung hat mit starken Waffen geschossen, in diesem Lager gab es dann mehrere Verletzte und ein Rebell ist ums Leben gekommen. Es ist mit gelungen wegzulaufen. Es war schwer, ich bin immer gesessen, habe Pause gemacht, dann bin ich wieder gelaufen. Ich bin ungefähr 5 Stunden gelaufen, dann bin ich zu einer Straße gekommen. Diese Straße ist die Autobahn, welche von Afgooye nach Mogadischu geht. Ich bin die ganze Zeit durch den Wald gelaufen, dann bin ich zu dieser Straße gekommen, ich wusste nicht welche Richtung ich nehmen soll. Ich habe mich für eine Richtung entschieden, ich habe gehofft, dass mir Leute entgegenkommen und mir dann vielleicht die richtige Richtung zeigen. Es war bei Sonnenaufgang. Es gibt Autos welche Milch transportieren, ein solches Auto ist gekommen, ich habe meine Hand gehalten und sagte Halt. Er hat gefragt, wer ich bin und wo ich hin will. Ich habe gesagt, dass ich Probleme habe, ich habe Angst gehabt, wenn ich sagen werde, ich habe Angst vor Al-Shabaab, dass er mich nicht mitnimmt. Aber ich habe gesagt, dass ich in diese Richtung wohne. Er sagt er fährt nach Mogadischu. Mein Daumen war so geschwollen. Ich habe zu ihm gesagt, dass mir auch der Arm gebrochen wurde. Ich habe ihn gebeten ob er mich mitnimmt oder mir etwas Geld gibt, damit ich mit einem anderen Auto mitfahren kann. Er hat mir gesagt, dass ich einsteigen soll. Ich bin mit ihm mitgefahren, ich bin bis zum Bezirk römisch 40 gekommen. Ich bin dort zu Fuß bis nach römisch 40 gegangen. Ich kam nachhause. Meine Eltern haben angefangen zu weinen, sie haben mich überall gesucht. Meine Mutter hat gefragt, wo ich die ganze Zeit war. Dann habe ich alles erzählt. Alles was ich erlebt habe. Ich habe denen auch erzählt, wo die mich hingebracht haben und dass ich weggelaufen bin. Ich habe aufgehört in diese Schule zu gehen. Nach 2 Monaten bin ich aus der Moschee herausgekommen, ich war beim Abendgebet. Es war bei der Moschee römisch 40 . 2 Jungs waren hinter mir, ich habe die in der Moschee drinnen gesehen. Ich habe gar keine Angst gehabt, ich habe mir nichts dabei gedacht. Ich war ungefähr 5 Meter von unserer Haustür entfernt. Einer geht vor mir, der andere war hinter mir. Der vor mir war, hat eine Pistole gehabt. Er wollte mich erschießen, aber leider ist es nicht gegangen. Ich bin zur anderen Ecke weggelaufen. Ich ging bei einer Tür hinein, ich habe mit der anderen Hand die Türe zugemacht, dann hat er in meine Richtung geschossen. Mein Vater wurde von einer Kugel getroffen, er ist durch diese Kugel ums Leben gekommen. Ein Bruder von mir wurde beim Schlüsselbein getroffen. Die Kugel ist nicht wieder herausgekommen, es ist im Körper geblieben und weitergegangen, die Kugel ist jetzt in den Nieren, meine Mutter kann sich keine Operation leisten. Ich habe auch einen Streifschuss bekommen. Die Schüsse sind durch die Türe gegangen. Es war gerade beim Abendessen, zum Glück ist meiner Mutter nichts passiert. Ich habe auch gehört, dass sie meinen Freund umgebracht haben. Er hat versucht wegzulaufen, dann wurde er umgebracht. An dem Tag habe ich mich entschlossen, die Heimat zu verlassen. Ich glaube es war am römisch 40 . Am 25. habe ich Mogadischu verlassen. Das Land habe ich im selben Monat verlassen.
F.: Gibt es noch andere Gründe die Sie vorbringen möchten?
A.: Nein, das waren alle, wenn die Leute mich nochmal sehen, dann werden die mich umbringen. Die glauben dass ich ungläubig bin.
(...)"
Die Zweitbeschwerdeführerin wurde am 26.04.2012 in Beisein eines Dolmetschers der Sprache Somali beim Bundesasylamt niederschriftlich einvernommen. Im Zuge ihrer niederschriftlichen Einvernahme gab sie im Wesentlichen zu ihren Fluchtgründen an:
"(...)
Schildern Sie die Gründe, warum sie Ihr Heimatland verlassen und einen Asylantrag gestellt haben, von sich aus vollständig und wahrheitsgemäß.
Sie werden darauf hingewiesen, dass falsche Angaben die Glaubwürdigkeit Ihres Vorbringens beeinträchtigen können.
Tun Sie das so, als hätten Sie noch vor keiner Behörde in Österreich ihre Fluchtgründe geschildert.
Sollten sie zu irgendeinem Zeitpunkt vor österreichischen Behörden falsche Angaben gemacht haben oder sollte es zu sonstigen Ungereimtheiten gekommen sein, so werden Sie aufgefordert, dies jetzt bekannt zu geben.
Soweit Sie auf Ereignisse Bezug nehmen, werden Sie auch aufgefordert, den Ort und die Zeit zu nennen, wann diese stattfanden und die Personen, die daran beteiligt waren.
Sie haben jetzt auch Gelegenheit sich zu den Fragen, die von ihnen mit "ja" oder "nein" beantwortet wurden, zu äußern.
A.: Wegen einem Mann.
F.: Schildern Sie alles.
A.: Der Mann war von Al-Shabaab. Dieser Mann lebte in meiner Nachbarschaft, ich habe gehört, dass er zu Al-Shabaab gehört, aber ich habe es nicht geglaubt. Eines Tages ich war zuhause mit meinen beiden Schwestern, hat er an die Türe geklopft. Ich habe die Türe aufgemacht, dann sagte er zu mir, he weißt du, dass ich dich heiraten will. Ich sagte, ich weiß es nicht. Er hat gesagt, ab jetzt muss ich wissen, dass er mich heiraten will. Ich habe die Türe zugemacht. Er ist nochmals gekommen. Bei uns sind neben der Türe kleine Löcher, wenn jemand draußen ist, dann sieht man den. Beim 2. Mal hat er an die Türe geklopft, ich habe nicht aufgemacht. Er hat gesagt, wenn ich nicht höre was er sagt, dann werde ich etwas erleben. Er hat gefragt, ob ich nicht die Türe aufmachen will, ich habe die Türe nicht aufgemacht. Ich habe es meiner Mutter erzählt, sie sagte, ich soll die Türe nicht aufmachen. Beim 3. Mal ist er gekommen, er ist draußen gestanden, dann hat er gesagt, wenn ich ihn nicht heirate, dann wird er meine ganze Familie auslöschen. Er würde eine Bombe werfen. Er hat gesagt, wenn wir zum Schlafen gehen, dann wird er das machen. Ich habe meiner Mutter davon erzählt, ich habe gefragt was wir machen sollen. Meine Mutter sagte, wir müssen es dem Vater erzählen. Meine Mutter hat meinem Vater davon erzählt. Mein Vater sagte, dass dieser Mann zu Al-Shabaab gehört und er ist sehr gefährlich. Mein Vater hat zu mir gesagt, dass er mir ein Angebot machen will, ich soll den Sohn seines Freundes heiraten. Ich war damit einverstanden. Er hat mitbekommen, dass mein Vater mich an einen anderen jungen Mann geben will. Er hat uns überfallen, am Nachmittag ist er zu meinem Vater gekommen, er hat uns Angst gemacht. Der Mann der mich heiraten wolle, mein Vater und 2 andere waren bei uns zuhause, ich war in der Nachbarschaft, die Nachbarn haben mir Henna gemacht, es war vor der Eheschließung. Dann hat er meinen Vater und meinen zukünftigen Ehemann umgebracht und noch 2 Zeugen wurden sehr schwer verletzt. Er hatte auch ein Messer bei sich, ich habe gehört, dass er mich überall gesucht hat, er wollte mich zerstückeln. Meine Mutter ist zu mir gelaufen und der Freund von meinem Vater ist auch in die Nachbarschaft gekommen, wo ich war. Ich bin dann zum Haus des Freundes meines Vaters gekommen. Ich war 9 Tage beim Freund des Vaters, nach 9 Tagen habe ich das Land verlassen. Der Mann hat geschworen, dass er mich umbringen wird. Er wollte mich zerstückeln.
(...)
Betreffend den Erstbeschwerdeführer wurde insbesondere eine gutachterliche Stellungnahme zur Narbenbegutachtung, erstellt von einer Ärztin für Allgemeinmedizin und für Psychotherapeutische Medizin, am 18.06.2012 eingeholt.
Am 01.10.2012 wurde der Erstbeschwerdeführer neuerlich vom BFA niederschriftlich einvernommen und gab zusammengefasst an:
"(...)
F.: Schildern Sie bitte erneut vollständig, was Ihnen in Somalia passiert ist, warum haben Sie Ihr Land verlassen?
A.: Ich bin in eine Privatschule gegangen, in dieser Privatschule waren auch Leute, die zu Al-Shabaab gehören. Die haben zu mir gesagt, dass ich mit denen zusammenarbeiten muss, die Übergangsregierung ist zusammengebrochen, er hat ein Beispiel gesagt, es ist wie ein Tier, das geschlachtet wurde, aber die Seele hat es noch nicht verlassen, so wäre die Regierung. Wir brauchen keine Angst haben, wir müssen alle gemeinsam Dschihad machen. Sie haben immer gesagt, dass ich kommen soll, ich soll mit ihnen zusammenarbeiten und kämpfen. Dann habe ich mich entschlossen nicht mehr in die Schule zu gehen. Eines Abends hat es ein Fußballmatch gegeben, es war ein Champions League spiel, wir mussten es im Kino Super schauen. Ich war mit meinem Freund unterwegs, wir waren kurz davor ins Kino reinzugehen, plötzlich ist vor uns ein Auto stehen geblieben, dann sind zwei junge Männer ausgestiegen, dann haben sie gesagt, wenn wir schreien, dann werden sie uns in den Kopf schießen. Er sagte, wir sollen einsteigen. Wir sind in das Auto eingestiegen. Wir wurden außerhalb von Mogadischu gebracht, es war in ein Lager. Ich hatte Angst, wir beide hatten Angst, wir wussten nicht was die mit uns machen werden. Sie sagten wir sollen aussteigen. In diesem Lager hat ein Mann regiert, dieser Mann heißt XXXX . Es waren mehrere Gefangene dort, dieser Mann ist zu uns gekommen, er hat uns gepredigt. Er hat uns gesagt, dass wir mit ihm kämpfen müssen und unser Land verteidigen, gegen die Ungläubigen kämpfen. Er sagte, wir haben kein Leben mehr, wir müssen Anschläge ausüben. Die machen den Leuten Gehirnwäsche, die predigen bis die Leute ja sagen. 5 Tage später haben wir versucht von dort wegzulaufen. Es war dort kein normales Gebäude, es waren kleine Hütten, im Hof waren einfach Bäume, ich bin mit meinem Freund rausgegangen, in diesem Moment waren die beschäftigt, wir haben auch niemand gesehen. Wir sind einfach weggelaufen, die haben das mitbekommen, ich weiß bis heute nicht ob jemand uns draußen gesehen hat oder ob die es drinnen gemerkt haben. Sie sind mit einem Auto Marke Toyota hinter uns hergefahren. Die haben uns aufgegriffen und uns geschlagen. Zuerst haben sie mir die Gewehrspitze auf die Hand geschlagen, dann haben sie mich mit dem Gewehrkolben am Arm geschlagen. Ich habe geschrien, dann wurde mir mit dem Gewehrkolben auf den Arm geschlagen. Die wollten uns umbringen, aber sie waren sich nicht einig, dass sie uns töten. Die einen haben nein gesagt, die anderen ja. Ich habe geschrien und gesagt, dass ich mitkämpfen werde, ich habe gesagt, ich werde alles machen und dass ich einen Fehler gemacht habe. Die haben uns dann mit dem Auto mitgenommen und uns in dieses Lager zurückgebracht. Die hatten dort einen Arzt, er hat mir die Hand zugenäht. Mein Arm war gebrochen, er hat mich verarztet, er hat mir vier Holzstücke an jede Seite gemacht. Der Arm hat mir noch wehgetan, ich wurde hier in Österreich operiert. Die Ärztin hat mir gesagt, dass die Nerven auch betroffen waren, ich weiß nicht ob es zugeschickt wurde. Ich hatte Angst, dass die mich umbringen, ich habe alles gemacht, was die von mir verlangt haben, ich habe manchmal Abendessen gebracht, ich habe auch zugehört, wenn die gepredigt haben. Die haben immer gesagt, dass man Anschläge ausüben muss, ich sagte es ist richtig. 8 Tage später, haben die mit Bomben auf die Stadt Mogadischu geschossen, die haben die Antwort der Regierung bekommen, die wurden auch beschossen. Die haben mit Madfa geschossen. Das Lager wurde getroffen. Ich habe auch Tode und Verletzte gesehen, alle sind weggelaufen, ich bin auch weggelaufen, ich war ca. 5 Stunden unterwegs im Wald. Meine Hand hat mir noch weggetan, dann kam ich zu einer Straße, diese Straße fährt nach Afgooye, die andere Richtung nach Mogadischu. Ich habe dann ein Auto angehalten, dieses Auto hat Milch transportiert. Es ist stehen geblieben und brachte mich nach XXXX . Ich bin zu Fuß gegangen bis nach XXXX . Ich bin zu meiner Familie gekommen. Die haben nicht geglaubt, alle haben geweint, dass ich es bin. Ich habe entschlossen nicht mehr hinaus zu gehen, damit diese Leute mir nichts mehr antun können. Die haben gesagt, wenn jemand wegläuft dann ist er ungläubig und wenn die ihn wiederfinden, bringen die ihn um. Ich bin zuhause geblieben, meine Mutter hat in der Nachbarschaft Wäsche gewaschen und Geschirr gespült, so hat sie das Geld verdient, mein Vater hat auch nicht gearbeitet, er war zuhause. 2 Monate später bin ich in die Moschee gegangen, es war an einem Freitag. Ich bin fertig geworden mit dem Beten, ich ging raus, Männer gingen hinter mir her. Die sind hinter mir hergegangen, die wollten, dass ich zu einer Straße komme, wo niemand unterwegs ist. Es waren 2 Männer, einer ging hinter mir, der andere neben mir. Ich habe nie gedacht, dass diese Leute etwas von mir wollten. Der Mann der neben mir gegangen ist, der hat mir eine Pistole ans Gesicht gehalten, er wollte auf mich schießen, aber es ist nicht gegangen. Ich bin weggelaufen, der andere der hinter mir gegangen ist, der hat seine Pistole rausgenommen und ist hinter mir hergelaufen, ich bin dann ins Haus meiner Familie gekommen, ich habe die Türe zugemacht. Meine Familie hat zu diesem Zeitpunkt im Vorzimmer zu Abend gegessen, mein 2 jüngeren Brüder, meine Schwester und mein Vater. Sie haben durch die Türe geschossen und mein Bruder wurde durch einer der Schüsse getroffen, er wurde an der linken Hand am Schlüsselbein getroffen. Die Kugel ist jetzt in den Nieren. Mein Vater wurde tödlich getroffen. Ich habe im Oberschenkel einen Streifschuss bekommen. Es war ein Regierungsstützpunkt in der Nähe, die Schüsse wurden gehört, die haben das Feuer eröffnet und die Männer sind weggelaufen.A.: Ich bin in eine Privatschule gegangen, in dieser Privatschule waren auch Leute, die zu Al-Shabaab gehören. Die haben zu mir gesagt, dass ich mit denen zusammenarbeiten muss, die Übergangsregierung ist zusammengebrochen, er hat ein Beispiel gesagt, es ist wie ein Tier, das geschlachtet wurde, aber die Seele hat es noch nicht verlassen, so wäre die Regierung. Wir brauchen keine Angst haben, wir müssen alle gemeinsam Dschihad machen. Sie haben immer gesagt, dass ich kommen soll, ich soll mit ihnen zusammenarbeiten und kämpfen. Dann habe ich mich entschlossen nicht mehr in die Schule zu gehen. Eines Abends hat es ein Fußballmatch gegeben, es war ein Champions League spiel, wir mussten es im Kino Super schauen. Ich war mit meinem Freund unterwegs, wir waren kurz davor ins Kino reinzugehen, plötzlich ist vor uns ein Auto stehen geblieben, dann sind zwei junge Männer ausgestiegen, dann haben sie gesagt, wenn wir schreien, dann werden sie uns in den Kopf schießen. Er sagte, wir sollen einsteigen. Wir sind in das Auto eingestiegen. Wir wurden außerhalb von Mogadischu gebracht, es war in ein Lager. Ich hatte Angst, wir beide hatten Angst, wir wussten nicht was die mit uns machen werden. Sie sagten wir sollen aussteigen. In diesem Lager hat ein Mann regiert, dieser Mann heißt römisch 40 . Es waren mehrere Gefangene dort, dieser Mann ist zu uns gekommen, er hat uns gepredigt. Er hat uns gesagt, dass wir mit ihm kämpfen müssen und unser Land verteidigen, gegen die Ungläubigen kämpfen. Er sagte, wir haben kein Leben mehr, wir müssen Anschläge ausüben. Die machen den Leuten Gehirnwäsche, die predigen bis die Leute ja sagen. 5 Tage später haben wir versucht von dort wegzulaufen. Es war dort kein normales Gebäude, es waren kleine Hütten, im Hof waren einfach Bäume, ich bin mit meinem Freund rausgegangen, in diesem Moment waren die beschäftigt, wir haben auch niemand gesehen. Wir sind einfach weggelaufen, die haben das mitbekommen, ich weiß bis heute nicht ob jemand uns draußen gesehen hat oder ob die es drinnen gemerkt haben. Sie sind mit einem Auto Marke Toyota hinter uns hergefahren. Die haben uns aufgegriffen und uns geschlagen. Zuerst haben sie mir die Gewehrspitze auf die Hand geschlagen, dann haben sie mich mit dem Gewehrkolben am Arm geschlagen. Ich habe geschrien, dann wurde mir mit dem Gewehrkolben auf den Arm geschlagen. Die wollten uns umbringen, aber sie waren sich nicht einig, dass sie uns töten. Die einen haben nein gesagt, die anderen ja. Ich habe geschrien und gesagt, dass ich mitkämpfen werde, ich habe gesagt, ich werde alles machen und dass ich einen Fehler gemacht habe. Die haben uns dann mit dem Auto mitgenommen und uns in dieses Lager zurückgebracht. Die hatten dort einen Arzt, er hat mir die Hand zugenäht. Mein Arm war gebrochen, er hat mich verarztet, er hat mir vier Holzstücke an jede Seite gemacht. Der Arm hat mir noch wehgetan, ich wurde hier in Österreich operiert. Die Ärztin hat mir gesagt, dass die Nerven auch betroffen waren, ich weiß nicht ob es zugeschickt wurde. Ich hatte Angst, dass die mich umbringen, ich habe alles gemacht, was die von mir verlangt haben, ich habe manchmal Abendessen gebracht, ich habe auch zugehört, wenn die gepredigt haben. Die haben immer gesagt, dass man Anschläge ausüben muss, ich sagte es ist richtig. 8 Tage später, haben die mit Bomben auf die Stadt Mogadischu geschossen, die haben die Antwort der Regierung bekommen, die wurden auch beschossen. Die haben mit Madfa geschossen. Das Lager wurde getroffen. Ich habe auch Tode und Verletzte gesehen, alle sind weggelaufen, ich bin auch weggelaufen, ich war ca. 5 Stunden unterwegs im Wald. Meine Hand hat mir noch weggetan, dann kam ich zu einer Straße, diese Straße fährt nach Afgooye, die andere Richtung nach Mogadischu. Ich habe dann ein Auto angehalten, dieses Auto hat Milch transportiert. Es ist stehen geblieben und brachte mich nach römisch 40 . Ich bin zu Fuß gegangen bis nach römisch 40 . Ich bin zu meiner Familie gekommen. Die haben nicht geglaubt, alle haben geweint, dass ich es bin. Ich habe entschlossen nicht mehr hinaus zu gehen, damit diese Leute mir nichts mehr antun können. Die haben gesagt, wenn jemand wegläuft dann ist er ungläubig und wenn die ihn wiederfinden, bringen die ihn um. Ich bin zuhause geblieben, meine Mutter hat in der Nachbarschaft Wäsche gewaschen und Geschirr gespült, so hat sie das Geld verdient, mein Vater hat auch nicht gearbeitet, er war zuhause. 2 Monate später bin ich in die Moschee gegangen, es war an einem Freitag. Ich bin fertig geworden mit dem Beten, ich ging raus, Männer gingen hinter mir her. Die sind hinter mir hergegangen, die wollten, dass ich zu einer Straße komme, wo niemand unterwegs ist. Es waren 2 Männer, einer ging hinter mir, der andere neben mir. Ich habe nie gedacht, dass diese Leute etwas von mir wollten. Der Mann der neben mir gegangen ist, der hat mir eine Pistole ans Gesicht gehalten, er wollte auf mich schießen, aber es ist nicht gegangen. Ich bin weggelaufen, der andere der hinter mir gegangen ist, der hat seine Pistole rausgenommen und ist hinter mir hergelaufen, ich bin dann ins Haus meiner Familie gekommen, ich habe die Türe zugemacht. Meine Familie hat zu diesem Zeitpunkt im Vorzimmer zu Abend gegessen, mein 2 jüngeren Brüder, meine Schwester und mein Vater. Sie haben durch die Türe geschossen und mein Bruder wurde durch einer der Schüsse getroffen, er wurde an der linken Hand am Schlüsselbein getroffen. Die Kugel ist jetzt in den Nieren. Mein Vater wurde tödlich getroffen. Ich habe im Oberschenkel einen Streifschuss bekommen. Es war ein Regierungsstützpunkt in der Nähe, die Schüsse wurden gehört, die haben das Feuer eröffnet und die Männer sind weggelaufen.
Ich glaube die wollten zu uns rein, aber als sie die Schüsse der Übergangsregierung gehört haben, hatten die Angst, deshalb sind die weggelaufen, Leute von der Übergangsregierung kamen zu uns, sie sagten, sie werden die Männer suchen. Die Nachbarschaft hat Geld gesammelt, mein Bruder wurde ins Krankenhaus gebracht. Mein Vater war bereits tot, man hat ihn zuhause gelassen. Es ist mir sehr schlecht gegangen psychisch war ich fertig, ich wusste nicht was ich machen sollte. Mein Vater war tot, mein Bruder verletzt. Am nächsten Tag wurde mein Vater beerdigt, ich war nicht dabei. Ich habe nach der Beerdigung entschlossen die Heimat zu verlassen. Im Februar 2011 habe ich das Land verlassen.
F.: Wann war das als man Sie in der Schule angesprochen hat?
A.: Es war im November 2010.
F.: Wer waren diese Männer, die Sie angesprochen haben?
A.: Er war neu in der Schule.
F.: Wie viele Leute waren es?
A.: 4 Männer. Ich hatte Angst, ich habe nie mit den Jungs gesprochen.
F.: Kannten Sie die Männer die Sie mitgenommen haben?
A.: Einer dieser Männer habe ich gekannt, ich habe zwar sein Gesicht nicht gesehen, aber ich habe die Stimme erkannt.
F.: Woher kannten Sie diesen Mann?
A.: Aus der Schule.
(...)"
Am 01.10.2012 wurde die Zweitbeschwerdeführerin neuerlich vom BFA niederschriftlich einvernommen und gab zusammengefasst an:
(...)
F.: Schildern Sie bitte erneut vollständig, was Ihnen in Somalia passiert ist, warum haben Sie Ihr Land verlassen?
A.: Wegen einem Mann habe ich das Land verlassen, dieser Mann gehörte zu Al-Shabaab. Ich habe von Leuten gehört, dass dieser Mann zu Al-Shabaab gehört, aber ich wusste es nicht. Eines Tages hat er an unsere Türe geklopft, ich habe die Türe geöffnet, er hat mir gesagt, "He kleines, weißt du, dass ich dich heiraten will". Ich sagte, dass ich es nicht wüsste. Er sagt, dass ich wissen muss, dass er mich heiraten wird. Dann habe ich die Türe zugemacht. Er ist dann ein zweites Mal geko