RS Lvwg 2014/6/25 VGW-102/013/8044/2014

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 25.06.2014
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Rechtssatznummer

2

Entscheidungsdatum

25.06.2014

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
19/05 Menschenrechte
E1P
40/01 Verwaltungsverfahren
93 Eisenbahn
41/01 Sicherheitsrecht

Norm

B-VG Art 130
EMRK Art 6
12007P/TXT Grundrechte Charta Art 47
AVG §10
EisenbahnG 1957 §30
SPG §38
SPG §88
SPG §89
  1. B-VG Art. 130 heute
  2. B-VG Art. 130 gültig ab 01.02.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2019 bis 31.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  5. B-VG Art. 130 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  6. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2015 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  7. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2013
  8. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  9. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  10. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  11. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  12. B-VG Art. 130 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  13. B-VG Art. 130 gültig von 18.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 215/1962
  14. B-VG Art. 130 gültig von 25.12.1946 bis 17.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  15. B-VG Art. 130 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  16. B-VG Art. 130 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. AVG § 10 heute
  2. AVG § 10 gültig ab 01.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 58/2018
  3. AVG § 10 gültig von 01.01.2012 bis 31.07.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2011
  4. AVG § 10 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 135/2009
  5. AVG § 10 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  6. AVG § 10 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  7. AVG § 10 gültig von 01.02.1991 bis 31.12.1998
  1. SPG § 38 heute
  2. SPG § 38 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/2018
  3. SPG § 38 gültig von 01.08.2016 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2016
  4. SPG § 38 gültig von 01.04.2012 bis 31.07.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 13/2012
  5. SPG § 38 gültig von 01.01.2000 bis 31.03.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 146/1999
  6. SPG § 38 gültig von 01.05.1993 bis 31.12.1999
  1. SPG § 88 heute
  2. SPG § 88 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 161/2013
  3. SPG § 88 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2002
  4. SPG § 88 gültig von 01.01.1999 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  5. SPG § 88 gültig von 01.07.1996 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  6. SPG § 88 gültig von 01.05.1993 bis 30.06.1996
  1. SPG § 89 heute
  2. SPG § 89 gültig ab 01.09.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2024
  3. SPG § 89 gültig von 01.01.2014 bis 31.08.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 161/2013
  4. SPG § 89 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 146/1999
  5. SPG § 89 gültig von 01.07.1996 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  6. SPG § 89 gültig von 01.05.1993 bis 30.06.1996

Rechtssatz

Fände eine öffentliche Verhandlung in einem privaten Gebäude statt, so wäre es Aufgabe der die Verhandlung durchführenden Verwaltungsbehörden (im gegenständlichen Fall somit des MBA …), der Öffentlichkeit den Zutritt zu ermöglichen. Im konkreten Fall geht es aber lediglich um eine nicht öffentliche Beschuldigtenvernehmung, äußerstenfalls um eine mündliche Verhandlung vor der Strafbehörde erster Instanz, welche ebensowenig öffentlich ist. Auch die nachfolgend durchgeführte Verwaltungsvollstreckung ist keine öffentliche Angelegenheit. Die Beschwerdeführerin konnte sich somit nicht darauf berufen, sie wäre als Teil der Öffentlichkeit berechtigt, an den im Gebäude stattfindenden Amtshandlungen teilzunehmen.

Dies gilt auch dann, wenn die gegenständlichen Büroräumlichkeiten als die der Eisenbahnaufsichtsbehörde betrachtet werden. So war jener Dienstnehmer des Verkehrsunternehmens, welcher den Zutritt als Erster verweigert hat, ja zugleich ein mit Hoheitsgewalt beliehenes Eisenbahnaufsichtsorgan. Jedoch steht – anders als die Beschwerdeführerin vermeint – auch in einem Amtsgebäude nicht jedermann freier Eintritt zu. Vielmehr nimmt in einem Amtsgebäude der Behördenleiter in der Regel auch die Aufgaben des Hausherrn für den Rechtsträger der Behörde wahr, und kann nach Privatrecht andere Personen zum Zugang ermächtigen oder sie davon ausschließen. So kann etwa der Leiter einer Polizeiwachstube dritten Personen den Zutritt verweigern, während gegen im Gebäude befindliche Personen Amtshandlungen durchgeführt werden.

Schon aufgrund eines Größenschlusses kann kein Recht Dritter bestehen, die Räumlichkeiten einer privatrechtlich organisierten juristischen Person zu betreten, bloß weil darin Amtshandlungen gegen Dritte stattfinden. Vielmehr war der Dienstnehmer der Wiener Linien als Vertreter der Hausherrin berechtigt, der Beschwerdeführerin den Zutritt zu verweigern, auch wenn die Hausherrin gleichzeitig der Verwaltungsstrafbehörde gestattet hat, in ihren Räumlichkeiten eine nicht öffentliche Amtshandlung durchzuführen. Ein Recht der Beschwerdeführerin, diese Räumlichkeiten zu betreten, bestand demgegenüber nicht.

Schlagworte

Maßnahmenbeschwerde; Zutrittsverweigerung; nichtöffentliche Beschuldigtenvernehmung; Räumlichkeiten einer privatrechtlich organisierten juristischen Person; Verletzung in einem subjektiven Recht;

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:LVWGWI:2014:VGW.102.013.8044.2014

Zuletzt aktualisiert am

18.11.2014
Quelle: Landesverwaltungsgericht Wien LVwg Wien, http://www.verwaltungsgericht.wien.gv.at
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