TE Lvwg Erkenntnis 2015/12/10 VGW-141/053/7458/2014

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Veröffentlicht am 10.12.2015
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Entscheidungsdatum

10.12.2015

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
L92009 Sozialhilfe Grundsicherung Mindestsicherung Wien

Norm

B-VG Art 102 Abs1
WMG §24
WMG §31 Abs2
141/053/7458/2014
  1. B-VG Art. 102 heute
  2. B-VG Art. 102 gültig ab 01.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.2019 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  4. B-VG Art. 102 gültig von 01.08.2016 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2016
  5. B-VG Art. 102 gültig von 01.05.2013 bis 31.07.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2013
  6. B-VG Art. 102 gültig von 01.09.2012 bis 30.04.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 102 gültig von 01.09.2012 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 49/2012
  8. B-VG Art. 102 gültig von 01.07.2012 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  9. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.2012 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 58/2011
  10. B-VG Art. 102 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  11. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.2006 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/2005
  12. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  13. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.2003 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2002
  14. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  15. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  16. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 532/1993
  17. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/1997
  18. B-VG Art. 102 gültig von 01.05.1993 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  19. B-VG Art. 102 gültig von 01.05.1993 bis 30.04.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 565/1991
  20. B-VG Art. 102 gültig von 01.07.1990 bis 30.04.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 445/1990
  21. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.1985 bis 30.06.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  22. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  23. B-VG Art. 102 gültig von 21.07.1962 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  24. B-VG Art. 102 gültig von 18.07.1962 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 215/1962
  25. B-VG Art. 102 gültig von 31.12.1954 bis 17.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 8/1954
  26. B-VG Art. 102 gültig von 19.12.1945 bis 30.12.1954 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  27. B-VG Art. 102 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Text

IM NAMEN DER REPUBLIK

Das Verwaltungsgericht Wien hat durch seinen Richter Mag. Kasper über das Rechtsmittel des Herrn W. E., vertreten durch Rechtsanwalt, gegen den Bescheid Landeshauptmannes von Wien vom 11.07.2013, Zl. MA 40 – 9447/08 SFC, betreffend Kostenersatz nach § 24 Wiener Mindestsicherungsgesetz (WMG)Das Verwaltungsgericht Wien hat durch seinen Richter Mag. Kasper über das Rechtsmittel des Herrn W. E., vertreten durch Rechtsanwalt, gegen den Bescheid Landeshauptmannes von Wien vom 11.07.2013, Zl. MA 40 – 9447/08 SFC, betreffend Kostenersatz nach Paragraph 24, Wiener Mindestsicherungsgesetz (WMG)

zu Recht e r k a n n t:

I. Der angefochtene Bescheid wird aufgehoben.römisch eins. Der angefochtene Bescheid wird aufgehoben.

II. Gegen dieses Erkenntnis ist eine ordentliche Revision an den Verwaltungsgerichtshof nach Art. 133 Abs. 4 B-VG unzulässig.römisch zwei. Gegen dieses Erkenntnis ist eine ordentliche Revision an den Verwaltungsgerichtshof nach Artikel 133, Absatz 4, B-VG unzulässig.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

Der angefochtene Bescheid, der im Briefkopf die den Bescheid erlassende Stelle als „Amt der Wiener Landesregierung, Magistratsabteilung 40, Stabsstelle Finanzen und Controlling“ bezeichnet, enthält folgenden Spruch:

„Sehr geehrter Herr W. E.!

Sie sind verpflichtet binnen 2 Wochen ab Rechtskraft dieses Bescheides die für den Zeitraum von 01.01.0001 bis 01.09.2012 aufgewendeten Kosten für Leistungen der Mindestsicherung in der Höhe von EUR 86.041,46 zu ersetzen.

Sie werden ersucht, den Betrag von EUR 86.041,46 fristgerecht auf das Konto der Stadt Wien bei der UniCredit Bank Austria AG, lautend auf „Stadt Wien, MA 6 - BA 14“, Konto Nr. 514 280 14329, BLZ: 12000, unter Anführung des im Betreff genannten Namens und der Aktenzahl zu überweisen.

Rechtsgrundlage:

§ 24 des Wiener Mindestsicherungsgesetzes (WMG) in der geltenden Fassung.“Paragraph 24, des Wiener Mindestsicherungsgesetzes (WMG) in der geltenden Fassung.“

Begründend wurde nach Zitierung des § 24 WMG Folgendes ausgeführt:Begründend wurde nach Zitierung des Paragraph 24, WMG Folgendes ausgeführt:

„Das Ermittlungsverfahren hat Folgendes ergeben:

Der Verstorbenen Ed. H. wurden von 01.01.2002 bis 01.09.2012 Leistungen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung zuerkannt. Dadurch sind dem Land Wien als Träger der Bedarfsorientierten Mindestsicherung in den letzten zehn Jahren der Hilfegewährung Kosten in der Höhe von EUR 86.041,46 entstanden. Der Kostenersatzanspruch wurde im Verlassenschaftsverfahren als Forderung gegen den Nachlass bzw. die erbserklärten Erbinnen und Erben angemeldet und findet in der Höhe von EUR 86.041,46 im Nachlass Deckung.

Sie waren daher zum Kostenersatz in der Höhe von EUR 86.041,46 zu verpflichten.“

Unterfertigt wurde der Bescheid unter Beifügung der Klausel „Für den Landeshauptmann“.

Dagegen erhob der Beschwerdeführer fristgerecht die nach der seit 01.01.2014 geltenden Rechtslage als Beschwerde zu beurteilende Berufung. Die Rechtzeitigkeit des Rechtsmittels ergab sich aufgrund ergänzender Erhebungen bei der Zustellbasis in Verbindung mit dem nachvollziehbaren Vorbringen des Beschwerdeführers zum chronologischen Ablauf der Geschehnisse im Zeitraum vor und nach dem Zustelldatum, wobei das Übernahmedatum des bekämpften Bescheides im Rückschein auch – wie vom Rechtsmittelwerber vorgebracht - als 29.7.2013 lesbar ist, was durch den üblicherweise am Tag der Zustellung oder einen Tag später angebrachten, eindeutig als 29.7.2013 erkennbaren Stempel erhärtet wird.

Aus rechtlicher Sicht ergibt sich Folgendes:

Nach der ständigen Rechtsprechung des VwGH sagt die Kopfbezeichnung eines Bescheides allein nichts darüber aus, von welcher Behörde der Bescheid ausgeht, maßgebend für die Zurechnung des Bescheides ist die Art der Unterfertigung. Durch die Unterfertigung unter Beifügung der Klausel "Für den Landeshauptmann“ hat die Erstbehörde unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass der Landeshauptmann die den bekämpften Bescheid erlassende Behörde ist (siehe auch VwGH v. 18.11.1998, Zl. 96/03/0351).

Die Vollziehung des vom Wiener Landtag beschlossenen, auf die Artikel 12 und 15 B-VG gestützten Wiener Mindestsicherungsgesetzes (WMG) obliegt dem Land. Gemäß § 31 Abs. 2 WMG ist für die behördlichen Angelegenheiten nach diesem Gesetz der Magistrat der Stadt Wien zuständig. Diese Zuständigkeit nimmt der Magistrat in der Landesverwaltung als Bezirksverwaltungsbehörde war. Da somit der Landeshauptmann als Träger der mittelbaren Bundesverwaltung (Art 102 Abs. 1 B-VG) als Behörde in der Vollziehung des Wiener Mindestsicherungsgesetzes nicht in Betracht kommt, war der bekämpfte Bescheid wegen Unzuständigkeit der belangten Behörde aufzuheben.Die Vollziehung des vom Wiener Landtag beschlossenen, auf die Artikel 12 und 15 B-VG gestützten Wiener Mindestsicherungsgesetzes (WMG) obliegt dem Land. Gemäß Paragraph 31, Absatz 2, WMG ist für die behördlichen Angelegenheiten nach diesem Gesetz der Magistrat der Stadt Wien zuständig. Diese Zuständigkeit nimmt der Magistrat in der Landesverwaltung als Bezirksverwaltungsbehörde war. Da somit der Landeshauptmann als Träger der mittelbaren Bundesverwaltung (Artikel 102, Absatz eins, B-VG) als Behörde in der Vollziehung des Wiener Mindestsicherungsgesetzes nicht in Betracht kommt, war der bekämpfte Bescheid wegen Unzuständigkeit der belangten Behörde aufzuheben.

Die ordentliche Revision ist unzulässig, da keine Rechtsfrage im Sinne des Art. 133 Abs. 4 B-VG zu beurteilen war, der grundsätzliche Bedeutung zukommt. Die ordentliche Revision ist unzulässig, da keine Rechtsfrage im Sinne des Artikel 133, Absatz 4, B-VG zu beurteilen war, der grundsätzliche Bedeutung zukommt.

Schlagworte

Unzuständigkeit der belangten Behörde

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:LVWGWI:2015:VGW.141.053.7458.2014

Zuletzt aktualisiert am

18.12.2015
Quelle: Landesverwaltungsgericht Wien LVwg Wien, http://www.verwaltungsgericht.wien.gv.at
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