TE Vfgh Beschluss 2014/9/18 V79/2014 ua

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Veröffentlicht am 18.09.2014
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Index

10/07 Verfassungs- und Verwaltungsgerichtsbarkeit
14/02 Gerichtsorganisation

Norm

ZPO §63 Abs1 / Aussichtslosigkeit
B-VG Art139 Abs1 Z3
B-VG Art139 Abs1 / Prüfungsgegenstand
GOG 1896 §16 Abs1
  1. ZPO § 63 heute
  2. ZPO § 63 gültig ab 01.01.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 96/2011
  3. ZPO § 63 gültig von 01.07.2009 bis 31.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  4. ZPO § 63 gültig von 01.01.1998 bis 30.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/1997
  5. ZPO § 63 gültig von 01.05.1983 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 135/1983
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Leitsatz

Abweisung eines Verfahrenshilfeantrags zur Einbringung eines Individualantrags auf Aufhebung der Geschäftsverteilung eines Gerichtes und der Hausordnung als aussichtslos

Spruch

Der Antrag auf Bewilligung der Verfahrenshilfe wird abgewiesen.

Begründung

Begründung

1. Der Einschreiter beantragt – soweit erkennbar – die Bewilligung der Verfahrenshilfe zur Einbringung eines Individualantrages gemäß Art139 Abs1 Z3 B-VG mit dem Ziel der Aufhebung der Geschäftsverteilung des Landesgerichtes für Strafsachen Wien sowie der vom Präsidenten des Landesgerichtes für Strafsachen Wien gemäß §16 Abs1 Gerichtsorganisationsgesetz erlassenen Hausordnung.

2.1. Voraussetzung für einen Individualantrag gemäß Art139 Abs1 Z3 B-VG ist u.a. das Vorliegen einer Verordnung. Der Einschreiter geht erkennbar davon aus, dass es sich bei der vom Personalsenat des Landesgerichtes für Strafsachen Wien beschlossenen Geschäftsverteilung um eine Verordnung im Sinne der Art89 und 139 B-VG handle und der Verfassungsgerichtshof zuständig sei, über deren Gesetzmäßigkeit zu entscheiden.

Mit dieser Annahme ist der Einschreiter indes nicht im Recht: Nach der ständigen Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes (VfSlg 11.714/1988, 12.971/1992, 14.189/1995) handelt es sich bei Akten, die von einem richterlichen Kollegialorgan ausgehen, zwar materiell um Justizverwaltungsangelegenheiten, gleichwohl befinden sich die Richter des Personalsenates des Landesgerichtes für Strafsachen Wien bei der Festlegung der Geschäftsverteilung gemäß Art87 Abs2 B-VG "in Ausübung ihres richterlichen Amtes". Die Geschäftsverteilung ist sohin nicht als Verordnung im Sinne der Art89 und 139 B-VG, sondern als Akt der ordentlichen Gerichtsbarkeit zu qualifizieren.Mit dieser Annahme ist der Einschreiter indes nicht im Recht: Nach der ständigen Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes (VfSlg 11.714 aus 1988,, 12.971 aus 1992,, 14.189 aus 1995,) handelt es sich bei Akten, die von einem richterlichen Kollegialorgan ausgehen, zwar materiell um Justizverwaltungsangelegenheiten, gleichwohl befinden sich die Richter des Personalsenates des Landesgerichtes für Strafsachen Wien bei der Festlegung der Geschäftsverteilung gemäß Art87 Abs2 B-VG "in Ausübung ihres richterlichen Amtes". Die Geschäftsverteilung ist sohin nicht als Verordnung im Sinne der Art89 und 139 B-VG, sondern als Akt der ordentlichen Gerichtsbarkeit zu qualifizieren.

Der Verfassungsgerichtshof ist zur Überprüfung von Akten der ordentlichen Gerichtsbarkeit nicht zuständig. Eine Rechtsverfolgung durch Einbringung eines Individualantrages an den Verfassungsgerichtshof erscheint somit schon deshalb als offenbar aussichtslos, zumal bei der gegebenen Lage sogar die Zurückweisung des Antrages zu gewärtigen wäre.

2.2. Soweit der Einschreiter überdies – im Wesentlichen unsubstantiiert – die Gesetzmäßigkeit der vom Präsidenten des Landesgerichtes für Strafsachen Wien gemäß §16 Abs1 Gerichtsorganisationsgesetz für das dem Betrieb des Landesgerichtes für Strafsachen Wien und der Staatsanwaltschaft Wien gewidmete Gebäude erlassenen Hausordnung betreffend Regelungen über Sicherheitskontrollen in Zweifel zieht, mangelt es schon an der für einen Verfahrenshilfeantrag zwecks Einbringung eines Verordnungsprüfungsantrages erforderlichen Erfolgsaussicht, da der Einschreiter eine unmittelbare und aktuelle Betroffenheit nicht darzulegen vermochte.

3. Der Antrag auf Bewilligung

der Verfahrenshilfe ist sohin wegen offenbarer Aussichtslosigkeit gemäß §63 Abs1 ZPO (§35 Abs1 VfGG) abzuweisen.

Dies konnte gemäß §72 Abs1 ZPO iVm §35 Abs1 VfGG in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen werden.Dies konnte gemäß §72 Abs1 ZPO in Verbindung mit §35 Abs1 VfGG in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen werden.

Schlagworte

VfGH / Verfahrenshilfe, VfGH / Individualantrag, Gericht Organisation, Justizverwaltung - Gerichtsbarkeit, Geschäftsverteilung, Verordnungsbegriff, VfGH / Prüfungsgegenstand

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2014:V79.2014

Zuletzt aktualisiert am

07.11.2014
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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