RS Vwgh 2004/10/28 2001/09/0058

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 28.10.2004
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Index

E000 EU- Recht allgemein
E2D Assoziierung Türkei
E2D E02401013
E2D E05204000
E2D E11401020
10/10 Grundrechte
19/05 Menschenrechte
60/04 Arbeitsrecht allgemein
62 Arbeitsmarktverwaltung

Norm

ARB1/80 Art7;
AuslBG §4c Abs2 idF 1997/I/078;
BVG über die Beseitigung rassischer Diskriminierung 1973 Art1 Abs1;
EURallg;
MRK Art14;
MRK Art8;

Rechtssatz

Es wäre mit dem verfassungsrechtlichen Gebot der Gleichbehandlung von Fremden untereinander (vgl. dazu etwa die E des VfGH vom 29. Juni 1995, VfSlg 14191/1995, und vom 20. Juni 2001, VfSlg 16214/2001) nicht zu vereinbaren, die Kinder türkischer Arbeitnehmer, die nicht die türkische Staatbürgerschaft besitzen (und die auch keine österreichischen Staatsbürger oder EWR-Bürger sind), von der Ausstellung eines Befreiungsscheines nach § 4c Abs. 2 AuslBG nur wegen des Mangels der türkischen Staatsbürgerschaft auszuschließen, hiefür wäre keine sachliche Rechtfertigung zu ersehen. Eine derart unterschiedliche Behandlung wäre auch diskriminatorisch im Sinne des Art. 14 iVm. Art. 8 EMRK, da eine "objektive und vernünftige Rechtfertigung" dafür nicht ersichtlich ist, weil sie offenkundig kein legitimes Ziel verfolgt (vgl. das E des VfGH vom 17. Juni 1997, VfSlg 14863/1997, und die dort zitierten Urteile des EGMR vom 28. Mai 1985, im Fall Abdulaziz, EuGRZ 1985, 567 ff. (570), vom 28. Oktober 1987 im Fall Inze, ÖJZ 1988, 177 f. (178), und vom 23. Oktober 1990 im Fall Darby, ÖJZ 1991, 392 ff. (392)).

Schlagworte

Gemeinschaftsrecht Auslegung des Mitgliedstaatenrechtes EURallg2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2004:2001090058.X05

Im RIS seit

30.11.2004

Zuletzt aktualisiert am

15.11.2011
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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