Entscheidungsdatum
22.02.2018Norm
AsylG 2005 §3 Abs1Spruch
W136 2172512-1/4E
IM NAMEN DER REPUBLIK!
Das Bundesverwaltungsgericht hat durch die Richterin Mag. Brigitte HABERMAYER-BINDER als Einzelrichterin über die Beschwerde von XXXX , geb. XXXX , StA. Syrien, gegen Spruchpunkt I. des Bescheides des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 28.08.2017, Zl. 1140349603-170062020, zu Recht erkannt:Das Bundesverwaltungsgericht hat durch die Richterin Mag. Brigitte HABERMAYER-BINDER als Einzelrichterin über die Beschwerde von römisch 40 , geb. römisch 40 , StA. Syrien, gegen Spruchpunkt römisch eins. des Bescheides des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 28.08.2017, Zl. 1140349603-170062020, zu Recht erkannt:
A) Der Beschwerde wird gemäß § 28 Abs. 2 VwGVG stattgegeben und XXXXA) Der Beschwerde wird gemäß Paragraph 28, Absatz 2, VwGVG stattgegeben und römisch 40
gemäß § 3 Abs. 1 AsylG 2005 der Status eines Asylberechtigten zuerkannt. Gemäß § 3 Abs. 5 AsylG 2005 wird festgestellt, dass XXXX damit kraft Gesetzes die Flüchtlingseigenschaft zukommt.gemäß Paragraph 3, Absatz eins, AsylG 2005 der Status eines Asylberechtigten zuerkannt. Gemäß Paragraph 3, Absatz 5, AsylG 2005 wird festgestellt, dass römisch 40 damit kraft Gesetzes die Flüchtlingseigenschaft zukommt.
B) Die Revision ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig.B) Die Revision ist gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zulässig.
Text
ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE:
I. Verfahrensgang:römisch eins. Verfahrensgang:
Die Beschwerdeführerin, eine syrische Staatsbürgerin, Araberin und sunnitische Muslimin, stellte nach illegaler Einreise am 16.01.2017 den gegenständlichen Antrag auf internationalen Schutz. Im Zuge der am selben Tag durchgeführten Erstbefragung gab die Beschwerdeführerin zu ihren Fluchtgründen im Wesentlichen an, dass sie vom syrischen Regime gesucht worden sei, weil sie bei der Erstversorgung von Kriegsverletzten in Homs geholfen habe. Deswegen sei sie aus Syrien geflüchtet. Bei einer Rückkehr in ihre Heimat habe sie Angst, verhaftet zu werden. Ergänzend teilte sie mit, dass sie nie ein Reisedokument besessen habe und illegal aus ihrer Heimat ausgereist sei. Sie habe einen Bruder in Schweden ( XXXX , geb. 1983), einen Bruder in Algerien ( XXXX , geb. 1981) und einen Bruder ( XXXX , geb. 1985), der noch in Syrien aufhältig sei.Die Beschwerdeführerin, eine syrische Staatsbürgerin, Araberin und sunnitische Muslimin, stellte nach illegaler Einreise am 16.01.2017 den gegenständlichen Antrag auf internationalen Schutz. Im Zuge der am selben Tag durchgeführten Erstbefragung gab die Beschwerdeführerin zu ihren Fluchtgründen im Wesentlichen an, dass sie vom syrischen Regime gesucht worden sei, weil sie bei der Erstversorgung von Kriegsverletzten in Homs geholfen habe. Deswegen sei sie aus Syrien geflüchtet. Bei einer Rückkehr in ihre Heimat habe sie Angst, verhaftet zu werden. Ergänzend teilte sie mit, dass sie nie ein Reisedokument besessen habe und illegal aus ihrer Heimat ausgereist sei. Sie habe einen Bruder in Schweden ( römisch 40 , geb. 1983), einen Bruder in Algerien ( römisch 40 , geb. 1981) und einen Bruder ( römisch 40 , geb. 1985), der noch in Syrien aufhältig sei.
Am 04.07.2016 (richtig wohl: 2017) wurde die Beschwerdeführerin vor dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl im Beisein eines Dolmetschers für die arabische Sprache niederschriftlich einvernommen. Dabei gab sie zunächst an, dass sie insgesamt fünf Schwestern und drei Brüder habe, die aktuell in Algerien ( XXXX , geb. 1981), in Schweden ( XXXX , geb. 1983) und im Libanon ( XXXX , geb. 1985) leben würden. Zu ihren Fluchtgründen gab sie im Wesentlichen an, dass sie aus Syrien geflüchtet sei, weil (der Stadtteil) XXXX (richtig wohl: XXXX ) in Homs im Jahr XXXX vom syrischen Regime gestürmt worden sei. Sie habe einige Male mit anderen Frauen Verletzte versorgt und dann erfahren, dass diese Helfer auf eine schwarze Liste gekommen und verfolgt worden seien. Daraufhin sei sie nach Hama gegangen und habe sich rund zwei bis drei Jahre bei ihrer Oma und (verschiedenen) Tanten versteckt, bis sie sich schließlich zum Verlassen des Landes entschlossen habe. Auf Nachfrage erklärte sie, dass das Regime sie suchen würde. Es würden jene Leute gesucht werden, die geholfen hätten. Sie würden es nur ungefähr wissen und irgendwelche Leute mitnehmen. Befragt, warum das Regime gerade sie suchen sollte, erwiderte sie, weil sie mitgemacht habe. Es würde genau nach ihr gesucht werden, da der Geheimdienst genau wüsste, was vor sich geht. Auf die Frage, wie sich die Suche nach ihr konkret dargestellt hat, gab sie an, dass XXXX ein kleiner Bezirk sei, wo man sie verfolgen und suchen würde. Sie sei dann zu ihren Eltern geflohen und diese Leute seien nach Hama gekommen und hätten nach ihr gesucht. Zu ihren Rückkehrbefürchtungen teilte sie mit, dass der Geheimdienst sie töten würde. Zu ihren Hilfeleistungen im Jahr XXXX brachte sie vor, dass sie erstmals mitgemacht habe, als das syrische Militär ihren Bezirk bombardiert habe. Danach habe es Tote und Verletzte gegeben und die Männer hätten sich in die Wohnungen geschleppt. Sie und die anderen Frauen hätten dann erste Hilfe angeboten, da dies ihre Aufgabe als Frauen gewesen sei. Zur Schilderung der Behandlung einer Schusswunde aufgefordert, berichtete sie, dass sie die Infusion gehalten und den Männer das Blut weggewaschen hätte. Danach seien die Ärzte gekommen und man habe sie zum roten Kreuz gebracht. Auf Hinweis, dass die geschilderten Tätigkeiten sie wohl kaum zu einem gesuchten Feind des Regimes machen würden, entgegnete sie, dass das syrische Militär bei ihnen hart und brutal sei. Dessen Angehörige würden nur erfahren, dass sie Aufständische seien; das sei die größte Sünde. Befragt, verneinte sie, momentan in Syrien gesucht zu werden. Sie habe schon seit zwei bis drei Monaten nichts mehr gehört. Zuletzt habe man sie vermutlich im XXXX gesucht. Sie habe von ihren Eltern diesbezüglich nichts mehr gehört. Die Leute vom syrischen Geheimdienst hätten sie im XXXX bei ihren Eltern gesucht. Auch als sie bereits in der Türkei gewesen sei, sei sie drei- bis viermal gesucht worden. Dies würde sie von ihren Eltern wissen. Der Geheimdienst würde bei ihren Eltern ab und zu nach ihr fragen. Auf die Frage, ob man ihre Eltern jemals bedroht hat, betonte sie, dass man sie unbedingt haben wolle. Wenn ihre Geschwister, insbesondere ihre Brüder in Syrien wären, würde man sie festnehmen. Sie würden einfach die männlichen Angehörigen suchen. Ihre Eltern hätten nie etwas Schlechtes gemacht. Nachgefragt, wie sie drei Jahre lang versteckt leben konnte, erwiderte sie, diese Leute würden ja nur ab und zu kommen. Außerdem sei sie einmal bei der Tante und einmal bei Freunden, bei Onkeln, bei Nachbarn oder Bekannten versteckt gewesen. Sie sei auch nicht mit sichtbarem Gesicht unterwegs gewesen.Am 04.07.2016 (richtig wohl: 2017) wurde die Beschwerdeführerin vor dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl im Beisein eines Dolmetschers für die arabische Sprache niederschriftlich einvernommen. Dabei gab sie zunächst an, dass sie insgesamt fünf Schwestern und drei Brüder habe, die aktuell in Algerien ( römisch 40 , geb. 1981), in Schweden ( römisch 40 , geb. 1983) und im Libanon ( römisch 40 , geb. 1985) leben würden. Zu ihren Fluchtgründen gab sie im Wesentlichen an, dass sie aus Syrien geflüchtet sei, weil (der Stadtteil) römisch 40 (richtig wohl: römisch 40 ) in Homs im Jahr römisch 40 vom syrischen Regime gestürmt worden sei. Sie habe einige Male mit anderen Frauen Verletzte versorgt und dann erfahren, dass diese Helfer auf eine schwarze Liste gekommen und verfolgt worden seien. Daraufhin sei sie nach Hama gegangen und habe sich rund zwei bis drei Jahre bei ihrer Oma und (verschiedenen) Tanten versteckt, bis sie sich schließlich zum Verlassen des Landes entschlossen habe. Auf Nachfrage erklärte sie, dass das Regime sie suchen würde. Es würden jene Leute gesucht werden, die geholfen hätten. Sie würden es nur ungefähr wissen und irgendwelche Leute mitnehmen. Befragt, warum das Regime gerade sie suchen sollte, erwiderte sie, weil sie mitgemacht habe. Es würde genau nach ihr gesucht werden, da der Geheimdienst genau wüsste, was vor sich geht. Auf die Frage, wie sich die Suche nach ihr konkret dargestellt hat, gab sie an, dass römisch 40 ein kleiner Bezirk sei, wo man sie verfolgen und suchen würde. Sie sei dann zu ihren Eltern geflohen und diese Leute seien nach Hama gekommen und hätten nach ihr gesucht. Zu ihren Rückkehrbefürchtungen teilte sie mit, dass der Geheimdienst sie töten würde. Zu ihren Hilfeleistungen im Jahr römisch 40 brachte sie vor, dass sie erstmals mitgemacht habe, als das syrische Militär ihren Bezirk bombardiert habe. Danach habe es Tote und Verletzte gegeben und die Männer hätten sich in die Wohnungen geschleppt. Sie und die anderen Frauen hätten dann erste Hilfe angeboten, da dies ihre Aufgabe als Frauen gewesen sei. Zur Schilderung der Behandlung einer Schusswunde aufgefordert, berichtete sie, dass sie die Infusion gehalten und den Männer das Blut weggewaschen hätte. Danach seien die Ärzte gekommen und man habe sie zum roten Kreuz gebracht. Auf Hinweis, dass die geschilderten Tätigkeiten sie wohl kaum zu einem gesuchten Feind des Regimes machen würden, entgegnete sie, dass das syrische Militär bei ihnen hart und brutal sei. Dessen Angehörige würden nur erfahren, dass sie Aufständische seien; das sei die größte Sünde. Befragt, verneinte sie, momentan in Syrien gesucht zu werden. Sie habe schon seit zwei bis drei Monaten nichts mehr gehört. Zuletzt habe man sie vermutlich im römisch 40 gesucht. Sie habe von ihren Eltern diesbezüglich nichts mehr gehört. Die Leute vom syrischen Geheimdienst hätten sie im römisch 40 bei ihren Eltern gesucht. Auch als sie bereits in der Türkei gewesen sei, sei sie drei- bis viermal gesucht worden. Dies würde sie von ihren Eltern wissen. Der Geheimdienst würde bei ihren Eltern ab und zu nach ihr fragen. Auf die Frage, ob man ihre Eltern jemals bedroht hat, betonte sie, dass man sie unbedingt haben wolle. Wenn ihre Geschwister, insbesondere ihre Brüder in Syrien wären, würde man sie festnehmen. Sie würden einfach die männlichen Angehörigen suchen. Ihre Eltern hätten nie etwas Schlechtes gemacht. Nachgefragt, wie sie drei Jahre lang versteckt leben konnte, erwiderte sie, diese Leute würden ja nur ab und zu kommen. Außerdem sei sie einmal bei der Tante und einmal bei Freunden, bei Onkeln, bei Nachbarn oder Bekannten versteckt gewesen. Sie sei auch nicht mit sichtbarem Gesicht unterwegs gewesen.
Mit Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 28.08.2017, am 31.08.2017 zugestellt, wurde der Antrag der Beschwerdeführerin auf internationalen Schutz bezüglich der Zuerkennung des Status der Asylberechtigten gemäß § 3 Abs. 1 iVm § 2 Abs. 1 Z 13 AsylG 2005 abgewiesen (Spruchpunkt I.), gemäß § 8 Abs. 1 AsylG 2005 wurde der Beschwerdeführerin der Status einer subsidiär Schutzberechtigten zuerkannt (Spruchpunkt II.) und ihr gemäß § 8 Abs. 4 AsylG 2005 eine befristete Aufenthaltsberechtigung bis zum 28.08.2018 erteilt (Spruchpunkt III.).Mit Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 28.08.2017, am 31.08.2017 zugestellt, wurde der Antrag der Beschwerdeführerin auf internationalen Schutz bezüglich der Zuerkennung des Status der Asylberechtigten gemäß Paragraph 3, Absatz eins, in Verbindung mit Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer 13, AsylG 2005 abgewiesen (Spruchpunkt römisch eins.), gemäß Paragraph 8, Absatz eins, AsylG 2005 wurde der Beschwerdeführerin der Status einer subsidiär Schutzberechtigten zuerkannt (Spruchpunkt römisch zwei.) und ihr gemäß Paragraph 8, Absatz 4, AsylG 2005 eine befristete Aufenthaltsberechtigung bis zum 28.08.2018 erteilt (Spruchpunkt römisch drei.).
Das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl traf herkunftsstaatsbezogene Feststellungen zur allgemeinen Lage in Syrien, stellte die Identität der Beschwerdeführerin fest und begründete im angefochtenen Bescheid die abweisende Entscheidung im Wesentlichen damit, dass die Beschwerdeführerin mit ihren Angaben den Voraussetzungen für die Glaubhaftmachung einer asylrelevanten Verfolgung oder Verfolgungsgefahr nicht entsprochen hätte. Es sei auch nicht plausibel, dass das (syrische) Militär sie ab und zu gesucht und ihrer Familie Besuche abgestattet habe, aus ihrer Abwesenheit aber nie irgendwelche Konsequenzen gezogen habe. Das Bundesamt würde die prekäre allgemeine Sicherheitslage und die schwierige und angespannte Lage in Syrien keineswegs verkennen, einer drohenden Verfolgungshandlung aufgrund ihrer Religion würde jedoch mit der Zuerkennung von subsidiärem Schutz (ohnehin) Rechnung getragen werden. Es wurde ihr daher aufgrund der momentanen Lage in Syrien subsidiärer Schutz gewährt.
Mit Verfahrensanordnung gemäß § 63 Abs. 2 AVG vom 28.08.2017 wurde der Beschwerdeführerin gemäß § 52 Abs. 1 BFA-VG die ARGE Rechtsberatung - Diakonie und Volkshilfe als Rechtsberater für das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht zur Seite gestellt.Mit Verfahrensanordnung gemäß Paragraph 63, Absatz 2, AVG vom 28.08.2017 wurde der Beschwerdeführerin gemäß Paragraph 52, Absatz eins, BFA-VG die ARGE Rechtsberatung - Diakonie und Volkshilfe als Rechtsberater für das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht zur Seite gestellt.
Gegen Spruchpunkt I. des oben genannten Bescheides wurde fristgerecht Beschwerde erhoben, welche am 22.09.2017 beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl einlangte. In dieser wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin bereits bei der Erstbefragung angegeben habe, dass sie wegen ihrer Hilfe bei der Erstversorgung von Kriegsverletzten in Homs vom syrischen Regime gesucht worden sei. Dieses Vorbringen habe sie in der Einvernahme konkretisiert und ausgeführt, dass sie die Verletzten gemeinsam mit anderen Frauen im Jahr XXXX im Zuge eines Angriffes des syrischen Regimes in der Stadt Homs, im Stadtteil XXXX versorgt habe. Nachdem sie von der Verfolgung anderer Helferinnen erfahren habe, sei sie nach Hama geflohen, wo sie sich zwei bis drei Jahre bei Verwandten versteckt habe. Nachdem dort nach ihr gesucht worden sei, habe sie sich zum Verlassen des Landes entschieden. Die Beschwerdeführerin habe nach dem ersten (von insgesamt fünf) Besuch(en) des syrischen Geheimdienstes bei ihren Eltern begonnen, bei verschiedenen Verwandten und Freunden in verschiedenen Stadtteilen von Hamas unterzukommen. Sie habe dort in ständiger Angst gelebt und sei nur in religiöser Verhüllung auf die Straße gegangen, um jede Gefahr eines Erkanntwerdens auszuschließen. Bis Ende XXXX habe sie in der Stadt Homs, im Stadtteil XXXX , zunächst mit ihrem Mann, nach der Scheidung im XXXX bei Nachbarn gelebt. Dabei sei es immer wieder zu Bombardierungen des Stadtteils durch das syrische Regime gekommen. Sie habe dabei mit anderen Frauen die Verwundeten erstversorgt. Da die Bewohner des Viertels gegen die syrische Regierung gekämpft hätten, sei jeder, der sie dabei unterstützt hat, - wenn nicht (ohnehin) das gesamte Viertel - als Gegner des Regimes angesehen worden. Der Stadtteil sei klein gewesen und alle hätten einander gekannt. Als sie gehört habe, dass Frauen, die bei der Versorgung der Verwundeten mitgeholfen haben, festgenommen und gesucht worden sind, habe sie sich bei Verwandten und Freunden in Hama versteckt. Sie würde daher bei einer Rückkehr nach Syrien befürchten, aufgrund einer ihr unterstellten Unterstützung von Regimegegnern und spezifisch als Frau festgenommen zu werden und sexueller Gewalt und Demütigungen ausgesetzt zu sein. Obwohl die Feststellungen im angefochtenen Bescheid ein dramatisches Bild über die aktuelle Situation von Frauen in Syrien zeichnen, habe die Behörde jegliche Befragung zu geschlechtsspezifischen Bedrohungsszenarien unterlassen. Diesen Berichten zufolge seien Frauen in Syrien nämlich Gewalt und Diskriminierungen ausgesetzt. Die Regierung und deren Verbündete würden Vergewaltigungen gegen (vermeintlich) Oppositionelle einsetzen bzw. es würde bei Hausdurchsuchungen und an Checkpoints zu derartigen Übergriffen verschiedenster Gruppierungen kommen. Dies wird auch durch auszugsweise angeführte Berichte u.a. des UNHCR und der Staatendokumentation deutlich. Weiters habe die Behörde es unterlassen, die Beschwerdeführerin hinreichend zu ihrer familiären Situation zu befragen. Sie habe drei Brüder ( XXXX und XXXX ) im wehrdienstfähigen Alter, welche Syrien verlassen hätten. Auch aus diesem Grund sei es wahrscheinlich, dass das syrische Regime die Beschwerdeführerin und ihre Familie den Oppositionellen zuordnen wird. Anschließend wird versucht, den Argumenten der Behörde bezüglich der Unglaubwürdigkeit ihres Vorbringens entsprechend entgegenzutreten. Dabei wird u.a. ausgeführt, dass es keinesfalls unplausibel sei, dass ihre Eltern keine Konsequenzen zu spüren bekommen hätten, zumal der Geheimdienst bei seinem Besuch lediglich ihre betagte Mutter und deren am Down-Syndrom leidenden Bruder vorgefunden und ihr Vater den Wohnort danach gemieden hätte. Ferner könne es sich bei der Nennung ihrer Großmutter, im Zuge der Aufzählung ihrer Zufluchtsorte, nur um ein Missverständnis handeln, da diese bereits im Jahr XXXX verstorben sei. Weiters sei die Art ihrer Unterstützung für den Verdacht einer Regimegegnerschaft unerheblich. Davon abgesehen könnte sie auch deshalb einer politisch oppositionellen Haltung verdächtigt werden, weil sie aus dem Stadtteil XXXX in Hama stammt, der von der syrischen Regierung bombardiert worden sei und Widerstand geleistet habe. Schließlich würde ihr auch wegen ihrer Asylantragstellung in Österreich eine Verfolgung aufgrund einer (unterstellten) politischen Gesinnung drohen. Im Ergebnis wäre ihr daher der Status der Asylberechtigten zuzuerkennen gewesen.Gegen Spruchpunkt römisch eins. des oben genannten Bescheides wurde fristgerecht Beschwerde erhoben, welche am 22.09.2017 beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl einlangte. In dieser wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin bereits bei der Erstbefragung angegeben habe, dass sie wegen ihrer Hilfe bei der Erstversorgung von Kriegsverletzten in Homs vom syrischen Regime gesucht worden sei. Dieses Vorbringen habe sie in der Einvernahme konkretisiert und ausgeführt, dass sie die Verletzten gemeinsam mit anderen Frauen im Jahr römisch 40 im Zuge eines Angriffes des syrischen Regimes in der Stadt Homs, im Stadtteil römisch 40 versorgt habe. Nachdem sie von der Verfolgung anderer Helferinnen erfahren habe, sei sie nach Hama geflohen, wo sie sich zwei bis drei Jahre bei Verwandten versteckt habe. Nachdem dort nach ihr gesucht worden sei, habe sie sich zum Verlassen des Landes entschieden. Die Beschwerdeführerin habe nach dem ersten (von insgesamt fünf) Besuch(en) des syrischen Geheimdienstes bei ihren Eltern begonnen, bei verschiedenen Verwandten und Freunden in verschiedenen Stadtteilen von Hamas unterzukommen. Sie habe dort in ständiger Angst gelebt und sei nur in religiöser Verhüllung auf die Straße gegangen, um jede Gefahr eines Erkanntwerdens auszuschließen. Bis Ende römisch 40 habe sie in der Stadt Homs, im Stadtteil römisch 40 , zunächst mit ihrem Mann, nach der Scheidung im römisch 40 bei Nachbarn gelebt. Dabei sei es immer wieder zu Bombardierungen des Stadtteils durch das syrische Regime gekommen. Sie habe dabei mit anderen Frauen die Verwundeten erstversorgt. Da die Bewohner des Viertels gegen die syrische Regierung gekämpft hätten, sei jeder, der sie dabei unterstützt hat, - wenn nicht (ohnehin) das gesamte Viertel - als Gegner des Regimes angesehen worden. Der Stadtteil sei klein gewesen und alle hätten einander gekannt. Als sie gehört habe, dass Frauen, die bei der Versorgung der Verwundeten mitgeholfen haben, festgenommen und gesucht worden sind, habe sie sich bei Verwandten und Freunden in Hama versteckt. Sie würde daher bei einer Rückkehr nach Syrien befürchten, aufgrund einer ihr unterstellten Unterstützung von Regimegegnern und spezifisch als Frau festgenommen zu werden und sexueller Gewalt und Demütigungen ausgesetzt zu sein. Obwohl die Feststellungen im angefochtenen Bescheid ein dramatisches Bild über die aktuelle Situation von Frauen in Syrien zeichnen, habe die Behörde jegliche Befragung zu geschlechtsspezifischen Bedrohungsszenarien unterlassen. Diesen Berichten zufolge seien Frauen in Syrien nämlich Gewalt und Diskriminierungen ausgesetzt. Die Regierung und deren Verbündete würden Vergewaltigungen gegen (vermeintlich) Oppositionelle einsetzen bzw. es würde bei Hausdurchsuchungen und an Checkpoints zu derartigen Übergriffen verschiedenster Gruppierungen kommen. Dies wird auch durch auszugsweise angeführte Berichte u.a. des UNHCR und der Staatendokumentation deutlich. Weiters habe die Behörde es unterlassen, die Beschwerdeführerin hinreichend zu ihrer familiären Situation zu befragen. Sie habe drei Brüder ( römisch 40 und römisch 40 ) im wehrdienstfähigen Alter, welche Syrien verlassen hätten. Auch aus diesem Grund sei es wahrscheinlich, dass das syrische Regime die Beschwerdeführerin und ihre Familie den Oppositionellen zuordnen wird. Anschließend wird versucht, den Argumenten der Behörde bezüglich der Unglaubwürdigkeit ihres Vorbringens entsprechend entgegenzutreten. Dabei wird u.a. ausgeführt, dass es keinesfalls unplausibel sei, dass ihre Eltern keine Konsequenzen zu spüren bekommen hätten, zumal der Geheimdienst bei seinem Besuch lediglich ihre betagte Mutter und deren am Down-Syndrom leidenden Bruder vorgefunden und ihr Vater den Wohnort danach gemieden hätte. Ferner könne es sich bei der Nennung ihrer Großmutter, im Zuge der Aufzählung ihrer Zufluchtsorte, nur um ein Missverständnis handeln, da diese bereits im Jahr römisch 40 verstorben sei. Weiters sei die Art ihrer Unterstützung für den Verdacht einer Regimegegnerschaft unerheblich. Davon abgesehen könnte sie auch deshalb einer politisch oppositionellen Haltung verdächtigt werden, weil sie aus dem Stadtteil römisch 40 in Hama stammt, der von der syrischen Regierung bombardiert worden sei und Widerstand geleistet habe. Schließlich würde ihr auch wegen ihrer Asylantragstellung in Österreich eine Verfolgung aufgrund einer (unterstellten) politischen Gesinnung drohen. Im Ergebnis wäre ihr daher der Status der Asylberechtigten zuzuerkennen gewesen.
Die gegenständliche Beschwerde und die Bezug habenden Verwaltungsakten wurden vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl vorgelegt und sind am 05.10.2017 beim Bundesverwaltungsgericht eingelangt.
II. Das Bundesverwaltungsgericht hat über die zulässige Beschwerde erwogen:römisch zwei. Das Bundesverwaltungsgericht hat über die zulässige Beschwerde erwogen:
1. Feststellungen:
Auf Grundlage des Antrages auf internationalen Schutz vom 16.01.2017, der Einvernahmen der Beschwerdeführerin durch die Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes sowie des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl und der Beschwerde gegen den angefochtenen Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl werden folgende Feststellungen getroffen und der Entscheidung zugrunde gelegt:
1.1. Zur Person und zu den Fluchtgründen der Beschwerdeführerin:
Die Beschwerdeführerin ist Staatsangehörige von Syrien, Angehörige der arabischen Volksgruppe und bekennt sich zum sunnitischen Islam. Sie stammt aus der Stadt Homs, aus dem umkämpften Stadtteil XXXX .Die Beschwerdeführerin ist Staatsangehörige von Syrien, Angehörige der arabischen Volksgruppe und bekennt sich zum sunnitischen Islam. Sie stammt aus der Stadt Homs, aus dem umkämpften Stadtteil römisch 40 .
Die Beschwerdeführerin hat Syrien im XXXX illegal in Richtung Türkei verlassen. Im Jänner 2017 ist sie schließlich mit einem geschlossenen LKW über unbekannte Länder nach Österreich gelangt, wo sie am 16.01.2017 einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt hat.Die Beschwerdeführerin hat Syrien im römisch 40 illegal in Richtung Türkei verlassen. Im Jänner 2017 ist sie schließlich mit einem geschlossenen LKW über unbekannte Länder nach Österreich gelangt, wo sie am 16.01.2017 einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt hat.
Die Heimatstadt der Beschwerdeführerin war einer der Mittelpunkte der militärischen Konfrontation zwischen dem syrischen Militär und der syrischen Opposition. Anfang XXXX 2013 starteten die syrischen Regierungstruppen eine große Offensive gegen die Stadt. Dabei hat die Beschwerdeführerin die Verwundeten der "Rebellen" versorgt. Es ist daher nicht völlig auszuschließen, dass sie dadurch in das Blickfeld der syrischen Behörden geraten ist.Die Heimatstadt der Beschwerdeführerin war einer der Mittelpunkte der militärischen Konfrontation zwischen dem syrischen Militär und der syrischen Opposition. Anfang römisch 40 2013 starteten die syrischen Regierungstruppen eine große Offensive gegen die Stadt. Dabei hat die Beschwerdeführerin die Verwundeten der "Rebellen" versorgt. Es ist daher nicht völlig auszuschließen, dass sie dadurch in das Blickfeld der syrischen Behörden geraten ist.
Festgestellt wird, dass es den Länderberichten zufolge an der syrischen Grenze zu einer Befragung von erfolglosen Asylwerbern kommt, wobei die Rückkehrer über Gründe ihrer illegalen Ausreise, über den Aufenthaltszweck und u.U. auch nach politischen Aktivitäten im Ausland gefragt werden. Bei der "Sicherheitsprüfung" an den Grenzübergangsstellen wird bekanntlich überprüft, ob ein Rückkehrer Syrien gesetzeswidrig verlassen hat. Dabei kann es durchaus zu gewissen Unterstellungen kommen. Personen, deren Profil irgendeinen Verdacht erregt, sind dem Risiko einer längeren Haft und Folter ausgesetzt.
Es ist daher bereits aufgrund ihrer illegalen Ausreise zusammen mit ihrer Asylantragstellung im Ausland und ihrer Herkunft aus einer von Regimegegnern lange gehaltenen Stadt davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei einer allfälligen Rückkehr in ihre Heimat das Interesse der syrischen Behörden auf sich ziehen und damit in deren Blickfeld geraten würde, wodurch ihr bereits aus diesem Grund von den syrischen Staatsorganen eine regimekritische Haltung unterstellt werden und eine entsprechende Verfolgung drohen könnte. Den Berichten zufolge basieren Festnahmen nämlich häufig allein auf der Herkunft aus einem Ort, in dem oppositionelle Kräfte aktiv sind.
Festgestellt wird weiters, dass der bewaffnete Konflikt zunehmend konfessionell wird und sunnitische Zivilisten aktuell das Hauptziel der Regimetruppen und von Pro-Regime-Milizen sind. Die Beschwerdeführerin gehört der sunnitischen Religionsgemeinschaft an. Eine Verfolgung aus religiösen Gründen ist daher ebenfalls nicht völlig auszuschließen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Bürgerkriegssituation in Syrien ist auch nicht damit zu rechnen, dass der syrische Staat - sollte von ihm selbst keine Verfolgungshandlung ausgehen - seine Bürger vor Bedrohungen und Übergriffen seitens bewaffneter Milizen oder sonstiger Gruppierungen ausreichend schützen kann. Die Beschwerdeführerin wäre allfälligen Bedrohungs- oder Verfolgungshandlungen von den anderen Kriegsparteien somit schutzlos ausgeliefert.
Das Risiko der Beschwerdeführerin, in das Blickfeld der syrischen Behörden zu geraten bzw. entsprechend verfolgt zu werden, kann aber auch durch den Umstand, dass vor allem ihre wehrfähigen Brüder ebenso ihre Heimat verlassen haben nochmals entsprechend erhöht werden. Obwohl ihre Eltern und ihre Schwestern offenbar (noch) unbehelligt in der Heimat leben können, kann es im Zuge der Sicherheitsprüfung bei der Einreise auch dadurch durchaus zu Repressalien kommen. Festgestellt wird, dass auch Familienangehörige von (mutmaßlichen) Regimegegnern (gewöhnlich) mit Verhaftungen bzw. Konsequenzen zu rechnen haben.
Berichten zufolge gehen die syrischen Sicherheitskräfte bei einer erfolglosen Fahndung nach (möglichen) Regierungsgegnern nämlich dazu über, die Familienangehörigen der betreffenden Person festzunehmen oder zu misshandeln. Die tatsächlich oder vermeintlich oppositionellen Ansichten einer Person werden häufig auch Personen in ihrem Umfeld, wie Familienmitgliedern, Nachbarn und Kollegen zugeschrieben.
Es ist daher nicht mit der erforderlichen Sicherheit auszuschließen, dass die Familie der Beschwerdeführerin in das Blickfeld der syrischen Behörden geraten ist und als regimefeindlich angesehen wird. Gerade im Rahmen der "Sicherheitsprüfung" bei der Wiedereinreise besteht daher das Risiko, dass bestimmte Umstände erst bekannt werden und Berücksichtigung finden.
Eine hinsichtlich des Reiseweges zumutbare und legale Rückkehr nach Syrien ist nur über den Flughafen in Damaskus möglich, der sich in der Hand der Regierung befindet, wobei die Beschwerdeführerin schon wegen ihrer illegalen Ausreise zusammen mit ihrer Herkunft und ihrer Religionszugehörigkeit Gefahr läuft, die Aufmerksamkeit der syrischen Behörden auf sich zu ziehen und damit in deren Blickfeld zu geraten. Dadurch besteht aber vor allem auch die Gefahr, dass sie wegen ihrer aktiven Unterstützung auf Seiten der Aufständischen bzw. wegen ihrer im wehrfähigen Alter befindlichen Brüder, vom Regime verhaftet werden könnte, um so Druck auf diese auszuüben, sich zu stellen.
Die Beschwerdeführerin ist in Österreich strafgerichtlich unbescholten.
1.2. Zur maßgeblichen Situation in Syrien:
"Folter und unmenschliche Behandlung
Die weit verbreitete Anwendung von Folter in Syrien zeigt die Straflosigkeit, mit der die Konfliktparteien agieren. Folter wird eingesetzt, um an Informationen zu gelangen und um die Zivilbevölkerung zu bestrafen und zu terrorisieren (UNHRC 11.8.2016).
Folter und andere Misshandlungen wurden durch das syrische Regime schon seit Jahrzehnten genutzt, um Widerstand zu unterdrücken (AI 17.8.2016). Das syrische Regime und die mit ihm verbündeten Milizen begehen physische Misshandlungen und Folter an Oppositionellen und Zivilisten. Regierungsangestellte misshandeln Gefangene. Vergewaltigung und sexueller Missbrauch von Frauen, Männern und auch von Minderjährigen sind weitverbreitet und werden als Kriegstaktik eingesetzt (USDOS 13.4.2016; vgl. HRW 27.1.2016). Viele der Opfer von Folter sind Männer zwischen 18 und 60 Jahren. Das Regime foltert jedoch auch Frauen und Kinder, welche sich in Gewahrsam befinden (UNHRC 11.8.2016). Manche Opfer von Folter werden festgenommen, weil sie Aktivisten sind, oder als die Regierung nicht ausreichend unterstützend wahrgenommen werden. Opfer von Folter werden auch Mitglieder oder Verwandte von Mitgliedern bewaffneter Gruppen (UNHRC 11.8.2016).Folter und andere Misshandlungen wurden durch das syrische Regime schon seit Jahrzehnten genutzt, um Widerstand zu unterdrücken (AI 17.8.2016). Das syrische Regime und die mit ihm verbündeten Milizen begehen physische Misshandlungen und Folter an Oppositionellen und Zivilisten. Regierungsangestellte misshandeln Gefangene. Vergewaltigung und sexueller Missbrauch von Frauen, Männern und auch von Minderjährigen sind weitverbreitet und werden als Kriegstaktik eingesetzt (USDOS 13.4.2016; vergleiche HRW 27.1.2016). Viele der Opfer von Folter sind Männer zwischen 18 und 60 Jahren. Das Regime foltert jedoch auch Frauen und Kinder, welche sich in Gewahrsam befinden (UNHRC 11.8.2016). Manche Opfer von Folter werden festgenommen, weil sie Aktivisten sind, oder als die Regierung nicht ausreichend unterstützend wahrgenommen werden. Opfer von Folter werden auch Mitglieder oder Verwandte von Mitgliedern bewaffneter Gruppen (UNHRC 11.8.2016).
Die syrischen Sicherheitskräfte führen willkürliche Festnahmen durch und lassen häufig Festgenommene in dem weitreichenden Netzwerk an Haftanstalten in Syrien verschwinden. Viele der Häftlinge sind junge Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren, jedoch sind auch Kinder, Frauen und ältere Menschen unter den Inhaftierten (HRW 27.1.2016). Berichten zufolge wurden Familienmitglieder durch die Sicherheitskräfte der syrischen Regierung festgenommen, darunter auch Kinder, um gesuchte Personen dazu zu bewegen, sich den Sicherheitskräften zu stellen (HRW 27.1.2016; vgl. USDOS 13.4.2016). Schätzungen zufolge sind seit 2011 in Gefängnissen der syrischen Regierung 17.723 Menschen durch Folter, Misshandlungen und katastrophale Haftbedingungen ums Leben gekommen (AI 18.8.2016). Das syrische Regime stellt falsche Totenscheine aus, offenbar mit dem Ziel, die wahre Ursache und den Ort des Todes der Gefangenen zu verschleiern (USDOS 13.4.2016).Die syrischen Sicherheitskräfte führen willkürliche Festnahmen durch und lassen häufig Festgenommene in dem weitreichenden Netzwerk an Haftanstalten in Syrien verschwinden. Viele der Häftlinge sind junge Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren, jedoch sind auch Kinder, Frauen und ältere Menschen unter den Inhaftierten (HRW 27.1.2016). Berichten zufolge wurden Familienmitglieder durch die Sicherheitskräfte der syrischen Regierung festgenommen, darunter auch Kinder, um gesuchte Personen dazu zu bewegen, sich den Sicherheitskräften zu stellen (HRW 27.1.2016; vergleiche USDOS 13.4.2016). Schätzungen zufolge sind seit 2011 in Gefängnissen der syrischen Regierung 17.723 Menschen durch Folter, Misshandlungen und katastrophale Haftbedingungen ums Leben gekommen (AI 18.8.2016). Das syrische Regime stellt falsche Totenscheine aus, offenbar mit dem Ziel, die wahre Ursache und den Ort des Todes der Gefangenen zu verschleiern (USDOS 13.4.2016).
Rebellengruppierungen begehen ebenfalls schwere Menschenrechtsverletzungen, wie Inhaftierungen, Folter, Hinrichtungen von (also solche wahrgenommenen) Andersdenkenden und Rivalen und konfessionell motivierte Tötungen von Zivilisten (FH 27.1.2016). Manche Gruppen fügen Gefangenen, von denen vermutet wird, sie wären Mitglieder von regierungstreuen Milizen, schweren körperlichen und psychischen Schmerz zu, um Informationen oder Geständnisse zu erlangen, oder als Bestrafung oder Zwangsmittel (USDOS 13.4.2016). Des Weiteren begehen sie Massaker, Morde, Folter, Geiselnahmen, Verschwindenlassen, Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt und setzen Kinder in Kampfhandlungen ein (UKFCO 8.2016).
Auch der IS begeht Misshandlungen, Folter, Bestrafungen von Individuen, und agiert mit Brutalität. Der IS bestraft regelmäßig Opfer in der Öffentlichkeit und zwingt Bewohner, inklusive Kindern, Hinrichtungen und Amputationen mitanzusehen (USDOS 13.4.2016).
Quellen:
Wehr- und Reservedienst und Rekrutierungen
Für männliche Syrer und Palästinenser, welche in Syrien leben, ist ein Wehrdienst von 18 oder 21 Monaten ab dem Alter von 18 Jahren verpflichtend, außerdem gibt es einen freiwilligen Militärdienst. Frauen können ebenfalls freiwillig einen Militärdienst ableisten (CIA 19.10.2016; vgl. FIS 23.8.2016). Seit Jahren versuchen immer mehr Männer die Rekrutierung zu vermeiden, indem sie beispielsweise das Land verlassen oder bewaffneten Gruppen beitreten, die das Regime unterstützen. Jenen, die den Wehrdienst verweigern, oder auch ihren Familienangehörigen, können Konsequenzen drohen (FIS 23.8.2016).Für männliche Syrer und Palästinenser, welche in Syrien leben, ist ein Wehrdienst von 18 oder 21 Monaten ab dem Alter von 18 Jahren verpflichtend, außerdem gibt es einen freiwilligen Militärdienst. Frauen können ebenfalls freiwillig einen Militärdienst ableisten (CIA 19.10.2016; vergleiche FIS 23.8.2016). Seit Jahren versuchen immer mehr Männer die Rekrutierung zu vermeiden, indem sie beispielsweise das Land verlassen oder bewaffneten Gruppen beitreten, die das Regime unterstützen. Jenen, die den Wehrdienst verweigern, oder auch ihren Familienangehörigen, können Konsequenzen drohen (FIS 23.8.2016).
Es ist schwer zu sagen, in welchem Ausmaß die Rekrutierung durch die syrische Armee in verschiedenen Gebieten Syriens, die unter der Kontrolle verschiedener Akteure stehen, tatsächlich durchgesetzt wird, und wie dies geschieht (FIS 23.8.2016).
In der syrischen Armee herrscht zunehmende Willkür und die Situation kann sich von einer Person zur anderen unterscheiden (FIS 23.8.2016).
Oppositionsgruppen haben ihre eigenen Vorgangsweisen bei der Rekrutierung, und die Situation kann von der jeweils verantwortlichen Person abhängen (FIS 23.8.2016).
Regierungseinheiten, Pro-Regime-Milizen, bewaffnete oppositionelle Gruppen und terroristische Organisationen rekrutieren Kinder und nutzen sie als Soldaten, menschliche Schutzschilde, Selbstmordattentäter, Henker und auch in unterstützenden Funktionen. Kinder werden als Zwangsarbeiter oder Informanten benutzt, wodurch sie dem Risiko von Vergeltungsakten oder extremen Bestrafungen ausgesetzt sind. Manche bewaffnete Gruppierungen, die auf der Seite der Regierung kämpfen, zwangsrekrutieren Kinder - manche nicht älter als 6 Jahre (USDOS 30.6.2016).
Der IS setzt aktiv Kinder - manche lediglich 8 Jahre alt - in Kampfhandlungen ein, teils auch bei der Enthauptung von Soldaten des syrischen Regimes. Der IS zielt bewusst auf Kinder ab, um diese zu indoktrinieren und nutzt Schulen für militärische Zwecke, wodurch Kinder gefährdet werden und ihr Zugang zu Bildung eingeschränkt wird (USDOS 30.6.2016).
Auch die Kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) rekrutieren Burschen und Mädchen, indoktrinieren sie und bringen sie in Trainings-Camps (USDOS 30.6.2016).
Quellen:
Die syrischen Streitkräfte - Wehr- und Reservedienst
Die syrische Armee hat durch Todesfälle, Desertionen und Überlaufen zu den Rebellen einen schweren Mangel an Soldaten zu verzeichnen. Viele weigern sich, der Armee beizutreten. Die regulären Rekrutierungsmethoden werden in Syrien noch immer angewendet, weil das Regime zeigen will, dass sich nichts verändert hat, und das Land nicht in totaler Anarchie versinkt. Es werden Rekrutierungsschreiben verschickt, wenn Männer das wehrfähige Alter erreichen. Männer, die sich außer Landes oder in Gebieten, die nicht von der Regierung kontrolliert werden, befinden, erhalten ihre Rekrutierungsschreiben häufig nicht (FIS 23.8.2016). Wenn eine persönliche Benachrichtigung nicht möglich ist, können Männer, welche das wehrfähige Alter erreichen, auch durch Durchsagen im staatlichen Fernsehen, Radio oder der Zeitung zum Wehrdienst aufgerufen werden (DIS 26.2.2016). Männer werden jedoch auch auf der Straße an Checkpoints oder an anderen Orten rekrutiert. Es gibt auch Massenverhaftungen und Tür-zu-Tür-Kampagnen, um Wehrdienstverweigerern habhaft zu werden (FIS 23.8.2016; vgl. UNHCR 30.11.2016). Berichten zufolge besteht aber auch für - teils relativ junge - Minderjährige die Gefahr, in Zusammenhang mit der Wehrpflicht an Checkpoints aufgehalten zu werden und dabei Repressalien ausgesetzt zu sein (UNHCR 30.11.2016). Christliche und muslimische religiöse Führer können weiterhin den Kriegsdienst verweigern, wobei muslimische Führer eine Abgabe bezahlen müssen, um vom Kriegsdienst befreit zu werden (USDOS 10.8.2016).Die syrische Armee hat durch Todesfälle, Desertionen und Überlaufen zu den Rebellen einen schweren Mangel an Soldaten zu verzeichnen. Viele weigern sich, der Armee beizutreten. Die regulären Rekrutierungsmethoden werden in Syrien noch immer angewendet, weil das Regime zeigen will, dass sich nichts verändert hat, und das Land nicht in totaler Anarchie versinkt. Es werden Rekrutierungsschreiben verschickt, wenn Männer das wehrfähige Alter erreichen. Männer, die sich außer Landes oder in Gebieten, die nicht von der Regierung kontrolliert werden, befinden, erhalten ihre Rekrutierungsschreiben häufig nicht (FIS 23.8.2016). Wenn eine persönliche Benachrichtigung nicht möglich ist, können Männer, welche das wehrfähige Alter erreichen, auch durch Durchsagen im staatlichen Fernsehen, Radio oder der Zeitung zum Wehrdienst aufgerufen werden (DIS 26.2.2016). Männer werden jedoch auch auf der Straße an Checkpoints oder an anderen Orten rekrutiert. Es gibt auch Massenverhaftungen und Tür-zu-Tür-Kampagnen, um Wehrdienstverweigerern habhaft zu werden (FIS 23.8.2016; vergleiche UNHCR 30.11.2016). Berichten zufolge besteht aber auch für - teils relativ junge - Minderjährige die Gefahr, in Zusammenhang mit der Wehrpflicht an Checkpoints aufgehalten zu werden und dabei Repressalien ausgesetzt zu sein (UNHCR 30.11.2016). Christliche und muslimische religiöse Führer können weiterhin den Kriegsdienst verweigern, wobei muslimische Führer eine Abgabe bezahlen müssen, um vom Kriegsdienst befreit zu werden (USDOS 10.8.2016).
Bestechung als Mittel, um den Wehrdienst zu vermeiden, ist mittlerweile schwieriger geworden - zumindest wenn jemand keine großen Geldsummen zur Verfügung hat. Es gibt auch Männer im wehrpflichtigen Alter, die frei in Syrien leben. Dem Regime liegt nicht daran, alle wehrtauglichen Personen in die Flucht zu treiben. Es werden nämlich auch künftig motivierte Kämpfer benötigt (FIS 23.8.2016).
Nach der Massenwanderung von Syrern im Jahr 2015 wurde das Wehrdienstalter erhöht, und mehr Männer wurden an Checkpoints rekrutiert, auch solche, die ihren Militärdienst bereits beendet hatten. Für junge Männer im Alter von 16 und 17 Jahren ist es schwer, einen Reisepass zu erhalten, oder sie erhalten nur einen Pass, der zwei Jahre gültig ist (FIS 23.8.2016; vgl. UNHCR 30.11.2016).Nach der Massenwanderung von Syrern im Jahr 2015 wurde das Wehrdienstalter erhöht, und mehr Männer wurden an Checkpoints rekrutiert, auch solche, die ihren Militärdienst bereits beendet hatten. Für junge Männer im Alter von 16 und 17 Jahren ist es schwer, einen Reisepass zu erhalten, oder sie erhalten nur einen Pass, der zwei Jahre gültig ist (FIS 23.8.2016; vergleiche UNHCR 30.11.2016).
Das Höchstalter für den Militärdienst betrug zuvor 42 Jahre, wurde jedoch inzwischen erhöht, wobei es hierzu keine offizielle Regelung und daher auch kein offizielles Höchstalter mehr gibt (FIS 23.8.2016).
Reservisten können je nach Gebiet und Fall auch im Alter von 50 bis 60 Jahren zum aktiven Dienst einberufen werden. Sie werden mittels Brief, den die Polizei persönlich zustellt, oder an Checkpoints rekrutiert (FIS 23.8.2016). Bei der Einberufung von Reservisten ist das Alter weniger entscheidend als der Beruf oder die Ausbildung einer Person, sowie Rang und Position während des bereits abgeleisteten Militärdienstes oder die Einheit, in der gedient wurde (DIS 26.2.2016).
Es gibt verschiedene Gründe, um vom Militärdienst befreit zu werden. Der einzige Sohn einer Familie, Studenten oder Versorger der Familie können vom Wehrdienst befreit werden. Außerdem sind Männer mit Doppelstaatsbürgerschaft, die den Wehrdienst bereits in einem anderen Land abgeleistet haben, üblicherweise vom Wehrdienst befreit. Möglicherweise kommt es bei diesen Ausnahmen zum Wehrdienst derzeit jedoch auch zu Willkür (FIS 23.8.2016; vgl. DIS 26.2.2015, UNHCR 30.11.2016). Durch den erhöhten Bedarf an Soldaten wird mittlerweile ebenso auf "geschützte" Gruppen wie Studierende, Beamte und Minderheiten zurückgegriffen (UNHCR 30.11.2016).Es gibt verschiedene Gründe, um vom Militärdienst befreit zu werden. Der einzige Sohn einer Familie, Studenten oder Versorger der Familie können vom Wehrdienst befreit werden. Außerdem sind Männer mit Doppelstaatsbürgerschaft, die den Wehrdienst bereits in einem anderen Land abgeleistet haben, üblicherweise vom Wehrdienst befreit. Möglicherweise kommt es bei diesen Ausnahmen zum Wehrdienst derzeit jedoch auch zu Willkür (FIS 23.8.2016; vergleiche DIS 26.2.2015, UNHCR 30.11.2016). Durch den erhöhten Bedarf an Soldaten wird mittlerweile ebenso auf "geschützte" Gruppen wie Studierende, Beamte und Minderheiten zurückgegriffen (UNHCR 30.11.2016).
Entlassungen aus dem Militärdienst sind sehr selten geworden. Es gibt Männer in der Armee, die seit dem Beginn der Revolution 2011 in der Armee sind. Die Dauer des Militärdienstes hat sich verlängert, möglicherweise ist sie auch nicht mehr begrenzt. 2011 konnte der Wehrdienst noch um ein paar Monate verlängert werden, und danach wurde man entlassen. Mittlerweile ist Desertion häufig der einzige Ausweg (FIS 23.8.2016; vgl. DIS 26.2.2015).Entlassungen aus dem Militärdienst sind sehr selten geworden. Es gibt Männer in der Armee, die seit dem Beginn der Revolution 2011 in der Armee