RS Vfgh 2014/2/21 U2552/2013

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Veröffentlicht am 21.02.2014
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Index

41/02 Staatsbürgerschaft, Pass- und Melderecht, Fremdenrecht, Asylrecht

Norm

EMRK Art8
AsylG 2005 §10
  1. AsylG 2005 § 10 heute
  2. AsylG 2005 § 10 gültig ab 12.06.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 39/2026
  3. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.11.2017 bis 11.06.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2017
  4. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.11.2017 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2017
  5. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.01.2014 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2013
  6. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  7. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.07.2011 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 38/2011
  8. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.01.2010 bis 30.06.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  9. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.04.2009 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2009
  10. AsylG 2005 § 10 gültig von 09.11.2007 bis 31.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 75/2007
  11. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.01.2006 bis 08.11.2007

Leitsatz

Verletzung im Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens durch Ausweisung eines nigerianischen Staatsangehörigen wegen verfassungswidriger Interessenabwägung angesichts der langen, dem Beschwerdeführer nicht vorzuwerfenden Verfahrensdauer

Rechtssatz

Das Asylverfahren dauerte vom Asylantrag bis zur nunmehr bekämpften Entscheidung rund neun Jahre.

Einem Asylwerber ist die Ausschöpfung der rechtlichen Möglichkeiten nicht vorzuwerfen (vgl VfGH 03.10.2013, U477/2013); auch einem mehrmonatigen, von ihm möglicherweise verursachten Stillstand des Verfahrens (keine aufrechte Meldeadresse) kann nicht ein derartiges Gewicht beigemessen werden, das die Untätigkeit des AsylGH und seiner Vorgängerbehörde in den Jahren 2005 bis 2013 gänzlich rechtfertigen könnte.Einem Asylwerber ist die Ausschöpfung der rechtlichen Möglichkeiten nicht vorzuwerfen vergleiche VfGH 03.10.2013, U477/2013); auch einem mehrmonatigen, von ihm möglicherweise verursachten Stillstand des Verfahrens (keine aufrechte Meldeadresse) kann nicht ein derartiges Gewicht beigemessen werden, das die Untätigkeit des AsylGH und seiner Vorgängerbehörde in den Jahren 2005 bis 2013 gänzlich rechtfertigen könnte.

Der AsylGH hat der während des Verfahrens entstandenen Integration des Beschwerdeführers (Deutschkenntnisse auf dem Niveau A2, Erwerbstätigkeit in einem Kfz-Unternehmen, mutmaßliche Vaterschaft zu einem minderjährigen Kind, gewisse soziale Kontakte in Österreich, strafrechtliche Unbescholtenheit ua) bei der Abwägung des mit der Ausweisung verbundenen Eingriffs in das Privatleben gemäß Art8 EMRK ein nicht entsprechendes Gewicht beigemessen. Im Ergebnis ist daher die Abwägung des Asylgerichtshofes gemäß Art8 EMRK nicht vertretbar.

Im Übrigen Ablehnung der Beschwerde.

Entscheidungstexte

Schlagworte

Asylrecht, Ausweisung, Privat- und Familienleben

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2014:U2552.2013

Zuletzt aktualisiert am

16.05.2014
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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