RS Vfgh 2011/10/6 G41/10 ua

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 06.10.2011
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Index

82 Gesundheitsrecht
82/06 Krankenanstalten, Kurorte

Norm

B-VG Art7 Abs1 / Gesetz
B-VG Art140 Abs5
B-VG Art140 Abs7 zweiter Satz
KAKuG §3 Abs2 lita
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. KAKuG § 3 heute
  2. KAKuG § 3 gültig ab 01.01.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 191/2023
  3. KAKuG § 3 gültig von 01.01.2020 bis 31.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 13/2019
  4. KAKuG § 3 gültig von 01.01.2020 bis 15.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2018
  5. KAKuG § 3 gültig von 16.01.2019 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 13/2019
  6. KAKuG § 3 gültig von 18.01.2017 bis 15.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 26/2017
  7. KAKuG § 3 gültig von 24.02.2016 bis 17.01.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 3/2016
  8. KAKuG § 3 gültig von 24.05.2013 bis 23.02.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 81/2013
  9. KAKuG § 3 gültig von 19.08.2010 bis 23.05.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2010
  10. KAKuG § 3 gültig von 17.12.2009 bis 18.08.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 124/2009
  11. KAKuG § 3 gültig von 01.01.2006 bis 16.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 155/2005
  12. KAKuG § 3 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 179/2004
  13. KAKuG § 3 gültig von 01.01.2005 bis 30.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2001
  14. KAKuG § 3 gültig von 31.12.2004 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 179/2004
  15. KAKuG § 3 gültig von 10.01.2001 bis 30.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2001
  16. KAKuG § 3 gültig von 01.01.2001 bis 09.01.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 751/1996
  17. KAKuG § 3 gültig von 31.12.1996 bis 31.12.2000 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 751/1996

Leitsatz

Keine Verfassungswidrigkeit einer Grundsatzbestimmung des KAKuG über die Bedarfsprüfung für Ambulatorien bis zur Neuregelung 2010 trotz einer durch ein Urteil des EuGH bewirkten Inländerdiskriminierung; inländerdiskriminierende Wirkung auf Grund des öffentlichen Interesses an einer geordneten Krankenanstaltenplanung vorübergehend sachlich gerechtfertigt

Rechtssatz

§3 Abs2 lita KAKuG idF BGBl I 155/2005 war nicht verfassungswidrig.§3 Abs2 lita KAKuG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 155 aus 2005, war nicht verfassungswidrig.

Prinzip der "doppelten Bindung" des Gesetzgebers bei Umsetzung von Gemeinschaftsrecht; Verpflichtung zur Umsetzung von Gemeinschaftsrecht allein noch keine sachliche Rechtfertigung für die unterschiedliche Behandlung von Inländern und Unionsbürgern bei Anwendung einer Norm.

Inländerdiskriminierung als mögliche Folge von EuGH-Urteilen betreffend den Widerspruch von nationalen Regelungen zu Gemeinschaftsrecht; diesfalls weitere Anwendung der gemeinschaftsrechtswidrigen Normierung nur noch auf rein innerstaatliche Sachverhalte. Im Falle der Aufhebung einer Norm wegen Inländerdiskriminierung durch den VfGH keine weitere Anwendung der innerstaatlichen Regelung mehr in den Anlassverfahren. Dieser Effekt kann den öffentlichen Interessen zuwiderlaufen, wenn - wie hier - der in der Norm vorgesehene Erlaubnisvorbehalt zur Errichtung von Krankenanstalten an sich unionsrechtlich zulässig ist, aber nur in seiner konkreten Ausgestaltung als unionsrechtswidrig festgestellt wurde.

Geordnete Krankenanstaltenplanung und funktionierendes Gesundheitswesen im öffentlichen Interesse gelegen.

Ein zwischen der Verkündung des Urteils des EuGH und dem Zeitpunkt der Neuregelung durch den Gesetzgeber als Folge der Anlassfallwirkung einer Gesetzesaufhebung durch den VfGH entstehendes gesetzliches Vakuum widerspricht dem jeweils der Norm zugrundeliegenden öffentlichen Interesse an einer geordneten Krankenanstaltenplanung, weil dadurch der Zugang zu Bewilligungen eröffnet werden kann, die weder nach alter Rechtslage noch nach einer (möglichen) unionsrechtskonformen neuen Rechtslage erteilt werden dürfen.

"Inländerdiskriminierende" Wirkung einer Norm daher vorübergehend sachlich gerechtfertigt.

Neuregelung der Bedarfsprüfung für selbständige Ambulatorien und spezielle Regelungen für das Zulassungsverfahren von Gruppenpraxen nach dem ÄrzteG 1998 und dem ZahnärzteG mit dem am 18.08.10 ausgegebenen BG zur Stärkung der ambulanten öffentlichen Gesundheitsversorgung, BGBl I 61/2010, unter Berücksichtigung der sich aus dem Urteil des EuGH im Fall "Hartlauer Handelsgesellschaft mbH" (10.03.09, Rs C-169/07, Slg 2009, I-1721) ergebenden Schlussfolgerungen.Neuregelung der Bedarfsprüfung für selbständige Ambulatorien und spezielle Regelungen für das Zulassungsverfahren von Gruppenpraxen nach dem ÄrzteG 1998 und dem ZahnärzteG mit dem am 18.08.10 ausgegebenen BG zur Stärkung der ambulanten öffentlichen Gesundheitsversorgung, Bundesgesetzblatt Teil eins, 61 aus 2010,, unter Berücksichtigung der sich aus dem Urteil des EuGH im Fall "Hartlauer Handelsgesellschaft mbH" (10.03.09, Rs C-169/07, Slg 2009, I-1721) ergebenden Schlussfolgerungen.

Mit dieser gesetzgeberischen Maßnahme ist der im "Hartlauer"-Urteil des EuGH genannte Grund für die Unanwendbarkeit der Bestimmungen über die Bedarfsprüfung von Ambulatorien bei Sachverhalten mit Unionsrechtsbezug, damit aber auch die insoweit eingetretene Ungleichbehandlung von Sachverhalten, die nicht vom Vorrang des Unionsrechts betroffen sind, weggefallen. Der sich daraus ergebende Zeitraum von rund 16 Monaten, während dessen das Gesetz eine diskriminierende Wirkung gegenüber Sachverhalten ohne Gemeinschaftsrechtsbezug entfalten konnte, kann nach diesem Maßstab als angemessen erachtet werden.

Anlassfälle G182/09 ua und G290/09 ua, beide E v 15.12.11:

Abweisung von Anträgen des VwGH auf Aufhebung landesgesetzlicher Ausführungsbestimmungen; B174/10, B v 15.12.11: Ablehnung der Beschwerdebehandlung.

Entscheidungstexte

  • G 41/10 ua
    Entscheidungstext VfGH Erkenntnis 06.10.2011 G 41/10 ua

Schlagworte

Krankenanstalten, Ambulatorien, Bedarfsprüfung, EU-Recht, VfGH / Anlassverfahren, VfGH / Aufhebung Wirkung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2011:G41.2010

Zuletzt aktualisiert am

20.09.2012
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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