RS Vfgh 2012/6/11 G71/11 ua, V60/11

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 11.06.2012
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Index

L4 Innere Verwaltung
L4610 Tierhaltung

Norm

B-VG Art7 Abs1 / Gesetz
B-VG Art139 Abs1 / Individualantrag
B-VG Art140 Abs1 / Individualantrag
BAO §201, §239
HundeabgabenV der Marktgemeinde Breitenfurt vom 28.10.10
Nö HundeabgabeG §2, §7
Nö HundehalteG §2 Abs2, §4 ff, §8 Abs4, §10 ff
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. BAO § 201 heute
  2. BAO § 201 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2013
  3. BAO § 201 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 70/2013
  4. BAO § 201 gültig von 01.01.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 76/2011
  5. BAO § 201 gültig von 01.11.2009 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 20/2009
  6. BAO § 201 gültig von 31.12.2005 bis 31.10.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 161/2005
  7. BAO § 201 gültig von 26.06.2002 bis 30.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 97/2002
  8. BAO § 201 gültig von 19.04.1980 bis 25.06.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 151/1980

Leitsatz

Keine Unsachlichkeit der Aufnahme von Hunden der Rasse "Rottweiler" einschließlich Kreuzungen in den Katalog von Hunden mit erhöhtem Gefährdungspotential im Nö Hundehaltegesetz sowie der daraus folgenden Maulkorb- und Leinenpflicht beim Führen eines Kampfhundes; Hinweis auf Vorjudikatur; im Übrigen Zurückweisung der Individualanträge

Rechtssatz

Zulässigkeit und Abweisung der Eventualanträge auf Aufhebung des Wortes "Rottweiler" in §2 Abs2 und der Wortfolge "§2 und" in §8 Abs4 Nö HundehalteG, LGBl 4001-1.Zulässigkeit und Abweisung der Eventualanträge auf Aufhebung des Wortes "Rottweiler" in §2 Abs2 und der Wortfolge "§2 und" in §8 Abs4 Nö HundehalteG, Landesgesetzblatt 4001-1.

Im Übrigen Zurückweisung der (Eventual-)Anträge.

Aus dem Umstand, dass es sich beim Hund der Antragsteller (Kreuzung der Rassen Riesenschnauzer und Rottweiler) um einen "Hund mit besonderem Gefährdungspotential" iSd §2 Abs2 Nö HundehalteG handelt, ergibt sich für die Antragsteller aus §8 Abs4 Nö HundehalteG die Verpflichtung, ihren Hund an öffentlichen Orten im Ortsbereich stets mit Maulkorb und Leine zu führen. Damit wird unmittelbar und aktuell in die Rechtssphäre der Antragsteller eingegriffen; kein zumutbarer Umweg.

Unzulässigkeit der übrigen auf die Aufhebung näher bezeichneter Bestimmungen des Nö HundehalteG gerichteten Anträge; teils kein unmittelbarer Eingriff in die Rechtssphäre der Antragsteller, teils keine hinreichende Konkretisierung der unmittelbaren, aktuellen Betroffenheit bzw unrichtige Abgrenzung des Anfechtungsgegenstandes.

Unzulässigkeit auch der Anfechtung von "Punkt 2" der HundeabgabenV der Marktgemeinde Breitenfurt vom 28.10.10 und näher bezeichneten Bestimmungen des die gesetzliche Ermächtigung zur Erlassung dieser Verordnung enthaltenden Nö HundeabgabeG.

Hundeabgabe als Selbstbemessungsabgabe iSd §201 BAO. Erwirkung einer bescheidmäßigen Abgabenfestsetzung nach §201 BAO entweder (im Falle bereits erfolgter Abfuhr) im Wege eines Rückzahlungsantrages oder durch Unterlassung der Steuerabfuhr bei gleichzeitiger Offenlegung gegenüber der Abgabenbehörde zumutbar.

Keine Unsachlichkeit der Aufnahme von Hunden der Rasse "Rottweiler" und Hunden, die aus Kreuzungen von oder mit solchen Tieren entstanden sind, in den Katalog des §2 Abs2 Nö HundehalteG im Hinblick auf ihre vergleichsweise hohe Bisshäufigkeit (vgl E v 06.10.11, G24/11 ua, und E v 09.03.11, G60/10, V80/10).Keine Unsachlichkeit der Aufnahme von Hunden der Rasse "Rottweiler" und Hunden, die aus Kreuzungen von oder mit solchen Tieren entstanden sind, in den Katalog des §2 Abs2 Nö HundehalteG im Hinblick auf ihre vergleichsweise hohe Bisshäufigkeit vergleiche E v 06.10.11, G24/11 ua, und E v 09.03.11, G60/10, V80/10).

Es ist nicht unsachlich, dass der Gesetzgeber den Haltern von Hunden mit besonderem Gefährdungspotential (ebenso wie denjenigen von auffällig gewordenen Hunden - vgl §3 Nö HundehalteG) besondere Rechtspflichten wie die Anzeige der Haltung dieser Hunde bei den Behörden, den Erwerb eines Sachkundenachweises oder den Abschluss einer Haftpflichtversicherung auferlegt.Es ist nicht unsachlich, dass der Gesetzgeber den Haltern von Hunden mit besonderem Gefährdungspotential (ebenso wie denjenigen von auffällig gewordenen Hunden - vergleiche §3 Nö HundehalteG) besondere Rechtspflichten wie die Anzeige der Haltung dieser Hunde bei den Behörden, den Erwerb eines Sachkundenachweises oder den Abschluss einer Haftpflichtversicherung auferlegt.

Keine Unsachlichkeit der Maulkorb- und Leinenpflicht beim Führen eines "Kampfhundes" einschließlich Kreuzungen aus oder mit solchen Tieren (E v 06.10.11, G24/11 ua).

Entscheidungstexte

Schlagworte

Tierhaltung, Hunde, Finanzverfahren, Selbstbemessung, Rückzahlung, VfGH / Individualantrag, VfGH / Prüfungsumfang, Gemeindeabgaben

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2012:G71.2011

Zuletzt aktualisiert am

14.08.2012
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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