RS Vfgh 2012/3/14 V113/11, (V113/11-14)

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 14.03.2012
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Index

32 Steuerrecht
32/02 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Norm

B-VG Art18 Abs2
B-VG Art139 Abs3 und Abs4
B-VG Art139 Abs5 / Fristsetzung
EStG 1988 §17 Abs4
Gaststättenpauschalierungs-VO §2 ff
UStG 1994 §14 Abs1 Z1 lita, Abs2
  1. B-VG Art. 18 heute
  2. B-VG Art. 18 gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  5. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  6. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  7. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1997 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  8. B-VG Art. 18 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 18 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. EStG 1988 § 17 heute
  2. EStG 1988 § 17 gültig ab 30.07.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2026
  3. EStG 1988 § 17 gültig von 01.01.2026 bis 29.07.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 25/2025
  4. EStG 1988 § 17 gültig von 10.10.2024 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 144/2024
  5. EStG 1988 § 17 gültig von 22.07.2023 bis 09.10.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2023
  6. EStG 1988 § 17 gültig von 07.12.2022 bis 21.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 194/2022
  7. EStG 1988 § 17 gültig von 28.10.2022 bis 06.12.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 163/2022
  8. EStG 1988 § 17 gültig von 20.07.2022 bis 27.10.2022
  9. EStG 1988 § 17 gültig von 31.12.2021 bis 19.07.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 227/2021
  10. EStG 1988 § 17 gültig von 08.01.2021 bis 30.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 3/2021
  11. EStG 1988 § 17 gültig von 01.01.2020 bis 07.01.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 96/2020
  12. EStG 1988 § 17 gültig von 30.10.2019 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/2019
  13. EStG 1988 § 17 gültig von 31.12.2016 bis 29.10.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2016
  14. EStG 1988 § 17 gültig von 15.12.2012 bis 30.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2012
  15. EStG 1988 § 17 gültig von 27.06.2006 bis 14.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2006
  16. EStG 1988 § 17 gültig von 05.06.2004 bis 26.06.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2004
  17. EStG 1988 § 17 gültig von 21.08.2003 bis 04.06.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  18. EStG 1988 § 17 gültig von 27.06.2001 bis 20.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2001
  19. EStG 1988 § 17 gültig von 10.01.1998 bis 26.06.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 9/1998
  20. EStG 1988 § 17 gültig von 01.05.1996 bis 09.01.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  21. EStG 1988 § 17 gültig von 27.08.1994 bis 30.04.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 680/1994
  22. EStG 1988 § 17 gültig von 01.12.1993 bis 26.08.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 818/1993
  23. EStG 1988 § 17 gültig von 30.07.1988 bis 30.11.1993
  1. UStG 1994 § 14 heute
  2. UStG 1994 § 14 gültig ab 01.07.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 25/2025
  3. UStG 1994 § 14 gültig von 01.01.2016 bis 30.06.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 118/2015
  4. UStG 1994 § 14 gültig von 31.12.2003 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2003
  5. UStG 1994 § 14 gültig von 21.08.2003 bis 30.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  6. UStG 1994 § 14 gültig von 27.06.2001 bis 20.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2001
  7. UStG 1994 § 14 gültig von 15.07.1999 bis 26.06.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/1999
  8. UStG 1994 § 14 gültig von 31.12.1996 bis 14.07.1999 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 756/1996
  9. UStG 1994 § 14 gültig von 01.01.1995 bis 30.12.1996

Leitsatz

Gesetzwidrigkeit von Bestimmungen der Gaststättenpauschalierungs-Verordnung; keine Vergleichbarkeit der von der Pauschalierung erfassten Betriebe; Typenvielfalt im Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe; keine Rechtfertigung durch den Aspekt der Verwaltungsökonomie

Rechtssatz

Zulässigkeit des Antrags des VwGH auf Aufhebung der §2, §3, §4, §5, §6 der Gaststättenpauschalierungs-VO in der Stammfassung BGBl II 227/1999, idF BGBl II 416/2001 und BGBl II 634/2003.Zulässigkeit des Antrags des VwGH auf Aufhebung der §2, §3, §4, §5, §6 der Gaststättenpauschalierungs-VO in der Stammfassung Bundesgesetzblatt Teil 2, 227 aus 1999,, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, 416 aus 2001, und Bundesgesetzblatt Teil 2, 634 aus 2003,.

Zulässigkeit des Antrags, Präjudizialität und untrennbarer Zusammenhang gegeben.

Aufhebung der angefochtenen Bestimmungen.

Gewinnpauschalierung aufgrund einheitlichen Berechnungsschemas, Durchschnittssatz von 5,5 Prozent der Betriebseinnahmen für die abziehbaren Vorsteuerbeträge.

Der auf der Grundlage der Verordnung ermittelte Gewinnbetrag entspricht in einer großen Anzahl von Fällen nicht den tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnissen. Die von der Pauschalierung erfasste Gruppe ist offenbar so abgegrenzt, dass sie Betriebe mit ganz unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen Parametern, vor allem mit ganz unterschiedlichen Aufwandsstrukturen, umfasst, womit sich aber eine den wirtschaftlichen Verhältnissen gerecht werdende Pauschalierung von vornherein verbietet bzw nur mit erheblichen Korrekturen verwirklicht werden kann. Der Verordnungsgeber hat somit der an sich verfassungsrechtlich zulässigen Pauschalierung einen gesetzwidrigen Anwendungsbereich gegeben, indem er praktisch sämtliche, eine bestimmte (Umsatz)Größe nicht überschreitende Gaststätten- und Beherbergungsbetriebe ungeachtet der unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnisse zu einer Gruppe zusammengefasst und für diese einen einheitlichen Gewinnprozentsatz festgelegt hat. Auch keine Homogenität der erfassten Betriebe bei kleineren Betrieben.

Schematische Festsetzung der Vorsteuerpauschalierung entgegen §14 Abs2 Z1 UStG 1994 nicht an Art und Höhe der Umsätze orientiert, obwohl bestimmte Umsätze (zB Getränke, Aufwendungen für Anlagevermögen) nicht erfasst.

Der Verordnungsgeber hat daher in gesetzwidriger Weise Betriebe zu einer Gruppe zusammengefasst, die sich hinsichtlich der für den Vorsteuerabzug maßgebenden Verhältnisse nicht in der gleichen wirtschaftlichen Situation befinden.

Einschränkende Auslegung (hinsichtlich Betrieben mit "typischer Kostenstruktur") nicht zulässig.

Kein Beleg für Erfahrungen über die wirtschaftlichen Verhältnisse als Grundlage für die vom Verordnungsgeber gewählten Prozentsätze im Verfahren zur Verordnungserlassung erbracht.

Den Vorgaben des Verfassungsrechts und auch des §17 Abs4 EStG 1988 bzw des §14 UStG 1994 entspricht eine Pauschalierung aber nur dann, wenn sie sich auf eine unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten einigermaßen homogene Gruppe von Betrieben bezieht und die Pauschalierung für die Mehrzahl der Fälle ein Resultat erbringt, das den tatsächlichen Ergebnissen zumindest im mehrjährigen Durchschnitt entspricht.

Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall nicht erfüllt. Relevanz auch des stets nur begünstigenden Charakters der Pauschalierung.

Nur eingeschränkte Bedeutung des Aspekts der (Verwaltungs)Vereinfachung im vorliegenden Fall.

Angesichts der von der Verordnung gewählten Rechtstechnik ist vom rational denkenden Steuerpflichtigen bzw von seinem Berater in jedem Jahr die Entscheidung zu treffen, ob von der Pauschalierung Gebrauch gemacht wird oder ob die Gewinnermittlung durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder gar Buchführung zum günstigeren Ergebnis führt. Kontrollrechnung erforderlich, Unterlagen über tatsächlich erzielte Gewinne in den Anlassfällen, Vereinfachungseffekt offenbar auf Erleichterungen im Beweisbereich beschränkt.

Aufhebung der zum Teil weiterhin in der Stammfassung dem Rechtsbestand angehörenden, zum Teil mit einem in der Vergangenheit liegenden Anwendungsbereich weiterhin in Geltung stehenden Bestimmungen.

Neufassung des §2 und §6 der Verordnung durch

BGBl II 149/2007; letztmalige Anwendung des §5 gemäß BGBl II 634/2003 bei der Veranlagung 2002; daher Setzung einer Frist für das Außer-Kraft-Treten (31.12.12) nur für die anderen aufgehobenen Bestimmungen.Bundesgesetzblatt Teil 2, 149 aus 2007,; letztmalige Anwendung des §5 gemäß Bundesgesetzblatt Teil 2, 634 aus 2003, bei der Veranlagung 2002; daher Setzung einer Frist für das Außer-Kraft-Treten (31.12.12) nur für die anderen aufgehobenen Bestimmungen.

Entscheidungstexte

  • V 113/11
    Entscheidungstext VfGH Erkenntnis 14.03.2012 V 113/11

Schlagworte

Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Gaststätten, Verwaltungsökonomie, VfGH / Präjudizialität, VfGH / Fristsetzung, Geltungsbereich (zeitlicher) einer Verordnung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2012:V113.2011

Zuletzt aktualisiert am

11.03.2013
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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