Norm
BDG 1979 §47Schlagworte
DienstpflichtverletzungText
DISZIPLINARERKENNTNIS
Die Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz, Senat 2, hat durch den Vorsitzenden VPdOLG Dr. HAIDACHER sowie die weiteren Mitglieder StA Dr. STRAHWALD und ADirRR SCHEUCHER in der Disziplinarsache gegen die Beamtin ADir.*** nach der am **. März *** in Anwesenheit des Disziplinaranwaltes OStA Dr. KIRSCHENHOFER, der Disziplinarbeschuldigten ADir. ***, ihres Verteidigers Dr. *** und der Schriftführerin RiAA DI Mag.a MÜLLNER durchgeführten mündlichen Verhandlung zu Recht erkannt:
1. ADir.*** wird vom Vorwurf, sie habe zu den nachangeführten Zeiten in *** als Vorsteherin der Geschäftsstelle der *** von *** und Gleitzeitbeauftragte für die Bediensteten dieser Behörde, wobei ihr mit Bezug auf die zuletzt genannte Funktion das Tätigwerden in eigener Sache explizit untersagt war,
A)
in der Zeit vom ** Jänner ** bis ** Dezember ** zur Verschleierung von Blockzeitverletzungen durch überlange Mittagspausen bzw. vorzeitige Dienstbeendigungen unberechtigt in eigener Sache ihre Abwesenheit von der Dienststelle an folgenden Tagen im Zeiterfassungssystem händisch wahrheitswidrig - als „Dienstgang“ eingegeben; und zwar:
1.) am ** Jänner *** (Dienstgang von 13:47 bis 15:30 Uhr durch die erst am * Februar *** erfolgte „Korrektur“ des Rückkehrzeitpunktes mit 16:00 Uhr);
2.) am ** März *** (Dienstgang um 11:11 Uhr, wobei um 14:24 Uhr die Rückkehrzeit mit 12:30 Uhr eingetragen wurde);
3.) am ** März *** (Dienstgang um 11:21 Uhr, wobei um 13:41 Uhr die Rückkehrzeit mit 12:25 Uhr eingetragen wurde);
4.) am **. Mai *** (Dienstgang um 11:39 Uhr, wobei um 13:01 Uhr die Rückkehrzeit mit 12:05 Uhr eingetragen wurde);
5.) am **. Juni *** (Dienstgang um 11:00 Uhr, wobei um 13:05 Uhr die Rückkehrzeit mit 11:45 Uhr eingetragen wurde);
6.) am ** Juli *** (Dienstgang um 10:55 Uhr, wobei um 13:23 Uhr die **Jv *** 4 von 19 Rückkehrzeit mit 11:30 Uhr und in einem Zug sofort eine Mittagspause von 11:30 Uhr bis 11:55 Uhr eingetragen wurde);
7.) am ** Juli *** (Dienstgang um 11:11 Uhr, wobei um 13:15 Uhr die Rückkehrzeit mit 11:45 Uhr eingetragen wurde);
8.) am **. Juli *** (Dienstgang um 11:25 Uhr, wobei um 14:01 Uhr die Rückkehrzeit mit 12:15 Uhr eingetragen wurde);
9.) am ** Juli *** (Dienstgang um 11:39 Uhr, wobei um 13:38 Uhr die Rückkehrzeit mit 12:25 Uhr eingetragen wurde);
10.) am ** August *** (Dienstgang um 10:23 Uhr, wobei um 13:14 Uhr die Rückkehrzeit mit 11:15 Uhr eingetragen wurde);
11.) am ** August *** (Dienstgang um 11:15 Uhr, wobei um 13:14 Uhr die Rückkehrzeit mit 12:25 Uhr eingetragen wurde);
12.) am ** August *** (mit Chip gebuchter Dienstgang von 10:23 Uhr bis 12:15 Uhr, wobei um 13:30 Uhr die Beendigung des Dienstganges mit 11:05 Uhr und daran anschließend eine Anwesenheit von 11:05 Uhr bis 11:35 Uhr eingetragen wurde);
13.) am ** August *** (Dienstgang um 11:23 Uhr, wobei um 13:24 Uhr die Rückkehrzeit mit 12.00 Uhr eingetragen wurde);
14.) am ** September *** (Dienstgang um 07:19 Uhr, wobei um 14:04 Uhr die Rückkehrzeit mit 10:33 Uhr sowie anschließend eine Anwesenheit von 10:33 Uhr bis 11:15 Uhr und von 11:15 Uhr bis 11:50 Uhr sowie ein Ende der Mittagspause mit 12:25 Uhr und um 15:36 Uhr die Endzeit mit 15:35 Uhr eingetragen wurde);
15.) am ** September *** (Dienstgang um 10:34 Uhr, wobei am ** September *** um 07:19 Uhr die Rückkehrzeit mit 11:12 Uhr und die Dienstbeendigung mit 14:55 Uhr eingetragen wurde);
16.) am ** September *** (Dienstgang um 11:13 Uhr, wobei am ** September *** die Rückkehrzeit mit 11:45 Uhr des ** September *** eingetragen wurde);
17.) am ** September *** (Dienstgang um 11:05 Uhr, wobei um 13:34 Uhr die Rückkehrzeit mit 15:30 Uhr eingetragen wurde, sohin während der Zeit des gebuchten Dienstganges);
18.) am ** Oktober *** (Dienstgang um 10:49 Uhr, wobei um 13:29 Uhr die Rückkehrzeit mit 11:15 Uhr sowie eine anschließende Anwesenheit von 11:15 Uhr bis 12:25 Uhr und danach eine Rückkehr um 13.00 Uhr eingetragen wurde);
19.) am ** November *** (Dienstgang von 15:10 Uhr bis 18:15 Uhr, wobei am ** November *** die Buchung für den Vortag auf „Dienstgang“ 15:10 Uhr bis 15:30 Uhr und Anwesenheit von 15:30 Uhr bis 18.15 Uhr verändert wurde);
20.) am ** November *** (Dienstgang um 11:09 Uhr, wobei um 12:59 Uhr die Rückkehrzeit mit 11:45 Uhr und danach eine Anwesenheit von 11:45 Uhr bis 12:25 Uhr und danach eine Rückkehr um 12:50 Uhr eingetragen wurde);
21.) am ** November *** (Dienstgang von 11:17 Uhr bis 12:36 Uhr, wobei um 12:51 Uhr die Rückkehrzeit mit 11:50 Uhr eingetragen wurde, wobei anschließend eine Anwesenheit von 11:50 Uhr bis 11:50 Uhr eingetragen wurde, die danach auf den Zeitraum 12:36 Uhr bis 12:45 Uhr korrigiert wurde, wobei nachfolgend die 12:45 Uhr auf 12:35 Uhr verändert wurde);
22.) am ** Dezember *** (Dienstgang um 11:43 Uhr, wobei um 13:15 Uhr die Rückkehrzeit mit 12:35 Uhr und gleichzeitig eine „Kommt und Geht- Buchung“ mit 12:35 Uhr eingetragen wurde);
23.) am ** Dezember ** (Dienstgang um 12.35 Uhr, wobei um 13:19 Uhr die Rückkehrzeit mit 13:01 Uhr sowie eine „Kommt und Geht-Buchung mit 12:35 Uhr eingetragen wurde);
24.) am ** Dezember *** (Dienstgang von 11:29 Uhr bis 13:05 Uhr, wobei dieser Dienstgang laut Änderungsprotokoll von 11:29 Uhr bis 11:45 Uhr dauerte; nach der Mittagspause von 11:45 Uhr bis 12:45 Uhr wurde daran anschließen von 12:45 Uhr bis 13:05 Uhr ein weiterer Dienstgang eingetragen, wobei dieser zweite Dienstgang nicht plausibel erscheint);
25.) am ** Jänner *** (Dienstgang von 15:29 Uhr bis 15:30 Uhr, wobei erst am ** Jänner *** um 16:56 Uhr das Ende des Dienstganges am ** Jänner *** auf 15:45 Uhr geändert, eine „Kommt-Buchung“ mit 1:00 Uhr und in weiterer Folge am ** Jänner ** um 07:48 Uhr die Anwesenheit in der Zeit von 12:27 Uhr bis 15:29 Uhr auf „Dienstgang“ geändert und die Eintragung „1:00 Uhr“ gelöscht wurde);
26.) am ** Jänner *** (eine mit Chip gebuchte Anwesenheit von 12:06 Uhr bis 15:29 Uhr wurde am ** Jänner ***, 07:47 Uhr, auf „Dienstgang“ geändert und in der Anmerkung der Gleitzeit zum Zeitraum 15:29 Uhr bis 15:45 Uhr „Korrektur Dienstgang OStA: 15:29 – 15:45 eingetragen);
27.) am ** Februar *** (Dienstgang von 12:05 Uhr bis 12:45 Uhr, wobei dieser Dienstgang am ** Februar *** um 07:34 Uhr auf „Anwesenheit“ geändert und ein „Dienstgang“ von 12:45 Uhr bis 13:20 Uhr eingetragen wurde);
28.) am ** Februar *** (Dienstgang von 11:48 Uhr bis 12:20 Uhr, die um 13:21 Uhr in eine „Kommt-Geht-Buchung“ mit 12:20 Uhr geändert wurde);
29.) am ** Februar *** (Dienstgang von 11:47 Uhr bis 12:15 Uhr, wobei um 13:05 Uhr eine „Kommt-Geht-Buchung“ mit 12:15 Uhr und eine Rückkehr mit 12:50 Uhr eingetragen wurden; am ** Februar *** um 07:49 Uhr wurde für den Vortag die Rückkehrzeit eines zunächst mit Chip erfassten Dienstganges von 15:42 Uhr bis 15:42 Uhr auf 16:15 Uhr geändert);
30.) am ** Februar *** (Dienstgang von 15:30 Uhr bis 15:30 Uhr, wobei am *** Februar *** um 07:53 Uhr das Ende des Dienstganges am Vortag auf 15:45 Uhr geändert wurde);
31.) am ** Februar *** (Dienstgang um 11:11 Uhr, wobei um 13:40 Uhr die Rückkehrzeit mit 15:30 Uhr eingetragen wurde);
32.) am ** März *** (Dienstgang vom 11:30 Uhr bis 12:48 Uhr, wobei am ** März *** um 07:29 Uhr das Ende des Dienstganges am ** März *** auf 11:48 Uhr geändert sowie eine „Kommt-Geht- Buchung“ mit 11:48 Uhr eingetragen wurde; an diesem Tag beendete ADir.*** den Dienst ungeachtet der bis 13:30 Uhr dauernden Blockzeit bereits um 13:20 Uhr; eine Dienstbeendigung vor 13:30 Uhr gilt als Gleitnachmittag, wobei das Abhalten einer Mittagspause bzw. das vorherige Verlassen der Dienststelle unzulässig ist);
33.) am ** April *** (Anwesenheit von 12:15 Uhr bis 12:35 Uhr und Dienstgang von 12:35 Uhr bis 13:05 Uhr, jeweils händisch eingetragen um 13:15 Uhr);
34.) am ** April *** (Dienstgang von 13:45 Uhr bis 15:00 Uhr, eingetragen um 13:29 Uhr);
35.) am ** Mai *** (Dienstgang von 13:40 Uhr bis 15:00 Uhr, eingetragen um 13:41 Uhr);
36.) am ** Juni *** (Dienstgang um 07:17 Uhr, wobei um 16:44 Uhr die Rückkehrzeit mit 17:10 Uhr eingegeben wurde, obwohl sie sich zu diesem Zeitpunkt noch auf Dienstgang befunden haben soll);
37.) am ** Juni *** (Dienstgang von 11:42 Uhr bis 12:25 Uhr mit anschließender Anwesenheit von 12:25 Uhr bis 12:55 Uhr, wobei am ** Juni *** um 07:23 Uhr für den Vortag eine Anwesenheitsbuchung von 12:55 Uhr bis 13:34 Uhr nachgetragen wurde);
38.) am ** Juni *** (Dienstgang von 12:25 Uhr bis 12:25 Uhr, eingetragen um 13:12 Uhr, wobei am ** Juni *** um 07:26 Uhr die Buchung des Dienstganges auf Anwesenheit und ein Dienstgang von 12:25 Uhr bis 13:05 Uhr geändert wurde);
39.) am ** Dezember *** (Dienstgang um 13:25 Uhr mit „Geht-Buchung“ 13:25 Uhr, eingetragen um 13:30 Uhr, wobei um 17:30 Uhr das Ende des Dienstganges mit 15:30 Uhr und danach eine „Kommt-Buchung“ mit 17:30 Uhr erfolgte nach dem Türzutrittsprotokoll erfolgten Zutritte zu den Amtsräumen mit dem Dienstausweis von ADir.*** am ** Dezember *** um 07:11:30.12, 17:30:02,75 und um 21:52:07.57 Uhr);
wobei die dadurch bewirkten Verletzungen wesentlicher Bestimmungen des damals gültig gewesenen Gleitzeiterlasses zur Verwirkung des Anspruches auf einen Gleittag pro in Betracht kommenden Kalendermonat geführt haben, ADir.*** dessen ungeachtet aber am ** Jänner ***, ** Juni ***, ** August ***, ** September ***, ** Oktober ***, **.November ***, ** Dezember ***, ** Jänner ***, ** Februar ***, ** März ***, **.Mai *** und am ** Juni *** je einen Gleittag in Anspruch nahm (Aufzeichnung laut PM-SAP).
B)
in der Zeit vom ** April *** bis ** Dezember *** zur Verschleierung von Blockzeitverletzungen durch überlange Mittagspausen unberechtigt in eigener Sache ihre Abwesenheit von der Dienststelle an folgenden Tagen im Zeiterfassungssystem händisch wahrheitswidrig geändert; und zwar:
1.) am ** April *** (Beginn der Mittagspause um 11:37 Uhr, Ende um 14:45 Uhr, wobei am ** April *** um 07:37 Uhr, das Ende der Mittagspause auf 12:10 Uhr geändert und die Zeit von 12:10 Uhr bis 14:45 Uhr als „Anwesenheit“ gebucht wurde);
2.) am ** Mai *** (Ende der Mittagspause um 12:15 Uhr, wobei um 12:20 Uhr das Ende der Mittagspause auf 12:05 Uhr geändert wurde);
3.) am ** Juli *** (um 13:18 Uhr wurde das Ende der um 11:31 Uhr begonnenen Mittagspause mit 12:05 Uhr eingetragen);
4.) am ** Juli *** (um 13:31 Uhr wurde das Ende der um 11:33 begonnenen Mittagspause mit 12:00 Uhr eingetragen);
5.) am ** Juli *** (um 13:10 Uhr wurde das Ende der um 11:30 Uhr begonnenen Mittagspause mit 12:05 Uhr eingetragen);
6.) am ** September *** (um 13:20 Uhr wurde das Ende der um 11:31 begonnenen Mittagspause mit 12:05 Uhr eingetragen);
7.) am ** Oktober *** (um 15:03 Uhr wurde das Ende der um 12:01 Uhr begonnenen Mittagspause mit 12:28 Uhr eingetragen);
8.) am ** November *** (um 13:31 Uhr wurde das Ende der um 11:50 Uhr begonnenen Mittagspause mit 12:10 Uhr, anschließend eine Anwesenheit bis 12:45 Uhr und sodann ein Dienstgang von 12:45 Uhr bis 13:20 Uhr eingetragen);
9.) am ** November *** (um 13:13 Uhr wurden das Ende der um 11:42 Uhr begonnenen Mittagspause mit 12:35 Uhr, daran anschließend ein Dienstgang von 12:35 Uhr bis 13:01 Uhr, eingetragen);
10.) am ** November *** (um 13:05 Uhr wurde das Ende der um 11:33 Uhr begonnenen Mittagspause mit 11:55 Uhr eingetragen);
11.) am ** November *** (um 11:32 Uhr Buchung des Beginnes der Mittagspause, wobei um 13:01 Uhr die Beginnzeit der Mittagspause auf 12:25 Uhr geändert und 13:00 Uhr als Ende der Mittagspause eingetragen wurde);
12.) am ** Februar *** (um 13:05 Uhr wurde das Ende der um 11:32 Uhr begonnenen Mittagspause mit 12:15 Uhr eingetragen);
13.) am ** Februar *** (um 13:04 Uhr wurde der Beginn der mittels Chip um 11:37 Uhr begonnenen Mittagspause auf 12:05 Uhr geändert);
14.) am ** März *** (um 13:05 Uhr wurde das Ende der um 11:32 Uhr begonnenen Mittagspause mit 12:45 Uhr eingetragen);
15.) am ** März *** (um 14:54 Uhr wurde das Ende der Mittagspause mit 12:45 Uhr eingetragen);
16.) am ** April *** (um 15:10 Uhr wurde das Ende der Mittagspause mit 12:15 Uhr und daran anschließend von 12:15 Uhr bis 12:45 Uhr ein Dienstgang eingetragen);
17.) am ** April *** (um 13:19 Uhr wurde das Ende der Mittagspause mit 12:05 Uhr eingetragen);
18.) am ** April *** (um 14:29 Uhr wurde das Ende der Mittagspause mit 12:25 Uhr eingetragen);
19.) am ** Mai *** (um 13:19 Uhr wurde das Ende der um 11:33 Uhr begonnenen Mittagspause mit 12:15 Uhr, sodann eine Anwesenheit bis 12:25 Uhr und weiters ein Dienstgang von 12:25 Uhr bis 13:10 Uhr eingetragen);
20.) am ** Mai *** (um 14:40 Uhr wurde das Ende der um 12:15 Uhr begonnenen Mittagspause mit 13.00 Uhr eingetragen);
21.) am ** Mai *** (um 13:45 Uhr wurde das Ende der um 11:30 Uhr begonnenen Mittagspause mit 12:45 Uhr eingetragen);
22.) am ** Mai *** (um 12:58 Uhr wurde das Ende der um 11:30 Uhr begonnenen Mittagspause mit 11:55 Uhr und daran anschließend von 11:55 Uhr bis 12:57 Uhr ein Dienstgang eingetragen);
23.) am ** Juni *** (um 13:43 Uhr wurden das Ende der um 11:31 Uhr begonnenen Mittagspause mit 12:40 Uhr und daran anschließend von 12:40 Uhr bis 12:59 Uhr ein Dienstgang eingetragen);
24.) am ** Juli *** (um 13:14 Uhr wurde das Ende der um 11:36 Uhr begonnenen Mittagspause mit 13.00 Uhr eingetragen);
25.) am ** August *** (Ende der Mittagspause mittels Chip-Buchung um 13:03 Uhr, wobei um 13:05 Uhr das Ende der Mittagspause auf 13:00 Uhr geändert wurde);
26.) am ** September *** (am ** September *** um 07:36 Uhr wurde das Ende der am Vortag um 11:30 Uhr begonnenen Mittagspause mit 12:55 Uhr eingetragen);
27.) am ** September *** (um 13:14 Uhr wurden das Ende der um 11:54 Uhr begonnenen Mittagspause mit 12:45 Uhr und daran anschließend ein Dienstgang von 12:45 Uhr bis 13:10 Uhr eingetragen laut Gebäudezutrittsprotokoll erfolgten mit dem Dienstausweis von ADir.*** Zutritte um 09:38:59.50 Uhr und um 13:13:04.89 Uhr);
28.) am ** Oktober *** (um 13:02 Uhr wurde das Ende der um 11:43 Uhr begonnenen Mittagspause mit 13:00 Uhr eingetragen laut Gebäudezutrittsprotokoll erfolgten mit dem Dienstausweis von ADir.*** Zutritte um 07:22:47.14 Uhr und um 13:02:07.87 Uhr);
29.) am ** November *** (um 16:55 Uhr wurde das Ende der um 11:46 Uhr begonnenen Mittagspause mit 12:45 Uhr eingetragen laut Gebäudezutrittsprotokoll erfolgten Zutritte mit dem Dienstausweis von ADir.*** um 07:18:59.71 und um 13:03:03.51 Uhr);
30.) am ** November *** (um 13:24 Uhr wurde das Ende der um 11:37 Uhr begonnenen Mittagspause mit 12:05 Uhr und eine Endzeit mit 13:30 Uhr eingetragen laut Gebäudezutrittsprotokoll erfolgten mit dem Dienstausweis von ADir.*** Zutritte um 07:10:37.82 Uhr und um 13:23:05.39 Uhr);
31.) am 14. Dezember 2011 (um 13:11 Uhr wurde das Ende der um 11:33 Uhr begonnenen Mittagspause mit 12:45 Uhr eingetragen laut Gebäudezutrittsprotokoll erfolgten Zutritte mit dem Dienstausweis von ADir.*** um 07:15:45.68 und um 13:01:09.94 Uhr);
32.) am ** Dezember *** (um 13:10 Uhr wurde das Ende der um 11:30 Uhr begonnenen Mittagspause mit 12:45 Uhr eingetragen, dies samt der Bemerkung „Gleitzeit Chip vergessen“ – laut Gebäudezutrittsprotokoll erfolgten Zutritte mit dem Dienstausweis von ADir.*** um 07:03:35.41 und um 13:10:35.82 Uhr);
C)
sich unter Missachtung der Bestimmungen des Gleitzeiterlasses des Bundesministeriums für Justiz vom 30. Mai 2010, GZ BMJ-A241.00/0004-Pr 6/2010, von der Dienststelle entfernt; und zwar:sich unter Missachtung der Bestimmungen des Gleitzeiterlasses des Bundesministeriums für Justiz vom 30. Mai 2010, GZ BMJ-A241.00/0004-Pr 6 aus 2010,, von der Dienststelle entfernt; und zwar:
am ** Jänner ** (gebuchte Anwesenheit von 07:13 Uhr bis 15:30 Uhr, wobei ADir.*** ihre Dienststelle gegen Mittag verließ und erst nach 14:30 Uhr zurückkehrte (anlässlich ihrer Vernehmung durch den Leiter der *** erklärte sie, sie habe an diesem Tag an gesundheitlichen Probleme gelitten, weshalb sie im Anschluss an die Mittagspause ein Medikament aus der Apotheke habe holen wollen, was länger gedauert habe);
D)
in der Zeit vom ** Dezember *** bis ** Jänner *** unter Missachtung von Punkt 6.3 des Gleitzeiterlasses des Bundesministeriums für Justiz vom 30. Mai 2010, GZ BMJ-A241.00/0004-Pr 6/2010, folgende Buchungen im elektronischen Zeiterfassungssystem in eigener Person vorgenommen; und zwar:in der Zeit vom ** Dezember *** bis ** Jänner *** unter Missachtung von Punkt 6.3 des Gleitzeiterlasses des Bundesministeriums für Justiz vom 30. Mai 2010, GZ BMJ-A241.00/0004-Pr 6 aus 2010,, folgende Buchungen im elektronischen Zeiterfassungssystem in eigener Person vorgenommen; und zwar:
I. römisch eins.
Fälle, in denen das Ende der Dienstzeit bzw. der Mittagspause bereits vorab händisch im Gleitzeitsystem eingetragen wurde, wobei ADir.*** am betreffenden Tag bereits Buchungen mit dem Chip durchgeführt hatte, sodass die Notwendigkeit einer händischen Vorab-Buchung fragwürdig ist, und zwar:
1.) Am ** Dezember *** wurde um 12:29 Uhr vorab das Ende der Dienstzeit mit 12:30 Uhr eingetragen;
2.) Am ** März *** wurde um 15:40 Uhr vorab das Ende der Dienstzeit mit 16:00 Uhr eingetragen;
3.) Am ** November *** wurde um 14:22 Uhr das Ende der Dienstzeit mit 15:50 Uhr, danach mit 14:50 Uhr eingetragen.
4.) Am ** März *** wurde um 15:52 Uhr das Ende der Mittagspause mit 11:55 Uhr eingetragen;
5.) Am ** Februar *** wurde mittels Chip ein Dienstgang von 10:48 Uhr bis 13:22 Uhr gebucht; um 13:29 Uhr wurde das Dienstende mit 15:30 Uhr händisch eingetragen;
6.) Am ** März *** wurde um 15:30 Uhr das Dienstende mit 15:50 Uhr händisch eingetragen;
7.) Am ** März *** wurde um 14:28 Uhr vorab das Ende der Dienstzeit mit 14:50 Uhr eingetragen;
8.) Am ** März *** wurde um 13:29 Uhr vorab das Ende der Dienstzeit mit 15:05 Uhr eingetragen;
9.) Am 5. Mai 2011 wurde um 14:30 Uhr vorab das Ende der Dienstzeit mit 14:50 Uhr eingetragen;
10.) Am ** Juni *** wurde um 13:39 Uhr vorab das Ende der Dienstzeit mit 14:40 Uhr eingetragen;
11.) Am ** Juni *** wurde um 16:01 Uhr vorab das Ende der Dienstzeit mit 16:20 Uhr eingetragen;
12.) Am ** Juni *** wurde um 15:37 Uhr vorab das Ende der Dienstzeit mit 15:55 Uhr eingetragen;
II.römisch zwei.
Weitere Fälle bedenklicher Dienstzeitbuchungen; und zwar:
1.) Am ** Februar *** wurde mittels Chip ein „Kommen“ um 07:22 Uhr und ein „Gehen“ um 12:11 Uhr erfasst, wobei um 13:02 Uhr händisch die Buchung um 12:11 Uhr („Gehen“) gelöscht wurde;
2.) Für den ** Juli *** wurden im Gleitzeitprogramm an drei Tagen (8., 9. und 14. Juli 2010) insgesamt 22 Korrekturbuchungen vorgenommen, die entweder auf eine Unkenntnis der Funktionsweise des Gleitzeitprogramms oder auf eine gezielte Verschleierung allenfalls nicht gerechtfertigter Abwesenheiten vom Dienst hindeuten; ein sachlicher Grund für diese Korrekturen ist nicht erkennbar;
3.) Am ** Dezember *** wurde um 07:54 Uhr das Ende der Dienstzeit mittels Chip-Buchung vom ** Dezember *** von 15:59 Uhr auf 16:45 Uhr geändert;
4.) Am ** Februar *** wurde um 08:45 Uhr das Ende der mittels Chip gebuchten Anwesenheitszeit von 12:19 Uhr bis 15:41 Uhr auf 15:55 Uhr geändert, wobei als Vermerk „15:41 bis 15:55 Dienstgang Justizpalast“ vermerkt wurde, ohne dass für diesen (angeblichen) Dienstgang der Dienstgangchip verwendet wurde;
5.) Am ** April *** wurde um 07:19 Uhr das Ende der Dienstzeit für den ** April *** mit 17:55 Uhr eingetragen;
6.) Am ** Juli *** um 07:33 Uhr wurde für den ** Juni *** eine mittels Chip für die Zeit von 11:35 Uhr bis 18:41 Uhr gebuchte Anwesenheit auf Anwesenheit von 11:35 Uhr bis 16:35 Uhr, Dienstgang von 16:35 Uhr bis 17:05 Uhr und dann wieder auf eine Anwesenheit von 17:05 Uhr bis 18:05 Uhr geändert; zwischen der Vornahme dieser Änderungen und dem davon betroffenen Arbeitstag liegen acht Werktage (!);
7.) Am ** Juni *** um 07:32 Uhr wurde für den ** Juni *** das Dienstende mit 17:50 Uhr erfasst, um 09:50 Uhr jedoch wieder auf 16:20 Uhr geändert;
8.) Am ** Juli *** wurde das Ende eines um 11:39 Uhr begonnenen Dienstgangs mit 13:20 Uhr händisch eingetragen, wobei um 13:58 Uhr vorab das Ende der Dienstzeit mit 15:30 Uhr eingetragen wurde; im Hinblick auf an diesem Tag bereits zuvor erfolgte Chip-Buchungen ist die Notwendigkeit dieser händischen Eintragungen fragwürdig;
9.) Am ** September *** um 13:26 Uhr wurde eine mittels Chip gebuchte Zeit von 07:04 Uhr bis 11:32 Uhr auf 07:04 Uhr bis 15:30 Uhr geändert, wobei als Anmerkung „krank“ vermerkt wurde; nach dem Gebäudezutrittsprotokoll erfolgten an diesem Tag Zutritte mit dem Dienstausweis von ADir.*** um 07:05:21.19 und um 13:14:08.50 Uhr).
10.) Am ** September *** verließ ADir.*** die Dienstelle bereits um 11:34 Uhr, wobei sie einen Gleitnachmittag vermerkte, obwohl bei Inanspruchnahme eines solchen Gleitnachmittages das Verlassen des Dienstes erst ab 12:00 Uhr gestattet ist;
11.) Am ** Oktober *** um 09.58 Uhr wurde eine „Kommt-Zeit“ mit 07:30 Uhr eingetragen, danach wurde ein mittels Chip gebuchter Dienstgang von 10:19 Uhr bis 15:30 Uhr durchgeführt. Dieser zweite Dienstgang unmittelbar nach einem in der Zeit von 07:30 Uhr bis 09:55 Uhr stattgefundenen ersten Dienstgang (Vermerk: „Bundesmobiliendepot“) ist klärungsbedürftig, zumal nach dem Gebäudezutrittsprotokoll ein Zutritt mit dem Dienstausweis von ADir.*** um 12:45:28.13 Uhr erfolgte);
12.) Am ** Dezember *** um 07:45 Uhr wurde eine mittels Chip erfolgte Buchung betreffend den ** Dezember *** von 07:08 Uhr bis 11:35 Uhr auf 15:30 Uhr geändert, wobei als Vermerk „krank“ eingetragen wurde;
13.) Am ** Jänner *** um 15:01 Uhr wurde eine mittels Chip erfolgte Buchung von 07:13 Uhr bis 11:38 Uhr auf 15:30 Uhr korrigiert, wobei in der Anmerkung „krank ab 11:38 Uhr“ vermerkt wurde laut Gebäudezutrittsprotokoll erfolgten Zutritte mit dem Dienstausweis von ADir.*** um 07:13:55.99 Uhr und um 14:48:50.13 Uhr);
14.) Am ** Jänner *** um 10:51 Uhr wurde eine „Geht-Buchung“ mit 15:30 Uhr eingetragen, wobei in der Anmerkung „11 Uhr nach Hause/Krankenhaus am 11.11.2012“ (gemeint offenbar: 11.1.2012) vermerkt wurde laut Gebäudezutrittsprotokoll erfolgten Zutritte mit dem Dienstausweis von ADir.*** um 06:31:38.08, 09:02:40.20 und um 09:29:21.92 Uhr);
15.) Am 12. Jänner 2012 um 09:14 Uhr wurde von ADir.*** eine „Ganztagsabwesenheit“ mit dem Vermerk „krank“ eingegeben,
freigesprochen.
2. Die Suspendierung von ADir. *** wird
aufgehoben.
BEGRÜNDUNG
Aufgrund der in der mündlichen Verhandlung vom ** März *** aufgenommenen Beweise steht folgender Sachverhalt fest:
Die Disziplinarbeschuldigte ist österreichische Staatsbürgerin, verheiratet und hat kein nennenswertes Vermögen, keine Sorgepflichten und keine Vorstrafen. Sie war bis zu ihrer vorläufigen Suspendierung nach Aufkommen der gegenständlichen Vorwürfe als Beamtin bei der *** beschäftigt und verfügte über ein monatliches Nettoeinkommen von EUR ***, dem EUR *** monatlich an Raten für einen aufgenommenen Kredit gegenüberstehen.
Die Disziplinarbeschuldigte wurde mit ** Februar *** als Vertragsbedienstete aufgenommen und versah von Beginn an ihren Dienst bei der ***. Mit Wirksamkeit vom ** Juni *** wurde sie zur Beamtin des allgemeinen Verwaltungsdienstes in der Verwendungsgruppe A*, Funktionsgruppe *, ernannt. Ihre Definitivstellung erfolgte mit Wirksamkeit vom ** November ***. Mit ** Juli *** wurde ihr der Amtstitel „Fachoberinspektorin“ verliehen.
Mit Wirkung vom ** Jänner *** wurde sie der *** *** dienstzugeteilt. Mit ** Jänner *** erfolgte ihre Versetzung zur nunmehrigen ***, wo sie mit Wirksamkeit vom ** März *** auf eine Planstelle des allgemeinen Verwaltungsdienstes in der Verwendungsgruppe A*, Funktionsgruppe *, ernannt wurde. Sie ist berechtigt, den Amtstitel „Amtsdirektorin“ zu führen.
Als Vorsteherin der Geschäftsstelle der *** war die Disziplinarbeschuldigte zugleich auch Gleitzeitbeauftragte für die Bediensteten dieser Staatsanwaltschaft. Sie war berufen und technisch dazu in der Lage, in die über ein Zeiterfassungsgerät beim Betreten oder Verlassen der Dienststelle für und durch den einzelnen Bediensteten mittels Chip und Tastatur eingelesenen Daten für die Dienstzeiterfassung („elektronische Stechuhr“) im Falle eines Korrekturbedarfs (unrichtige oder vergessene Buchungen etc.) manuell einzugreifen.
Sowohl nach dem Gleitzeiterlass des Bundesministeriums für Justiz vom 30. Juni 2009, Jmz 241.00/4-Pr6/2009, als auch nach dem Gleitzeiterlass des Bundesministeriums für Justiz vom 30. Mai 2010, BMJ-A241.00/0004-Pr6/2010, Punkt 6.3, war es den Gleitzeitbeauftragten unter Hinweis auf die Bestimmungen der §§ 47 BDG 1979, 5 Abs. 1 VBG ausdrücklich untersagt, Korrekturbuchungen oder sonstige, sie selbst betreffende Einträge in eigener Person durchzuführen. Derartige Korrekturen bzw. Änderungen durften nur von den Stellvertretern der Gleitzeitbeauftragten durchgeführt werden, nicht aber von diesen selbst.Sowohl nach dem Gleitzeiterlass des Bundesministeriums für Justiz vom 30. Juni 2009, Jmz 241.00/4-Pr6/2009, als auch nach dem Gleitzeiterlass des Bundesministeriums für Justiz vom 30. Mai 2010, BMJ-A241.00/0004-Pr6/2010, Punkt 6.3, war es den Gleitzeitbeauftragten unter Hinweis auf die Bestimmungen der Paragraphen 47, BDG 1979, 5 Absatz eins, VBG ausdrücklich untersagt, Korrekturbuchungen oder sonstige, sie selbst betreffende Einträge in eigener Person durchzuführen. Derartige Korrekturen bzw. Änderungen durften nur von den Stellvertretern der Gleitzeitbeauftragten durchgeführt werden, nicht aber von diesen selbst.
Laut Punkt 1.2. des Gleitzeiterlasses vom 20. Juni 2009 dauert die Blockzeit von 8:30 Uhr (an Dienstagen von 8:00 Uhr) bis 13:30 Uhr, die Gleitzeit von 6:00 Uhr bis 18:30 Uhr. Gemäß Punkt 1.3. dieses Erlasses bilden die Blockzeit und die der Blockzeit vor- und nachgelagerte Gleitzeit zusammen die Rahmenzeit. Die Sollzeit ergibt sich aus dem 40 Wochenstunden umfassenden Normaldienstplan (Punkt 1.4.). Istzeit ist die an einem Arbeitstag tatsächlich geleistete Dienstzeit. An einem Arbeitstag werden grundsätzlich höchstens 10 Stunden als
Istzeit gewertet (Punkt 1.5.). Punkt 2.2. dieses Erlasses besagt, dass, wenn die Gesamtdauer der Tagesdienstzeit mehr als sechs Stunden beträgt, eine halbstündige Mittagspause eingeräumt wird. Der Begriff der Mittagspause setzt voraus, dass davor und danach Dienst geleistet wird. An Stelle der Mittagspause in der Dienststelle besteht auch die Möglichkeit, die Dienststelle im Zeitraum 12:00 Uhr bis 13:00 Uhr zu diesem Zweck zu verlassen (externe Mittagspause). Abwesenheitszeiträume zwischen 12:00 Uhr und 13:00 Uhr bleiben bis zu einer halben Stunde ohne Einfluss auf die Istzeit.
Sind Bedienstete auf Grund einer konkreten gesetzlichen Bestimmung vom Dienst befreit oder enthoben (z.B. Urlaub, Kuraufenthalt, Präsenzdienst usw.) oder auf Grund einer als Rechtfertigungsgrund anzuerkennenden Tatsache gerechtfertigt vom Dienst abwesend (z.B. Krankheit, akute Erkrankung, Pflegefreistellung), wird gemäß Punkt 4.6. des Gleitzeiterlasses als Istzeit die Tagessollzeit zugrunde gelegt (das ist die Zeit von 7:30 Uhr bis 15:30 Uhr, soweit nicht konkret eine abweichende Regelung getroffen ist). Das gilt auch für Arztbesuche aus Anlass akuter (plötzlich aufgetretener) und die weitere Dienstleistung hindernder Erkrankungen. Unter den Voraussetzungen gemäß Punkt 4.6. darf die Vornahme einer Korrekturbuchung erfolgen.
Der Abrechnungszeitraum für die sich aus dem Gleiten ergebenden Zeitguthaben oder Zeitschulden (Abrechnungsperiode) ist jeweils der Kalendermonat. (Unter anderem) unter der Voraussetzung, dass am Ende der letzten Abrechnungsperiode vor dem Gleittag keine Zeitschuld bestanden hat und auch keine Blockzeitverletzung begangen worden ist, darf ein Gleittag je Kalendermonat genommen werden.
Der Gleitzeiterlass war der Disziplinarbeschuldigten bekannt, jedoch bestand die von der Behördenleitung der Zentralen Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption tolerierte Praxis, dass die Gleitzeitbeauftragte auch Buchungen zur eigener Person vornahm.
Daher nahm die Disziplinarbeschuldigte die im Spruch angeführten, ihre eigene Person betreffenden Korrekturbuchungen im Sinne des Gleitzeiterlasses vor und konsumierte am ** Jänner ***, ** Juni ***, ** August ***, ** September ***, ** Oktober ***, ** November *** ** Dezember ***, ** Jänner ***, ** Februar ***, ** März ***, ** Mai *** und am ** Juni *** je einen Gleittag.
Eine durch die erwähnten Korrekturbuchungen resultierende Schädigung der Republik Österreich in ihrem Recht, für das ausbezahlte Gehalt eine Dienstleistung mit vollem Arbeitseinsatz zu erhalten, kann nicht festgestellt werden.
Die Korrekturbuchungen sind teils auf krankheitsbedingte Dienstunfähigkeit der Disziplinarbeschuldigten (insbesondere Punkt A)16, A)17, B)1, B)2, B)30, C, D)3, D10) und D)14), teils auf Dienstgänge (insbesondere Punkt A)1, A)6, A)24, A)25, A)26, A)29, A)33, A)34, A)35, A)37, A)38, B)9, B)16, B)19, B)22, B)23, D)1i, D)8 und D)12) und teils auf Probleme mit dem Zeiterfassungssystem zurückzuführen.
Etwa Mitte des Jahres *** kam es zu einem Gespräch zwischen der Disziplinarbeschuldigten und dem damaligen Behördenleiter, dem Zeugen Mag. ***, im Zuge dessen die Disziplinarbeschuldigte zum einen auf Punkt 6.3. des Gleitzeiterlasses und andererseits auf ihr Vorbildfunktion als Leiterin der Geschäftsstelle hingewiesen wurde. Zur Konsumation von Gleittagen kam es danach nicht mehr.
Es war somit wenngleich die Disziplinarbeschuldigte um ihren Befugnismissbrauch im Sinne des Punktes 6.3. des Gleitzeiterlasses wusste davon auszugehen, dass jede einzelne der im Spruch angeführten Korrekturbuchungen im Sinne dieser Bestimmung zumindest inhaltlich korrekt erfolgte, sodass keine daraus resultierende Schädigung der Republik Österreich durch eine zu Unrecht erfolgte Inanspruchnahme eines der im Spruch angeführten Gleittage gegeben war und auf Grund der Tatsache, dass die Disziplinarbeschuldigte davon ausging, die inkriminierten Korrekturbuchungen zumindest inhaltlich korrekt durchgeführten zu haben auch kein diesbezüglicher Vorsatz bestand.
(Feststellungen im Urteil des *** vom *** zu ***)
Die Disziplinarbeschuldigte hatte in ihrer Tätigkeit als Gleitzeitbeauftragte zu jeder Zeit eine Stellvertreterin, die jedoch nur Buchungen vornahm, wenn die Disziplinarbeschuldigte selbst nicht im Dienst war. Diese Buchungen erfolgten zunächst über den Account der Disziplinarbeschuldigten. Erst während eines Urlaubes der Disziplinarbeschuldigten im August 2011 wurde der damaligen Stellvertreterin ein eigener Zugang für das Gleitzeitprogramm eingerichtet.
Die Feststellungen zur Person gründen sich wie auch die entsprechend gekennzeichneten Feststellungen zur Sache auf das rechtskräftige Urteil des Landesgerichtes für Strafsachen Wien vom ** November ***, ** Hv *** (ON 20), das gemäß § 95 Abs. 2 BDG 1979 insoweit Bindungswirkung entfaltet, als die Disziplinarbehörde an die Tatsachenfeststellungen des Gerichtes gebunden ist und überdies keine Tatsachen als erwiesen annehmen darf, die das Gericht als nicht erweisbar angenommen hat. Im Übrigen stützen sich die Feststellungen auch auf die Angaben der Disziplinarbeschuldigten in der Disziplinarverhandlung. Die Feststellungen zur Person gründen sich wie auch die entsprechend gekennzeichneten Feststellungen zur Sache auf das rechtskräftige Urteil des Landesgerichtes für Strafsachen Wien vom ** November ***, ** Hv *** (ON 20), das gemäß Paragraph 95, Absatz 2, BDG 1979 insoweit Bindungswirkung entfaltet, als die Disziplinarbehörde an die Tatsachenfeststellungen des Gerichtes gebunden ist und überdies keine Tatsachen als erwiesen annehmen darf, die das Gericht als nicht erweisbar angenommen hat. Im Übrigen stützen sich die Feststellungen auch auf die Angaben der Disziplinarbeschuldigten in der Disziplinarverhandlung.
Wenngleich durch die getroffenen Feststellungen Dienstpflichtverletzungen durch die Disziplinarbeschuldigte erwiesen sind, erfolgten diese fallbezogen jedoch nicht schuldhaft. Die Disziplinarbeschuldigte wusste zwar, dass sie zu Verfügungen in eigener Sache nicht befugt war, es wurden jedoch bis August *** keine Vorkehrungen getroffen, die eine Wahrnehmung der die Disziplinarbeschuldigte betreffenden Buchungen durch die jeweilige Stellvertreterin ermöglicht hätten. Zudem wurde das Vorgehen der Disziplinarbeschuldigten vom Dienststellenleiter ausdrücklich zur Kenntnis genommen und geduldet, sodass fallbezogen die Vorwerfbarkeit der Pflichtwidrigkeiten entfällt.
Die Aufhebung der Suspendierung ist Folge des Freispruchs.
RECHTSMITTELBELEHRUNG:
Gegen diesen Beschluss (Bescheid) ist gemäß Art 130 Abs 1 Z 1, 132 Abs 1 Z 1, Abs 5 (iVm § 103 Abs 4 Z 1 BDG 1979) B-VG eine Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht zulässig. Die Beschwerde ist binnen vier Wochen (§ 7 Abs 4 VwGVG) nach Zustellung des Bescheides schriftlich, telegrafisch oder fernschriftlich bei der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz einzubringen. Die Beschwerde hat folgende Punkte zu enthalten (§ 9 Abs 1 VwGVG):Gegen diesen Beschluss (Bescheid) ist gemäß Artikel 130, Absatz eins, Ziffer eins, 132, Absatz eins, Ziffer eins,, Absatz 5, in Verbindung mit Paragraph 103, Absatz 4, Ziffer eins, BDG 1979) B-VG eine Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht zulässig. Die Beschwerde ist binnen vier Wochen (Paragraph 7, Absatz 4, VwGVG) nach Zustellung des Bescheides schriftlich, telegrafisch oder fernschriftlich bei der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz einzubringen. Die Beschwerde hat folgende Punkte zu enthalten (Paragraph 9, Absatz eins, VwGVG):
1. die Bezeichnung des angefochtenen Bescheides,
2. die Bezeichnung der belangten Behörde,
3. die Gründe, auf die sich die Behauptung der Rechtswidrigkeit stützt,
4. das Begehren und
5. die Angaben, die erforderlich sind, um zu beurteilen, ob die Beschwerde rechtzeitig eingebracht ist.
Eine rechtzeitig eingebrachte und zulässige Beschwerde gemäß Art. 130 Abs 1 Z 1 B-VG hat sofern eine solche nicht ausgeschlossen wird (§ 13 Abs 2 VwGVG) aufschiebende Wirkung (§ 13 Abs 1 VwGVG). Die Beschwerde gegen eine Suspendierung hat gemäß § 112 Abs 6 BDG 1979 keine aufschiebende Wirkung.Eine rechtzeitig eingebrachte und zulässige Beschwerde gemäß Artikel 130, Absatz eins, Ziffer eins, B-VG hat sofern eine solche nicht ausgeschlossen wird (Paragraph 13, Absatz 2, VwGVG) aufschiebende Wirkung (Paragraph 13, Absatz eins, VwGVG). Die Beschwerde gegen eine Suspendierung hat gemäß Paragraph 112, Absatz 6, BDG 1979 keine aufschiebende Wirkung.
Zuletzt aktualisiert am
13.07.2015