Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Vogel als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Schobel, Dr.Redl, Dr.Kellner und Dr.Schiemer als weitere Richter in der Firmenbuchsache der B***** Aktiengesellschaft mit dem Sitz in B***** infolge außerordentlichen Revisionsrekurses der C*****-Bank*****, vertreten durch Dr.Peter Avancini, Rechtsanwalt in Wien, gegen den Beschluß des Oberlandesgerichtes Graz als Rekursgerichtes vom 13.September 1993, GZ 1 R 161/93-29, den
Beschluß
gefaßt:
Spruch
Der außerordentliche Revisionsrekurs wird mangels der Voraussetzungen des § 14 Abs 1 AußStrG zurückgewiesen (§ 16 Abs 3 AußStrG iVm § 508a Abs 2 und § 510 ZPO).Der außerordentliche Revisionsrekurs wird mangels der Voraussetzungen des Paragraph 14, Absatz eins, AußStrG zurückgewiesen (Paragraph 16, Absatz 3, AußStrG in Verbindung mit Paragraph 508 a, Absatz 2 und Paragraph 510, ZPO).
Text
Begründung:
Rechtliche Beurteilung
Die Rechtsmittelwerberin übersieht, daß hier die "Löschung von Amts wegen" - anders als im Fall der Entscheidung SZ 61/38 - nicht auf das AmtslöschungsG gestützt war, sondern auf die Bestimmungen des gemäß Art XXIV Abs 3 FBG (BGBl 1991/10) noch weiter anzuwendenden FGG (und der HRV). Die Löschung der Gesellschaft gemäß § 142 FGG erfolgte wegen Nichtigkeit ihrer Firma im Sinne des § 144 Abs 1 FGG, sodaß sie gemäß § 45 HRV und § 218 Abs 1 AktG nur die Wirkung der Eintragung der Nichtigkeit der Gesellschaft hat. Die materiellrechtliche Gestaltungswirkung dieser Eintragung erschöpft sich aber in der Auflösung der Gesellschaft, wodurch deren Rechtsbestand unberührt bleibt (Schiemer in Schiemer-Jabornegg-Strasser, AktG3 Rz 1 zu § 218). Der Eintragung folgt gemäß § 218 Abs 1 zweiter Halbsatz AktG zwingend die Abwicklung (Schiemer aaO Rz 3 zu § 205 und Rz 2 zu § 218). Der Rechtsmittelwerberin steht daher hier bis zur allfälligen Bestellung anderer Abwickler weiterhin der Vorstand der Gesellschaft zur Verfügung, welcher als Organ der werbenden AG ex lege (§ 206 Abs 1 AktG) Abwickler der Gesellschaft mit Amtsfunktion zur Geschäftsbesorgung ist (Schiemer aaO Rz 4 zu § 206 und Rz 2 zu § 207).Die Rechtsmittelwerberin übersieht, daß hier die "Löschung von Amts wegen" - anders als im Fall der Entscheidung SZ 61/38 - nicht auf das AmtslöschungsG gestützt war, sondern auf die Bestimmungen des gemäß Artikel römisch 24 , Absatz 3, FBG (BGBl 1991/10) noch weiter anzuwendenden FGG (und der HRV). Die Löschung der Gesellschaft gemäß Paragraph 142, FGG erfolgte wegen Nichtigkeit ihrer Firma im Sinne des Paragraph 144, Absatz eins, FGG, sodaß sie gemäß Paragraph 45, HRV und Paragraph 218, Absatz eins, AktG nur die Wirkung der Eintragung der Nichtigkeit der Gesellschaft hat. Die materiellrechtliche Gestaltungswirkung dieser Eintragung erschöpft sich aber in der Auflösung der Gesellschaft, wodurch deren Rechtsbestand unberührt bleibt (Schiemer in Schiemer-Jabornegg-Strasser, AktG3 Rz 1 zu Paragraph 218,). Der Eintragung folgt gemäß Paragraph 218, Absatz eins, zweiter Halbsatz AktG zwingend die Abwicklung (Schiemer aaO Rz 3 zu Paragraph 205 und Rz 2 zu Paragraph 218,). Der Rechtsmittelwerberin steht daher hier bis zur allfälligen Bestellung anderer Abwickler weiterhin der Vorstand der Gesellschaft zur Verfügung, welcher als Organ der werbenden AG ex lege (Paragraph 206, Absatz eins, AktG) Abwickler der Gesellschaft mit Amtsfunktion zur Geschäftsbesorgung ist (Schiemer aaO Rz 4 zu Paragraph 206 und Rz 2 zu Paragraph 207,).
Mit Recht hat unter diesen Umständen das Rekursgericht die Rechtsmittellegitimation der Gesellschaftsgläubigerin verneint.
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1994:0060OB01020.93.0120.000Dokumentnummer
JJT_19940120_OGH0002_0060OB01020_9300000_000