RS Vfgh 1970/3/12 B191/69

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Veröffentlicht am 12.03.1970
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Norm

Bundes-Verfassungsgesetz Art11, B-VG Art11 Abs5
Bundes-Verfassungsgesetz Art13, B-VG Art13
Bundes-Verfassungsgesetz Art110, B-VG Art110
Bundes-Verfassungsgesetz Art111, B-VG Art111
B-VG
  1. B-VG Art. 11 heute
  2. B-VG Art. 11 gültig ab 01.05.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 47/2024
  3. B-VG Art. 11 gültig von 01.01.2020 bis 30.04.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  4. B-VG Art. 11 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  5. B-VG Art. 11 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  6. B-VG Art. 11 gültig von 01.01.2005 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 118/2004
  7. B-VG Art. 11 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 11 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2000
  9. B-VG Art. 11 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  10. B-VG Art. 11 gültig von 01.01.2001 bis 31.12.2000 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 508/1993
  11. B-VG Art. 11 gültig von 01.12.2000 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  12. B-VG Art. 11 gültig von 01.12.2000 bis 30.11.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2000
  13. B-VG Art. 11 gültig von 01.07.1994 bis 30.11.2000 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 508/1993
  14. B-VG Art. 11 gültig von 01.01.1989 bis 30.06.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  15. B-VG Art. 11 gültig von 01.01.1988 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 640/1987
  16. B-VG Art. 11 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  17. B-VG Art. 11 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  18. B-VG Art. 11 gültig von 29.05.1974 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 287/1974
  19. B-VG Art. 11 gültig von 01.01.1961 bis 28.05.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 148/1960
  20. B-VG Art. 11 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1960 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  21. B-VG Art. 11 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 13 heute
  2. B-VG Art. 13 gültig ab 01.01.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 1/2008
  3. B-VG Art. 13 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 13 gültig von 01.01.1987 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 212/1986
  5. B-VG Art. 13 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1986 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  6. B-VG Art. 13 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Beachte

Metadatenquelle: DVD Recht compact, Verlag Österreich, Wien 2014

Rechtssatz

Der Kompetenzbegriff "Abgabenwesen" umfaßt nicht das Strafrechtswesen in Abgabenangelegenheiten. Dies ergibt sich aus dem durch {Bundes-Verfassungsgesetz Art 13, Art. 13 B-VG} nicht veränderten Art. 10 Abs. 1 Z 6 B-VG, wonach das Strafrechtswesen ein eigener Kompetenztatbestand ist. Der Begriff des Strafrechtswesens umfaßt nun sowohl das (materielle) Strafrecht, also auch das Strafverfahren, und zwar sowohl das von den gerichtlichen Organen als auch das von Verwaltungsorganen zu vollziehende (vgl. Slg. 5649/1967) . Wenn auch die Verwaltungsstrafrechtliche Kompetenz akzessorischer Natur ist, so berührt die formale Bindung an die Materie nicht die Eigenständigkeit des Kompetenztatbestandes.Der Kompetenzbegriff "Abgabenwesen" umfaßt nicht das Strafrechtswesen in Abgabenangelegenheiten. Dies ergibt sich aus dem durch {Bundes-Verfassungsgesetz Artikel 13,, Artikel 13, B-VG} nicht veränderten Artikel 10, Absatz eins, Ziffer 6, B-VG, wonach das Strafrechtswesen ein eigener Kompetenztatbestand ist. Der Begriff des Strafrechtswesens umfaßt nun sowohl das (materielle) Strafrecht, also auch das Strafverfahren, und zwar sowohl das von den gerichtlichen Organen als auch das von Verwaltungsorganen zu vollziehende vergleiche Slg. 5649 aus 1967,) . Wenn auch die Verwaltungsstrafrechtliche Kompetenz akzessorischer Natur ist, so berührt die formale Bindung an die Materie nicht die Eigenständigkeit des Kompetenztatbestandes.

Aus dem B-VG ergibt sich kein Anhaltspunkt dafür, daß der in Art. 111 verwendete Begriff des Abgabenwesens einen anderen Umfang hätte als der Kompetenzbegriff des Art. 13 und abweichend hievon auch die Verwaltungsstrafsachen umfassen würde. Infolgedessen kann aus Art. 111 B-VG nicht der Schluß gezogen werden, daß die für die oberinstanzliche Entscheidung in Angelegenheiten des Abgabenwesens zuständige besondere Kollegialbehörde kraft dieser Verfassungsbestimmung auch zur Entscheidung in Abgabenstrafsachen berufen wäre. Diese Rechtsauffassung wird durch die Regelung in Art. 11 Abs. 5 und {Bundes-Verfassungsgesetz Art 110, Art. 110 B-VG} unterstützt, wonach die Rechtsprechung oberster Instanz im Verfahren vor den Verwaltungsbehörden wegen Verwaltungsübertretungen Verwaltungsstrafsenaten zusteht und der beim Magistrat der Bundeshauptstadt Wien zu bildende Verwaltungsstrafsenat sowohl die Rechtsprechung oberster Instanz in Verwaltungsstrafsachen des selbständigen Wirkungsbereiches des Landes als auch in Verwaltungsstrafsachen der mittelbaren Bundesverwaltung zu besorgen hat. Die auch daraus ersichtliche Ausnahme der Verwaltungsstrafsachen von der Regelung des {Bundes-Verfassungsgesetz Art 111, Art. 111 B-VG} wird nicht dadurch berührt, daß die Bestimmungen über die Verwaltungsstrafsenate gemäß Art. II § 7 des Bundesverfassungsgesetzes vom 7. Dezember 1929, betreffend Übergangsbestimmungen zur zweiten Bundes-Verfassungsnovelle, BGBl. 393/1929, noch nicht in Wirksamkeit getreten sind.Aus dem B-VG ergibt sich kein Anhaltspunkt dafür, daß der in Artikel 111, verwendete Begriff des Abgabenwesens einen anderen Umfang hätte als der Kompetenzbegriff des Artikel 13 und abweichend hievon auch die Verwaltungsstrafsachen umfassen würde. Infolgedessen kann aus Artikel 111, B-VG nicht der Schluß gezogen werden, daß die für die oberinstanzliche Entscheidung in Angelegenheiten des Abgabenwesens zuständige besondere Kollegialbehörde kraft dieser Verfassungsbestimmung auch zur Entscheidung in Abgabenstrafsachen berufen wäre. Diese Rechtsauffassung wird durch die Regelung in Artikel 11, Absatz 5 und {Bundes-Verfassungsgesetz Artikel 110,, Artikel 110, B-VG} unterstützt, wonach die Rechtsprechung oberster Instanz im Verfahren vor den Verwaltungsbehörden wegen Verwaltungsübertretungen Verwaltungsstrafsenaten zusteht und der beim Magistrat der Bundeshauptstadt Wien zu bildende Verwaltungsstrafsenat sowohl die Rechtsprechung oberster Instanz in Verwaltungsstrafsachen des selbständigen Wirkungsbereiches des Landes als auch in Verwaltungsstrafsachen der mittelbaren Bundesverwaltung zu besorgen hat. Die auch daraus ersichtliche Ausnahme der Verwaltungsstrafsachen von der Regelung des {Bundes-Verfassungsgesetz Artikel 111,, Artikel 111, B-VG} wird nicht dadurch berührt, daß die Bestimmungen über die Verwaltungsstrafsenate gemäß Artikel römisch zwei, Paragraph 7, des Bundesverfassungsgesetzes vom 7. Dezember 1929, betreffend Übergangsbestimmungen zur zweiten Bundes-Verfassungsnovelle, Bundesgesetzblatt 393 aus 1929,, noch nicht in Wirksamkeit getreten sind.

Die Handhabung des Verwaltungsstrafrechtes gehört nicht in den eigenen Wirkungsbereich der Gemeinden.

Kein Entzug des gesetzlichen Richters durch eine Berufungsentscheidung der Wiener Landesregierung über einen in einem Verwaltungsstrafverfahren gestellten Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand.

Entscheidungstexte

  • B191/69
    Entscheidungstext VfGH Keine Angabe 12.03.1970 B191/69

Schlagworte

Finanzen Finanzausgleich Abgabenwesen Art. 111 B-VG Gemeinderecht Gesetzlicher Richter Recht auf Nichtentzug

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1970:B191.1970

Zuletzt aktualisiert am

12.04.2018
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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