TE Vfgh Beschluss 2023/6/12 G147/2023

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Veröffentlicht am 12.06.2023
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Index

10/07 Verfassungs- und Verwaltungsgerichtsbarkeit

Norm

B-VG Art140 Abs1 Z1 lita
AuslBG §20 Abs4
VfGG §7 Abs2
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. AuslBG § 20 heute
  2. AuslBG § 20 gültig ab 01.04.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 21/2023
  3. AuslBG § 20 gültig von 01.10.2017 bis 31.03.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 66/2017
  4. AuslBG § 20 gültig von 01.01.2014 bis 30.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 72/2013
  5. AuslBG § 20 gültig von 01.07.2011 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 25/2011
  6. AuslBG § 20 gültig von 01.01.1998 bis 30.06.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 78/1997
  7. AuslBG § 20 gültig von 02.06.1996 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  8. AuslBG § 20 gültig von 01.06.1996 bis 01.06.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 895/1995
  9. AuslBG § 20 gültig von 01.07.1994 bis 31.05.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 314/1994
  10. AuslBG § 20 gültig von 01.01.1992 bis 30.06.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 684/1991
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Zurückweisung eines Antrags des BVwG auf Aufhebung einer Bestimmung des AuslBG betreffend die Ausnahme vom Erfordernis einer Amtssignatur bei automationsunterstützt erstellten Erledigungen

Spruch

Der Antrag wird zurückgewiesen.

Begründung

Begründung

1. Das Bundesverwaltungsgericht begehrt aus Anlass eines bei ihm anhängigen Beschwerdeverfahrens, §20 Abs4 des Bundesgesetzes vom 20. März 1975, mit dem die Beschäftigung von Ausländern geregelt wird (Ausländerbeschäftigungsgesetz – AuslBG), BGBl 218/1975, idF BGBl I 72/2013, wegen Verstoßes gegen Art11 Abs2 B-VG als verfassungswidrig aufzuheben. Dieser Antrag ist am 14. März 2023 beim Verfassungsgerichtshof eingelangt.1. Das Bundesverwaltungsgericht begehrt aus Anlass eines bei ihm anhängigen Beschwerdeverfahrens, §20 Abs4 des Bundesgesetzes vom 20. März 1975, mit dem die Beschäftigung von Ausländern geregelt wird (Ausländerbeschäftigungsgesetz – AuslBG), Bundesgesetzblatt 218 aus 1975,, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 72 aus 2013,, wegen Verstoßes gegen Art11 Abs2 B-VG als verfassungswidrig aufzuheben. Dieser Antrag ist am 14. März 2023 beim Verfassungsgerichtshof eingelangt.

2. Das antragstellende Gericht bringt – wie schon in früheren, hg. zu G38/2023 ua protokollierten Anträgen – vor, dass es §20 Abs4 AuslBG, BGBl 218/1975, idF BGBl I 72/2013, bei der Beurteilung der Zulässigkeit der Beschwerde anzuwenden habe und macht der angefochtenen Bestimmung zum Vorwurf, dass sie eine Abweichung von §18 Abs4 AVG normiere, die nicht als "unerlässlich" anzusehen sei und daher gegen Art11 Abs2 B-VG verstoße.2. Das antragstellende Gericht bringt – wie schon in früheren, hg. zu G38/2023 ua protokollierten Anträgen – vor, dass es §20 Abs4 AuslBG, Bundesgesetzblatt 218 aus 1975,, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 72 aus 2013,, bei der Beurteilung der Zulässigkeit der Beschwerde anzuwenden habe und macht der angefochtenen Bestimmung zum Vorwurf, dass sie eine Abweichung von §18 Abs4 AVG normiere, die nicht als "unerlässlich" anzusehen sei und daher gegen Art11 Abs2 B-VG verstoße.

3. Mit Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes vom 9. März 2023, G38/2023 ua wurde aus Anlass der zuvor genannten Anträge des Bundesverwaltungsgerichtes die Wortfolge "Bescheide und" in §20 Abs4 AuslBG, BGBl 218/1975, idF BGBl I 72/2013, als verfassungswidrig aufgehoben und gleichzeitig ausgesprochen, dass diese in den am 9. März 2023 beim Bundesverwaltungsgericht und beim Verwaltungsgerichtshof anhängigen Verfahren nicht mehr anzuwenden ist. Im Übrigen wurden die Anträge des Bundesverwaltungsgerichtes abgewiesen.3. Mit Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes vom 9. März 2023, G38/2023 ua wurde aus Anlass der zuvor genannten Anträge des Bundesverwaltungsgerichtes die Wortfolge "Bescheide und" in §20 Abs4 AuslBG, Bundesgesetzblatt 218 aus 1975,, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 72 aus 2013,, als verfassungswidrig aufgehoben und gleichzeitig ausgesprochen, dass diese in den am 9. März 2023 beim Bundesverwaltungsgericht und beim Verwaltungsgerichtshof anhängigen Verfahren nicht mehr anzuwenden ist. Im Übrigen wurden die Anträge des Bundesverwaltungsgerichtes abgewiesen.

4. Der Verfassungsgerichtshof hat über bestimmt umschriebene Bedenken ob der Verfassungsmäßigkeit eines Gesetzes nur ein einziges Mal zu entscheiden (vgl VfSlg 10.311/1984, 10.841/1986, 12.892/1991, 18.776/2009; VfGH 25.11.2016, G380/2016, G391/2016; 12.6.2020, G252/2019 ua). Ein von ihm bereits aufgehobenes oder als verfassungswidrig erkanntes Gesetz kann daher nicht neuerlich Gegenstand eines entsprechenden Aufhebungs- oder Feststellungsbegehrens sein (vgl zB VfSlg 12.633/1991, 15.261/1998, 17.266/2004).4. Der Verfassungsgerichtshof hat über bestimmt umschriebene Bedenken ob der Verfassungsmäßigkeit eines Gesetzes nur ein einziges Mal zu entscheiden vergleiche VfSlg 10.311 aus 1984,, 10.841 aus 1986,, 12.892 aus 1991,, 18.776 aus 2009,; VfGH 25.11.2016, G380/2016, G391/2016; 12.6.2020, G252/2019 ua). Ein von ihm bereits aufgehobenes oder als verfassungswidrig erkanntes Gesetz kann daher nicht neuerlich Gegenstand eines entsprechenden Aufhebungs- oder Feststellungsbegehrens sein vergleiche , zB VfSlg 12.633 aus 1991,, 15.261 aus 1998,, 17.266 aus 2004,).

5. Der Umstand, dass das Bundesverwaltungsgericht zum Zeitpunkt seiner Antragstellung am 14. März 2023 von der Entscheidung vom 9. März 2023, G38/2023 ua, keine Kenntnis haben konnte, vermag an der Unzulässigkeit seines Begehrens nichts zu ändern.

6. Der Antrag ist daher als unzulässig zurückzuweisen.

7. Dies konnte gemäß §19 Abs4 VfGG ohne mündliche Verhandlung in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen werden.

Schlagworte

VfGH / Gerichtsantrag, Ausländerbeschäftigung, res iudicata, VfGH / Aufhebung Wirkung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2023:G147.2023

Zuletzt aktualisiert am

15.09.2023
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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