TE Vwgh Beschluss 2008/3/3 2007/18/0923

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Veröffentlicht am 03.03.2008
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Index

001 Verwaltungsrecht allgemein;
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG);
10/07 Verwaltungsgerichtshof;
20/01 Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB);

Norm

ABGB §1332;
B-VG Art144 Abs1;
B-VG Art144 Abs3;
VfGG/VwGGNov 1997 §87 Abs3;
VwGG §26 Abs1;
VwGG §34 Abs1;
VwGG §46 Abs1;
VwGG §61 Abs1;
VwRallg;
  1. B-VG Art. 144 heute
  2. B-VG Art. 144 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  5. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1984 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 296/1984
  7. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1981 bis 31.07.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 350/1981
  8. B-VG Art. 144 gültig von 01.07.1976 bis 31.07.1981 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  9. B-VG Art. 144 gültig von 25.12.1946 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 144 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 144 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 144 heute
  2. B-VG Art. 144 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  5. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1984 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 296/1984
  7. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1981 bis 31.07.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 350/1981
  8. B-VG Art. 144 gültig von 01.07.1976 bis 31.07.1981 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  9. B-VG Art. 144 gültig von 25.12.1946 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 144 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 144 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 26 heute
  2. VwGG § 26 gültig ab 06.01.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 26 gültig von 01.01.2017 bis 05.01.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 26 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 26 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 26 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997
  1. VwGG § 46 heute
  2. VwGG § 46 gültig von 01.07.2021 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 46 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 109/2021
  4. VwGG § 46 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 46 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VwGG § 46 gültig von 01.02.1986 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 564/1985
  7. VwGG § 46 gültig von 01.02.1986 bis 31.01.1986 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 197/1985
  8. VwGG § 46 gültig von 05.01.1985 bis 31.01.1986
  1. VwGG § 61 heute
  2. VwGG § 61 gültig ab 01.01.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  3. VwGG § 61 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 61 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 61 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 61 gültig von 22.07.1995 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 470/1995
  7. VwGG § 61 gültig von 05.01.1985 bis 21.07.1995

Beachte

Miterledigung (miterledigt bzw zur gemeinsamen Entscheidung verbunden): 2007/18/0924 2007/18/0925 2007/18/0926 2007/18/0930 2007/18/0928 2007/18/0929 2007/18/0927

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Höfinger und die Hofräte Dr. Rigler und Dr. Handstanger als Richter, im Beisein des Schriftführers Mag. Schmidl, über den Antrag 1. der V Z, geboren am 20. Juni 1972, 2. des M A Z, geboren am 16. April 1998, 3. des A S Z, geboren am 13. Dezember 2000 und 4. des A F Z, geboren am 28. Jänner 2002, alle in W, alle vertreten durch Mag. Ulrike Nittmann, Rechtsanwältin in 1060 Wien, Mariahilferstraße 1b, auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Frist zur Erhebung einer Beschwerde gegen die Bescheide der Sicherheitsdirektion für das Bundesland Wien, je vom 19. April 2007, Zlen. E1/112211/2007 (betreffend die Erstbeschwerdeführerin, hg. Zlen. 2007/18/0923 und 2007/18/0927), E1/112129/2007 (betreffend den Zweitbeschwerdeführer, hg. Zlen. 2007/18/0924 und 2007/18/0928), E1/112170/2007 (betreffend den Drittbeschwerdeführer, hg. Zlen. 2007/18/0925 und 2007/18/0929) und E1/112189/2007 (betreffend den Viertbeschwerdeführer, hg. Zlen. 2007/18/0926 und 2007/18/0930), je betreffend Ausweisung, sowie über die Beschwerde der vier Beschwerdeführer gegen diese Bescheide, den Beschluss gefasst:Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Höfinger und die Hofräte Dr. Rigler und Dr. Handstanger als Richter, im Beisein des Schriftführers Mag. Schmidl, über den Antrag 1. der römisch fünf Z, geboren am 20. Juni 1972, 2. des M A Z, geboren am 16. April 1998, 3. des A S Z, geboren am 13. Dezember 2000 und 4. des A F Z, geboren am 28. Jänner 2002, alle in W, alle vertreten durch Mag. Ulrike Nittmann, Rechtsanwältin in 1060 Wien, Mariahilferstraße 1b, auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Frist zur Erhebung einer Beschwerde gegen die Bescheide der Sicherheitsdirektion für das Bundesland Wien, je vom 19. April 2007, Zlen. E1/112211/2007 (betreffend die Erstbeschwerdeführerin, hg. Zlen. 2007/18/0923 und 2007/18/0927), E1/112129/2007 (betreffend den Zweitbeschwerdeführer, hg. Zlen. 2007/18/0924 und 2007/18/0928), E1/112170/2007 (betreffend den Drittbeschwerdeführer, hg. Zlen. 2007/18/0925 und 2007/18/0929) und E1/112189/2007 (betreffend den Viertbeschwerdeführer, hg. Zlen. 2007/18/0926 und 2007/18/0930), je betreffend Ausweisung, sowie über die Beschwerde der vier Beschwerdeführer gegen diese Bescheide, den Beschluss gefasst:

Spruch

1. Dem Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wird nicht stattgegeben.

2. Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Begründung

Mit den im Instanzenzug ergangenen Bescheiden vom 19. April 2007 hat die Sicherheitsdirektion für das Bundesland Wien die Beschwerdeführer, türkische Staatsangehörige, gemäß § 54 Abs. 1 Z. 2 Fremdenpolizeigesetz 2005 - FPG, BGBl. I Nr. 100 ausgewiesen.Mit den im Instanzenzug ergangenen Bescheiden vom 19. April 2007 hat die Sicherheitsdirektion für das Bundesland Wien die Beschwerdeführer, türkische Staatsangehörige, gemäß Paragraph 54, Absatz eins, Ziffer 2, Fremdenpolizeigesetz 2005 - FPG, Bundesgesetzblatt , I Nr. 100 ausgewiesen.

Mit den hg. Beschlüssen je vom 29. Mai 2007, Zlen. VH 2007/18/0120 bis 0123, wurde den Beschwerdeführern die Verfahrenshilfe zur Einbringung von Beschwerden an den Verwaltungsgerichtshof gegen diese Bescheide bewilligt. Der Bestellungsbeschluss und die anzufechtenden Bescheide wurden der Beschwerdevertreterin jeweils am 20. Juni 2007 zugestellt.

Gegen die Bescheide vom 19. April 2007 richtet sich die vorliegende mit einem Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen den Ablauf der Beschwerdefrist verbundene Beschwerde, die am 14. Dezember 2007 zur Post gegeben worden ist.

Zur Begründung des Wiedereinsetzungsantrages führt die Beschwerdevertreterin aus, sie habe nach Zustellung des Bestellungsbeschlusses die Sache studiert und sei zum Ergebnis gekommen, dass eine Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof sinnvoll sei. Daher habe sie am 1. August 2007 eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof eingebracht, die sie mit einem Antrag auf Abtretung an den Verwaltungsgerichtshof verbunden habe.

Der Verfassungsgerichtshof habe diese Beschwerde mit dem am 30. November 2007 zugestellten Beschluss vom 29. September 2007 zurückgewiesen, weil die Verfahrenshilfe nicht von diesem Gerichtshof gewährt worden sei.

Die Auslegung, dass die Bewilligung der Verfahrenshilfe durch den Verwaltungsgerichtshof auch eine Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof abdecke, stelle einen minderen Grad des Versehens dar. Das die rechtzeitige Beschwerdeeinbringung hindernde Ereignis - nämlich das dargestellte Versehen - sei erst mit Zustellung des Zurückweisungsbeschlusses durch den Verfassungsgerichtshof am 30. November 2007 weggefallen.

Gemäß § 46 Abs. 1 VwGG ist einer Partei auf Antrag die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu bewilligen, wenn sie durch ein unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis eine Frist versäumt und dadurch einen Rechtsnachteil erleidet. Dass der Partei ein Verschulden an der Versäumung zur Last liegt, hindert die Bewilligung der Wiedereinsetzung nicht, wenn es sich nur um einen minderen Grad des Versehens handelt.Gemäß Paragraph 46, Absatz eins, VwGG ist einer Partei auf Antrag die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu bewilligen, wenn sie durch ein unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis eine Frist versäumt und dadurch einen Rechtsnachteil erleidet. Dass der Partei ein Verschulden an der Versäumung zur Last liegt, hindert die Bewilligung der Wiedereinsetzung nicht, wenn es sich nur um einen minderen Grad des Versehens handelt.

Nach ständiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ist der Begriff des minderen Grades des Versehens als leichte Fahrlässigkeit im Sinn von § 1332 ABGB zu verstehen; das Verschulden eines Parteienvertreters ist dem Verschulden der Partei gleichzusetzen (vgl. etwa den hg. Beschluss vom 28. März 2001, Zlen. 2001/04/0005, 0006).Nach ständiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ist der Begriff des minderen Grades des Versehens als leichte Fahrlässigkeit im Sinn von Paragraph 1332, ABGB zu verstehen; das Verschulden eines Parteienvertreters ist dem Verschulden der Partei gleichzusetzen vergleiche , etwa den hg. Beschluss vom 28. März 2001, Zlen. 2001/04/0005, 0006).

Nach Ansicht des Verwaltungsgerichtshofes stellt die Einbringung einer - wenn auch mit einem Abtretungsantrag an den Verwaltungsgerichtshof verbundenen - Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof durch einen vom Verwaltungsgerichtshof zur Einbringung einer Beschwerde bei diesem Gerichtshof bestellten Verfahrenshelfer ein den minderen Grad übersteigendes Versehen dar. Einem Rechtsanwalt muss klar sein, dass dem Verwaltungsgerichtshof nicht die Kompetenz zukommt, die Verfahrenshilfe für die Einbringung eines Rechtsmittels oder Rechtsbehelfs bei einem anderen Gericht zu bewilligen.

Der Wiedereinsetzungsantrag war daher abzuweisen.

Zwar hat der Verwaltungsgerichtshof eine vom Verfassungsgerichtshof abgetretene - zulässige - Beschwerde zu behandeln, doch bleibt entgegen der Ansicht der Beschwerdevertreterin durch die Einbringung einer - auch mit einem Antrag auf Abtretung an den Verwaltungsgerichtshof - verbundenen Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof die Frist zur Einbringung einer - gesonderten - Verwaltungsgerichtshofbeschwerde nicht offen, kann doch ein an den Verfassungsgerichtshof gerichteter Abtretungsantrag gemäß Art. 144 Abs. 3 B-VG keinesfalls der gesonderten Beschwerdeeinbringung beim Verwaltungsgerichtshof gleichgehalten werden.Zwar hat der Verwaltungsgerichtshof eine vom Verfassungsgerichtshof abgetretene - zulässige - Beschwerde zu behandeln, doch bleibt entgegen der Ansicht der Beschwerdevertreterin durch die Einbringung einer - auch mit einem Antrag auf Abtretung an den Verwaltungsgerichtshof - verbundenen Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof die Frist zur Einbringung einer - gesonderten - Verwaltungsgerichtshofbeschwerde nicht offen, kann doch ein an den Verfassungsgerichtshof gerichteter Abtretungsantrag gemäß Artikel 144, Absatz 3, B-VG keinesfalls der gesonderten Beschwerdeeinbringung beim Verwaltungsgerichtshof gleichgehalten werden.

Da sich somit die erst am 14. Dezember 2007 zur Post gegebene Beschwerde als verspätet erweist, war sie gemäß § 34 Abs. 1 VwGG zurückzuweisen.Da sich somit die erst am 14. Dezember 2007 zur Post gegebene Beschwerde als verspätet erweist, war sie gemäß Paragraph 34, Absatz eins, VwGG zurückzuweisen.

Wien, am 3. März 2008

Schlagworte

Rechtsgrundsätze Fristen VwRallg6/5 Versäumung der Einbringungsfrist siehe VwGG §26 Abs1 Z1 (vor der WV BGBl. Nr. 10/1985: lita) sowie Mangel der Rechtsfähigkeit Handlungsfähigkeit Ermächtigung des Einschreiters

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2008:2007180923.X00

Im RIS seit

16.05.2008

Zuletzt aktualisiert am

02.10.2009
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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