RS Vfgh 2016/10/3 G671/2015 ua

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 03.10.2016
beobachten
merken

Index

10/13 Amtshaftung, Organhaftpflicht, Polizeibefugnis-Entschädigung
22/02 Zivilprozessordnung
L53 Sport

Norm

B-VG Art7 Abs1 / Gesetz
B-VG Art10 Abs1 Z9 B VG
B-VG Art140 Abs1 Z1 litd, Abs1b
StGG Art2, Art4, Art5
EMRK Art6
EMRK 1. ZP Art1
AHG §2 Abs2, §2 Abs3
ZPO §212 Abs5, §215
Vlbg SportG §6 Abs2
VfGG §7 Abs1, §62
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 10 heute
  2. B-VG Art. 10 gültig ab 01.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2019 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  4. B-VG Art. 10 gültig von 01.08.2016 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2016
  5. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2013
  6. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2013
  7. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2014 bis 30.04.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  8. B-VG Art. 10 gültig von 01.05.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2013
  9. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.2012 bis 30.04.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  10. B-VG Art. 10 gültig von 01.04.2012 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 12/2012
  11. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2012 bis 31.03.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 58/2011
  12. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  13. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2008 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  14. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/2005
  15. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/2004
  16. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  17. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  18. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 1013/1994
  19. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.1994 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 508/1993
  20. B-VG Art. 10 gültig von 31.07.1993 bis 30.06.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 508/1993
  21. B-VG Art. 10 gültig von 01.05.1993 bis 30.07.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  22. B-VG Art. 10 gültig von 01.05.1993 bis 30.04.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 565/1991
  23. B-VG Art. 10 gültig von 06.06.1992 bis 30.04.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  24. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.1990 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 445/1990
  25. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1989 bis 30.06.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  26. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  27. B-VG Art. 10 gültig von 01.07.1983 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1983
  28. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1983 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  29. B-VG Art. 10 gültig von 29.05.1974 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 287/1974
  30. B-VG Art. 10 gültig von 22.01.1969 bis 28.05.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 27/1969
  31. B-VG Art. 10 gültig von 01.01.1961 bis 21.01.1969 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 148/1960
  32. B-VG Art. 10 gültig von 17.12.1958 bis 31.12.1960 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 271/1958
  33. B-VG Art. 10 gültig von 31.12.1954 bis 16.12.1958 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 8/1955
  34. B-VG Art. 10 gültig von 19.12.1945 bis 30.12.1954 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  35. B-VG Art. 10 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. ZPO § 212 heute
  2. ZPO § 212 gültig ab 01.05.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2022
  3. ZPO § 212 gültig von 02.04.1920 bis 30.04.2022 zuletzt geändert durch StGBl.Nr. 116/1920
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Ablehnung von Parteianträgen auf Aufhebung einer Bestimmung des AHG betreffend den Ausschluss eines Ersatzanspruchs, einer Bestimmung der ZPO betreffend die Geltendmachung von Vollzugsmängeln bzw die Beweiskraft eines unwidersprochen gebliebenen Protokolls sowie einer Bestimmung des Vlbg SportG betreffend die Verwendung von Schneegeländefahrzeugen außerhalb öffentlicher Verkehrsstraßen

Rechtssatz

Keine Bedenken gegen §2 Abs2 AHG:

Entgegen der Auffassung der antragstellenden Parteien verstößt §2 Abs2 AHG, wonach ein Ersatzanspruch nicht besteht, "wenn der Geschädigte den Schaden durch Rechtsmittel oder durch Beschwerde beim Verwaltungsgericht und Revision beim Verwaltungsgerichtshof hätte abwenden können", nicht gegen die verfassungsgesetzlich gewährleisteten Rechte auf Unverletzlichkeit des Eigentums und auf Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz. §2 Abs2 AHG begründet einen (relativen) Ausschluss des Ersatzanspruches, es sei denn der Rechtsbehelf ist schon nach seiner abstrakten Wirkungsmöglichkeit zur Schadensabwehr ungeeignet oder dem Geschädigten ist kein Verschulden bzw keine Sorglosigkeit bei der Unterlassung des Rechtsbehelfs vorzuwerfen. Es liegt im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers, dass er in §1304 ABGB bei Mitverschulden des Geschädigten eine Schadensteilung festlegt, bei §2 Abs2 AHG hingegen den Anspruch zur Gänze entfallen lässt.

Soweit die antragstellenden Parteien die Verfassungswidrigkeit des §2 Abs3 AHG unter Hinweis auf eine Literaturstelle behaupten, ohne dies zu ihrem eigenen Vorbringen zu erheben, genügt dies nicht den Anforderungen des §62 Abs1 VfGG. Das (unsubstantiiert dargelegte) Bedenken, §2 Abs3 AHG ("Aus einem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes, des Obersten Gerichtshofes und des Verwaltungsgerichtshofes kann ein Ersatzanspruch nicht abgeleitet werden.") verstoße gegen Art6 EMRK, trifft nicht zu: Es ist für den VfGH nicht erkennbar, inwieweit im Ausschluss der Haftung für Schäden durch eine höchstgerichtliche Entscheidung die Geltung des Art6 EMRK im behauptetermaßen schadensverursachenden Verfahren vor dem Höchstgericht beeinträchtigt sein könnte.

Geltendmachung von nicht in die Verfassungssphäre reichenden Vollzugsfehlern gegen den zweiten, vierten, fünften und sechsten Satz in §212 Abs5 ZPO:

Ungeachtet der Frage, ob §212 Abs5 ZPO überhaupt im gerichtlichen Anlassverfahren präjudiziell ist, machen die antragstellenden Parteien im Wesentlichen Vollzugsfehler geltend, die keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen bedeuten. Sofern sich die Bedenken gegen die Beweiskraft eines unwidersprochen gebliebenen Protokolls richten, gehen sie ins Leere, weil dies nicht in §212 Abs5 ZPO, sondern in §215 ZPO geregelt ist.

Keine Bedenken gegen §6 Abs2 erster Satz Vlbg SportG:

Die antragstellenden Parteien behaupten, dass §6 Abs2 erster Satz Vorarlberger Sportgesetz ("Schneegeländefahrzeuge dürfen außerhalb von Straßen, die dem öffentlichen Verkehr dienen, nur mit Bewilligung der Bezirksverwaltungsbehörde verwendet werden.") zum ersten in verfassungswidriger Weise in die Bundeskompetenz "Kraftfahrwesen" gemäß Art10 Abs1 Z9 B?VG eingreife; zum zweiten verstoße die angefochtene Bestimmung gegen das verfassungsgesetzlich gewährleistete Recht auf Freizügigkeit der Person, auf Unverletzlichkeit des Eigentums sowie das Gleichheitsgebot, weil ein Bewilligungserfordernis überschießend und eine Anzeigepflicht mit Untersagungsmöglichkeit ausreichend sei. Diese Bedenken sind unbegründet:

Dem Vorarlberger Landesgesetzgeber kann in kompetenzrechtlicher Hinsicht nicht entgegengetreten werden, wenn er unter dem Gesichtspunkt des Sports bzw des Landschaftsschutzes eine Bewilligungspflicht für die Verwendung von Schneegeländefahrzeugen außerhalb von Straßen, die dem öffentlichen Verkehr dienen, festlegt. Im Übrigen bestehen keine Bedenken dagegen, dass der Vorarlberger Landesgesetzgeber die Verwendung von Schneegeländefahrzeugen außerhalb von dem öffentlichen Verkehr dienenden Straßen an eine Bewilligungspflicht (und nicht bloß an eine Anzeigepflicht mit behördlicher Untersagungsmöglichkeit) knüpft.

Entscheidungstexte

  • G671/2015 ua
    Entscheidungstext VfGH Beschluss 03.10.2016 G671/2015 ua

Schlagworte

VfGH / Ablehnung, Amtshaftung, Schadenersatz, Rechtspolitik, Zivilprozess, Beweise, Kompetenz Bund - Länder Kraftfahrwesen, Straßenverwaltung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2016:G671.2015

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2026
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten