TE Vfgh Beschluss 2014/6/10 G62/2012 ua

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Veröffentlicht am 10.06.2014
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Index

91/01 Fernmeldewesen

Norm

B-VG Art140 Abs1 Z1 litc
TelekommunikationsG 2003 §92 ff, §98, §99, §102a, §102b, §102c
StPO §134, §135
SicherheitspolizeiG §53 Abs3a, Abs3b
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. StPO § 134 heute
  2. StPO § 134 gültig von 01.04.2025 bis 16.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 190/2021
  3. StPO § 134 gültig von 01.04.2025 bis 31.10.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 113/2019
  4. StPO § 134 gültig von 01.04.2025 bis 27.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 27/2018
  5. StPO § 134 gültig ab 01.04.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 182/2023
  6. StPO § 134 gültig von 17.02.2024 bis 31.03.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 182/2023
  7. StPO § 134 gültig von 01.11.2021 bis 16.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 190/2021
  8. StPO § 134 gültig von 01.04.2020 bis 31.10.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 113/2019
  9. StPO § 134 gültig von 01.04.2020 bis 27.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 27/2018
  10. StPO § 134 gültig von 01.06.2018 bis 31.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 27/2018
  11. StPO § 134 gültig von 01.07.2014 bis 31.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 44/2014
  12. StPO § 134 gültig von 01.04.2012 bis 30.06.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2011
  13. StPO § 134 gültig von 21.05.2011 bis 31.03.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2011
  14. StPO § 134 gültig von 01.01.2008 bis 20.05.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  15. StPO § 134 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.2007

Leitsatz

Zurückweisung eines Individualantrags auf Aufhebung von Vorschriften über die Vorratsdatenspeicherung als unzulässig im Hinblick auf die im Sammelantrag genannten Personen mit Ausnahme des ersten Antragstellers mangels Darlegung der aktuellen Betroffenheit

Spruch

Der Antrag zu G62, 70, 71/2012 wird zurückgewiesen, soweit er von den Antragstellern **** ******* ******, ********* ******, **** ****, **** ****** ***********, ************ ****, **** ****, **** ******, ****, *********** ****** *****, **** ****, ****** ******, ***************** *********, **** ****, **** **** ***** ************, ************* *****, **** ****, *** ****** *******, ************ ****, **** ****, ********* ************ ****, *********** **, **** ****, *** ***** ********-******, *********- ******** *******, **** ****, ******* *******, ****** *** ************* *, **** *****, *** ****** *********, ******-**** ***** *, **** ****, und allen weiteren, in der Anlage zu diesem Beschluss bezeichneten Antragstellern erhoben wurde.

Begründung

Begründung

Gemäß Art140 Abs1 Z1 litc B-VG erkennt der Verfassungsgerichtshof über die Verfassungswidrigkeit von Gesetzen auf Antrag einer Person, die unmittelbar durch diese Verfassungswidrigkeit in ihren Rechten verletzt zu sein behauptet, wenn das Gesetz ohne Fällung einer gerichtlichen Entscheidung oder ohne Erlassung eines Bescheides für diese Person wirksam geworden ist. Wie der Verfassungsgerichtshof in seiner mit VfSlg 8009/1977 beginnenden ständigen Rechtsprechung ausgeführt hat, ist daher grundlegende Voraussetzung für die Antragslegitimation, dass das Gesetz in die Rechtssphäre der betroffenen Person unmittelbar eingreift und sie – im Fall seiner Verfassungswidrigkeit – verletzt. Hiebei hat der Verfassungsgerichtshof vom Antragsvorbringen auszugehen und lediglich zu prüfen, ob die vom Antragsteller ins Treffen geführten Wirkungen solche sind, wie sie Art140 Abs1 Z1 litc B-VG als Voraussetzung für die Antragslegitimation fordert (vgl. zB VfSlg 11.730/1988, 15.863/2000, 16.088/2001, 16.120/2001).Gemäß Art140 Abs1 Z1 litc B-VG erkennt der Verfassungsgerichtshof über die Verfassungswidrigkeit von Gesetzen auf Antrag einer Person, die unmittelbar durch diese Verfassungswidrigkeit in ihren Rechten verletzt zu sein behauptet, wenn das Gesetz ohne Fällung einer gerichtlichen Entscheidung oder ohne Erlassung eines Bescheides für diese Person wirksam geworden ist. Wie der Verfassungsgerichtshof in seiner mit VfSlg 8009/1977 beginnenden ständigen Rechtsprechung ausgeführt hat, ist daher grundlegende Voraussetzung für die Antragslegitimation, dass das Gesetz in die Rechtssphäre der betroffenen Person unmittelbar eingreift und sie – im Fall seiner Verfassungswidrigkeit – verletzt. Hiebei hat der Verfassungsgerichtshof vom Antragsvorbringen auszugehen und lediglich zu prüfen, ob die vom Antragsteller ins Treffen geführten Wirkungen solche sind, wie sie Art140 Abs1 Z1 litc B-VG als Voraussetzung für die Antragslegitimation fordert vergleiche , zB VfSlg 11.730/1988, 15.863/2000, 16.088/2001, 16.120/2001).

Der Antrag zu G62, 70, 71/2012 ist hinsichtlich aller Antragsteller – ausgenommen der im Antrag als "Erstantragsteller" angeführten Person **** *** ******** ******* – unzulässig:

Das Antragsvorbringen im Antrag zu G62, 70, 71/2012, an das der Verfassungsgerichtshof gebunden ist, lässt es nicht zu, zu beurteilen, ob die insofern rechtlich geschützten Interessen sämtlicher Antragsteller aktuell beeinträchtigt sind. In diesem Antrag wird wörtlich ausgeführt:

"Betroffen sind alle natürlichen und juristischen Personen, die bei einem speicherpflichtigen Anbieter im Sinne des §102a TKG einen Vertrag zur Nutzung eines oder mehrerer der in §102a Abs2 bis 4 aufgezählten Dienste (Mobilfunk- und Festnetztelefonie, Internetzugangsdienst, E-Mail Dienst, Voice over IP) abgeschlossen haben und daher mit ihren Teilnehmerdaten ('Stammdaten') zu den jeweiligen Verkehrsdaten von der Vorratsdatenspeicherung erfasst werden. Zum Nachweis dieser Betroffenheit werden jedenfalls vom Erstantragsteller Kopien der entsprechenden Verträge bzw. Einzelgesprächsnachweise diesem Schriftsatz beigelegt. Die vorgelegten Verträge decken alle Datenkategorien der Abs2 bis 4 leg cit ab. Sollte die Vorlage entsprechender Nachweise für alle Antragsteller zum Nachweis der Legitimation erforderlich sein, können diese im Rahmen eines Verbesserungsauftrages nachgereicht werden.

Zur Beurteilung der Speicherpflicht der jeweiligen Anbieter hat das BMVIT eine Liste der aktuell speicherpflichtigen Anbieter im Internet veröffentlicht […]. Festzuhalten ist, dass sämtliche Mobiltelefonie-Anbieter speicherpflichtig im Sinne des §102a TKG sind und die entsprechenden Verträge im Regelfall (wie auch beim Erstantragsteller) einen mobilen Internetzugang sowie die Nutzung eines E-Mail Dienstes beinhalten.

Bei der Erfassung der großen Zahl an Antragsteller/innen haben die Initiatoren des 'Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung' (www.akvorrat.at) aus Vorsicht durch gezielte Information betreffend die Unterzeichnung der Vollmacht darauf aufmerksam gemacht, dass nur solche Personen im Rahmen dieses Antrags jedenfalls aktuell und unmittelbar rechtlich betroffen sind, die im eigenen Namen einen Vertrag mit einem speicherpflichtigen Anbieter abgeschlossen haben, weil dadurch auf jeden Fall personenbezogene Daten der Antragsteller/innen gespeichert werden."

Im Antrag wird lediglich für die als "Erstantragsteller" bezeichnete Person (**** *** ******** *******) die aktuelle Betroffenheit in Rechten in Bezug auf die angefochtenen Bestimmungen dargelegt. Im Hinblick auf die übrigen Antragsteller fehlt es an einer solchen Darlegung. Diese kann auch nicht durch den bei Unterzeichnung der Vollmacht gegebenen Hinweis ersetzt werden, "dass nur solche Personen im Rahmen dieses Antrags jedenfalls aktuell und unmittelbar rechtlich betroffen sind, die im eigenen Namen einen Vertrag mit einem speicherpflichtigen Anbieter abgeschlossen haben". Dadurch ist der Antrag hinsichtlich dieser übrigen Antragsteller mit einem inhaltlichen, nicht verbesserungsfähigen Mangel belastet, der ein Prozesshindernis darstellt (vgl. VfSlg 17.111/2004, 18.187/2007; VfGH 7.10.2009, G142/09; 21.11.2013, G85/2013 uvm.).Im Antrag wird lediglich für die als "Erstantragsteller" bezeichnete Person (**** *** ******** *******) die aktuelle Betroffenheit in Rechten in Bezug auf die angefochtenen Bestimmungen dargelegt. Im Hinblick auf die übrigen Antragsteller fehlt es an einer solchen Darlegung. Diese kann auch nicht durch den bei Unterzeichnung der Vollmacht gegebenen Hinweis ersetzt werden, "dass nur solche Personen im Rahmen dieses Antrags jedenfalls aktuell und unmittelbar rechtlich betroffen sind, die im eigenen Namen einen Vertrag mit einem speicherpflichtigen Anbieter abgeschlossen haben". Dadurch ist der Antrag hinsichtlich dieser übrigen Antragsteller mit einem inhaltlichen, nicht verbesserungsfähigen Mangel belastet, der ein Prozesshindernis darstellt vergleiche , VfSlg 17.111/2004, 18.187/2007; VfGH 7.10.2009, G142/09; 21.11.2013, G85/2013 uvm.).

Der Antrag ist daher insoweit zurückzuweisen.

Dies konnte gemäß §19 Abs3 Z2 lite VfGG in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen werden.

Schlagworte

VfGH / Individualantrag, Fernmelderecht, Datenschutz, VfGH / Formerfordernisse

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2014:G62.2012

Zuletzt aktualisiert am

27.06.2014
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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