TE Vfgh Beschluss 2015/6/11 G219/2014, V114/2014

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Veröffentlicht am 11.06.2015
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Index

50/01 Gewerbeordnung

Norm

B-VG Art139 Abs1 Z3
B-VG Art140 Abs1 Z3 litc
GewO 1994 §94, §121, §123, §124, §333
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. GewO 1994 § 94 heute
  2. GewO 1994 § 94 gültig ab 17.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 94/2017
  3. GewO 1994 § 94 gültig von 29.03.2016 bis 16.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 155/2015
  4. GewO 1994 § 94 gültig von 28.12.2013 bis 28.03.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 212/2013
  5. GewO 1994 § 94 gültig von 14.09.2012 bis 27.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 85/2012
  6. GewO 1994 § 94 gültig von 01.09.2012 bis 13.09.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2011
  7. GewO 1994 § 94 gültig von 19.08.2010 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 66/2010
  8. GewO 1994 § 94 gültig von 01.01.2010 bis 18.08.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2009
  9. GewO 1994 § 94 gültig von 27.02.2008 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 42/2008
  10. GewO 1994 § 94 gültig von 01.01.2007 bis 26.02.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 161/2006
  11. GewO 1994 § 94 gültig von 15.01.2005 bis 31.12.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 131/2004
  12. GewO 1994 § 94 gültig von 01.08.2002 bis 14.01.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2002
  13. GewO 1994 § 94 gültig von 01.07.1997 bis 31.07.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 63/1997
  14. GewO 1994 § 94 gültig von 01.07.1996 bis 30.06.1997 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/1997
  15. GewO 1994 § 94 gültig von 19.03.1994 bis 30.06.1996

Leitsatz

Zurückweisung der Individualanträge auf Aufhebung von Bestimmungen der GewO 1994 betr das Rauchfangkehrergewerbe und von Kehrgebietsverordnungen infolge zumutbaren Umwegs

Spruch

Die Anträge werden zurückgewiesen.

Begründung

Begründung

I.       Anträgerömisch eins. Anträge

1. In dem als "Beschwerde" bezeichneten und auf Art144 B-VG ("wegen Art144 B-VG") gestützten Schriftsatz bringt der Antragsteller unter anderem Folgendes wörtlich vor:

"Die gegenständliche Beschwerde richtet sich nicht auf einen Bescheid der belangten Behörde, sondern gegen einzelne bundes- und landesgesetzliche Bestimmungen und Verordnungen für Rauchfangkehrer, die verwaltungsmäßig in den Zuständigkeitsbereich der belangten Behörde fallen."

Im Rubrum des Schriftsatzes wird das "Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft" als belangte Behörde bezeichnet.

1.1.    Im Schriftsatz wird beantragt "der Verfassungsgerichtshof möge erkennen, dass die Bestimmungen der Gewerbeordnung 1994 für Rauchfangkehrer, insbesondere die Bestimmungen der §94, §121, §123, §124 und §333 jeweils GewO 94 als verfassungswidrig behoben werden, [und] erkennen, dass die Verordnungen der Landeshauptleute der Bundesländer für die 'Kehrgebiete' der Rauchfangkehrer als verfassungswidrig behoben werden".

2. Ungeachtet der Bezeichnung als Beschwerde nach Art144 B-VG liegen daher Anträge nach Art139 Abs1 Z3 B-VG bzw. Art140 Abs1 Z1 litc B-VG vor.

II.      Die Anträge sind unzulässig.römisch zwei. Die Anträge sind unzulässig.

3. Der Verfassungsgerichtshof hat seit den Beschlüssen VfSlg 8009/1977 und 8058/1977 in ständiger Rechtsprechung den Standpunkt vertreten, die Antragslegitimation nach Art139 Abs1 Z3 und Art140 Abs1 Z1 litc B-VG setze voraus, dass durch die bekämpfte Bestimmung die (rechtlich geschützten) Interessen des Antragstellers nicht bloß potentiell, sondern aktuell beeinträchtigt werden müssen und dass der durch Art139 Abs1 Z3 und Art140 Abs1 Z3 litc B-VG dem Einzelnen eingeräumte Rechtsbehelf dazu bestimmt ist, Rechtsschutz gegen rechtswidrige generelle Normen nur insoweit zu gewähren, als ein anderer zumutbarer Weg hiefür nicht zur Verfügung steht (zB VfSlg 16.332/2001).3. Der Verfassungsgerichtshof hat seit den Beschlüssen VfSlg 8009 aus 1977, und 8058 aus 1977, in ständiger Rechtsprechung den Standpunkt vertreten, die Antragslegitimation nach Art139 Abs1 Z3 und Art140 Abs1 Z1 litc B-VG setze voraus, dass durch die bekämpfte Bestimmung die (rechtlich geschützten) Interessen des Antragstellers nicht bloß potentiell, sondern aktuell beeinträchtigt werden müssen und dass der durch Art139 Abs1 Z3 und Art140 Abs1 Z3 litc B-VG dem Einzelnen eingeräumte Rechtsbehelf dazu bestimmt ist, Rechtsschutz gegen rechtswidrige generelle Normen nur insoweit zu gewähren, als ein anderer zumutbarer Weg hiefür nicht zur Verfügung steht (zB VfSlg 16.332 aus 2001,).

4. Wie der Antragsteller ausführt, habe er am 22. Juli 2014 bei der "belangten Behörde" gemäß §94 GewO 1994 einen Antrag auf "Ausstellung der Gewerbeberechtigung" für das reglementierte Gewerbe Rauchfangkehrer gestellt. In diesem Zusammenhang habe er darauf verwiesen, dass seines Erachtens die GewO 1994 "neuerdings" derart auszulegen und anzuwenden sei, dass die Gewerbeberechtigung "Rauchfangkehrer" nicht mehr nur für ein sogenanntes "Kehrgebiet" erteilt werden könne und dass diese Gewerbeberechtigung nicht auf ein einziges Bundesland einzuschränken sei.

5. Mit diesem Vorbringen zeigt der Antragsteller selbst auf, dass ihm ein anderer zumutbarer Weg, Rechtsschutz gegen die von ihm bekämpften generellen Normen zu erlangen, zur Verfügung stand. Namentlich hätte der Antragsteller gegen den Bescheid des Bundesministers für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft Beschwerde an das zuständige Verwaltungsgericht gemäß Art130 Abs1 B-VG, und in der Folge gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Beschwerde nach Art144 B-VG erheben können.

Für die Frage, ob ein zumutbarer Weg zur Verfügung steht, ist das zu erwartende Ergebnis des Verwaltungsverfahrens und des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens irrelevant (vgl. VfSlg 14.298/1995). Im Rahmen der Beschwerde an das Verwaltungsgericht steht es den Parteien grundsätzlich offen, anzuregen, dass dieses beim Verfassungsgerichtshof die Prüfung der behauptetermaßen rechtswidrigen generellen Normen beantragt (s. Art139 Abs1 Z1 B-VG, Art140 Abs1 Z1 lita B-VG). Überdies besteht die Möglichkeit, anlässlich einer Beschwerde nach Art144 B-VG die Einleitung eines amtswegigen Normenprüfungsverfahrens (Art139 Abs1 Z2 B-VG, Art140 Abs1 Z1 litb B-VG) durch den Verfassungsgerichtshof anzuregen. Schon aus diesem Grund erweisen sich die Anträge als unzulässig.Für die Frage, ob ein zumutbarer Weg zur Verfügung steht, ist das zu erwartende Ergebnis des Verwaltungsverfahrens und des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens irrelevant vergleiche VfSlg 14.298 aus 1995,). Im Rahmen der Beschwerde an das Verwaltungsgericht steht es den Parteien grundsätzlich offen, anzuregen, dass dieses beim Verfassungsgerichtshof die Prüfung der behauptetermaßen rechtswidrigen generellen Normen beantragt (s. Art139 Abs1 Z1 B-VG, Art140 Abs1 Z1 lita B-VG). Überdies besteht die Möglichkeit, anlässlich einer Beschwerde nach Art144 B-VG die Einleitung eines amtswegigen Normenprüfungsverfahrens (Art139 Abs1 Z2 B-VG, Art140 Abs1 Z1 litb B-VG) durch den Verfassungsgerichtshof anzuregen. Schon aus diesem Grund erweisen sich die Anträge als unzulässig.

6. Die Anträge sind daher gemäß §19 Abs3 Z2 lite VfGG ohne weiteres Verfahren und ohne vorangegangene Verhandlung in nichtöffentlicher Sitzung zurückzuweisen.

Schlagworte

VfGH / Individualantrag, Gewerberecht, Rauchfangkehrergewerbe

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2015:G219.2014

Zuletzt aktualisiert am

10.08.2015
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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