RS Vfgh 2011/3/9 G60/10, V80/10

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 09.03.2011
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Index

L4 Innere Verwaltung
L4610 Tierschutz

Norm

B-VG Art7 Abs1 / Gesetz
B-VG Art18 Abs2
B-VG Art139 Abs1 / Individualantrag
B-VG Art140 Abs1 / Individualantrag
VfGG §62 Abs1
Wr TierhalteG §5a, §11, §13, §14, §15
Verordnung der Wr Landesregierung über die Festlegung von hundeführscheinpflichtigen Hunden §1
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 18 heute
  2. B-VG Art. 18 gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  5. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  6. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  7. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1997 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  8. B-VG Art. 18 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 18 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VfGG § 62 heute
  2. VfGG § 62 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  3. VfGG § 62 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 62 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2013
  5. VfGG § 62 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 62 gültig von 01.08.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2013
  7. VfGG § 62 gültig von 01.03.2013 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  8. VfGG § 62 gültig von 01.01.2004 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  9. VfGG § 62 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 62 gültig von 01.01.1989 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 732/1988
  11. VfGG § 62 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Keine Verfassungswidrigkeit von Bestimmungen des Wiener Tierhaltegesetzes über die Haltung hundeführscheinpflichtiger Hunde; kein Verstoß der Verordnungsermächtigung gegen das Determinierungsgebot im Hinblick auf das Ziel des Schutzes von Menschen vor Gefahren durch die Tierhaltung; Einstufung der Hunderasse American Staffordshire Terrier als hundeführscheinpflichtig nicht gesetzwidrig; im Übrigen Zurückweisung der Individualanträge

Rechtssatz

Zulässigkeit und Abweisung der Individualanträge auf Aufhebung des §5a Abs1 und Abs2 Wr TierhalteG, LGBl 39/1987 idF LGBl 29/2010, sowie des Wortes "American Staffordshire Terrier" in §1 der Verordnung der Wiener Landesregierung über die Festlegung von hundeführscheinpflichtigen Hunden, LGBl 33/2010. Im Übrigen Zurückweisung der Anträge.Zulässigkeit und Abweisung der Individualanträge auf Aufhebung des §5a Abs1 und Abs2 Wr TierhalteG, Landesgesetzblatt 39 aus 1987, in der Fassung Landesgesetzblatt 29 aus 2010,, sowie des Wortes "American Staffordshire Terrier" in §1 der Verordnung der Wiener Landesregierung über die Festlegung von hundeführscheinpflichtigen Hunden, Landesgesetzblatt 33 aus 2010,. Im Übrigen Zurückweisung der Anträge.

Unmittelbarer Eingriff in die Rechtssphäre des antragstellenden Halters und Verwahrers eines American Staffordshire Terriers durch §5a Abs1 und Abs2 Wr TierhalteG iVm §1 der Verordnung (betr führscheinpflichtige Kampfhunde); Verpflichtung zur Erbringung eines Sachkundenachweises bis längstens 30.06.11; Provozierung eines Verwaltungsstrafverfahrens nicht zumutbar.Unmittelbarer Eingriff in die Rechtssphäre des antragstellenden Halters und Verwahrers eines American Staffordshire Terriers durch §5a Abs1 und Abs2 Wr TierhalteG in Verbindung mit §1 der Verordnung (betr führscheinpflichtige Kampfhunde); Verpflichtung zur Erbringung eines Sachkundenachweises bis längstens 30.06.11; Provozierung eines Verwaltungsstrafverfahrens nicht zumutbar.

Aktuelle Betroffenheit auch von der Verordnungsermächtigung des §5a Abs2 Wr TierhalteG; Zuwarten bis zum Auslaufen der Übergangsbestimmung nicht zumutbar; sicheres Eintreten der Rechtsfolgen, nämlich Verpflichtung zur positiven Absolvierung der Hundeführscheinprüfung bzw Verlust der Berechtigung zur Tierhaltung; spezielles Verfahren zum Erwerb der Kenntnisse für die Haltung des Hundes einzuhalten; Antragsteller daher schon zum jetzigen Zeitpunkt gezwungen, Vorkehrungen zu treffen.

Keine Darlegung von Bedenken "im einzelnen" iSd §62 Abs1 VfGG hins §5a Abs3 bis Abs12 Wr TierhalteG sowie der angefochtenen Teile des §13 leg cit; weiters kein untrennbarer Zusammenhang der Bestimmungen über den Verfall (§14 Abs1 und Abs2) sowie der Übergangsbestimmungen betr Abschluss einer Haftpflichtversicherung (§15 Abs1) und konkrete zeitliche Modalitäten der Erbringung des Sachkundenachweises (§15 Abs3) mit §5a Abs1 und Abs2 leg cit; keine Darlegung der unmittelbaren Betroffenheit.

(Mit-)Anfechtung der Verordnungsermächtigung zulässig, wenn die - unmittelbar in die Rechtssphäre des Antragstellers eingreifende - Verordnung bereits erlassen wurde. Gesetz ab Kundmachung Bestandteil der Rechtsordnung; Geltung des Gesetzes unabhängig vom zeitlichen Anwendungsbereich.

Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen gesetzliche Regelungen, mit denen die Zulässigkeit der Haltung von Tieren, von denen potenziell eine Gefahr für Leben und Gesundheit von Menschen (insbesondere auch Kindern) ausgeht, an die Bedingung geknüpft wird, dass sich die Halter dieser Tiere zuvor über ihr Alltagswissen hinaus mit den besonderen Gefahren dieser Tiere und wie diesen durch eine sachgerechte Haltung begegnet werden kann, vertraut machen.

Verwaltungsbehördliches Handeln insofern determiniert, als der Verordnungsgeber unter Berücksichtigung der übrigen Bestimmungen des Gesetzes das in §1 leg cit formulierte Ziel, den Schutz von Menschen vor Gefahren, die sich aus der Tierhaltung ergeben, bestmöglich zu erreichen hat.

Hundeführscheinpflicht für jene Hunderassen vorgesehen, bei denen angesichts ihrer Größe und/oder ihrer Beißkraft sowie der sonst erwiesenen Gefährlichkeit für die Gesundheit von Menschen (und insbesondere auch von Kindern) davon auszugehen ist, dass das bei einem durchschnittlichen Hundebesitzer vorauszusetzende Alltagswissen nicht ausreicht, um eine für andere Menschen gefahrlose Haltung und Führung eines solchen Hundes bestmöglich sicherzustellen. Gesetzliche Vorgaben, zu denen von der Landesregierung erhobene sachverständige Grundlagen hinzutreten, unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten als Parameter ausreichend.

Keine Gleichheitswidrigkeit; rechtspolitischer Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erreichung des zulässigen Ziels der Vermeidung einer Gefährdung bzw unzumutbaren Belästigung von Menschen und Beschädigung fremder Sachen; zulässige Abstufung der damit zusammenhängenden persönlichen Anforderungen an einen Tierhalter danach, ob von den gehaltenen Tieren ein höheres oder niedrigeres Gefährdungspotenzial ausgeht.

Keine Gesetzwidrigkeit der Einstufung der Hunderasse American Staffordshire Terrier - neben 11 anderen - als hundeführscheinpflichtig infolge Verursachung von 12 % aller Hundebisse in Wien im Jahr 2009.

Entscheidungstexte

  • G 60/10,V 80/10
    Entscheidungstext VfGH Erkenntnis 09.03.2011 G 60/10,V 80/10

Schlagworte

Tierhaltung, Hunde, Determinierungsgebot, Legalitätsprinzip, Übergangsbestimmung, Geltungsbereich (zeitlicher) eines Gesetzes, VfGH / Individualantrag, VfGH / Formerfordernisse

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2011:G60.2010

Zuletzt aktualisiert am

21.05.2012
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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