Entscheidungsdatum
16.03.2018Norm
AsylG 2005 §10Spruch
W202 2168367-1/5E
IM NAMEN DER REPUBLIK!
Das Bundesverwaltungsgericht hat durch den Richter Mag. Bernhard SCHLAFFER als Einzelrichter über die Beschwerde von XXXX, geb. XXXX, StA. Indien, gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 08.08.2017, Zl. 1159717110 - 170852165, zu Recht erkannt:Das Bundesverwaltungsgericht hat durch den Richter Mag. Bernhard SCHLAFFER als Einzelrichter über die Beschwerde von römisch 40 , geb. römisch 40 , StA. Indien, gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 08.08.2017, Zl. 1159717110 - 170852165, zu Recht erkannt:
A)
Die Beschwerde wird gemäß §§ 3, 8, 10, 57 AsylG 2005 idgF, § 9 BFA-VG sowie §§ 46, 52 und 55 FPG idgF abgewiesen.Die Beschwerde wird gemäß Paragraphen 3, 8, 10, 57, AsylG 2005 idgF, Paragraph 9, BFA-VG sowie Paragraphen 46, 52 und 55 FPG idgF abgewiesen.
B)
Die Revision ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig.Die Revision ist gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zulässig.
Text
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE:
I. Verfahrensgang:römisch eins. Verfahrensgang:
Der Beschwerdeführer, ein indischer Staatsangehöriger, stellte am 19.07.2017 einen Antrag auf internationalen Schutz und wurde dazu am folgenden Tag durch ein Organ des öffentlichen Sicherheitsdienstes niederschriftlich einvernommen.
Zu seinem Fluchtgrund brachte der Beschwerdeführer im Zuge der Erstbefragung vor, es habe einen Streit in seinem Dorf gegeben. Dabei sei er verletzt worden. Daraufhin habe sich bei seinen Großeltern mütterlicherseits versteckt, jedoch hätten ihn "die Leute" entdeckt. Deshalb habe sein Onkel einen Schlepper organisiert und den Beschwerdeführer ins Ausland geschickt, weil der Beschwerdeführer vor diesen Leuten Angst habe.
Während seiner Einvernahme vor dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (Bundesamt) am 02.08.2017 gab der Beschwerdeführer im Wesentlichen Folgendes zu Protokoll (Fehler im Original):
" . . .
F: Wie geht es Ihnen gesundheitlich?
A: Gut, danke
F: Befinden Sie sich in ärztlicher Behandlung oder sonst in Therapie?
A: Nein
F: Nehmen Sie Medikamente?
A: Nein
F: Sind sie einvernahmefähig. Sind Sie geistig und körperlich in der Lage heute die Einvernahme durchzuführen?
A: Ja
F: Können Sie die lateinische Schrift lesen?
A: nein
F: Können Sie Deutsch?
A: Nein
F: Verstehen Sie den Dolmetsch einwandfrei?
A: Ja, ich spreche Punjabi und bin damit einverstanden, dass die Einvernahme heute in der Sprache Punjabi durchgeführt wird.
F: Welche Sprachen, außer Punjabi sprechen Sie noch?
A: nur Punjabi
. . .
F: Welche Staatsbürgerschaft haben Sie?
A: die von Indien
F: Welcher Volksgruppe gehören Sie an?
A: der Jat
F: Welcher Religionsgemeinschaft gehören Sie an?
A: den Sikh
F: Sind Sie verheiratet und haben Sie Kinder? Wenn ja, wo leben die Gattin und die Kinder?
A: ich bin nicht verheiratet und habe keine Kinder
F.: Aus welchem Gebiet/welcher Region Ihres Heimatlandes kommen Sie.
A.: aus dem Punjab
F: Wo waren Sie zuletzt wohnhaft?
A: in XXXX, XXXX, Punjab, IndienA: in römisch 40 , römisch 40 , Punjab, Indien
Dorf: XXXXDorf: römisch 40
Bezirk: XXXXBezirk: römisch 40
Das Dorf XXXX hat 700 bis 800 Einwohner.Das Dorf römisch 40 hat 700 bis 800 Einwohner.
F: Beschreiben Sie diese Unterkunft.
A: Es war ein Haus mit 6 oder 7 Zimmer. Meine Eltern und ich haben darin gewohnt. Im Dorf direkt drinnen, neben der Hauptstraße.
F: Wenn Sie im Besitz von weiteren Beweismitteln bzw. Identitätsdokumenten sind, legen Sie diese bitte vor.
A: momentan habe ich keine Beweismittel vorzulegen. Ich hatte mit einen Reisepass, Schulzeugnis, mein Telefon, ca. 2.000,-- EUR und ein paar Kleider. Die ganze Tasche mit den Sachen hat mir der Schlepper abgenommen.
F: Welche Schul- bzw. Berufsausbildung haben Sie, welchen Beruf haben Sie?
A: 10 Jahre Grundschule in XXXX. Mein Vater war Landwirt und ich habe ihm geholfen.A: 10 Jahre Grundschule in römisch 40 . Mein Vater war Landwirt und ich habe ihm geholfen.
F: Wieviel haben Sie in Ihrem Herkunftsstaat verdient?
A: es war kein fixes Einkommen. Was ich verlangt habe, das hat mir mein Vater gegeben.
F: Geben Sie den vollen Namen der Eltern, deren Geburtsdatum, deren Wohnadresse wieder und geben Sie an wovon Ihre Eltern leben.
A:
Vater: XXXX, ca. 55 Jahre altVater: römisch 40 , ca. 55 Jahre alt
Mutter: XXXX, ca. 50 Jahre altMutter: römisch 40 , ca. 50 Jahre alt
F: Haben Sie Geschwister? Wenn ja, nennen Sie deren Namen und Geburtsdatum.
A: ich habe keine Geschwister
F: Hat Ihr Vater Geschwister welche noch in Ihrem Herkunftsstaat wohnen?
A: Ich habe nur einen Onkel und zwei Tanten väterlichseits.
F: Hat Ihre Mutter Geschwister welche noch in Ihrem Herkunftsstaat wohnen?
A: Ich habe zwei Onkel mütterlichseits.
F: Wann haben Sie zum ersten Mal daran gedacht, dass Sie Ihren Herkunftsstaat verlassen?
A: am 18. Oder 19. Juni habe ich daran gedacht, dass ich Indien verlassen will
F: Wann haben Sie ihr Heimatland tatsächlich verlassen?
A: ich weiß nicht mehr genau, aber ich glaube am 1. Oder 2. Juli 2017
F: Wo waren Sie die letzte Nacht vor ihrer Ausreise aufhältig?
A: ich war bei meinem Onkel mütterlichseits, dort habe ich geschlafen. Er wohnt in der Stadt XXXX. Diese Stadt ist ca. 150 km von meinem Dorf entfernt.A: ich war bei meinem Onkel mütterlichseits, dort habe ich geschlafen. Er wohnt in der Stadt römisch 40 . Diese Stadt ist ca. 150 km von meinem Dorf entfernt.
F: Reisten Sie schlepperunterstützt nach Österreich ein?
A: ja
F: Wohin wollten Sie?
A: das hat alles der Schlepper mit meinem Onkel besprochen. Ich wußte nicht wo ich hinfahren sollte.
F: Wieviel mußten Sie für die Reise bezahlen?
A: 17.000,-- EUR
F: 17.000,-- EUR sind ein sehr großer Betrag. Sind Sie sicher, dass der Betrag so hoch war?
A: das war meine Vermutung
F: Woher hatten Sie das Geld?
A: etwas Geld war von meinem Vater, er es meinem Onkel gegeben. Der Restbetrag wurde von Familienmitgliedern und meinem Onkel bezahlt.
F: Wann haben Sie den Schleppern das Schleppgeld bezahlt?
A: ich habe nichts bezahlt. Das hat mein Onkel bezahlt.
F: Geben Sie chronologisch und lückenlos die Aufenthaltsorte der letzten drei Jahre in Ihrer Heimat an.
A: ich war in meinem Dorf
F: Sie gaben bei der Erstbefragung an, Sie hätten Indien mit dem Flugzeug verlassen. Von welchem Flughafen sind Sie in Indien gestartet?
A: von Delhi
F: An welchem Datum und zu welcher Uhrzeit sind Sie von dem Flughafen Dehli in Indien abgeflogen?
A: am 2. Oder 3. Juli, um 02:00 in der Nacht
F: Mit welcher Fluglinie sind Sie geflogen?
A: ich weiß es nicht
F: Hatten Sie mit dem Flugzeug Zwischenlandungen oder sind Sie vom Abflughafen direkt zum Zielflughafen geflogen? Wenn Sie Zwischenlandungen hatten, in welchen Städten oder Länder sind Sie zwischengelandet?
A: es gab eine Zwischenlandung. Ich weiß aber nicht wo das war.
F: Wie lange dauerte der Flug insgesamt?
A: es waren mehrere Stunden, aber ich weiß nicht genau wie lange
F: Sie gaben bei der Erstbefragung an, dass Sie einen Reisepass gehabt hätten? Hatten Sie während des Fluges Ihren Reisepass mit? Wenn ja, wo haben Sie den Reisepass während des Fluges verwahrt?
A: ja, ich hatte einen Reisepass mit. Als ich aus dem Flugzeug ausgestiegen bin, hat mich ein Schlepper dort abgeholt. Er hat mich an unbekannte Orte mitgenommen. Dort habe ich gegessen. Dort hat er mir dann die Tasche mit dem ganzen Geld und den anderen Sachen weggenommen.
F: Bei welchem Zielflughafen sind Sie gelandet?
A: ich weiß es nicht
A: An welchem Datum und zu welcher Uhrzeit sind Sie am Zielflughafen gelandet?
A: den Flughafen weiß ich nicht, aber es war am Abend so gegen 19:00 oder 20:00 Uhr.
F: Hatten Sie beim Zielflughafen eine Passkontrolle?
A: ja, ich habe meinen Reisepass hergezeigt
F: Wie haben Sie den Schlepper bei Ihrer Ankunft am Zielflughafen erkannt? Wie haben Sie sich mit ihm getroffen?
A: Ich komme von dem Flughafen raus. Dort steht ein Herr. Der hat meinen Namen genannt. Ich sagte ja, ich bins. Er hat gesagt, ok steige ins Auto. Dann sind wir weitergefahren.
F: Wie setzten Sie die Reise fort, nachdem Sie gelandet waren? Nennen Sie alle Verkehrsmittel und wie lange Sie diese jeweils benützt haben?
A: Ich bin die ganze Nacht bei der Person geblieben, die mich mit dem Auto abgeholt hat. Am nächsten Tag um 09:30 in der Früh sind wir mit dem Taxi weitergefahren. Ich weiß nicht wo. Der Taxilenker hat uns gesagt, wir sollen nicht sitzen bleiben, sondern uns flach hinlegen. Wir sind bis 16:00 gefahren. Wir kamen zu einem großen Bauernhaus mit viel Landfläche. Ich bin mehrere Tage in diesem Haus geblieben. Die Außentüre war immer zugesperrt. Später hat man mir gesagt, dass wir weitergehen. Wir sind zu Fuß ca. 5 bis 6 Stunden gegangen. Dann kam eine Hauptstraße. Dort hat er mich stehengelassen und ist fortgegangen. Ich bin bei der Straße geblieben und habe dort übernachtet. Nächsten Tag bin ich in der Früh in eine unbekannte Richtung gegangen. Dann habe ich viele Häuser gesehen und habe mir gedacht, dass dort eine Stadt sei. Dann sehe ich einen Bus, einen Citybus. Ich bin mit diesem Bus weitergefahren. Bei irgendeiner Haltestelle bin ich ausgestiegen. Dann bin ich mit einer Straßenbahn gefahren. Nächste Haltestelle bei einem Bahnhof bin ich ausgestiegen. Dort sind Leute gestanden, die mir helfen konnten. Ich bin zu diesen Leuten gegangen. Ich habe sie um Hilfe ersucht und sie haben mir den Weg zu der Polizeistation im 1. Stock gezeigt. Ich weiß nicht in welcher Stadt das war.
F: Zu welchem Zeitpunkt bei der geschilderten Reise, hat Ihnen der Schlepper die Tasche mit dem Reisepass weggenommen?
A: bei dem ersten Haus, wo ich bei dem Flughafen angekommen bin
F: Haben Sie dem Schlepper nicht gesagt, dass Sie Ihre Sachen und den Reisepass noch benötigen würden?
A: ich habe es ihm gesagt. Er sagte mir, dass ich es von ihm in der Früh bekommen werde. In der Früh habe ich es ihm gesagt. Er hat gesagt, ich soll in das Taxi einsteigen und er werde nachkommen. Ich habe ihn dann nicht mehr gesehen.
Bitte beantworten Sie die nachfolgenden Fragen kurz mit ja oder nein. Sie können dann später die genauen Details nennen.
F: Sind Sie in Ihrer Heimat vorbestraft?
A: Nein
F: Standen Sie je vor Gericht?
A: Nein
F: Waren Sie in Ihrem Heimatland inhaftiert?
A: Nein
F: Hatten Sie Probleme mit den Behörden in der Heimat?
A: Nein
F: Bestehen gegen Sie aktuelle staatliche Fahndungsmaßnahmen wie Aufenthaltsermittlung, Haftbefehl, Strafanzeige, Steckbrief, etc.?
A: Nein
F: Sind oder waren Sie politisch tätig oder waren Sie das Mitglied einer politischen Partei und hatten deswegen Probleme in Ihrer Heimat?
A: Nein
F: Sind Sie Mitglied einer Organisation, z.B. der Gewerkschaft, einer NGO und hatten deswegen Probleme in der Heimat?
A: Nein
F: Hatten Sie in ihrem Herkunftsstaat aufgrund Ihres Religionsbekenntnisses Probleme?
A: Nein
F: Hatten Sie in Ihrem Heimatland Probleme aufgrund Ihrer Volksgruppenzugehörigkeit?
A: Nein
F: Hatten Sie gröbere Probleme mit Privatpersonen (Blutfehden, Racheakte etc.)?
A: ja
F: Nahmen Sie in ihrem Heimatland an bewaffneten oder gewalttätigen Auseinandersetzungen teil?
A: Nein
F: Schildern Sie die Gründe, warum sie Ihr Heimatland verlassen und einen Asylantrag gestellt haben, von sich aus vollständig und wahrheitsgemäß.
Sie werden darauf hingewiesen, dass falsche Angaben die Glaubwürdigkeit Ihres Vorbringens beeinträchtigen können.
Sollten Sie zu irgendeinem Zeitpunkt vor österreichischen Behörden falsche Angaben gemacht haben oder sollte es zu sonstigen Ungereimtheiten gekommen sein, so werden Sie aufgefordert, dies jetzt bekannt zu geben.
Soweit Sie auf Ereignisse Bezug nehmen, werden Sie auch aufgefordert, den Ort und die Zeit zu nennen, wann diese stattfanden und die Personen, die daran beteiligt waren.
A:
Ich hatte richtige Probleme mit zwei Parteien. Ich gehöre zu der Kongress-Partei. Die zweiten sind von der Akadali Dal Partei. Es war Ende Mai 2017. Ich bin mit dem PKW Richtung Stadt gefahren. Auf der anderen Seite kommt ein Herr mit dem Moped, sein Name ist XXXX. Ich kenne ihn schon lange, weil er immer viel Alkohol getrunken hat. War beiden waren zu schnell auf der Straße. Plötzlich kommt er vor mein Auto und bremst. Es ist ein Unfall passiert. Ich konnte nicht mehr anhalten. Er war schwer verletzt. Die Leute, die nebenbei auf den Feldern gearbeitet haben, haben den Verletzten in das Krankenhaus gebracht. Ich war leicht verletzt. Ich bin zu dem Arzt von meinem Dorf gegangen. Am gleichen Tag kommen die Cousins von XXXX zu mir. Sie haben mir gesagt, unser Cousin ist sehr schwer verletzt. Er liegt im Krankenhaus. Wenn etwas mit ihm passiert, werden sie mich umbringen. Nächsten Tag habe ich gehört dass XXXX verstorben ist. Ich haben an seinem Begräbnis wegen meiner Verletzungen nicht teilgenommen. Am Abend des Begräbnisses, kommen die Cousins nochmals zu mir und sagten, er ist verstorben, aber wir bringen dich auch um. Am selben Abend hat mir mein Nachbar gesagt, dass die ganze Gruppe sehr gefährlich sei, weil sie bewaffnet seien. Es ist besser wenn ich mich verstecken würde. Der Nachbar sagte mir auch, die Gruppe habe auch meinen Vater bedroht. Später sagte mir mein Vater, ich soll zu meiner Großmutter gehen, weil die seien sehr gefährlich. Nachher bin ich zu meinem Freund XXXX in meinem Dorf gegangen. Ich habe bei ihm übernachtet. Am nächsten Tag brachte mich mein Freund zur Großmutter. Dort habe ich mit meinem Onkel gesprochen. Ich habe alles erzählt, was passiert ist. Er sagte ich solle bei ihm bleiben. Ein paar Tage später sagte mir mein Onkel, wir fahren wieder zu meinem Dorf zurück und dass ich dann mit diesen Leuten sprechen solle. Ich sagte ok. Wir sind zu unserem Dorf zurückgekommen. Mein Onkel hat mit diesen Personen gesprochen. Ich war dabei. Plötzlich hatte diese Gruppe meinen Onkel geschlagen und mich auch. Wir sind wieder zurück zu meinen Onkel. Nachher sagte mein Onkel, dass alles sehr gefährlich ausschauen würde. Ich solle in das Ausland reisen. Ich war durch die Schläge dieser Gruppe innerlich am ganzen Körper verletzt. Ich bin bei meinem Onkel geblieben. Mein Onkel hat mit den Schleppern gesprochen. Mit der Hilfe der Schlepper bin ich dann ausgereist. Der Verstorbene war auch der einzige Sohn von der betroffenen Familie. Auch diese Familie hat mir gedroht, dass sie mich umbringen werden.Ich hatte richtige Probleme mit zwei Parteien. Ich gehöre zu der Kongress-Partei. Die zweiten sind von der Akadali Dal Partei. Es war Ende Mai 2017. Ich bin mit dem PKW Richtung Stadt gefahren. Auf der anderen Seite kommt ein Herr mit dem Moped, sein Name ist römisch 40 . Ich kenne ihn schon lange, weil er immer viel Alkohol getrunken hat. War beiden waren zu schnell auf der Straße. Plötzlich kommt er vor mein Auto und bremst. Es ist ein Unfall passiert. Ich konnte nicht mehr anhalten. Er war schwer verletzt. Die Leute, die nebenbei auf den Feldern gearbeitet haben, haben den Verletzten in das Krankenhaus gebracht. Ich war leicht verletzt. Ich bin zu dem Arzt von meinem Dorf gegangen. Am gleichen Tag kommen die Cousins von römisch 40 zu mir. Sie haben mir gesagt, unser Cousin ist sehr schwer verletzt. Er liegt im Krankenhaus. Wenn etwas mit ihm passiert, werden sie mich umbringen. Nächsten Tag habe ich gehört dass römisch 40 verstorben ist. Ich haben an seinem Begräbnis wegen meiner Verletzungen nicht teilgenommen. Am Abend des Begräbnisses, kommen die Cousins nochmals zu mir und sagten, er ist verstorben, aber wir bringen dich auch um. Am selben Abend hat mir mein Nachbar gesagt, dass die ganze Gruppe sehr gefährlich sei, weil sie bewaffnet seien. Es ist besser wenn ich mich verstecken würde. Der Nachbar sagte mir auch, die Gruppe habe auch meinen Vater bedroht. Später sagte mir mein Vater, ich soll zu meiner Großmutter gehen, weil die seien sehr gefährlich. Nachher bin ich zu meinem Freund römisch 40 in meinem Dorf gegangen. Ich habe bei ihm übernachtet. Am nächsten Tag brachte mich mein Freund zur Großmutter. Dort habe ich mit meinem Onkel gesprochen. Ich habe alles erzählt, was passiert ist. Er sagte ich solle bei ihm bleiben. Ein paar Tage später sagte mir mein Onkel, wir fahren wieder zu meinem Dorf zurück und dass ich dann mit diesen Leuten sprechen solle. Ich sagte ok. Wir sind zu unserem Dorf zurückgekommen. Mein Onkel hat mit diesen Personen gesprochen. Ich war dabei. Plötzlich hatte diese Gruppe meinen Onkel geschlagen und mich auch. Wir sind wieder zurück zu meinen Onkel. Nachher sagte mein Onkel, dass alles sehr gefährlich ausschauen würde. Ich solle in das Ausland reisen. Ich war durch die Schläge dieser Gruppe innerlich am ganzen Körper verletzt. Ich bin bei meinem Onkel geblieben. Mein Onkel hat mit den Schleppern gesprochen. Mit der Hilfe der Schlepper bin ich dann ausgereist. Der Verstorbene war auch der einzige Sohn von der betroffenen Familie. Auch diese Familie hat mir gedroht, dass sie mich umbringen werden.
F: Haben Sie sämtliche Gründe, warum Sie die Heimat verlassen haben, vollständig geschildert?
A: Ja
F: Was hat das soeben geschilderte mit den beiden Parteien, der Kongress Partei und der Akadali Dal Partei zu tun?
A: Es hängt alles irgendwie zusammen. Die von der anderen Partei helfen uns nicht und wir helfen ihnen nicht.
F: Wie groß ist diese Gruppe von den Cousins, von denen Sie bedroht und geschlagen wurden?
A: es handelt sich um ca. 20 bis 22 Personen, die mich bedroht und angegriffen haben.
F: Sind diese Personen, die sie bedroht haben, alle von Ihrem Dorf?
A: fünf Personen sind von meinem Dorf, die anderen sind von verschiedenen Dörfern
F: Handelt es sich bei den Personen, die Sie angegriffen haben, um normale Dorfbewohner sprich Landwirte?
A: nein
F: Waren bei den Angreifern auch besonders wichtige Personen dabei?
A: nein, es waren lauter Angehörige von dem Verstorbenen, Onkeln, Cousins etc.
F: Könnte der Streit nicht vom Dorfvorsteher oder den Dorfältesten geschlichtet werden?
A: die ganze Familie des Verstorbenen sind gefährliche Leute. Deshalb sprechen die Dorfbewohner mit diesen Leuten nicht.
F: Kann man sich das so vorstellen, dass diese Leute am Rand des Dorfes abgekapselt von den anderen Dorfbewohnern leben?
A: Die Cousins des Verstorbenen waren auch viele Studenten dabei und haben auch andere Studenten mitgenommen.
F: Wieso sprechen die anderen Dorfbewohner mit diesen gefährlichen Leuten nicht?
A: die Dorfbewohner haben immer aufgepasst, weil dies waren schlechte Leute die auch viel Alkohol gedrunken haben
F: Haben Sie bei der Polizei angezeigt, dass Sie von diesen Leuten bedroht und verletzt wurden?
A: nein
F: Wieso nicht?
A: Die Angehörigen von dem Verstorbenen waren auch nicht bei der Polizei. Deswegen sind wir auch nicht zur Polizei gegangen.
F: Sie meinen damit, dass der Unfall nicht an die Polizei gemeldet wurde?
A: Ja. Ich habe einen Polizisten gekannt, welcher ebenfalls Dorfbewohner war. Ich habe ihm alles erzählt. Er sagt mir auch, dass die Leute gefährlich seien und dass ich mich verstecken solle.
F: Indien ist ein großes Land. Wieso sind Sie nicht in einen anderen Landesteil von Indien geflüchtet?
A: es ist nicht möglich, weil meine Eltern dort sind. Und ich habe bei meinen Eltern gearbeitet.
F: Das beantwortet aber nicht die Frage, wieso Sie nicht in einen anderen Landesteil von Indien geflüchtet sind?
A: ich habe damit gemeint, dass sie mich überall finden, wenn sie wollen
F: Was würde Sie konkret erwarten, wenn Sie jetzt in Ihren Herkunftsstaat zurückkehren müssten?
A: ich habe Angst um mein Leben
F: Was würde Sie konkret erwarten, wenn Sie jetzt in einen anderen Landesteil Ihres Herkunftsstaates zurückkehren müssten?
A: was ich ihnen vorhin gesagt habe, in Punjab finden sie mich überall
F: Leben Sie in einer Beziehung mit jemandem in Österreich zusammen, wenn ja, seit wann?
A: nein
F: Haben Sie weitere Familienangehörige oder Verwandte in Österreich?
A: nein
F: Haben Sie private Interessen (Grundstücke, Firmen, Aktien) in Österreich? Wenn ja, konkretisieren Sie diese!
A: Nein