RS Vfgh 1963/3/1 B61/62

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Veröffentlicht am 01.03.1963
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Index

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Norm

Bundes-Verfassungsgesetz Art102 A, B-VG Art102a
B-VG
Beamten-Überleitungsgesetz §22, Beamten-ÜG §22 Abs1
  1. B-VG Art. 102 heute
  2. B-VG Art. 102 gültig ab 01.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.2019 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  4. B-VG Art. 102 gültig von 01.08.2016 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2016
  5. B-VG Art. 102 gültig von 01.05.2013 bis 31.07.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2013
  6. B-VG Art. 102 gültig von 01.09.2012 bis 30.04.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 102 gültig von 01.09.2012 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 49/2012
  8. B-VG Art. 102 gültig von 01.07.2012 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  9. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.2012 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 58/2011
  10. B-VG Art. 102 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  11. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.2006 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/2005
  12. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  13. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.2003 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2002
  14. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  15. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  16. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 532/1993
  17. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/1997
  18. B-VG Art. 102 gültig von 01.05.1993 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  19. B-VG Art. 102 gültig von 01.05.1993 bis 30.04.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 565/1991
  20. B-VG Art. 102 gültig von 01.07.1990 bis 30.04.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 445/1990
  21. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.1985 bis 30.06.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  22. B-VG Art. 102 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  23. B-VG Art. 102 gültig von 21.07.1962 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  24. B-VG Art. 102 gültig von 18.07.1962 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 215/1962
  25. B-VG Art. 102 gültig von 31.12.1954 bis 17.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 8/1954
  26. B-VG Art. 102 gültig von 19.12.1945 bis 30.12.1954 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  27. B-VG Art. 102 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Beachte

Metadatenquelle: DVD Recht compact, Verlag Österreich, Wien 2014

Rechtssatz

Die Einsetzung der Qualifikationskommission ist vom gesetzmäßigen Bestand des Landesschulrates (Stadtschulrates) abhängig, weil die Vorschriften des Gesetzes vom 28. Juli 1917, RGBl. Nr. 319 ( Lehrerdienstpragmatik) , über die bei den Landesschulräten einzurichtenden Qualifikationskommissionen und Disziplinarkommissionen, und auch die Bestimmungen der Verordnung vom 4. April 1918, RGBl. Nr. 133, die als bundesgesetzliche Vorschriften weiterhin anzuwenden sind (vgl. Art. V des B-VG vom 18. Juli 1962, BGBl. Nr. 215) , und die Verordnung des Ministers für Kultus und Unterricht vom 4. April 1918, Verordnungsblatt des k. k. Ministers für Kultus und Unterricht Nr. 9, die ebenfalls im Gesetzesrang steht, voraussetzen, daß der Landesschulrat kollegial eingerichtet ist. Die in der Zeit der deutschen Herrschaft geschaffene monokratische Schulaufsichtsorganisation wurde beseitigt und der gesamte Komplex der Organisationsvorschriften auf dem Gebiet der Schulaufsicht ist nach dem Stande vom 5. März 1933 wieder wirksam geworden. Nach {Beamten-Überleitungsgesetz § 22, § 22 Abs. 1 Beamten-Überleitungsgesetz}, StGBl. Nr. 94/1945, übernimmt die Aufgaben der Abteilung II der Reichsstatthalter in jedem Land ein Landesschulrat. Diese Bestimmung bedeutet nicht etwa die Weiterbetrauung der untergegangenen monokratischen Behörde, sondern knüpft an Art. 102 a B-VG an, betrifft daher eine Kollegialbehörde.Die Einsetzung der Qualifikationskommission ist vom gesetzmäßigen Bestand des Landesschulrates (Stadtschulrates) abhängig, weil die Vorschriften des Gesetzes vom 28. Juli 1917, RGBl. Nr. 319 ( Lehrerdienstpragmatik) , über die bei den Landesschulräten einzurichtenden Qualifikationskommissionen und Disziplinarkommissionen, und auch die Bestimmungen der Verordnung vom 4. April 1918, RGBl. Nr. 133, die als bundesgesetzliche Vorschriften weiterhin anzuwenden sind vergleiche Artikel römisch fünf, des B-VG vom 18. Juli 1962, BGBl. Nr. 215) , und die Verordnung des Ministers für Kultus und Unterricht vom 4. April 1918, Verordnungsblatt des k. k. Ministers für Kultus und Unterricht Nr. 9, die ebenfalls im Gesetzesrang steht, voraussetzen, daß der Landesschulrat kollegial eingerichtet ist. Die in der Zeit der deutschen Herrschaft geschaffene monokratische Schulaufsichtsorganisation wurde beseitigt und der gesamte Komplex der Organisationsvorschriften auf dem Gebiet der Schulaufsicht ist nach dem Stande vom 5. März 1933 wieder wirksam geworden. Nach {Beamten-Überleitungsgesetz Paragraph 22,, Paragraph 22, Absatz eins, Beamten-Überleitungsgesetz}, StGBl. Nr. 94 aus 1945,, übernimmt die Aufgaben der Abteilung römisch zwei der Reichsstatthalter in jedem Land ein Landesschulrat. Diese Bestimmung bedeutet nicht etwa die Weiterbetrauung der untergegangenen monokratischen Behörde, sondern knüpft an Artikel 102, a B-VG an, betrifft daher eine Kollegialbehörde.

Ist der Landesschulrat nicht kollegial organisiert, so ergibt sich daraus, daß für die Zeit, als der Landesschulrat noch nicht kollegial eingerichtet ist, eine gesetzmäßig zusammengesetzte Qualifikationskommission nicht eingesetzt werden kann. Denn es ist nach den zit. Rechtsvorschriften zwingend vorgeschrieben, daß bestimmte Mitglieder der Qualifikationskommission bestimmte Funktionen in der Kollegialbehörde "Landesschulrat" ausüben bzw. in diesem Sitz und Stimme haben müssen.

Durch das Wiederinkrafttreten des Art. 102 a B-VG auf Grund des Art. 1 V-ÜG, StGBl. Nr. 4/1945, wurde die in der Zeit der deutschen Herrschaft geschaffene monokratische Schulaufsichtsorganisation im Wege der inhaltlichen Derogation wieder beseitigt. Damit ist aber - wie der VfGH mit seinem Erk. Slg. 3734/1960 ausgesprochen hat - der gesamte Komplex der Organisationsvorschriften auf dem Gebiete der Schulaufsicht nach dem Stande vom 5. März 1933 wieder wirksam geworden. Nach § 22 Abs. 1 Beh.-ÜG, StGBl. Nr. 94/1945, übernimmt die Aufgaben der Abt. II der Reichsstatthalter in jedem Land ein Landesschulrat. Es kann kein Zweifel bestehen, daß diese Bestimmung nicht die Weiterbetrauung der bereits untergegangenen monokratischen Behörden bedeuten kann, sondern an Art. 102 a B-VG anknüpft, also kollegiale Behörden betrifft.Durch das Wiederinkrafttreten des Artikel 102, a B-VG auf Grund des Artikel eins, V-ÜG, StGBl. Nr. 4 aus 1945,, wurde die in der Zeit der deutschen Herrschaft geschaffene monokratische Schulaufsichtsorganisation im Wege der inhaltlichen Derogation wieder beseitigt. Damit ist aber - wie der VfGH mit seinem Erk. Slg. 3734 aus 1960, ausgesprochen hat - der gesamte Komplex der Organisationsvorschriften auf dem Gebiete der Schulaufsicht nach dem Stande vom 5. März 1933 wieder wirksam geworden. Nach Paragraph 22, Absatz eins, Beh.-ÜG, StGBl. Nr. 94 aus 1945,, übernimmt die Aufgaben der Abt. römisch zwei der Reichsstatthalter in jedem Land ein Landesschulrat. Es kann kein Zweifel bestehen, daß diese Bestimmung nicht die Weiterbetrauung der bereits untergegangenen monokratischen Behörden bedeuten kann, sondern an Artikel 102, a B-VG anknüpft, also kollegiale Behörden betrifft.

Ist eine Kollegialbehörde nicht gesetzmäßig zusammengesetzt, so bedeutet dies nach der ständigen Rechtsprechung des VfGH die Verletzung des verfassungsgesetzlich gewährleisteten Rechtes auf ein Verfahren vor dem gesetzlichen Richter. Der schwerwiegende Mangel der nicht gesetzmäßigen Zusammensetzung der Behörde erster Instanz durch die Entscheidung einer ordnungsgemäß zusammengesetzten Berufungsbehörde wird nicht geheilt.

Entscheidungstexte

  • B61/62
    Entscheidungstext VfGH Keine Angabe 01.03.1963 B61/62

Schlagworte

Beamtenrecht Lehrer Bund Gesetzlicher Richter Recht auf Nichtentzug Schulen Schulaufsicht Schulbehörden

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1963:B61.1963

Zuletzt aktualisiert am

11.04.2018
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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