RS Vfgh 2009/6/25 G153/08

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 25.06.2009
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Index

L7 Wirtschaftsrecht
L7300 Industrie-, Mittelstands-, Regional- und Wirtschaftsförderung

Norm

B-VG Art19, Art20 Abs1
B-VG Art140 Abs1 / Allg
B-VG Art140 Abs1 / Prüfungsumfang
Bgld L-VG 1981 Art36, Art50, Art59
Bgld Landes-WirtschaftsförderungsG 1994 §6 Abs2, §7
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Leitsatz

Stattgabe eines Drittelantrags von Abgeordneten des Burgenländischen Landtags auf Aufhebung von Bestimmungen des Burgenländischen Landes-Wirtschaftsförderungsgesetzes 1994 betreffend die zur Entscheidung über Wirtschafts- und Tourismusförderungen eingerichtete Beurteilungskommission; fehlende kompetenzrechtliche Grundlage der Regelung angesichts der Zuweisung der Förderungsvergabe an ein von der Landesregierung verschiedenes, von deren Weisungs- und Leitungsbefugnis ausgenommenes Organ des Landes

Rechtssatz

Zulässigkeit des Antrags von mehr als einem Drittel der Mitglieder des Burgenländischen Landtags gem Art36 Abs1 Bgld L-VG 1981 auf Aufhebung des §6 Abs2 zweiter Satz und §7 Bgld Landes-WirtschaftsförderungsG 1994, LGBl 33, idF LGBl 22/2008.Zulässigkeit des Antrags von mehr als einem Drittel der Mitglieder des Burgenländischen Landtags gem Art36 Abs1 Bgld L-VG 1981 auf Aufhebung des §6 Abs2 zweiter Satz und §7 Bgld Landes-WirtschaftsförderungsG 1994, LGBl 33, in der Fassung Landesgesetzblatt 22 aus 2008,.

Kein zu enger Anfechtungsumfang.

Bei Zutreffen der Bedenken (die Beurteilungskommission sei ein verfassungsrechtlich nicht gedecktes Organ, das der Stellung der Landesregierung als oberstes Organ der Landesvollziehung widerspreche) wäre die Verfassungswidrigkeit durch eine Aufhebung jener Bestimmungen beseitigt, mit denen die Einrichtung der Kommission normiert und ihre Entscheidungsbefugnis definiert werden.

Die Stellung der Landesregierung als oberstes, der Landesverwaltung gegenüber weisungsbefugtes und dem Landtag verantwortliches Organ beschränkt sich nicht auf die Hoheitsverwaltung.

Keine Übertragung von Angelegenheiten der Privatwirtschaftsverwaltung auf ausgegliederte Rechtsträger.

Die Beurteilungskommission nach §7 Bgld Landes-WirtschaftsförderungsG 1994 ist weder ein eigener Rechtsträger noch ein Organ eines solchen (auch nicht der privatrechtlich organisierten WiBAG [Wirtschaftsservice Burgenland AG]), sondern ein Organ des Landes.

Bei der Beurteilungskommission handelt es sich nach der Systematik und den offensichtlichen Intentionen des Bgld Landes-WirtschaftsförderungsG 1994 um ein Organ, dessen Beschlüsse als bindend und als von der Landesregierung nicht beeinflussbar zu werten sind. Kein der Landesregierung untergeordnetes Organ der Landesverwaltung.

Diese Rechtslage hat zur Folge, dass die WiBAG einerseits (im Rahmen des privatrechtlichen Treuhandverhältnisses zum Land) den Aufträgen der Landesregierung (bzw nach Maßgabe der Geschäftseinteilung dem hiefür zuständigen Regierungsmitglied) unterliegt, gleichzeitig aber - hinsichtlich der Entscheidung über einzelne Förderungen - den bindenden Beschlüssen einer nicht der Landesregierung untergeordneten Kommission unterworfen ist.

Innerhalb der staatlichen Verwaltungsorganisation wird ein Teilbereich der Förderungsverwaltung, nämlich die Entscheidung über die Vergabe (bestimmter) Förderungen, einem von der Landesregierung verschiedenen Organ des Landes zugewiesen und von der Leitungsbefugnis des obersten Organs Landesregierung ausgenommen.

Keine verfassungsrechtliche Grundlage für diese Kompetenzverlagerung.

Die demokratische Legitimation der Verwaltung ergibt sich aus der Wahl der Landesregierung durch den Landtag; die aus dieser Wahl entspringende personelle Zusammensetzung und folglich das Stimmverhalten der Landesregierung soll letztlich in ihren Beschlüssen Niederschlag finden, was durch eine einfachgesetzliche Verlagerung ihrer Kompetenzen auf außerhalb ihres Einflusses befindliche Organe mit anderer Zusammensetzung jedoch umgangen wäre. Damit verletzen die angefochtenen Gesetzesstellen Art50 Abs1 Bgld L-VG.

Entscheidungstexte

Schlagworte

Kompetenz Bund - Länder Verwaltungsorganisation, Landesregierung, Hoheitsverwaltung, Privatwirtschaftsverwaltung, Ausgliederung, Oberste Organe der Vollziehung, Wirtschaftsförderung, Förderungswesen, VfGH / Prüfungsumfang

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2009:G153.2008

Zuletzt aktualisiert am

26.11.2010
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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