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10/07 Verwaltungsgerichtshof;Norm
StGB §88;Betreff
Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Stoll und die Hofräte Dr. Riedinger und Dr. Beck als Richter, im Beisein der Schriftführerin Mag. Ströbl, über die Beschwerde des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie, gegen den Bescheid des Unabhängigen Verwaltungssenates Wien vom 27. Juni 2005, Zl. UVS- 03/P/56/4952/2005/2, betreffend Einstellung eines Verfahrens wegen Übertretung der StVO 1960 (mitbeteiligte Partei: RT in Wien), zu Recht erkannt:
Spruch
Der angefochtene Bescheid wird wegen Rechtswidrigkeit seines Inhaltes aufgehoben.
Begründung
Mit Straferkenntnis der Bundespolizeidirektion Wien vom 9. Mai 2005 wurde die mitbeteiligte Partei des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens für schuldig befunden, am 7. April 2004 eine (näher umschriebene) Übertretung des § 18 Abs. 1 StVO begangen zu haben. Der dagegen vom Mitbeteiligten erhobenen Berufung gab die belangte Behörde mit Bescheid vom 27. Juni 2005 Folge, behob dieses Straferkenntnis und stellte das Verfahren gemäß § 45 Abs. 1 Z. 3 VStG ein.Mit Straferkenntnis der Bundespolizeidirektion Wien vom 9. Mai 2005 wurde die mitbeteiligte Partei des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens für schuldig befunden, am 7. April 2004 eine (näher umschriebene) Übertretung des Paragraph 18, Absatz eins, StVO begangen zu haben. Der dagegen vom Mitbeteiligten erhobenen Berufung gab die belangte Behörde mit Bescheid vom 27. Juni 2005 Folge, behob dieses Straferkenntnis und stellte das Verfahren gemäß Paragraph 45, Absatz eins, Ziffer 3, VStG ein.
Dies mit der Begründung, dem Mitbeteiligten sei erstmals mit der Aufforderung zur Rechtfertigung vom 27. Oktober 2004 der im Straferkenntnis umschriebene Tatvorwurf zur Kenntnis gebracht worden; dies stelle die erste taugliche Verfolgungshandlung dar. Da innerhalb der sechsmonatigen Verjährungsfrist (des § 31 Abs. 2 VStG) keine sonstige Verfolgungshandlung im Sinne des § 32 Abs. 2 VStG gesetzt worden sei, sei Verfolgungsverjährung eingetreten. Dies mit der Begründung, dem Mitbeteiligten sei erstmals mit der Aufforderung zur Rechtfertigung vom 27. Oktober 2004 der im Straferkenntnis umschriebene Tatvorwurf zur Kenntnis gebracht worden; dies stelle die erste taugliche Verfolgungshandlung dar. Da innerhalb der sechsmonatigen Verjährungsfrist (des Paragraph 31, Absatz 2, VStG) keine sonstige Verfolgungshandlung im Sinne des Paragraph 32, Absatz 2, VStG gesetzt worden sei, sei Verfolgungsverjährung eingetreten.
Gegen diesen Bescheid richtet sich die vorliegende, auf Art. 131 Abs. 1 Z. 2 B-VG gestützte Beschwerde des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie. Gegen diesen Bescheid richtet sich die vorliegende, auf Artikel 131, Absatz eins, Ziffer 2, B-VG gestützte Beschwerde des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie.
Der Verwaltungsgerichtshof hat erwogen:
Der Beschwerdeführer verweist zu Recht darauf, dass die belangte Behörde die Bestimmung des Art. IV Abs. 2 des Verkehrsrechts-Anpassungsgesetzes 1971, BGBl. Nr. 274/1971, nicht berücksichtigt habe. Der Beschwerdeführer verweist zu Recht darauf, dass die belangte Behörde die Bestimmung des Artikel römisch vier, Absatz 2, des Verkehrsrechts-Anpassungsgesetzes 1971, Bundesgesetzblatt Nr. 274 aus 1971,, nicht berücksichtigt habe.
Art. IV des Verkehrsrechts-Anpassungsgesetzes 1971 lautet: Artikel römisch vier, des Verkehrsrechts-Anpassungsgesetzes 1971 lautet:
Im vorliegenden Beschwerdefall erstattete die Bundespolizeidirektion Wien wegen des gegenständlichen Verkehrsunfalles am 19. Juli 2004 an den zuständigen Bezirksanwalt Strafanzeige gegen den Mitbeteiligten wegen § 88 StGB. Die Mitteilung des Gerichtes, dass dieses Strafverfahren gemäß § 90 Abs. 1 StPO eingestellt worden sei, langte bei der Behörde erster Instanz am 14. Oktober 2004 ein. Im vorliegenden Beschwerdefall erstattete die Bundespolizeidirektion Wien wegen des gegenständlichen Verkehrsunfalles am 19. Juli 2004 an den zuständigen Bezirksanwalt Strafanzeige gegen den Mitbeteiligten wegen Paragraph 88, StGB. Die Mitteilung des Gerichtes, dass dieses Strafverfahren gemäß Paragraph 90, Absatz eins, StPO eingestellt worden sei, langte bei der Behörde erster Instanz am 14. Oktober 2004 ein.
Da ein Fall wie jener, welcher dem hg. Erkenntnis vom 27. Februar 1985, Zl. 84/03/0042, zu Grunde lag (dort war die Tat zum Zeitpunkt der Anzeige an das Gericht bereits verjährt) nicht vorliegt, erweist sich die von der belangten Behörde angeführte Aufforderung zur Rechtfertigung vom 27. Oktober 2004 als rechtzeitige Verfolgungshandlung (vgl. auch das hg. Erkenntnis vom 4. April 1986, Zl. 85/03/0123). Da ein Fall wie jener, welcher dem hg. Erkenntnis vom 27. Februar 1985, Zl. 84/03/0042, zu Grunde lag (dort war die Tat zum Zeitpunkt der Anzeige an das Gericht bereits verjährt) nicht vorliegt, erweist sich die von der belangten Behörde angeführte Aufforderung zur Rechtfertigung vom 27. Oktober 2004 als rechtzeitige Verfolgungshandlung vergleiche , auch das hg. Erkenntnis vom 4. April 1986, Zl. 85/03/0123).
Der angefochtene Bescheid war daher wegen Rechtswidrigkeit seines Inhaltes gemäß § 42 Abs. 2 Z. 1 VwGG aufzuheben. Der angefochtene Bescheid war daher wegen Rechtswidrigkeit seines Inhaltes gemäß Paragraph 42, Absatz 2, Ziffer eins, VwGG aufzuheben.
Wien, am 11. August 2006
Schlagworte
AllgemeinEuropean Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:VWGH:2006:2005020235.X00Im RIS seit
25.09.2006