RS Vfgh 2005/10/14 G67/05 ua

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Veröffentlicht am 14.10.2005
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Index

65 Pensionsrecht für Bundesbedienstete
65/02 Besonderes Pensionsrecht

Norm

B-VG Art7 Abs1 / Gesetz
B-VG Art140 Abs3 und Abs4
TeilpensionsG §2
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Leitsatz

Gleichheitswidrigkeit von Bestimmungen des Teilpensionsgesetzes über die Kürzung des Ruhegenusses von Beamten mangels sachlicher Rechtfertigung der Kürzung des Ruhebezugs als öffentlich-rechtliches Entgelt - nicht als Versorgungsleistung - allein wegen des Bezuges von Erwerbseinkommen neben der Pension

Rechtssatz

Aufhebung des §2 TeilpensionsG, BGBl I 138/1997, idF BGBl I 86/2001, BGBl I 71/2003, BGBl I 130/2003 und BGBl I 142/2004.Aufhebung des §2 TeilpensionsG, Bundesgesetzblatt Teil eins, 138 aus 1997,, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 86 aus 2001,, Bundesgesetzblatt Teil eins, 71 aus 2003,, Bundesgesetzblatt Teil eins, 130 aus 2003, und Bundesgesetzblatt Teil eins, 142 aus 2004,.

Beim Beamtendienstverhältnis - im Sinne des historisch übernommenen Begriffsbildes des Berufsbeamten, das dem Bundesgesetzgeber verfassungsrechtlich vorgegeben ist (vgl VfSlg 11151/1986) - handelt es sich um ein auf Lebenszeit angelegtes Rechtsverhältnis, in dessen Rahmen auch der Ruhebezug eine Leistung ausschließlich des Dienstgebers darstellt. Diese unterscheidet sich somit - eben wesensmäßig - von jenen Leistungen, die den Versicherten im Rahmen der gesetzlichen Pensionsversicherung gewährt werden.Beim Beamtendienstverhältnis - im Sinne des historisch übernommenen Begriffsbildes des Berufsbeamten, das dem Bundesgesetzgeber verfassungsrechtlich vorgegeben ist vergleiche VfSlg 11151/1986) - handelt es sich um ein auf Lebenszeit angelegtes Rechtsverhältnis, in dessen Rahmen auch der Ruhebezug eine Leistung ausschließlich des Dienstgebers darstellt. Diese unterscheidet sich somit - eben wesensmäßig - von jenen Leistungen, die den Versicherten im Rahmen der gesetzlichen Pensionsversicherung gewährt werden.

Das Pensionsrecht der Beamten beruht "im Wesentlichen auf dem Gedanken, dass die öffentlich-rechtliche Gegenleistung des Staates für die vom Beamten geleisteten Dienste nicht nur in der Verpflichtung zur standesgemäßen Besoldung während des aktiven Dienstverhältnisses, sondern unter gewissen Voraussetzungen auch in der Verpflichtung zum standesgemäßen Unterhalt des Ruhestandsbeamten und der Hinterbliebenen des Beamten zu bestehen habe".

Der Verfassungsgerichtshof bleibt bei seiner Auffassung, dass dem Ruhegenuss der Beamten nicht der Charakter einer Versorgungsleistung zukommt (VfSlg 12095/1989; ebenso zB VfSlg 3389/1958, 3754/1960, 11665/1988).

Behauptete massive Verbesserung der Aktivbezüge der Beamten (verglichen mit den "Entgelten in der Privatwirtschaft") keine sachliche Rechtfertigung für die Kürzung der Ruhebezüge bloß solcher Ruhestandsbeamter, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

Der Verfassungsgerichtshof sieht keinen Anlass, von seiner ständigen Rechtsprechung, der zu Folge die Ruhegenüsse von Beamten ein öffentlichrechtliches Entgelt sind und ihnen nicht der Charakter einer Versorgungsleistung zukommt, abzugehen. Ausgehend davon erweist sich aber die in Prüfung gezogene Regelung, die eine Kürzung dieses Entgelts allein auf Grund des Umstandes statuiert, dass neben der Pension ein Erwerbseinkommen bezogen wird, als sachfremd und somit gleichheitswidrig.

Aufhebung der im amtswegig eingeleiteten Verfahren in Prüfung gezogenen Bestimmung des §2 TeilpensionsG idF BGBl I 130/2003.Aufhebung der im amtswegig eingeleiteten Verfahren in Prüfung gezogenen Bestimmung des §2 TeilpensionsG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 130 aus 2003,.

Aufhebung auch der vom Verwaltungsgerichtshof angefochtenen Bestimmungen (§2 idF BGBl I 86/2001, 71/2003 und 142/2004), da es sich dabei um jeweils zeitraumbezogene Regelungen über das teilweise Ruhen von Pensionsansprüchen handelt.Aufhebung auch der vom Verwaltungsgerichtshof angefochtenen Bestimmungen (§2 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 86 aus 2001,, 71/2003 und 142/2004), da es sich dabei um jeweils zeitraumbezogene Regelungen über das teilweise Ruhen von Pensionsansprüchen handelt.

(Anlassfall: B913/04, E v 14.10.05, Aufhebung des angefochtenen Bescheides; Quasi-Anlassfälle: B1447/03, B1439/04, uva, alle E v 14.10.05).

Entscheidungstexte

  • G 67/05 ua
    Entscheidungstext VfGH Erkenntnis 14.10.2005 G 67/05 ua

Schlagworte

Dienstrecht, Ruhegenuß, Geltungsbereich (zeitlicher) eines Gesetzes

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2005:G67.2005

Dokumentnummer

JFR_09948986_05G00067_01
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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