RS Lvwg 2014/4/17 LVwG-750118/9/Gf/Rt

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 17.04.2014
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Rechtssatznummer

1

Entscheidungsdatum

17.04.2014

Norm

EMRK Art8
B-VG Art130 Abs1 Z1
NAG §11
NAG §41a
NAG §43
VwGVG §28
  1. B-VG Art. 130 heute
  2. B-VG Art. 130 gültig ab 01.02.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2019 bis 31.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  5. B-VG Art. 130 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  6. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2015 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  7. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2013
  8. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  9. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  10. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  11. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  12. B-VG Art. 130 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  13. B-VG Art. 130 gültig von 18.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 215/1962
  14. B-VG Art. 130 gültig von 25.12.1946 bis 17.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  15. B-VG Art. 130 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  16. B-VG Art. 130 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. NAG § 11 heute
  2. NAG § 11 gültig ab 07.03.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 206/2021
  3. NAG § 11 gültig von 19.10.2017 bis 06.03.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2017
  4. NAG § 11 gültig von 01.10.2017 bis 18.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2017
  5. NAG § 11 gültig von 01.10.2017 bis 30.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2017
  6. NAG § 11 gültig von 20.07.2015 bis 30.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 70/2015
  7. NAG § 11 gültig von 01.01.2014 bis 19.07.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2013
  8. NAG § 11 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  9. NAG § 11 gültig von 01.07.2011 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 38/2011
  10. NAG § 11 gültig von 01.01.2011 bis 30.06.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  11. NAG § 11 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 135/2009
  12. NAG § 11 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  13. NAG § 11 gültig von 01.04.2009 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2009
  14. NAG § 11 gültig von 01.01.2006 bis 31.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2005
  15. NAG § 11 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2005
  1. NAG § 41a heute
  2. NAG § 41a gültig ab 07.08.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 81/2026
  3. NAG § 41a gültig von 01.10.2024 bis 06.08.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 67/2024
  4. NAG § 41a gültig von 01.10.2022 bis 30.09.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/2022
  5. NAG § 41a gültig von 24.12.2020 bis 30.09.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2020
  6. NAG § 41a gültig von 01.02.2020 bis 31.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 25/2019
  7. NAG § 41a gültig von 01.09.2018 bis 23.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 56/2018
  8. NAG § 41a gültig von 15.08.2018 bis 31.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 56/2018
  9. NAG § 41a gültig von 19.10.2017 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2017
  10. NAG § 41a gültig von 01.10.2017 bis 18.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2017
  11. NAG § 41a gültig von 01.10.2017 bis 30.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2017
  12. NAG § 41a gültig von 20.07.2015 bis 30.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 70/2015
  13. NAG § 41a gültig von 01.01.2014 bis 19.07.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2013
  14. NAG § 41a gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  15. NAG § 41a gültig von 01.09.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  16. NAG § 41a gültig von 01.07.2011 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 38/2011
  1. NAG § 43 heute
  2. NAG § 43 gültig ab 01.10.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/2022
  3. NAG § 43 gültig von 19.10.2017 bis 30.09.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2017
  4. NAG § 43 gültig von 01.10.2017 bis 18.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2017
  5. NAG § 43 gültig von 01.01.2014 bis 30.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2013
  6. NAG § 43 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  7. NAG § 43 gültig von 01.09.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  8. NAG § 43 gültig von 01.07.2011 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 38/2011
  9. NAG § 43 gültig von 01.01.2010 bis 30.06.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  10. NAG § 43 gültig von 01.04.2009 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2009
  11. NAG § 43 gültig von 01.01.2006 bis 31.03.2009

Rechtssatz

* Aus der Übergangsbestimmung des § 81 Abs. 26 NAG idgF BGBl.Nr. I 144/2013 resultiert, dass die mit Ablauf des 31. Dezember 2013 beim BMI anhängig gewesenen Berufungsverfahren vom zuständigen LVwG nach dem NAG in der Fassung BGBl.Nr. I 50/2012 zu Ende zu führen sind, d.h., dass die sog. „BFA-Novelle“ BGBl.Nr. I 87/2012 insoweit noch nicht maßgeblich ist.* Aus der Übergangsbestimmung des Paragraph 81, Absatz 26, NAG idgF BGBl.Nr. römisch eins 144 aus 2013, resultiert, dass die mit Ablauf des 31. Dezember 2013 beim BMI anhängig gewesenen Berufungsverfahren vom zuständigen LVwG nach dem NAG in der Fassung BGBl.Nr. römisch eins 50 aus 2012, zu Ende zu führen sind, d.h., dass die sog. „BFA-Novelle“ BGBl.Nr. römisch eins 87 aus 2012, insoweit noch nicht maßgeblich ist.

* Hinsichtlich der sowohl nach § 43 Abs. 3 Z. 2 NAG im Zuge der Erteilung einer Niederlassungsbewilligung als auch gemäß § 41a Abs. Z. 2 NAG bei der Erteilung einer „Rot-Weiß-Rot–Karte plus“ vorzunehmenden Prüfung, ob die Gewährung eines solchen Aufenthaltstitels i.S.d. Art. 8 EMRK i.V.m. § 11 Abs. 3 NAG zur Aufrechterhaltung (hier:) des Privatlebens der Beschwerdeführerin geboten war, wurde zwar bereits vom Bundesasylamt in dessen Bescheid vom 24. Juni 2011 und auch vom Asylgerichtshof in dessen Erkenntnis vom 12. Juni 2012 jeweils eine entsprechende Interessenabwägung durchgeführt. Diese Abwägung erfolgte jedoch ausschließlich im Rahmen eines Asylverfahrens und vermochte somit schon aus diesem Grund – ganz abgesehen davon, dass prinzipiell lediglich dem Spruch, nicht aber auch der Begründung eines Bescheides normative Wirkung zukommen kann – keine inhaltliche Bindungswirkung für die das NAG vollziehende Behörden zu entfalten. Dazu kommt, dass die im Asylverfahren vorgenommenen Verhältnismäßigkeitsprüfungen jeweils bereits zu vergleichsweise früheren Zeitpunkten erfolgten, sodass diese jene sich danach bis zur Entscheidung über den beantragten Aufenthaltstitel ereignet habenden Sachverhaltsänderungen naturgemäß noch nicht mit einbeziehen konnten. Ungeachtet des Umstandes, dass die gesetzlichen Voraussetzungen – wie ein Blick auf § 11 Abs. 3 NAG und § 10 Abs. 2 des Asylgesetzes, BGBl.Nr. 100/2005 i.d.F. BGBl.Nr. I 144/2013, zeigt – formal jeweils identisch sind, hätte die zur Vollziehung des vom Asylverfahren zu trennenden Niederlassungsverfahrens berufene belangte Behörde daher insbesondere schon angesichts des zwischenzeitlich verstrichenen Zeitraumes von nahezu eineinhalb Jahren aus eigenem eine entsprechende Verhältnismäßigkeitsprüfung durchzuführen gehabt.* Hinsichtlich der sowohl nach Paragraph 43, Absatz 3, Ziffer 2, NAG im Zuge der Erteilung einer Niederlassungsbewilligung als auch gemäß Paragraph 41 a, Abs. Ziffer 2, NAG bei der Erteilung einer „Rot-Weiß-Rot–Karte plus“ vorzunehmenden Prüfung, ob die Gewährung eines solchen Aufenthaltstitels i.S.d. Artikel 8, EMRK in Verbindung mit Paragraph 11, Absatz 3, NAG zur Aufrechterhaltung (hier:) des Privatlebens der Beschwerdeführerin geboten war, wurde zwar bereits vom Bundesasylamt in dessen Bescheid vom 24. Juni 2011 und auch vom Asylgerichtshof in dessen Erkenntnis vom 12. Juni 2012 jeweils eine entsprechende Interessenabwägung durchgeführt. Diese Abwägung erfolgte jedoch ausschließlich im Rahmen eines Asylverfahrens und vermochte somit schon aus diesem Grund – ganz abgesehen davon, dass prinzipiell lediglich dem Spruch, nicht aber auch der Begründung eines Bescheides normative Wirkung zukommen kann – keine inhaltliche Bindungswirkung für die das NAG vollziehende Behörden zu entfalten. Dazu kommt, dass die im Asylverfahren vorgenommenen Verhältnismäßigkeitsprüfungen jeweils bereits zu vergleichsweise früheren Zeitpunkten erfolgten, sodass diese jene sich danach bis zur Entscheidung über den beantragten Aufenthaltstitel ereignet habenden Sachverhaltsänderungen naturgemäß noch nicht mit einbeziehen konnten. Ungeachtet des Umstandes, dass die gesetzlichen Voraussetzungen – wie ein Blick auf Paragraph 11, Absatz 3, NAG und Paragraph 10, Absatz 2, des Asylgesetzes, BGBl.Nr. 100 aus 2005, in der Fassung BGBl.Nr. römisch eins 144 aus 2013,, zeigt – formal jeweils identisch sind, hätte die zur Vollziehung des vom Asylverfahren zu trennenden Niederlassungsverfahrens berufene belangte Behörde daher insbesondere schon angesichts des zwischenzeitlich verstrichenen Zeitraumes von nahezu eineinhalb Jahren aus eigenem eine entsprechende Verhältnismäßigkeitsprüfung durchzuführen gehabt.

* Indem eine solche jedoch einerseits – wie der Begründung des angefochtenen Bescheides zweifelsfrei entnommen werden kann – bewusst unterblieben ist und andererseits von der belangten Behörde auch kein formaler Widerspruch erhoben wurde, war die nach Art. 8 EMRK erforderliche Verhältnismäßigkeitsprüfung sohin nach § 28 Abs. 2 und 3 VwGVG vom LVwG OÖ im Rahmen des Rechtsmittelverfahrens vorzunehmen.* Indem eine solche jedoch einerseits – wie der Begründung des angefochtenen Bescheides zweifelsfrei entnommen werden kann – bewusst unterblieben ist und andererseits von der belangten Behörde auch kein formaler Widerspruch erhoben wurde, war die nach Artikel 8, EMRK erforderliche Verhältnismäßigkeitsprüfung sohin nach Paragraph 28, Absatz 2 und 3 VwGVG vom LVwG OÖ im Rahmen des Rechtsmittelverfahrens vorzunehmen.

Schlagworte

Fremdenrecht – Übergangsbestimmungen; Rechtskraft und Bindungswirkung, keine; Ausweisung; Rot-Weiß-Rot-Karte; Interessenabwägung, verfahrensbezogene; Sachentscheidung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:LVWGOB:2014:LVwG.750118.9.Gf.Rt

Zuletzt aktualisiert am

30.06.2014
Quelle: Landesverwaltungsgericht Oberösterreich LVwg Oberösterreich, http://www.lvwg-ooe.gv.at
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