RS Vfgh 1960/10/13 B102/60

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Veröffentlicht am 13.10.1960
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Norm

AVG
Bundes-Verfassungsgesetz Art49, B-VG Art49
Bundes-Verfassungsgesetz Art50, B-VG Art50
Europäische Menschenrechtskonvention Art5, EMRK Art5
Europäische Menschenrechtskonvention Art64, EMRK Art64
Verwaltungsstrafgesetz 1991 §10, VStG 1950 §10 Abs1
Verwaltungsstrafgesetz 1991 §11, VStG 1950 §11
Verwaltungsstrafgesetz 1991 §12, VStG 1950 §12
  1. B-VG Art. 49 heute
  2. B-VG Art. 49 gültig von 01.07.2012 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 49 gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  4. B-VG Art. 49 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 49 gültig von 01.01.1997 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 49 gültig von 14.04.1972 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 105/1972
  7. B-VG Art. 49 gültig von 07.04.1964 bis 13.04.1972 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 59/1964
  8. B-VG Art. 49 gültig von 19.12.1945 bis 06.04.1964 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 49 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 50 heute
  2. B-VG Art. 50 gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 50 gültig von 01.01.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  4. B-VG Art. 50 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 50 gültig von 01.01.1989 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 50 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  7. B-VG Art. 50 gültig von 07.04.1964 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 59/1964
  8. B-VG Art. 50 gültig von 19.12.1945 bis 06.04.1964 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 50 gültig von 01.05.1934 bis 30.06.1934 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 255/1934
  10. B-VG Art. 50 gültig von 03.01.1930 bis 30.04.1934

Beachte

Metadatenquelle: DVD Recht compact, Verlag Österreich, Wien 2014

Rechtssatz

Eine im Verfahren vor der ersten Instanz etwa geübte Willkür vermag für sich allein der Bestätigung der Strafe im Rechtsmittelverfahren die Qualifikation als Willkürakt nicht zu geben. Hat die Behörde zweiter Instanz willkürlich gehandelt, so wurde durch den Rechtsmittelbescheid das Gleichheitsrecht verletzt, gleichgültig, ob die erstinstanzliche Behörde ebenfalls willkürlich vorgegangen ist oder nicht. Ist aber die Rechtsmittelbehörde sachlich vorgegangen, hat sie das Recht objektiv angewendet und ist sie dabei zur Bestätigung der von der ersten Instanz verhängten Strafe gekommen, so kann von einem Willkürakt - gleichgültig, wie sich die Behörde erster Instanz verhalten hat - keine Rede sein.

Der Vorbehalt betreffend den Art. 5 MRK ist Bestandteil des Staatsvertrages, wie er vom Nationalrat genehmigt und im BGBl. Nr. 210/1958 kundgemacht worden ist (Art. 50, 49 B-VG) . Der Vorbehalt ist demnach im innerstaatlichen Bereich gleichrangig den übrigen Bestimmungen der MRK. Das für den innerstaatlichen Bereich normerzeugende Organ hat damit zum Ausdruck gebracht, daß es den Vorbehalt mit Art. 64 der MRK vereinbar hält. Für den innerstaatlichen Bereich hat demnach Art. 5 jedenfalls nur den durch den Vorbehalt modifizierten verbindlichen Inhalt. Zu den "in den Verwaltungsverfahrensgesetzen, BGBl. Nr. 172/1950, vorgesehenen Maßnahmen des Freiheitsentzugs" gehört nun auch das Strafmittel des Arrestes (§§ 11 und 12 VStG 1950) , wobei es gleichgültig ist, für welche Verwaltungsübertretungen im einzelnen die Arreststrafe in den Verwaltungsvorschriften (§ 10 Abs. 1 VStG 1950) vorgesehen ist.Der Vorbehalt betreffend den Artikel 5, MRK ist Bestandteil des Staatsvertrages, wie er vom Nationalrat genehmigt und im Bundesgesetzblatt Nr. 210 aus 1958, kundgemacht worden ist (Artikel 50, 49, B-VG) . Der Vorbehalt ist demnach im innerstaatlichen Bereich gleichrangig den übrigen Bestimmungen der MRK. Das für den innerstaatlichen Bereich normerzeugende Organ hat damit zum Ausdruck gebracht, daß es den Vorbehalt mit Artikel 64, der MRK vereinbar hält. Für den innerstaatlichen Bereich hat demnach Artikel 5, jedenfalls nur den durch den Vorbehalt modifizierten verbindlichen Inhalt. Zu den "in den Verwaltungsverfahrensgesetzen, Bundesgesetzblatt Nr. 172 aus 1950,, vorgesehenen Maßnahmen des Freiheitsentzugs" gehört nun auch das Strafmittel des Arrestes (Paragraphen 11 und 12 VStG 1950) , wobei es gleichgültig ist, für welche Verwaltungsübertretungen im einzelnen die Arreststrafe in den Verwaltungsvorschriften (Paragraph 10, Absatz eins, VStG 1950) vorgesehen ist.

Entscheidungstexte

  • B102/60
    Entscheidungstext VfGH Keine Angabe 13.10.1960 B102/60

Schlagworte

Gleichheitsrecht Bescheid Menschenrechtskonvention

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1960:B102.1960

Zuletzt aktualisiert am

10.04.2018
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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