RS Vfgh 1993/7/1 V55/92

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 01.07.1993
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Index

L8 Boden- und Verkehrsrecht
L8000 Raumordnung

Norm

B-VG Art7 Abs1 / Gesetz
B-VG Art15 Abs1
StGG Art5
StGG Art6 Abs1 / Niederlassung
Tir RaumOG §12 Abs3
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 15 heute
  2. B-VG Art. 15 gültig ab 19.07.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2024
  3. B-VG Art. 15 gültig von 27.02.2024 bis 18.07.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2024
  4. B-VG Art. 15 gültig von 01.02.2019 bis 26.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  5. B-VG Art. 15 gültig von 01.01.2014 bis 31.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  6. B-VG Art. 15 gültig von 01.09.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 15 gültig von 01.09.2012 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 49/2012
  8. B-VG Art. 15 gültig von 01.07.2012 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  9. B-VG Art. 15 gültig von 01.10.2011 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 60/2011
  10. B-VG Art. 15 gültig von 01.01.2004 bis 30.09.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  11. B-VG Art. 15 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  12. B-VG Art. 15 gültig von 01.07.1983 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1983
  13. B-VG Art. 15 gültig von 28.04.1975 bis 30.06.1983 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 316/1975
  14. B-VG Art. 15 gültig von 01.01.1975 bis 27.04.1975 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  15. B-VG Art. 15 gültig von 21.07.1962 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  16. B-VG Art. 15 gültig von 18.07.1962 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 215/1962
  17. B-VG Art. 15 gültig von 01.01.1961 bis 17.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 148/1960
  18. B-VG Art. 15 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1960 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 232/1945
  19. B-VG Art. 15 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Leitsatz

Abweisung eines Individualantrags auf Aufhebung einer Flächenwidmungsplanänderung hinsichtlich der Widmung eines Grundstücks als "Wohngebiet für förderbare Wohnbauten"; keine kompetenzrechtlichen Bedenken gegen die der Umwidmung zugrundeliegende Bestimmung des Tir RaumOG; keine dynamische Verweisung; keine Bedenken im Hinblick auf den Gleichheitsgrundsatz und das Eigentumsrecht

Rechtssatz

Abweisung des Individualantrags auf Aufhebung der Verordnung des Gemeinderates der Stadt Kitzbühel vom 16.03.89, mit der eine Änderung des Flächenwidmungsplanes der Stadt Kitzbühel beschlossen wurde, hinsichtlich der Widmung eines Grundstückes als "Wohngebiet für förderbare Wohnbauten" (§12 Abs3 Tir RaumOG) mangels Zutreffen der ausschließlich gegen die Verfassungsmäßigkeit der gesetzlichen Grundlage der Umwidmung vorgebrachten Bedenken.

§12 Abs3 Tir RaumOG knüpft lediglich an eine wohnbauförderungsrechtliche Regelung an und stellt eine - der Raumordnung zuzurechnende - Vorschrift hinsichtlich der Größe und Ausgestaltung von Wohnungen dar (vgl. VfSlg. 12569/1990).§12 Abs3 Tir RaumOG knüpft lediglich an eine wohnbauförderungsrechtliche Regelung an und stellt eine - der Raumordnung zuzurechnende - Vorschrift hinsichtlich der Größe und Ausgestaltung von Wohnungen dar vergleiche VfSlg. 12569/1990).

Damit ist auch der Behauptung der Antragsteller, daß §12 Abs3 Tir RaumOG eine - verfassungsrechtlich unzulässige - dynamische Verweisung auf die Vorschriften eines anderen Gesetzgebers enthalte, der Boden entzogen.

Keine Bedenken gegen §12 Abs3 Tir RaumOG im Hinblick auf den Gleichheitsgrundsatz, das Eigentumsrecht und das Recht auf Aufenthaltsfreiheit.

Der Sinn und Zweck des §12 Abs3 Tir RaumOG besteht in der Bereitstellung von Bauland für jene Arten von Wohnbauten, die an sich auch förderbar sind. Die Schaffung einer eigenen Widmungskategorie, die sich nach der Größe und Ausgestaltung von Wohnungen richtet, ist daher geeignet, dem öffentlichen Interesse zu dienen.

Es dient dem öffentlichen Interesse, wenn bestimmte Teile des Gemeindegebietes langfristig in einer Weise bebaut werden, die hinsichtlich der Größe und Ausgestaltung von Wohnungen im Regelfall den Wohnbedürfnissen der Bevölkerung entspricht. Die Widmungsvorschriften des Raumordnungsrechtes sind an sich nicht zwangsweise, also nicht durch Enteignung zu verwirklichen, sondern sind von ihren Rechtswirkungen her lediglich dazu berufen, abweichende bauliche Nutzungen zu verhindern.

Die Berechtigung der Antragsteller, in jedem Ort innerhalb des Staatsgebietes dauernd zu wohnen sowie sich dort selbst vorübergehend aufzuhalten, wird durch die Flächenwidmung ihres Grundstückes gemäß §12 Abs3 Tir RaumOG nicht berührt.

Entscheidungstexte

Schlagworte

Raumordnung, Flächenwidmungsplan, Wohnbauförderung, Kompetenz Bund - Länder Raumplanung, Wohngebiet, Verweisung dynamische

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1993:V55.1992

Dokumentnummer

JFR_10069299_92V00055_01
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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