RS Dok 2013/2/28 102/13-DOK/12, 103/13-DOK/12

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 28.02.2013
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Norm

BDG §43 Abs2
BDG §92 Abs1 Z4
B-VG Art148a
MRK Art10
StGB §33 Abs1 Z5
StGG Art13
  1. B-VG Art. 148a heute
  2. B-VG Art. 148a gültig ab 12.06.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 41/2026
  3. B-VG Art. 148a gültig von 01.01.2019 bis 11.06.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  4. B-VG Art. 148a gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  5. B-VG Art. 148a gültig von 01.07.2012 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 1/2012
  6. B-VG Art. 148a gültig von 01.01.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  7. B-VG Art. 148a gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 148a gültig von 01.01.1989 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  9. B-VG Art. 148a gültig von 01.08.1981 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 350/1981
  1. StGB § 33 heute
  2. StGB § 33 gültig ab 01.09.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 159/2021
  3. StGB § 33 gültig von 01.01.2020 bis 31.08.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/2019
  4. StGB § 33 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 154/2015
  5. StGB § 33 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  6. StGB § 33 gültig von 01.01.2012 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2011
  7. StGB § 33 gültig von 01.03.1997 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 762/1996
  8. StGB § 33 gültig von 01.01.1975 bis 28.02.1997

Schlagworte

Meinungsäußerungsfreiheit, Grenzen, Vertrauen der Öffentlichkeit in rechtskonforme Aufgabenerfüllung, Veröffentlichung eines Artikels, Aufforderung zum Rechtsbruch, rassistische Motivation, bewusste Provokation, Entlassung

Rechtssatz

Das Vertrauen der Allgemeinheit in die ordnungsgemäße Aufgabenwahrnehmung eines jeden Prüfreferenten der Volksanwaltschaft, dessen Kernaufgabe es ja ist, auf die Abstellung selbst gesetzeskonformer Missstände in der Verwaltung hinzuwirken, ist zweifelsfrei nachhaltig und unwiederbringlich zerstört, wenn zu gesetzwidrigem Vorgehen in der Verwaltung aufgefordert wird. Im Gegenstand ist noch erschwerend, dass der Beschuldigte öffentlich zu gesetzwidrigem Vorgehen in einem Verwaltungsbereich auffordert, in dem er nach seiner Aufgabenstellung in der Volksanwaltschaft für die Abstellung von Missständen zu sorgen hat und zwar nicht nur aufgrund von Anträgen Betroffener, sondern auch von Amts wegen. Bei solchen Bediensteten besteht die berechtigte Befürchtung, dass von Amts wegen zu verfolgende Missstände nicht verfolgt werden, sondern weggeschaut wird.

Dasselbe gilt, wenn dieser Personenkreis als „humanoider Sondermüll“ bezeichnet wird, da diese ja damit als Unpersonen so oder so auch keine Rechte haben.

Ein Beamter der Volksanwaltschaft, der aus offensichtlich rassistisch motivierten Beweggründen („humanoider Sondermüll“) zum Gesetzesbruch durch Dienststellen des Bundes aufruft (deren Kontrolle ja auch der Volksanwaltschaft obliegt), kann im Bereich der Volksanwaltschaft nicht mehr verwendet werden. Die objektive Schwere der dem Beschuldigten angelasteten Tat steht seiner weiteren Dienstverrichtung entgegen.

DK: Geldstrafe 2 MB (StrafBer d DA)

DOK: Entlassung

Anmerkung

bestätigt mit Erk d VwGH v 3.10.2013, 2013/09/0077.

Zuletzt aktualisiert am

24.10.2013
Quelle: Disziplinarkommissionen, Disziplinaroberkommission, Berufungskommission Dok, https://www.ris.bka.gv.at/Dok
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