Norm
AVG §71Rechtssatz
Hat der Verteidiger Schwierigkeiten, Kontakt mit dem Beschuldigten herzustellen und kann er daher eine begründete Berufung nicht einbringen, so sind dies Schwierigkeiten, die im Innenverhältnis zwischen Vollmachtgeber und Vollmachtnehmer auftreten. Für Handlungen oder Unterlassungen seines Vertreters hat jedoch der Vertretene einzustehen (VwGH 21.1.1972, 2268/71; 27.6.1990, 90/18/0077; 2.7.1990, 90/19/0285 ua.).
Selbst wenn man davon ausgeht, dass der Vertreter im Innenverhältnis den Auftrag hatte, eine Berufung zu erheben, so obliegt es dennoch dem Beschuldigten, mit dem Verteidiger Kontakt aufzunehmen und ihm alle Informationen für die Einbringung einer Berufung zur Verfügung zu stellen. Dies ist jedoch offenkundig nicht geschehen, weshalb der Beschuldigte die ihn treffende zumutbare Sorgfalt, zumal ihm ja die Bedeutung der verhängten Disziplinarstrafe bewusst sein musste, außer Acht gelassen hat.
DK: Abweisung eines Antrages auf Wiedereinsetzung in den vorigen
Stand (Ber d Besch)
DOK: Bestätigung
Dokumentnummer
DOKRS_20000222_133_7_DOK_99_01