TE Vwgh Erkenntnis 2004/10/21 2002/13/0187

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Veröffentlicht am 21.10.2004
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Index

E1E;
E6J;
32/02 Steuern vom Einkommen und Ertrag;
59/04 EU - EWR;

Norm

11992E073B EGV Art73b;
11992E073D EGV Art73d Abs1;
11992E073D EGV Art73d Abs3;
11997E056 EG Art56;
11997E058 EG Art58 Abs1;
11997E058 EG Art58 Abs3;
11997E234 EG Art234;
62002CJ0315 Lenz VORAB;
EStG 1988 §37;
  1. EStG 1988 § 37 heute
  2. EStG 1988 § 37 gültig ab 19.02.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2026
  3. EStG 1988 § 37 gültig von 22.07.2023 bis 18.02.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2023
  4. EStG 1988 § 37 gültig von 20.07.2022 bis 21.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 108/2022
  5. EStG 1988 § 37 gültig von 25.07.2020 bis 19.07.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 96/2020
  6. EStG 1988 § 37 gültig von 30.12.2014 bis 24.07.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/2014
  7. EStG 1988 § 37 gültig von 15.12.2012 bis 29.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2012
  8. EStG 1988 § 37 gültig von 31.12.2010 bis 14.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  9. EStG 1988 § 37 gültig von 18.06.2009 bis 30.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  10. EStG 1988 § 37 gültig von 27.06.2008 bis 17.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 85/2008
  11. EStG 1988 § 37 gültig von 08.05.2008 bis 26.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2008
  12. EStG 1988 § 37 gültig von 03.08.2006 bis 07.05.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2006
  13. EStG 1988 § 37 gültig von 27.06.2006 bis 02.08.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2006
  14. EStG 1988 § 37 gültig von 31.12.2005 bis 26.06.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 161/2005
  15. EStG 1988 § 37 gültig von 31.12.2004 bis 30.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 180/2004
  16. EStG 1988 § 37 gültig von 27.08.2003 bis 30.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 80/2003
  17. EStG 1988 § 37 gültig von 21.08.2003 bis 26.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  18. EStG 1988 § 37 gültig von 25.05.2002 bis 20.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2002
  19. EStG 1988 § 37 gültig von 19.12.2001 bis 24.05.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 144/2001
  20. EStG 1988 § 37 gültig von 06.01.2001 bis 18.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2001
  21. EStG 1988 § 37 gültig von 30.12.2000 bis 05.01.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 142/2000
  22. EStG 1988 § 37 gültig von 01.06.2000 bis 29.12.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2000
  23. EStG 1988 § 37 gültig von 15.07.1999 bis 31.05.2000 zuletzt geändert durch BGBl. II Nr. 79/2000
  24. EStG 1988 § 37 gültig von 13.01.1999 bis 14.07.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 28/1999
  25. EStG 1988 § 37 gültig von 31.12.1996 bis 12.01.1999 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 797/1996
  26. EStG 1988 § 37 gültig von 01.05.1996 bis 30.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  27. EStG 1988 § 37 gültig von 01.12.1993 bis 30.04.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 818/1993
  28. EStG 1988 § 37 gültig von 01.09.1993 bis 30.11.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 694/1993
  29. EStG 1988 § 37 gültig von 30.07.1988 bis 31.08.1993

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Bernard und die Hofräte Dr. Hargassner, Dr. Fuchs, Dr. Büsser und Dr. Mairinger als Richter, im Beisein der Schriftführerin Mag. Seidl LL.M., über die Beschwerde des Präsidenten der Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland gegen den Bescheid der Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland (Berufungssenat V) vom 15. Juli 2002, Zl. RV/588-16/12/99, betreffend Einkommensteuer 1997 (mitbeteiligte Partei: S, W), zu Recht erkannt:Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Bernard und die Hofräte Dr. Hargassner, Dr. Fuchs, Dr. Büsser und Dr. Mairinger als Richter, im Beisein der Schriftführerin Mag. Seidl LL.M., über die Beschwerde des Präsidenten der Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland gegen den Bescheid der Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland (Berufungssenat römisch fünf) vom 15. Juli 2002, Zl. RV/588-16/12/99, betreffend Einkommensteuer 1997 (mitbeteiligte Partei: S, W), zu Recht erkannt:

Spruch

Die Beschwerde wird als unbegründet abgewiesen.

Begründung

Nach den Feststellungen im angefochtenen Bescheid bezog der Mitbeteiligte im Jahr 1997 Dividenden aus deutschen Aktien. Nach österreichischem Steuerrecht habe - so die Ausführungen der belangten Behörde im angefochtenen Bescheid - für diese Dividenden die Endbesteuerung nicht zum Zug kommen und vom Mitbeteiligten auch nicht der halbe Steuersatz geltend gemacht werden können. Nach Ansicht der belangten Behörde sei allerdings dem Gemeinschaftsrecht in diesem Bereich Vorrang vor dem innerstaatlichen Recht zu geben, das demzufolge verdrängt sei. Dem Berufungsbegehren betreffend Zuerkennung des begünstigten Steuersatzes nach § 37 EStG 1988 sei somit Folge zu geben.Nach den Feststellungen im angefochtenen Bescheid bezog der Mitbeteiligte im Jahr 1997 Dividenden aus deutschen Aktien. Nach österreichischem Steuerrecht habe - so die Ausführungen der belangten Behörde im angefochtenen Bescheid - für diese Dividenden die Endbesteuerung nicht zum Zug kommen und vom Mitbeteiligten auch nicht der halbe Steuersatz geltend gemacht werden können. Nach Ansicht der belangten Behörde sei allerdings dem Gemeinschaftsrecht in diesem Bereich Vorrang vor dem innerstaatlichen Recht zu geben, das demzufolge verdrängt sei. Dem Berufungsbegehren betreffend Zuerkennung des begünstigten Steuersatzes nach Paragraph 37, EStG 1988 sei somit Folge zu geben.

Gegen diesen Bescheid richtet sich die vom Präsidenten der Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland gemäß § 292 BAO (vor deren Novellierung durch das AbgRmRefG BGBl. I Nr. 97/2002) gemäß Art. 131 Abs. 2 B-VG erhobene Beschwerde, in der der beschwerdeführende Präsident u.a. darauf hinweist, dass es sich beim vorliegenden Beschwerdefall um den Anlassfall für das Urteil des EuGH vom 30. Mai 2002, Rs C-516/99, Walter Schmid, gehandelt habe, in dem es seitens des EuGH zu keiner inhaltlichen Beantwortung der von der belangten Behörde gestellten Vorabentscheidungsfrage gekommen sei, weil der EuGH die Ansicht vertreten habe, ein Berufungssenat sei kein Gericht im Sinne des Art. 234 EG.Gegen diesen Bescheid richtet sich die vom Präsidenten der Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland gemäß Paragraph 292, BAO (vor deren Novellierung durch das AbgRmRefG Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 97 aus 2002,) gemäß Artikel 131, Absatz 2, B-VG erhobene Beschwerde, in der der beschwerdeführende Präsident u.a. darauf hinweist, dass es sich beim vorliegenden Beschwerdefall um den Anlassfall für das Urteil des EuGH vom 30. Mai 2002, Rs C-516/99, Walter Schmid, gehandelt habe, in dem es seitens des EuGH zu keiner inhaltlichen Beantwortung der von der belangten Behörde gestellten Vorabentscheidungsfrage gekommen sei, weil der EuGH die Ansicht vertreten habe, ein Berufungssenat sei kein Gericht im Sinne des Artikel 234, EG.

Der Verwaltungsgerichtshof hat erwogen:

Der Verwaltungsgerichtshof hat mit Beschluss vom 27. August 2002, 99/14/0164, in einem der Rechtssache Schmid gleich gelagerten Beschwerdeverfahren ein Vorabentscheidungsersuchen nach Art. 234 EG gestellt. In dem auf Grund dieses Vorabentscheidungsersuchens ergangenen Urteil des EuGH vom 15. Juli 2004, Rs C-315/02, Anneliese Lenz, hat der EuGH u. a. zu Recht erkannt, dass die Art. 73b und 73d Abs. 1 und 3 EG-Vertrag (jetzt Art. 56 EG und Art. 58 Abs. 1 und 3 EG) einer Regelung entgegenstehen, die nur den Beziehern österreichischer Kapitalerträge erlaubt, zwischen einer Endbesteuerung mit einem Steuersatz von 25 % und der normalen Einkommensteuer unter Anwendung eines Hälftesteuersatzes zu wählen, während sie vorsieht, dass Kapitalerträge aus einem anderen Mitgliedstaat zwingend der normalen Einkommensteuer ohne Ermäßigung des Steuersatzes unterliegen.Der Verwaltungsgerichtshof hat mit Beschluss vom 27. August 2002, 99/14/0164, in einem der Rechtssache Schmid gleich gelagerten Beschwerdeverfahren ein Vorabentscheidungsersuchen nach Artikel 234, EG gestellt. In dem auf Grund dieses Vorabentscheidungsersuchens ergangenen Urteil des EuGH vom 15. Juli 2004, Rs C-315/02, Anneliese Lenz, hat der EuGH u. a. zu Recht erkannt, dass die Artikel 73 b und 73 d Absatz eins, und 3 EG-Vertrag (jetzt Artikel 56, EG und Artikel 58, Absatz eins, und 3 EG) einer Regelung entgegenstehen, die nur den Beziehern österreichischer Kapitalerträge erlaubt, zwischen einer Endbesteuerung mit einem Steuersatz von 25 % und der normalen Einkommensteuer unter Anwendung eines Hälftesteuersatzes zu wählen, während sie vorsieht, dass Kapitalerträge aus einem anderen Mitgliedstaat zwingend der normalen Einkommensteuer ohne Ermäßigung des Steuersatzes unterliegen.

Aus dieser Vorabentscheidung ergibt sich, dass die belangte Behörde im Beschwerdefall zu Recht dem Gemeinschaftsrecht den Vorrang vor den innerstaatlichen Rechtsvorschriften eingeräumt und für die ausländischen Dividenden den begünstigten Steuersatz zur Anwendung gebracht hat.

Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und war daher gemäß § 42 Abs. 1 VwGG abzuweisen.Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und war daher gemäß Paragraph 42, Absatz eins, VwGG abzuweisen.

Wien, am 21. Oktober 2004

Gerichtsentscheidung

EuGH 62002J0315 Lenz VORAB

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2004:2002130187.X00

Im RIS seit

26.01.2005

Zuletzt aktualisiert am

31.10.2011
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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