TE Vfgh Beschluss 2023/6/15 SV1/2023 ua

JUSLINE Entscheidung

Veröffentlicht am 15.06.2023
beobachten
merken

Index

19/20 Amtssitzabkommen

Norm

B-VG Art140 Abs1 Z1 litd, Art140 Abs1b, Art140a
EMRK Art6
Amtssitzabkommen zwischen der Republik Österreich und der Internationalen Atomenergie-Organisation idF BGBl 82/1958 ArtIII Abschnitt9, ArtVIII Abschnitt19, ArtVIII Abschnitt20
Statuten der Internationalen Atomenergiebehörde idf BGBl 216/1957 ArtXV
VfGG §7 Abs1
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Ablehnung eines Parteiantrags gegen näher bezeichnete Bestimmungen des Abkommens über den Amtssitz der Internationalen Atomenergie-Organisation sowie der Statuten der Internationalen Atomenergiebehörde

Spruch

Die Behandlung des Antrages wird abgelehnt.

Begründung

Begründung

Der Verfassungsgerichtshof kann die Behandlung eines Antrages gemäß Art140a iVm Art140 Abs1 Z1 litd B-VG ablehnen, wenn er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat (Art140 Abs1b B-VG; vgl VfGH 24.2.2015, G13/2015).Der Verfassungsgerichtshof kann die Behandlung eines Antrages gemäß Art140a in Verbindung mit Art140 Abs1 Z1 litd B-VG ablehnen, wenn er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat (Art140 Abs1b B-VG; vergleiche VfGH 24.2.2015, G13/2015).

Der Verfassungsgerichtshof hat sich in einem auf Antrag eingeleiteten Verfahren zur Prüfung der Verfassungsmäßigkeit eines Staatsvertrages gemäß Art140a B-VG auf die Erörterung der geltend gemachten Bedenken zu beschränken (vgl VfSlg 19.750/2013; VfGH 29.9.2022, SV1/2021). Er hat sohin ausschließlich zu beurteilen, ob die angefochtene Bestimmung aus den im Antrag dargelegten Gründen verfassungswidrig ist (VfSlg 19.809/2013, 19.889/2014 sowie VfGH 2.7.2016, SV3/2015).Der Verfassungsgerichtshof hat sich in einem auf Antrag eingeleiteten Verfahren zur Prüfung der Verfassungsmäßigkeit eines Staatsvertrages gemäß Art140a B-VG auf die Erörterung der geltend gemachten Bedenken zu beschränken vergleiche VfSlg 19.750 aus 2013,; VfGH 29.9.2022, SV1/2021). Er hat sohin ausschließlich zu beurteilen, ob die angefochtene Bestimmung aus den im Antrag dargelegten Gründen verfassungswidrig ist (VfSlg 19.809 aus 2013,, 19.889 aus 2014, sowie VfGH 2.7.2016, SV3/2015).

Der Antrag behauptet die Verfassungswidrigkeit von ArtIII Abschnitt 9 und ArtVIII Abschnitte 19 und 20 des Abkommens zwischen der Republik Österreich und der Internationalen Atomenergie-Organisation über den Amtssitz der Internationalen Atomenergie-Organisation, BGBl 82/1958, (im Folgenden: IAEO-Amtssitzabkommen) sowie von ArtXV der Statuten der Internationalen Atomenergiebehörde, BGBl 216/1957, im Wesentlichen mit der Begründung, dass die von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) getroffenen internen Maßnahmen, also die Einrichtung und Befassung des Joint Appeals Board (JAB) sowie die Entscheidungen durch den Generaldirektor und (nachprüfend) das Verwaltungsgericht der Internationalen Arbeitsorganisation (Administrative Tribunal of the International Labour Organization – ILOAT) keine geeigneten Maßnahmen iSd Art6 EMRK darstellten und daher eine Verletzung des Rechts auf Zugang zu einem Gericht sowie auf ein faires Verfahren gemäß Art6 EMRK vorlägen.Der Antrag behauptet die Verfassungswidrigkeit von ArtIII Abschnitt 9 und ArtVIII Abschnitte 19 und 20 des Abkommens zwischen der Republik Österreich und der Internationalen Atomenergie-Organisation über den Amtssitz der Internationalen Atomenergie-Organisation, Bundesgesetzblatt 82 aus 1958,, (im Folgenden: IAEO-Amtssitzabkommen) sowie von ArtXV der Statuten der Internationalen Atomenergiebehörde, Bundesgesetzblatt 216 aus 1957,, im Wesentlichen mit der Begründung, dass die von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) getroffenen internen Maßnahmen, also die Einrichtung und Befassung des Joint Appeals Board (JAB) sowie die Entscheidungen durch den Generaldirektor und (nachprüfend) das Verwaltungsgericht der Internationalen Arbeitsorganisation (Administrative Tribunal of the International Labour Organization – ILOAT) keine geeigneten Maßnahmen iSd Art6 EMRK darstellten und daher eine Verletzung des Rechts auf Zugang zu einem Gericht sowie auf ein faires Verfahren gemäß Art6 EMRK vorlägen.

Vor dem Hintergrund von ArtXIX Abschnitt 50 lita IAEO-Amtssitzabkommen sowie der – im Antrag nicht bestrittenen – Möglichkeit, Beschwerde an das Verwaltungsgericht der Internationalen Arbeitsorganisation zu erheben, (vgl insoweit auch VfGH 29.9.2022, SV1/2021; vgl überdies EGMR 6.1.2015, 415/07, Klausecker) lässt das Vorbringen des Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.Vor dem Hintergrund von ArtXIX Abschnitt 50 lita IAEO-Amtssitzabkommen sowie der – im Antrag nicht bestrittenen – Möglichkeit, Beschwerde an das Verwaltungsgericht der Internationalen Arbeitsorganisation zu erheben, vergleiche insoweit auch VfGH 29.9.2022, SV1/2021; vergleiche überdies EGMR 6.1.2015, 415/07, Klausecker) lässt das Vorbringen des Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.

Demgemäß wurde beschlossen, von einer Behandlung des – nicht auf das Vorliegen sämtlicher Formerfordernisse und Prozessvoraussetzungen geprüften – Antrages abzusehen (§19 Abs3 Z1 iVm §31 letzter Satz VfGG).Demgemäß wurde beschlossen, von einer Behandlung des – nicht auf das Vorliegen sämtlicher Formerfordernisse und Prozessvoraussetzungen geprüften – Antrages abzusehen (§19 Abs3 Z1 in Verbindung mit §31 letzter Satz VfGG).

Schlagworte

Staatsverträge, VfGH / Staatsvertragsprüfung, VfGH / Ablehnung, VfGH / Parteiantrag, Kernenergie, fair trial, Gericht Zuständigkeit, Arbeitsrecht

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2023:SV1.2023

Zuletzt aktualisiert am

03.07.2023
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten