RS Vfgh 1972/6/28 B225/71

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Veröffentlicht am 28.06.1972
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Norm

Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch §199, ABGB §199
Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch §280, ABGB §280
Bundes-Verfassungsgesetz Art10, B-VG Art10 Abs1 Z6
NO §134 Abs1
NO §134 Abs2 Z1
NO §138 Abs1
  1. ABGB § 199 heute
  2. ABGB § 199 gültig ab 01.01.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2015
  3. ABGB § 199 gültig von 01.08.2013 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 179/2013
  4. ABGB § 199 gültig von 01.02.2013 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2013
  5. ABGB § 199 gültig von 01.01.1812 bis 30.06.2001 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 135/2000
  1. ABGB § 280 heute
  2. ABGB § 280 gültig ab 01.07.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2017
  3. ABGB § 280 gültig von 01.07.2007 bis 30.06.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2006
  4. ABGB § 280 gültig von 01.07.1984 bis 30.06.2007 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 136/1983
  1. B-VG Art. 10 heute
  2. B-VG Art. 10 gültig ab 01.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2019 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  4. B-VG Art. 10 gültig von 01.08.2016 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2016
  5. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2013
  6. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2013
  7. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2014 bis 30.04.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  8. B-VG Art. 10 gültig von 01.05.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2013
  9. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.2012 bis 30.04.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  10. B-VG Art. 10 gültig von 01.04.2012 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 12/2012
  11. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2012 bis 31.03.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 58/2011
  12. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  13. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2008 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  14. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/2005
  15. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/2004
  16. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  17. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  18. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 1013/1994
  19. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.1994 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 508/1993
  20. B-VG Art. 10 gültig von 31.07.1993 bis 30.06.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 508/1993
  21. B-VG Art. 10 gültig von 01.05.1993 bis 30.07.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  22. B-VG Art. 10 gültig von 01.05.1993 bis 30.04.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 565/1991
  23. B-VG Art. 10 gültig von 06.06.1992 bis 30.04.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  24. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.1990 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 445/1990
  25. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1989 bis 30.06.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  26. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  27. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.1983 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1983
  28. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1983 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  29. B-VG Art. 10 gültig von 29.05.1974 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 287/1974
  30. B-VG Art. 10 gültig von 22.01.1969 bis 28.05.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 27/1969
  31. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1961 bis 21.01.1969 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 148/1960
  32. B-VG Art. 10 gültig von 17.12.1958 bis 31.12.1960 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 271/1958
  33. B-VG Art. 10 gültig von 31.12.1954 bis 16.12.1958 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 8/1955
  34. B-VG Art. 10 gültig von 19.12.1945 bis 30.12.1954 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  35. B-VG Art. 10 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. NO § 134 heute
  2. NO § 134 gültig ab 25.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2018
  3. NO § 134 gültig von 01.01.2018 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2017
  4. NO § 134 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 190/2013
  5. NO § 134 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 141/2009
  6. NO § 134 gültig von 01.07.2007 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2005
  7. NO § 134 gültig von 01.01.2006 bis 30.06.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2005
  8. NO § 134 gültig von 29.10.2003 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2003
  9. NO § 134 gültig von 01.06.1999 bis 28.10.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 72/1999
  1. NO § 134 heute
  2. NO § 134 gültig ab 25.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2018
  3. NO § 134 gültig von 01.01.2018 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2017
  4. NO § 134 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 190/2013
  5. NO § 134 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 141/2009
  6. NO § 134 gültig von 01.07.2007 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2005
  7. NO § 134 gültig von 01.01.2006 bis 30.06.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2005
  8. NO § 134 gültig von 29.10.2003 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2003
  9. NO § 134 gültig von 01.06.1999 bis 28.10.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 72/1999
  1. NO § 138 heute
  2. NO § 138 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 190/2013
  3. NO § 138 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 141/2009
  4. NO § 138 gültig von 01.08.1989 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989

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Metadatenquelle: DVD Recht compact, Verlag Österreich, Wien 2014

Rechtssatz

Nach § 134 Abs. 2 Z 1 Notariatsordnung (NotO) gehört zum Wirkungskreis der Notariatskammer insbesondere die Aufsicht über das Benehmen und die Geschäftsführung der Notare und Notariatskandidaten.Nach Paragraph 134, Absatz 2, Ziffer eins, Notariatsordnung (NotO) gehört zum Wirkungskreis der Notariatskammer insbesondere die Aufsicht über das Benehmen und die Geschäftsführung der Notare und Notariatskandidaten.

Diese Regelung ist insoweit eine nähere Ausführung des § 134 Abs. 1 NotO, der den Aufgabenbereich der Notariatskammer allgemein dahin umschreibt, daß ihr die Wahrung der Ehre und Würde des Standes und die Vertretung der Standesinteressen obliegt. Bei den in diesen Aufgabenbereich fallenden Angelegenheiten handelt es sich um typische Angelegenheiten des selbständigen Wirkungsbereiches der als Selbstverwaltungskörper eingerichteten Notariatskammer, die ihr zur weisungsfreien Besorgung nach eigener Willensbildung unter der bloß nachprüfenden Aufsicht der staatlichen Verwaltung vom Gesetzgeber überlassen worden sind, keineswegs aber um solche des ihr übertragenen Wirkungsbereiches. Der in Art. 102 Abs. 1 B-VG enthaltene Grundsatz über die Betrauung des Landeshauptmannes mit Aufgaben der Bundesverwaltung findet in bezug auf die Tätigkeit von Organen von Selbstverwaltungskörpern aber nur dann Anwendung, wenn diese in unterster Instanz zur Besorgung von Verwaltungsaufgaben im übertragenen Wirkungsbereich berufen sind (vgl. Slg. 2978/1956) .Diese Regelung ist insoweit eine nähere Ausführung des Paragraph 134, Absatz eins, NotO, der den Aufgabenbereich der Notariatskammer allgemein dahin umschreibt, daß ihr die Wahrung der Ehre und Würde des Standes und die Vertretung der Standesinteressen obliegt. Bei den in diesen Aufgabenbereich fallenden Angelegenheiten handelt es sich um typische Angelegenheiten des selbständigen Wirkungsbereiches der als Selbstverwaltungskörper eingerichteten Notariatskammer, die ihr zur weisungsfreien Besorgung nach eigener Willensbildung unter der bloß nachprüfenden Aufsicht der staatlichen Verwaltung vom Gesetzgeber überlassen worden sind, keineswegs aber um solche des ihr übertragenen Wirkungsbereiches. Der in Artikel 102, Absatz eins, B-VG enthaltene Grundsatz über die Betrauung des Landeshauptmannes mit Aufgaben der Bundesverwaltung findet in bezug auf die Tätigkeit von Organen von Selbstverwaltungskörpern aber nur dann Anwendung, wenn diese in unterster Instanz zur Besorgung von Verwaltungsaufgaben im übertragenen Wirkungsbereich berufen sind vergleiche Slg. 2978 aus 1956,) .

Daher keine Bedenken gegen § 138 Abs. 1 NotO.Daher keine Bedenken gegen Paragraph 138, Absatz eins, NotO.

Wie der VfGH in seinem Erk. Slg. 5129/1965 in bezug auf die Einrichtung von Rechtsanwaltskammern ausgesprochen hat, umfaßt der hier in Betracht kommende Kompetenztatbestand des {Bundes-Verfassungsgesetz Art 10, Art. 10 Abs. 1 Z 6 B-VG} ("Angelegenheiten der Notare, der Rechtsanwälte und verwandter Berufe") die Angelegenheiten der Rechtsanwälte einschließlich der Einrichtung ihrer beruflichen Vertretungen, und zwar gleichgültig, ob sich diese auf das ganze Bundesgebiet erstrecken oder nicht. Dies gilt entsprechend für die Einrichtung von beruflichen Vertretungen der Notare in Form von Notariatskammern. Aus dem Inhalt des erwähnten Kompetenztatbestandes läßt sich keine Verpflichtung des Bundesgesetzgebers ableiten, bei der Einrichtung der in Rede stehenden beruflichen Vertretungen irgendwelchen zentralistischen Organisationsformen den Vorzug zu geben.Wie der VfGH in seinem Erk. Slg. 5129 aus 1965, in bezug auf die Einrichtung von Rechtsanwaltskammern ausgesprochen hat, umfaßt der hier in Betracht kommende Kompetenztatbestand des {Bundes-Verfassungsgesetz Artikel 10,, Artikel 10, Absatz eins, Ziffer 6, B-VG} ("Angelegenheiten der Notare, der Rechtsanwälte und verwandter Berufe") die Angelegenheiten der Rechtsanwälte einschließlich der Einrichtung ihrer beruflichen Vertretungen, und zwar gleichgültig, ob sich diese auf das ganze Bundesgebiet erstrecken oder nicht. Dies gilt entsprechend für die Einrichtung von beruflichen Vertretungen der Notare in Form von Notariatskammern. Aus dem Inhalt des erwähnten Kompetenztatbestandes läßt sich keine Verpflichtung des Bundesgesetzgebers ableiten, bei der Einrichtung der in Rede stehenden beruflichen Vertretungen irgendwelchen zentralistischen Organisationsformen den Vorzug zu geben.

§ 134 Abs. 1 und Abs. 2 Z 1 NotO schließt behördliche Maßnahmen der Notariatskammer in Ausübung der ihr übertragenen Aufsichtspflicht keineswegs aus, sondern bildet vielmehr deren gesetzliche Grundlage.Paragraph 134, Absatz eins und Absatz 2, Ziffer eins, NotO schließt behördliche Maßnahmen der Notariatskammer in Ausübung der ihr übertragenen Aufsichtspflicht keineswegs aus, sondern bildet vielmehr deren gesetzliche Grundlage.

Die Notariatskammer ist daher befugt, sowohl generelle wie auch insbesondere individuelle Normen über das Benehmen und die Geschäftsführung der Notare und Notariatskandidaten zu erlassen.

Zurechnung zweier vom Präsidenten der Notariatskammer ausgefertigter Bescheide an die Notariatskammer.

Gemäß § 134 Abs. 2 Z 1 NotO gehört zum Wirkungskreis der Notariatskammer u. a. die Aufsicht über das Benehmen und die Geschäftsführung der Notare und Notariatskandidaten ihres Sprengels.Gemäß Paragraph 134, Absatz 2, Ziffer eins, NotO gehört zum Wirkungskreis der Notariatskammer u. a. die Aufsicht über das Benehmen und die Geschäftsführung der Notare und Notariatskandidaten ihres Sprengels.

Nimmt ein Zivilgericht die Bestellung eines Notars oder Notariatskandidaten zum Kurator vor, so erfolgt dies, wie insbesondere die §§ 199 und 280 ABGB erweisen, stets im Hinblick auf die Zugehörigkeit zu diesem Berufsstand, der eine besondere Sachkunde und Vertrauenswürdigkeit erwarten läßt. Aus dem Umfang des in § 134 Abs. 2 Z 1 NotO normierten Aufsichtsrechtes folgt, daß der Notariatskammer das Aufsichtsrecht über Standesangehörige nicht bloß hinsichtlich der Geschäftsführung, sondern auch in bezug auf solche Tätigkeiten obliegt, die Notaren und Notariatskandidaten im Hinblick auf ihre berufliche Stellung durch einen behördlichen Akt übertragen werden.Nimmt ein Zivilgericht die Bestellung eines Notars oder Notariatskandidaten zum Kurator vor, so erfolgt dies, wie insbesondere die Paragraphen 199 und 280 ABGB erweisen, stets im Hinblick auf die Zugehörigkeit zu diesem Berufsstand, der eine besondere Sachkunde und Vertrauenswürdigkeit erwarten läßt. Aus dem Umfang des in Paragraph 134, Absatz 2, Ziffer eins, NotO normierten Aufsichtsrechtes folgt, daß der Notariatskammer das Aufsichtsrecht über Standesangehörige nicht bloß hinsichtlich der Geschäftsführung, sondern auch in bezug auf solche Tätigkeiten obliegt, die Notaren und Notariatskandidaten im Hinblick auf ihre berufliche Stellung durch einen behördlichen Akt übertragen werden.

Entscheidungstexte

  • B225/71
    Entscheidungstext VfGH Keine Angabe 28.06.1972 B225/71

Schlagworte

Notare

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1972:B225.1972

Zuletzt aktualisiert am

13.04.2018
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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