RS Vfgh 1974/9/28 B178/74, B183/74, B186/74

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 28.09.1974
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Norm

Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch §33, ABGB §33
Bundes-Verfassungsgesetz Art6, B-VG Art6
Bundes-Verfassungsgesetz Art6, B-VG Art6 Abs3
Bundes-Verfassungsgesetz Art10, B-VG Art10 Abs1 Z6
B-VG
Staatsvertrag von St. Germain (Erklärung) §66, StV St. Germain §66
  1. B-VG Art. 6 heute
  2. B-VG Art. 6 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2013
  3. B-VG Art. 6 gültig von 01.10.2011 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2011
  4. B-VG Art. 6 gültig von 01.01.2004 bis 30.09.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 6 gültig von 01.01.1995 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 504/1994
  6. B-VG Art. 6 gültig von 01.01.1989 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 6 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  8. B-VG Art. 6 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
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  1. B-VG Art. 10 heute
  2. B-VG Art. 10 gültig ab 01.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2019 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  4. B-VG Art. 10 gültig von 01.08.2016 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2016
  5. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2013
  6. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2013
  7. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2014 bis 30.04.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  8. B-VG Art. 10 gültig von 01.05.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2013
  9. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.2012 bis 30.04.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  10. B-VG Art. 10 gültig von 01.04.2012 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 12/2012
  11. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2012 bis 31.03.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 58/2011
  12. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  13. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2008 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  14. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/2005
  15. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/2004
  16. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  17. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  18. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 1013/1994
  19. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.1994 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 508/1993
  20. B-VG Art. 10 gültig von 31.07.1993 bis 30.06.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 508/1993
  21. B-VG Art. 10 gültig von 01.05.1993 bis 30.07.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  22. B-VG Art. 10 gültig von 01.05.1993 bis 30.04.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 565/1991
  23. B-VG Art. 10 gültig von 06.06.1992 bis 30.04.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  24. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.1990 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 445/1990
  25. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1989 bis 30.06.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  26. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  27. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.1983 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1983
  28. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1983 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  29. B-VG Art. 10 gültig von 29.05.1974 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 287/1974
  30. B-VG Art. 10 gültig von 22.01.1969 bis 28.05.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 27/1969
  31. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1961 bis 21.01.1969 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 148/1960
  32. B-VG Art. 10 gültig von 17.12.1958 bis 31.12.1960 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 271/1958
  33. B-VG Art. 10 gültig von 31.12.1954 bis 16.12.1958 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 8/1955
  34. B-VG Art. 10 gültig von 19.12.1945 bis 30.12.1954 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  35. B-VG Art. 10 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

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Metadatenquelle: DVD Recht compact, Verlag Österreich, Wien 2014

Rechtssatz

Aus dem Inhalt der Kompetenzbestimmung des {Bundes-Verfassungsgesetz Art 10, Art. 10 Abs. 1 Z 6 B-VG} ( Fassung BGBl. 27/1969) ergibt sich, daß der Landesgesetzgeber befugt ist, im Grundstücksverkehr Ausländer verwaltungsbehördlichen Beschränkungen zu unterwerfen, denen Inländer nicht unterliegen. Die Ausführungen der Bf. über die durch {Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch § 33, § 33 ABGB} gewährleistete Reziprozität zwischen Inländern und Ausländern gehen daher ebenso ins Leere wie ihr Hinweis auf § 66 des Staatsvertrages von St. Germain, weil dieser nur von der Rechtsstellung der österreichischen Staatsangehörigen handelt. Art. 6 des Staatsvertrages von Wien, auf den die Bf. gleichfalls verweisen, steht aber, wie sich aus Art. II Z. 3 des Bundesverfassungsgesetzes BGBl. Nr. 59/1964 ergibt, nicht im Verfassungsrang.Aus dem Inhalt der Kompetenzbestimmung des {Bundes-Verfassungsgesetz Artikel 10,, Artikel 10, Absatz eins, Ziffer 6, B-VG} ( Fassung Bundesgesetzblatt 27 aus 1969,) ergibt sich, daß der Landesgesetzgeber befugt ist, im Grundstücksverkehr Ausländer verwaltungsbehördlichen Beschränkungen zu unterwerfen, denen Inländer nicht unterliegen. Die Ausführungen der Bf. über die durch {Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch Paragraph 33,, Paragraph 33, ABGB} gewährleistete Reziprozität zwischen Inländern und Ausländern gehen daher ebenso ins Leere wie ihr Hinweis auf Paragraph 66, des Staatsvertrages von St. Germain, weil dieser nur von der Rechtsstellung der österreichischen Staatsangehörigen handelt. Artikel 6, des Staatsvertrages von Wien, auf den die Bf. gleichfalls verweisen, steht aber, wie sich aus Artikel römisch zwei, Ziffer 3, des Bundesverfassungsgesetzes Bundesgesetzblatt Nr. 59 aus 1964, ergibt, nicht im Verfassungsrang.

Aus den allgemein anerkannten Regeln des Völkerrechtes ergibt sich kein Recht auf freien Liegenschaftserwerb.

Es trifft nicht zu, daß durch Art. 1 (1.) Zusatzprotokoll zur MRK Staatsangehörige der Staaten, die die MRK ratifiziert haben, in bezug auf den Grundstücksverkehr gleichgestellt werden. Nach diesem Art. 1 hat jede natürliche oder juristische Person ein Recht auf Achtung ihres Eigentums. Niemandem darf sein Eigentum entzogen werden, es sei denn, daß das öffentliche Interesse es verlangt, und nur unter den durch Gesetze und durch die allgemeinen Grundsätze des Völkerrechts vorgesehenen Bedingungen. Eine Liegenschaftserwerbsfreiheit für Ausländer wird dadurch nicht garantiert.Es trifft nicht zu, daß durch Artikel eins, (1.) Zusatzprotokoll zur MRK Staatsangehörige der Staaten, die die MRK ratifiziert haben, in bezug auf den Grundstücksverkehr gleichgestellt werden. Nach diesem Artikel eins, hat jede natürliche oder juristische Person ein Recht auf Achtung ihres Eigentums. Niemandem darf sein Eigentum entzogen werden, es sei denn, daß das öffentliche Interesse es verlangt, und nur unter den durch Gesetze und durch die allgemeinen Grundsätze des Völkerrechts vorgesehenen Bedingungen. Eine Liegenschaftserwerbsfreiheit für Ausländer wird dadurch nicht garantiert.

In der MRK ist überhaupt kein Recht auf freien Liegenschaftserwerb festgelegt. Entgegen der Beschwerdebehauptung ergibt sich ein solches Recht auch nicht aus den allgemein anerkannten Regeln des Völkerrechts.

Der VfGH hat schon in seinem Erk. Slg. 7230/1973 dargetan, daß keine Bedenken dagegen bestehen, wenn in einer Ausländergrunderwerbsregelung als Ausländer jene natürlichen Personen behandelt werden, die die österreichische Staatsbürgerschaft nicht besitzen, wie dies im § 11 lit. a GVG 1974 der Fall ist.Der VfGH hat schon in seinem Erk. Slg. 7230 aus 1973, dargetan, daß keine Bedenken dagegen bestehen, wenn in einer Ausländergrunderwerbsregelung als Ausländer jene natürlichen Personen behandelt werden, die die österreichische Staatsbürgerschaft nicht besitzen, wie dies im Paragraph 11, Litera a, GVG 1974 der Fall ist.

Durch § 13 Abs. 1 erster Satzteil Salzburger Grundverkehrsgesetz 1974 wird der Verwaltungsbehörde kein Ermessen eingeräumt. Die Regelung enthält vielmehr unbestimmte Rechtsbegriffe, die der VfGH für ausreichend bestimmt hält (vgl. Slg. 6313/1970, 6431/1971, 6718, 6760/1972 und 7073/1973) . Insbesondere ist der Terminus " Entfremdung" (§ 13 Abs. 1 lit. c) ausreichend bestimmt. Es gibt auch keine Bestimmung der Bundesverfassung, die es dem Gesetzgeber verbietet, bei der von ihm zu treffenden Regelung auch auf künftige Entwicklungen Bedacht zu nehmen. Die Regelung des § 13 Abs. 1 lit. c Slbg. GVG 1974 ist daher auch insofern ausreichend bestimmt, als er eine drohende Überfremdung zum Versagungsgrund macht.Durch Paragraph 13, Absatz eins, erster Satzteil Salzburger Grundverkehrsgesetz 1974 wird der Verwaltungsbehörde kein Ermessen eingeräumt. Die Regelung enthält vielmehr unbestimmte Rechtsbegriffe, die der VfGH für ausreichend bestimmt hält vergleiche Slg. 6313 aus 1970,, 6431 aus 1971,, 6718, 6760 aus 1972, und 7073 aus 1973,) . Insbesondere ist der Terminus " Entfremdung" (Paragraph 13, Absatz eins, Litera c,) ausreichend bestimmt. Es gibt auch keine Bestimmung der Bundesverfassung, die es dem Gesetzgeber verbietet, bei der von ihm zu treffenden Regelung auch auf künftige Entwicklungen Bedacht zu nehmen. Die Regelung des Paragraph 13, Absatz eins, Litera c, Slbg. GVG 1974 ist daher auch insofern ausreichend bestimmt, als er eine drohende Überfremdung zum Versagungsgrund macht.

Der Vorwurf, daß der Landesgesetzgeber nicht befugt sei, die Berücksichtigung aller staatspolitschen, volkswirtschaftlichen, sozialpolitischen oder kulturellen Interessen anzuordnen, trifft nicht zu.

Der VfGH hat schon wiederholt ausgesprochen, daß eine Verletzung des Grundsatzes der Gleichheit vor dem Gesetz in der durch die Länderkompetenz bedingten länderweise verschiedenen Regelung nicht erblickt werden kann (vgl. Slg. 1426/1931, 3093/1956, 5674/1968, 5874/1968, 6755/1972, 7038/1973) . Zur Bezugnahme der Bf. auf Art. 6 Abs. 3 B-VG genügt die Feststellung, daß nach der Verfassungsbestimmung des § 1 Staatsbürgerschaftsgesetz 1965 für die Republik Österreich eine einheitliche Staatsbürgerschaft besteht und ihre Unterteilung in eine Bundesbürgerschaft und eine Landesbürgerschaft entsprechend Art. 6 B-VG einer besonderen bundesverfassungsgesetzlichen Regelung vorbehalten bleibt. {Bundes-Verfassungsgesetz Art 6, Art. 6 Abs. 3 B-VG} hat daher derzeit keinen Anwendungsbereich.Der VfGH hat schon wiederholt ausgesprochen, daß eine Verletzung des Grundsatzes der Gleichheit vor dem Gesetz in der durch die Länderkompetenz bedingten länderweise verschiedenen Regelung nicht erblickt werden kann vergleiche Slg. 1426 aus 1931,, 3093 aus 1956,, 5674 aus 1968,, 5874 aus 1968,, 6755 aus 1972,, 7038 aus 1973,) . Zur Bezugnahme der Bf. auf Artikel 6, Absatz 3, B-VG genügt die Feststellung, daß nach der Verfassungsbestimmung des Paragraph eins, Staatsbürgerschaftsgesetz 1965 für die Republik Österreich eine einheitliche Staatsbürgerschaft besteht und ihre Unterteilung in eine Bundesbürgerschaft und eine Landesbürgerschaft entsprechend Artikel 6, B-VG einer besonderen bundesverfassungsgesetzlichen Regelung vorbehalten bleibt. {Bundes-Verfassungsgesetz Artikel 6,, Artikel 6, Absatz 3, B-VG} hat daher derzeit keinen Anwendungsbereich.

Entscheidungstexte

  • B178/74
    Entscheidungstext VfGH Keine Angabe 28.09.1974 B178/74

Schlagworte

Menschenrechtskonvention Liegenschaftserwerbsfreiheit Ausländer Grunderwerb Salzburg Grundverkehrsrecht Gleichheitsrecht Staatsbürgerschaftsgesetz Völkerrecht

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1974:B178.1974

Zuletzt aktualisiert am

16.04.2018
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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