RS Vfgh 2012/6/14 G4/12 ua

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 14.06.2012
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Index

34 MONOPOLE
34/01 Monopole

Norm

B-VG Art18 Abs1, Art83 Abs2, Art94
B-VG Art140 Abs1 / Präjudizialität
B-VG Art140 Abs7
GlücksspielG §52 Abs2, §53
StGB §168
VwGG §63 Abs1
  1. B-VG Art. 18 heute
  2. B-VG Art. 18 gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  5. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  6. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  7. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1997 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  8. B-VG Art. 18 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 18 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Leitsatz

Kein Verstoß einer Regelung des Glücksspielgesetzes betreffend die Ermächtigung zu verwaltungsbehördlichen Sicherungsmaßnahmen, hier der Beschlagnahme von Glücksspielautomaten, wegen des Verdachts gerichtlich strafbarer Handlungen gegen das Recht auf ein Verfahren vor dem gesetzlichen Richter, das Bestimmtheitsgebot und den Grundsatz der Gewaltentrennung; keine Bedenken gegen die Regelung des Verwaltungsgerichtshofgesetzes über die Bindungswirkung aufhebender Erkenntnisse des VwGH; Folgenbeseitigungsanspruch durch spätere Änderungen der Rechtslage, auch aufgrund der Aufhebung eines Gesetzes durch den VfGH, begrenzt

Rechtssatz

Abweisung der Anträge des UVS Oberösterreich auf Aufhebung der Wendung "53," im zweiten Satz des §52 Abs2 GlücksspielG (GSpG) idF BGBl I 111/2010, in eventu auch des §63 Abs1 VwGG.Abweisung der Anträge des UVS Oberösterreich auf Aufhebung der Wendung "53," im zweiten Satz des §52 Abs2 GlücksspielG (GSpG) in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 111 aus 2010,, in eventu auch des §63 Abs1 VwGG.

Angefochtene Bestimmungen im Verfahren zur Erlassung eines Ersatzbescheides nach aufhebendem Erk des VwGH vom 16.11.11, 2011/17/0226, betr eine behördliche Anordnung der Beschlagnahme von Glücksspielautomaten zwecks Sicherung der Einziehung gemäß §53 Abs1 Z1 lita GSpG, präjudiziell.

Kein Verstoß der angefochtenen Bestimmung des GSpG gegen das Recht auf ein Verfahren vor dem gesetzlichen Richter und gegen das Bestimmtheitsgebot.

§52 Abs2 zweiter Satz GSpG iVm §53 GSpG enthält nur die Zuständigkeit für Beschlagnahmen, nicht aber jene zur Durchführung des Verwaltungsstrafverfahrens selbst. Die Befugnisse im Rahmen der behördlichen Sicherungsmaßnahmen nach §53, §54 und §56a GSpG bleiben ungeachtet der - nunmehr ausdrücklich angeordneten - Subsidiarität des §52 Abs1 GSpG gegenüber §168 StGB hinsichtlich der Strafverfolgung und Strafbarkeit unberührt (Hinweis auf die Gesetzesmaterialien).§52 Abs2 zweiter Satz GSpG in Verbindung mit §53 GSpG enthält nur die Zuständigkeit für Beschlagnahmen, nicht aber jene zur Durchführung des Verwaltungsstrafverfahrens selbst. Die Befugnisse im Rahmen der behördlichen Sicherungsmaßnahmen nach §53, §54 und §56a GSpG bleiben ungeachtet der - nunmehr ausdrücklich angeordneten - Subsidiarität des §52 Abs1 GSpG gegenüber §168 StGB hinsichtlich der Strafverfolgung und Strafbarkeit unberührt (Hinweis auf die Gesetzesmaterialien).

Die Bestimmung ist nicht nur nicht unklar, sondern durch die Rechtsprechung des VwGH in ihrer Bedeutung in Fällen einer Zuständigkeit des Gerichts geklärt.

Keine Bedenken im Hinblick auf Art94 B-VG.

Die eine Beschlagnahme anordnende Verwaltungsbehörde und ein allenfalls zur Verhängung einer Strafe zuständiges Gericht entscheiden nicht über dieselbe Sache.

Da bei Anordnung der Beschlagnahme nach §53 GSpG noch nicht erwiesen sein muss (und in diesem Verfahrensstadium häufig auch nicht sein wird), ob eine Verwaltungsübertretung nach §52 Abs1 GSpG begangen oder der Tatbestand des §168 StGB verwirklicht wurde, hat §52 Abs2 letzter Satz GSpG insoweit die Anordnung zum Inhalt, dass die Zuständigkeit der Verwaltungsbehörden nach §53 GSpG solange gegeben ist, als nicht die ausschließliche Gerichtszuständigkeit feststeht.

Keine Bedenken gegen §63 Abs1 VwGG im Hinblick auf einen möglichen Widerspruch zu Art140 Abs7 B-VG.

Der "Folgenbeseitigungsanspruch" als Folge der erweiterten Bindungswirkung eines aufhebenden Erkenntnisses des VwGH ist von vorneherein auf die Sach- und Rechtslage beschränkt, die dem durch das aufhebende Erkenntnis aufgehobenen Bescheid zugrunde lag. Spätere Änderungen der Rechtslage - mögen sie durch den Gesetzgeber selbst vorgenommen werden oder die Folge der Aufhebung eines Gesetzes durch den VfGH sein - begrenzen daher sowohl den Folgenbeseitigungsanspruch der Parteien des Verfahrens vor dem VwGH als auch die Pflicht der belangten Behörde, den der Rechtsanschauung dieses Gerichtshofes entsprechenden Rechtszustand herzustellen.

Daher selbst im Fall einer Aufhebung der angefochtenen Bestimmung des GSpG keine Pflicht des UVS, in Entsprechung des §63 VwGG einen Ersatzbescheid zu erlassen, der in Konflikt mit der Verpflichtung des Art140 Abs7 B-VG geraten wäre.

Kein Kostenzuspruch an die beteiligte Partei, da in Fällen von - wie hier - auf Grund von UVS-Anträgen eingeleiteten Normenprüfungsverfahren es die Aufgabe des antragstellenden Unabhängigen Verwaltungssenats ist, über allfällige Kostenersatzansprüche nach den für sein Verfahren geltenden Vorschriften zu erkennen.

Entscheidungstexte

  • G 4/12 ua
    Entscheidungstext VfGH Erkenntnis 14.06.2012 G 4/12 ua

Schlagworte

Glücksspiel, Verwaltungsstrafrecht, Beschlagnahme, Determinierungsgebot, Verwaltungsverfahren Zuständigkeit, Behördenzuständigkeit, Gericht Zuständigkeit - Abgrenzung von Verwaltung, Gerichtsbarkeit Trennung von der Verwaltung, Strafrecht, Verwaltungsgerichtshof, Bindung (der Verwaltungsbehörden an VwGH), Bindung (der Verwaltungsbehörden an VfGH), Ersatzbescheid, Bescheiderlassung (Zeitpunkt maßgeblich für Rechtslage), VfGH / Anlassverfahren, VfGH / Präjudizialität, VfGH / Kosten

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2012:G4.2012

Zuletzt aktualisiert am

11.03.2013
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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