RS Vfgh 2012/2/29 B945/11

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Veröffentlicht am 29.02.2012
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Index

32 Steuerrecht
32/02 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Norm

B-VG Art7 Abs1 / Gesetz
BAO §22
KStG 1988 §10, §11 Abs1 Z4, §12
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. KStG 1988 § 10 heute
  2. KStG 1988 § 10 gültig ab 01.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/2019
  3. KStG 1988 § 10 gültig von 01.01.2019 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2018
  4. KStG 1988 § 10 gültig von 15.08.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2018
  5. KStG 1988 § 10 gültig von 30.12.2014 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/2014
  6. KStG 1988 § 10 gültig von 15.12.2012 bis 29.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2012
  7. KStG 1988 § 10 gültig von 02.08.2011 bis 14.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 76/2011
  8. KStG 1988 § 10 gültig von 31.12.2010 bis 01.08.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  9. KStG 1988 § 10 gültig von 16.06.2010 bis 30.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 34/2010
  10. KStG 1988 § 10 gültig von 18.06.2009 bis 15.06.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  11. KStG 1988 § 10 gültig von 31.12.2005 bis 17.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 161/2005
  12. KStG 1988 § 10 gültig von 31.12.2004 bis 30.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 180/2004
  13. KStG 1988 § 10 gültig von 21.08.2003 bis 30.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  14. KStG 1988 § 10 gültig von 31.12.1996 bis 20.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 797/1996
  15. KStG 1988 § 10 gültig von 27.08.1994 bis 30.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 681/1994
  16. KStG 1988 § 10 gültig von 01.09.1993 bis 26.08.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 694/1993
  17. KStG 1988 § 10 gültig von 30.12.1989 bis 31.08.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 660/1989
  18. KStG 1988 § 10 gültig von 30.07.1988 bis 29.12.1989

Leitsatz

Keine Verletzung in Rechten wegen Anwendung einer rechtswidrigen generellen Norm durch die Versagung der Abzugsfähigkeit von Darlehenszinsen für den Erwerb von Beteiligungen bei Festsetzung der Körperschaftsteuer; keine Verletzung des Vertrauensschutzes durch die Rückgängigmachung der steuerlichen Abzugsfähigkeit eines fremdfinanzierten Beteiligungserwerbs

Rechtssatz

Nach den allgemeinen Grundsätzen des Ertragsteuerrechts sind Fremdkapitalzinsen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Beteiligungen an anderen Kapitalgesellschaften grundsätzlich vom Abzug ausgeschlossen, weil es sich um Aufwendungen handelt, die im Zusammenhang mit Einnahmen (Ausschüttungen) stehen, die nach §10 KStG 1988 steuerfrei sind (siehe hiezu auch §12 Abs2 KStG 1988 zum Ausschluss der Abzugsfähigkeit bestimmter Aufwendungen).

Neufassung des §11 Abs1 Z4 KStG 1988 durch das SteuerreformG 2005, BGBl I 57/2004: begünstigende Regelung der Abzugsfähigkeit von Fremdkapitalzinsen bei Beteiligungserwerb zur Verfolgung bestimmter wirtschafts- und standortpolitischer Ziele; Einschränkung durch das BudgetbegleitG 2011, BGBl I 111/2010, zur Verhinderung unerwünschter Gestaltungen und Umgehungsmöglichkeiten, insbesondere bei Veräußerungsvorgängen innerhalb des Konzerns.Neufassung des §11 Abs1 Z4 KStG 1988 durch das SteuerreformG 2005, BGBl römisch eins 57/2004: begünstigende Regelung der Abzugsfähigkeit von Fremdkapitalzinsen bei Beteiligungserwerb zur Verfolgung bestimmter wirtschafts- und standortpolitischer Ziele; Einschränkung durch das BudgetbegleitG 2011, Bundesgesetzblatt Teil eins, 111 aus 2010,, zur Verhinderung unerwünschter Gestaltungen und Umgehungsmöglichkeiten, insbesondere bei Veräußerungsvorgängen innerhalb des Konzerns.

Der Gesetzgeber ist aus verfassungsrechtlicher Sicht nicht gehindert, die Abzugsfähigkeit der Fremdfinanzierungsaufwendungen bei Beteiligungserwerben pro futuro zur Gänze zurückzunehmen. Ebenso wenig ist er gehindert, die Abzugsfähigkeit einzuschränken, sofern für diese Einschränkung sachliche Gründe ins Treffen geführt werden können. Die Zielsetzung, unerwünschte, rein steuerlich motivierte Gestaltungen in Konzernen zu vermeiden, ist dabei grundsätzlich als sachliches Motiv für eine derartige Einschränkung anzusehen. Es handelt sich dabei um Erwerbs- und Finanzierungsvorgänge, die sich innerhalb einer unter einheitlicher Leitung stehenden, finanziell verflochtenen Unternehmensgruppe abspielen. Einzelfallbezogenes Instrument des §22 BAO für eine effiziente Missbrauchsbekämpfung nicht ausreichend; gleichartige Konzernklausel in §9 Abs7 KStG 1988 bei der Firmenwertabschreibung in der Gruppenbesteuerung.

Zurücknahme der Begünstigung ohne Übergangsregelung; Abzugsfähigkeit der Zinsen durchaus entscheidungsrelevanter Faktor bei Beteiligungserwerben, jedoch nicht vergleichbar mit der Anerkennung der Firmenwertabschreibung beim Anteilserwerb nach dem UmgründungssteuerG (VfSlg 15739/2000); hier Verbesserung der Standortattraktivität durch fremdfinanzierte Beteiligungserwerbe angestrebt; Bestehen von Anpassungsmöglichkeiten; Zurücknahme der Abzugsmöglichkeit nicht allein aus budgetären Überlegungen.Zurücknahme der Begünstigung ohne Übergangsregelung; Abzugsfähigkeit der Zinsen durchaus entscheidungsrelevanter Faktor bei Beteiligungserwerben, jedoch nicht vergleichbar mit der Anerkennung der Firmenwertabschreibung beim Anteilserwerb nach dem UmgründungssteuerG (VfSlg 15739 aus 2000,); hier Verbesserung der Standortattraktivität durch fremdfinanzierte Beteiligungserwerbe angestrebt; Bestehen von Anpassungsmöglichkeiten; Zurücknahme der Abzugsmöglichkeit nicht allein aus budgetären Überlegungen.

Entscheidungstexte

Schlagworte

Körperschaftsteuer, Vertrauensschutz, Rückwirkung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2012:B945.2011

Zuletzt aktualisiert am

11.03.2013
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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