TE Vfgh Beschluss 2010/6/8 G44/10

JUSLINE Entscheidung

Veröffentlicht am 08.06.2010
beobachten
merken

Index

50 Gewerberecht
50/01 Gewerbeordnung

Norm

B-VG Art140 Abs1 / Individualantrag
GewO 1994 §2 Abs4 Z6
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. GewO 1994 § 2 heute
  2. GewO 1994 § 2 gültig ab 03.01.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 107/2017
  3. GewO 1994 § 2 gültig von 18.07.2017 bis 02.01.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 94/2017
  4. GewO 1994 § 2 gültig von 12.08.2016 bis 17.07.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 82/2016
  5. GewO 1994 § 2 gültig von 10.07.2015 bis 11.08.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 81/2015
  6. GewO 1994 § 2 gültig von 29.05.2013 bis 09.07.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 85/2013
  7. GewO 1994 § 2 gültig von 14.09.2012 bis 28.05.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 85/2012
  8. GewO 1994 § 2 gültig von 01.09.2012 bis 13.09.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2011
  9. GewO 1994 § 2 gültig von 30.04.2011 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 107/2010
  10. GewO 1994 § 2 gültig von 01.01.2010 bis 29.04.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2009
  11. GewO 1994 § 2 gültig von 27.02.2008 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 42/2008
  12. GewO 1994 § 2 gültig von 01.11.2007 bis 26.02.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 60/2007
  13. GewO 1994 § 2 gültig von 01.01.2007 bis 31.10.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 161/2006
  14. GewO 1994 § 2 gültig von 24.01.2006 bis 31.12.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2006
  15. GewO 1994 § 2 gültig von 01.09.2005 bis 23.01.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 85/2005
  16. GewO 1994 § 2 gültig von 15.01.2005 bis 31.08.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 131/2004
  17. GewO 1994 § 2 gültig von 30.11.2004 bis 14.01.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 131/2004
  18. GewO 1994 § 2 gültig von 01.08.2002 bis 29.11.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2002
  19. GewO 1994 § 2 gültig von 01.08.2002 bis 31.07.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  20. GewO 1994 § 2 gültig von 24.07.2002 bis 31.07.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2002
  21. GewO 1994 § 2 gültig von 02.12.2000 bis 23.07.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2000
  22. GewO 1994 § 2 gültig von 01.06.1998 bis 01.12.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/1998
  23. GewO 1994 § 2 gültig von 01.07.1997 bis 31.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 63/1997
  24. GewO 1994 § 2 gültig von 01.07.1996 bis 30.06.1997 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/1997
  25. GewO 1994 § 2 gültig von 17.10.1995 bis 30.06.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 691/1995
  26. GewO 1994 § 2 gültig von 01.07.1994 bis 16.10.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 314/1994
  27. GewO 1994 § 2 gültig von 01.07.1994 bis 30.06.1994
  28. GewO 1994 § 2 gültig von 19.03.1994 bis 30.06.1994

Leitsatz

Zurückweisung des Individualantrags eines Betreibers eines landwirtschaftlichen Pferdeeinstellbetriebs auf Aufhebung des Tatbestandes "Einstellen von Reittieren" in der Gewerbeordnung 1994 mangels Legitimation; Verwaltungsrechtsweg betreffend das Ansuchen um baubehördliche Bewilligung zur Errichtung der erforderlichen Stallungen und Nebengebäude bereits beschritten

Spruch

Der Antrag wird zurückgewiesen.

Begründung

Begründung:

I. 1. Mit seinem auf Art140 B-VG gestützten Antrag vom 25. Aprilrömisch eins. 1. Mit seinem auf Art140 B-VG gestützten Antrag vom 25. April

2010 begehrt der Antragsteller die Aufhebung des "Tatbestand[es] 'Einstellen von Reittieren' im §2 Abs4 Z6 GewO 1994 idgF" sowie, der Verfassungsgerichtshof möge "zur Auffassung gelangen, dass der Gewerberechtsgesetzgeber für die Norm bzw den Tatbestand 'Einstellen von Reittieren' gemäß §2 Abs4 Z6 GewO 1994 idgF nicht zuständig war und daher diese[r] Tatbestand 'Einstellen von Reittieren' in verfassungswidriger Weise im §2 Abs4 Z6 GewO 1994 idgF kundgemacht wurde".

2. Der Antragsteller vermeint, die genannte Norm stünde im Widerspruch zum Gleichheitssatz sowie dem verfassungsrechtlich gebotenen Bestimmtheitsgebot. Ferner verstoße die Einordnung des Tatbestandes "Einstellen von Reittieren" als ein Nebengewerbe der Landwirtschaft gegen das Grundrecht auf freie Erwerbsbetätigung, da diese landwirtschaftliche Tätigkeit (des Fütterns und Betreuens von Pferden) für einen Landwirt nur untergeordnet möglich sei.

3. Zur Antragslegitimation bringt der Antragsteller lediglich vor, er sei als landwirtschaftlicher Pferdeeinstellbetrieb "durch das Verwaltungsgerichtshoferkenntnis Zl: 2005/05/0253 und die daraus entwickelten Rechtssätze" unmittelbar betroffen.

II. 1. Mit Bescheid der Niederösterreichischen Landesregierungrömisch zwei. 1. Mit Bescheid der Niederösterreichischen Landesregierung

vom 23. März 2005 wurde die Berufung gegen den Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Hollabrunn vom 11. Februar 2004, mit dem das Ansuchen des Antragstellers um baubehördliche Bewilligung für die Errichtung von Pferdestallungen, Einstell-, Lager- und Reithalle sowie eines Personalgebäudes auf näher bezeichneten Grundstücken abgewiesen worden war, als unbegründet abgewiesen. Die vom Antragsteller ausgeübte Tätigkeit des Einstellens von Reitpferden mit den dafür dienenden Anlagen hätte das Ausmaß des landwirtschaftlichen Nebengewerbes überschritten, sodass eine gewerbliche Tätigkeit im Sinne der Gewerbeordnung vorliege. Dem Bauvorhaben stehe auf Grund der gewerblichen Tätigkeit die im Flächenwidmungsplan festgelegte Widmungsart "Grünland-Landwirtschaft" entgegen.

2. Der Verfassungsgerichtshof hat seit dem Beschluss VfSlg. 8009/1977 in ständiger Rechtsprechung den Standpunkt vertreten, die Antragslegitimation nach Art140 Abs1 (letzter Satz) B-VG setze voraus, dass durch die bekämpfte Bestimmung die (rechtlich geschützten) Interessen des Antragstellers nicht bloß potentiell, sondern aktuell beeinträchtigt werden müssen und dass der durch Art140 Abs1 B-VG dem Einzelnen eingeräumte Rechtsbehelf dazu bestimmt ist, Rechtsschutz gegen verfassungswidrige Gesetze nur insoweit zu gewähren, als ein anderer zumutbarer Weg hiefür nicht zur Verfügung steht (zB VfSlg. 11.803/1988, 13.871/1994, 15.343/1998, 16.722/2002, 16.867/2003). 2. Der Verfassungsgerichtshof hat seit dem Beschluss VfSlg. 8009 aus 1977, in ständiger Rechtsprechung den Standpunkt vertreten, die Antragslegitimation nach Art140 Abs1 (letzter Satz) B-VG setze voraus, dass durch die bekämpfte Bestimmung die (rechtlich geschützten) Interessen des Antragstellers nicht bloß potentiell, sondern aktuell beeinträchtigt werden müssen und dass der durch Art140 Abs1 B-VG dem Einzelnen eingeräumte Rechtsbehelf dazu bestimmt ist, Rechtsschutz gegen verfassungswidrige Gesetze nur insoweit zu gewähren, als ein anderer zumutbarer Weg hiefür nicht zur Verfügung steht (zB VfSlg. 11.803 aus 1988,, 13.871 aus 1994,, 15.343 aus 1998,, 16.722 aus 2002,, 16.867 aus 2003,).

3. Es kann dahingestellt bleiben, ob der Antragsteller durch die angefochtene gesetzliche Bestimmung tatsächlich aktuell und unmittelbar in seiner Rechtssphäre beeinträchtigt wird. Mit der Möglichkeit, gegen den Bescheid der Niederösterreichischen Landesregierung Beschwerde bei den Gerichtshöfen des öffentlichen Rechts zu erheben, stand dem Antragsteller jedenfalls ein zumutbarer Weg zur Verfügung, um die Verfassungsmäßigkeit der angefochtenen Bestimmung überprüfen zu lassen, den er im Übrigen bereits beschritten hat: In der gegen den Bescheid der Niederösterreichischen Landesregierung vom 23. März 2005, Z RU1-BR-63/001-2004, erhobenen Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof machte der Antragsteller u. a. Bedenken gegen §2 Abs4 Z6 GewO 1994 geltend. Der Verfassungsgerichtshof lehnte mit Beschluss vom 6. Juni 2005, B477/05, die Behandlung der Beschwerde ab und trat diese dem Verwaltungsgerichtshof zur Entscheidung ab, der die Beschwerde mit Erkenntnis vom 3. Juli 2007, Z2005/05/0253-35, als unbegründet abgewiesen hat.

Der Antrag war daher bereits aus diesem Grund als unzulässig zurückzuweisen.

III. Dies konnte gemäß §19 Abs3 Z2 lite VfGG ohne mündliche Verhandlung in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen werden.römisch drei. Dies konnte gemäß §19 Abs3 Z2 lite VfGG ohne mündliche Verhandlung in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen werden.

Schlagworte

Gewerberecht, VfGH / Individualantrag

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2010:G44.2010

Zuletzt aktualisiert am

19.08.2011
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten