RS Dsk 1998/10/23 120.566/15-DSK/98

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 23.10.1998
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Norm

DSG §7 Abs1 Z1;
DSG 2000 §7 Abs2 Z3;
DSG 2000 §8 Abs1 Z1;
SPG §64 Abs2;
SPG §64 Abs3;
SPG §64 Abs4;
SPG idF BGBl Nr 201/1996 §71 Abs4 Z1 litb;
SPG §71 Abs3 Z1 litb;
EMRK Art6 Abs2;
StPO §38 Abs1;
  1. SPG § 64 heute
  2. SPG § 64 gültig ab 25.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2018
  3. SPG § 64 gültig von 01.08.2016 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2016
  4. SPG § 64 gültig von 01.07.2014 bis 31.07.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2014
  5. SPG § 64 gültig von 01.10.2002 bis 30.06.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2002
  6. SPG § 64 gültig von 01.09.1999 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 146/1999
  7. SPG § 64 gültig von 01.05.1993 bis 31.08.1999
  1. SPG § 64 heute
  2. SPG § 64 gültig ab 25.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2018
  3. SPG § 64 gültig von 01.08.2016 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2016
  4. SPG § 64 gültig von 01.07.2014 bis 31.07.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2014
  5. SPG § 64 gültig von 01.10.2002 bis 30.06.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2002
  6. SPG § 64 gültig von 01.09.1999 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 146/1999
  7. SPG § 64 gültig von 01.05.1993 bis 31.08.1999
  1. SPG § 64 heute
  2. SPG § 64 gültig ab 25.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2018
  3. SPG § 64 gültig von 01.08.2016 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2016
  4. SPG § 64 gültig von 01.07.2014 bis 31.07.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2014
  5. SPG § 64 gültig von 01.10.2002 bis 30.06.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2002
  6. SPG § 64 gültig von 01.09.1999 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 146/1999
  7. SPG § 64 gültig von 01.05.1993 bis 31.08.1999
  1. SPG § 71 heute
  2. SPG § 71 gültig ab 25.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2018
  3. SPG § 71 gültig von 01.10.2002 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2002
  4. SPG § 71 gültig von 01.10.1997 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/1997
  5. SPG § 71 gültig von 01.05.1993 bis 30.09.1997
  1. StPO § 38 heute
  2. StPO § 38 gültig ab 01.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  3. StPO § 38 gültig von 01.01.2008 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  4. StPO § 38 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  5. StPO § 38 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.1993

Rechtssatz

[Anmerkung: Der Beschwerdeführer befand er sich im Zeitpunkt der Übermittlung ihn betreffender erkennungsdienstlicher Daten an die Medien auf richterlichen Befehl in Verwahrungshaft, war demnach weder flüchtig noch in der Lage, weitere gefährliche Angriffe zu begehen. Seine Identität war geklärt.]

Die Datenschutzkommission vertritt die Rechtsauffassung, daß sich der Präventionszweck gemäß § 71 Abs 4 Z 1 lit b SPG idF vor der Novelle BGBl I Nr 104/1997 [Anmerkung: nunmehr § 71 Abs 3 Z 1 lit b SPG] nur auf Tatverdächtige beziehen kann, die sich auf freiem Fuß befinden. Bei einem zur Sicherung des Strafverfahrens in Verwahrungs- oder Untersuchungshaft befindlichen Tatverdächtigen fällt dieser Veröffentlichungsgrund weg, und auch in den Anwendungsfällen wird er eng auszulegen sein. Ansonsten müßte man annehmen, daß der Gesetzgeber den Sicherheitsbehörden das Recht einräumt, einen aufgrund der Unschuldsvermutung gemäß § 38 Abs.1 StPO bzw. Art. 6 Abs.2 MRK für unschuldig zu gelten habenden Verdächtigen großzügig an den ‘Medienpranger’ zu stellen, was insbesondere mit dem durch die zitierte Bestimmung der MRK verfassungsgesetzlich geschützten Recht auf Geltung der Unschuldsvermutung unvereinbar wäre.Die Datenschutzkommission vertritt die Rechtsauffassung, daß sich der Präventionszweck gemäß Paragraph 71, Absatz 4, Ziffer eins, Litera b, SPG in der Fassung vor der Novelle Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr 104 aus 1997, [Anmerkung: nunmehr Paragraph 71, Absatz 3, Ziffer eins, Litera b, SPG] nur auf Tatverdächtige beziehen kann, die sich auf freiem Fuß befinden. Bei einem zur Sicherung des Strafverfahrens in Verwahrungs- oder Untersuchungshaft befindlichen Tatverdächtigen fällt dieser Veröffentlichungsgrund weg, und auch in den Anwendungsfällen wird er eng auszulegen sein. Ansonsten müßte man annehmen, daß der Gesetzgeber den Sicherheitsbehörden das Recht einräumt, einen aufgrund der Unschuldsvermutung gemäß Paragraph 38, Absatz eins, StPO bzw. Artikel 6, Absatz 2, MRK für unschuldig zu gelten habenden Verdächtigen großzügig an den ‘Medienpranger’ zu stellen, was insbesondere mit dem durch die zitierte Bestimmung der MRK verfassungsgesetzlich geschützten Recht auf Geltung der Unschuldsvermutung unvereinbar wäre.

Schlagworte

Übermittlungszweck; Presseaussendung

Dokumentnummer

DSKRS_19981023_120566_15_DSK_98_05
Quelle: Datenschutzbehörde Dsb, https://www.dsb.gv.at
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