TE Vfgh Beschluss 2012/6/11 B264/12

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Veröffentlicht am 11.06.2012
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Index

10 VERFASSUNGSRECHT
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)

Norm

B-VG Art144 Abs1 / Legitimation
B-VG Art131
VfGG §24 Abs2
  1. B-VG Art. 144 heute
  2. B-VG Art. 144 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  5. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1984 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 296/1984
  7. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1981 bis 31.07.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 350/1981
  8. B-VG Art. 144 gültig von 01.07.1976 bis 31.07.1981 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  9. B-VG Art. 144 gültig von 25.12.1946 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 144 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 144 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 131 heute
  2. B-VG Art. 131 gültig ab 27.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2024
  3. B-VG Art. 131 gültig von 01.02.2019 bis 26.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  4. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2019 bis 31.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  5. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  6. B-VG Art. 131 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2003 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2002
  9. B-VG Art. 131 gültig von 04.09.1999 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 194/1999
  10. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.1998 bis 03.09.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  11. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  12. B-VG Art. 131 gültig von 28.04.1975 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 316/1975
  13. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.1975 bis 27.04.1975 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  14. B-VG Art. 131 gültig von 18.07.1962 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 215/1962
  15. B-VG Art. 131 gültig von 25.12.1946 bis 17.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  16. B-VG Art. 131 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  17. B-VG Art. 131 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VfGG § 24 heute
  2. VfGG § 24 gültig ab 01.01.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 41/2016
  3. VfGG § 24 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 24 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VfGG § 24 gültig von 01.08.2004 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  6. VfGG § 24 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  7. VfGG § 24 gültig von 05.07.1953 bis 31.12.2003

Leitsatz

Keine Legitimation einer Bundespolizeidirektion in ihrer Eigenschaft als Organ des Bundes zur Beschwerdeführung gegen einen Bescheid des Unabhängigen Verwaltungssenates; keine Möglichkeit der Verletzung eines subjektiven Rechts

Spruch

              Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Begründung

Begründung:

              1. Die durch den "Polizeidirektor der Bundespolizeidirektion Salzburg" eingebrachte Beschwerde richtet sich gegen den Bescheid des Unabhängigen Verwaltungssenates Salzburg vom 31. Jänner 2012, Z UVS-5/14321/2-2012.

              Mit vorgenanntem Bescheid wurde der Berufung des Finanzamtes Salzburg-Stadt gegen den Bescheid der Bundespolizeidirektion Salzburg vom 24. Oktober 2010, soweit mit diesem das Verwaltungsstrafverfahren wegen Übertretung des §51 Abs1 Z1 Glücksspielgesetz (im Folgenden: GSpG) ausgesetzt worden war, keine Folge gegeben; soweit jedoch die Aufhebung der vorläufigen Beschlagnahme von elf Glücksspielautomaten sowie zwei dazugehörigen Chip-Karten bzw. zwei dazugehörigen Steckschlüsseln angefochten wurde, wurde der Berufung insoweit Folge gegeben, als (nur) hinsichtlich der Chip-Karten und der Steckschlüssel die vorläufige Beschlagnahme aufgehoben und festgestellt wurde, dass die Voraussetzungen für eine Beschlagnahme gemäß §53 Abs1 GSpG nicht mehr vorliegen würden und diese technischen Hilfsmittel daher wieder auszufolgen seien.

              2. Gegen diesen Bescheid richtet sich die

vorliegende, auf Art144 Abs1 B-VG gestützte Beschwerde des "Polizeidirektor[s] der Bundespolizeidirektion Salzburg", in der die Verletzung des verfassungsgesetzlich gewährleisteten Rechts auf ein Verfahren vor dem gesetzlichen Richter nach Art83 Abs2 B-VG sowie die Anwendung eines verfassungswidrigen Gesetzes behauptet wird.

              3. Die Beschwerde ist unzulässig.

              3.1. Die Legitimation zur Beschwerdeführung vor dem Verfassungsgerichtshof hat gemäß Art144 B-VG zur Voraussetzung, dass der angefochtene Bescheid in die Rechtssphäre des Beschwerdeführers eingreift und im Falle seiner Rechtswidrigkeit diese verletzt (vgl. etwa VfSlg. 15.079/1998 mwN). 3.1. Die Legitimation zur Beschwerdeführung vor dem Verfassungsgerichtshof hat gemäß Art144 B-VG zur Voraussetzung, dass der angefochtene Bescheid in die Rechtssphäre des Beschwerdeführers eingreift und im Falle seiner Rechtswidrigkeit diese verletzt vergleiche etwa VfSlg. 15.079 aus 1998, mwN).

              3.2. Da der Beschwerdeführer hinsichtlich seiner Aktivlegitimation auf §24 Abs2 VfGG verweist, ist davon auszugehen, dass er die Beschwerde iS dieser Bestimmung als vertretungsbefugtes Organ für die Bundespolizeidirektion Salzburg (und nicht etwa im eigenen Namen) erhebt.

              3.3. Die Bundespolizeidirektion ist eine der unmittelbaren Bundesverwaltung zuzurechnende Behörde. Für ein Organ eines Rechtsträgers kann die Legitimation zur Beschwerdeführung vor dem Verfassungsgerichtshof gegen den Bescheid einer Verwaltungsbehörde mangels Möglichkeit der Verletzung eines subjektiven Rechts nicht aus Art144 B-VG hergeleitet werden.

              Es besteht aber auch keine sonstige verfassungsgesetzliche Bestimmung, die dem Organ eines Rechtsträgers unmittelbar die Legitimation zur Erhebung einer Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof einräumt oder dem einfachen (Materien-)Gesetzgeber hiezu die Ermächtigung erteilt, wie dies etwa, was die Beschwerdeführung vor dem Verwaltungsgerichtshof anlangt, durch Art131 Abs1 Z1 und 3 sowie Abs2 B-VG geschehen ist (vgl. VfSlg. 18.914/2009). Es besteht aber auch keine sonstige verfassungsgesetzliche Bestimmung, die dem Organ eines Rechtsträgers unmittelbar die Legitimation zur Erhebung einer Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof einräumt oder dem einfachen (Materien-)Gesetzgeber hiezu die Ermächtigung erteilt, wie dies etwa, was die Beschwerdeführung vor dem Verwaltungsgerichtshof anlangt, durch Art131 Abs1 Z1 und 3 sowie Abs2 B-VG geschehen ist vergleiche VfSlg. 18.914 aus 2009,).

              4. Der Bundespolizeidirektion in ihrer Eigenschaft als Organ des Bundes fehlt sohin die Legitimation zur Erhebung einer auf Art144 Abs1 B-VG gestützten Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof.

              Die - nicht auf das Vorliegen sämtlicher Prozessvoraussetzungen hin geprüfte - Beschwerde ist daher mangels Legitimation zurückzuweisen.

              Dies konnte gemäß §19 Abs3 Z2 lite VfGG ohne weiteres Verfahren in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen werden.

Schlagworte

VfGH / Legitimation, Organ Organwalter, Rechte subjektive öffentliche, Polizei, Polizeibehörden

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2012:B264.2012

Zuletzt aktualisiert am

24.07.2012
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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