RS Vfgh 2008/10/9 G39/08 ua

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 09.10.2008
beobachten
merken

Index

L4 Innere Verwaltung
L4410 Feuerpolizei, Kehrordnung

Norm

B-VG Art7 Abs1 / Gesetz
B-VG Art140 Abs1 / Allg
B-VG Art140 Abs6
Stmk BauG §103, §119e
Stmk FeuerpolizeiG 1985 §7 Abs3, §7 Abs3a
Stmk G, mit dem das Stmk BauG und das Stmk FeuerpolizeiG 1985 geändert werden, LGBl 6/2008 Art1 Z2
Stmk L-VG §21b
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Leitsatz

Stattgabe eines Drittelantrags von Abgeordneten des Steiermärkischen Landtags auf Aufhebung von Bestimmungen des Steiermärkischen Feuerpolizeigesetzes 1985 betreffend Brandschutzmaßnahmen für bestehende Hochhäuser; Gleichheitswidrigkeit der Regelung wegen Ungleichbehandlung von überwiegend Wohnzwecken dienenden und anderen Hochhäusern; Abweisung des Drittelantrags hinsichtlich einer Novelle betreffend Aufhebung einer baugesetzlichen Vorschrift über Brandschutzmaßnahmen sowie hinsichtlich einer Übergangsbestimmung

Rechtssatz

Zulässigkeit des Antrags von mehr als einem Drittel der Mitglieder des Steiermärkischen Landtags gem §21b Stmk L-VG auf Aufhebung des Art1 Z2 des Gesetzes, mit dem das Stmk BauG und das Stmk FeuerpolizeiG 1985 geändert werden, LGBl 6/2008.Zulässigkeit des Antrags von mehr als einem Drittel der Mitglieder des Steiermärkischen Landtags gem §21b Stmk L-VG auf Aufhebung des Art1 Z2 des Gesetzes, mit dem das Stmk BauG und das Stmk FeuerpolizeiG 1985 geändert werden, Landesgesetzblatt 6 aus 2008,.

Da im Falle der Aufhebung dieser Novellierungsanordnung (auf Aufhebung des §103 Stmk BauG) gem Art140 Abs6 B-VG - sofern das Erkenntnis nicht anderes ausspricht - §103 des Stmk BauG wieder in Kraft treten würde, wäre damit die von den Antragstellern behauptete Verfassungswidrigkeit beseitigt.

Zulässigkeit des Antrags auch hinsichtlich §7 Abs3a Stmk FeuerpolizeiG 1985 und der Übergangsbestimmung des §119e Stmk BauG.

Aufhebung von Teilen des §7 Abs3a Stmk FeuerpolizeiG 1985 idF LGBl 6/2008.Aufhebung von Teilen des §7 Abs3a Stmk FeuerpolizeiG 1985 in der Fassung Landesgesetzblatt 6 aus 2008,.

§7 Abs3a Stmk FeuerpolizeiG 1985 sieht für Hochhäuser, die überwiegend Wohnzwecken dienen, über §7 Abs3 leg cit hinausgehend die Vorschreibung baulicher Maßnahmen, nämlich von Brandschutztüren zwischen Erdgeschoß und Keller sowie brandhemmender Türen zu Wohnungen vor. §7 Abs3 Stmk FeuerpolizeiG 1985 gilt auch für Hochhäuser, aber nur für solche, die nicht überwiegend Wohnzwecken dienen, sieht aber nur die Vorschreibung von Brandmelde- und Alarmeinrichtungen, Löschanlagen, Löschmitteln oder Löschwasserbezugsstellen vor, erlaubt hingegen nicht die Vorschreibung von Brandschutztüren zwischen Erdgeschoß und Keller sowie von brandhemmenden Türen zu Wohnungen. Beide Normen dienen dem Schutz der Personen, die sich in dem Hochhaus aufhalten und durch einen Brand gefährdet sind. Der Verfassungsgerichtshof sieht keinen sachlichen Grund dafür, Hochhäuser, die überwiegend Wohnzwecken dienen, im Hinblick auf die vorzuschreibenden Brandschutzmaßnahmen anders zu behandeln als Hochhäuser, die zB überwiegend Bürozwecken dienen.

Zur Beseitigung der aufgezeigten Verfassungswidrigkeit genügt es, im §7 Abs3a erster Satz des Stmk FeuerpolizeiG 1985 die Wendung ", überwiegend Wohnzwecken dienende", im §7 Abs3a zweiter Satz leg cit die Worte "vorstehend bezeichneten" und im §7 Abs3a letzter Satz leg cit das Wort "vorgenannte" aufzuheben.

Abweisung der Anträge auf Aufhebung des Art1 Z2 des Gesetzes LGBl 6/2008 sowie des §119e Stmk BauG idF LGBl 6/2008.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des Art1 Z2 des Gesetzes Landesgesetzblatt 6 aus 2008, sowie des §119e Stmk BauG in der Fassung Landesgesetzblatt 6 aus 2008,.

Der durch die angefochtene Novelle aufgehobene §103 Stmk BauG bot eine - über die im §7 Abs3 Stmk FeuerpolizeiG 1985 hinausgehende - Möglichkeit, bei bestehenden Hochhäusern zusätzliche bauliche Maßnahmen, wie zB die Ausbildung der Hauptstiegenhäuser und der Aufschließungsgänge als eigene Brandabschnitte, die brandbeständige Trennung der Kellergeschoße von den Stiegenhäusern etc vorzuschreiben.

Der Verzicht auf die nachträgliche Vorschreibung bestimmter baulicher Maßnahmen bei bestehenden Hochhäusern bewirkt jedoch entgegen der Annahme der Antragsteller keine Gleichheitswidrigkeit der Aufhebung des §103 Stmk BauG, liegt es doch im Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers, ob und in welchem Ausmaß er bei bestehenden baulichen Anlagen nachträgliche brandschutztechnische Maßnahmen verlangt.

Die Übergangsbestimmung des §119e Stmk BauG stellt auf Bescheide ab, die nach §103 "in der Fassung LGBl. Nr. 78/2003" ergangen sind; In-Kraft-Treten der Novelle 2003 mit 01.01.04; daher Abstellen auf den Stichtag 01.01.04.

Geht man davon aus, dass der Landesgesetzgeber mit der Novelle 2006 eine seiner Ansicht nach überschießende Regelung (§103 Stmk BauG) - zulässiger Weise - aufheben wollte, liegt es auch in seinem rechtspolitischen Gestaltungsspielraum, die Übergangsbestimmung des §119e Stmk BauG so zu fassen, dass auf diese aufgehobene Bestimmung gestützte Bescheide ab einem bestimmten Stichtag (hier: 01.01.04) von Amts wegen an die durch die die Aufhebung und Ersatzregelung anordnende Novelle geänderte Rechtslage anzupassen sind.

Entscheidungstexte

  • G 39/08 ua
    Entscheidungstext VfGH Erkenntnis 09.10.2008 G 39/08 ua

Schlagworte

Feuerpolizei, Baurecht, VfGH / Verwerfungsumfang, Novellierung, Geltungsbereich (zeitlicher) eines Gesetzes, Übergangsbestimmung, VfGH / Aufhebung Wirkung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2008:G39.2008

Zuletzt aktualisiert am

19.08.2010
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten