TE Vfgh Beschluss 2023/9/18 G211/2023

JUSLINE Entscheidung

Veröffentlicht am 18.09.2023
beobachten
merken

Index

10/07 Verfassungs- und Verwaltungsgerichtsbarkeit

Norm

B-VG Art140 Abs1 Z1 litd
Grundbuchsnovelle 1997 ArtV Abs2
ZPO §508
VfGG §7 Abs2
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. ZPO § 508 heute
  2. ZPO § 508 gültig ab 01.07.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  3. ZPO § 508 gültig von 01.01.2005 bis 30.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 128/2004
  4. ZPO § 508 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2001
  5. ZPO § 508 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/1997
  6. ZPO § 508 gültig von 01.08.1989 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Zurückweisung eines Parteiantrags auf Aufhebung einer Bestimmung der Grundbuchsnovelle 1997; Entscheidung eines Landesgerichts ist keine in erster Instanz entschiedene Rechtssache

Spruch

Der Antrag wird zurückgewiesen.

Begründung

Begründung

I. Sachverhalt und Antragrömisch eins. Sachverhalt und Antrag

1. Die Antragsteller sind Parteien eines zivilgerichtlichen Verfahrens betreffend Streitigkeiten über den Bestand bzw Nichtbestand einer Dienstbarkeit gemäß §479 ABGB, das in erster Instanz mit (Ergänzungs-)Urteilen des Bezirksgerichtes Feldkirch vom 25. November 2019 und 16. Dezember 2022 entschieden worden ist. Mit Urteil vom 28. März 2023 gab das Landesgericht Feldkirch der Berufung keine Folge. Aus Anlass dieses Urteiles des Landesgerichtes Feldkirch stellen die Antragsteller – unter einem mit einem Antrag gemäß §508 ZPO sowie einer ordentlichen Revision an den Obersten Gerichtshof – den vorliegenden, auf Art140 Abs1 Z1 litd B-VG gestützten Antrag, der Verfassungsgerichtshof möge ArtV Abs2 Grundbuchsnovelle 1997, BGBl I 30/1997, wegen Verfassungswidrigkeit aufheben.1. Die Antragsteller sind Parteien eines zivilgerichtlichen Verfahrens betreffend Streitigkeiten über den Bestand bzw Nichtbestand einer Dienstbarkeit gemäß §479 ABGB, das in erster Instanz mit (Ergänzungs-)Urteilen des Bezirksgerichtes Feldkirch vom 25. November 2019 und 16. Dezember 2022 entschieden worden ist. Mit Urteil vom 28. März 2023 gab das Landesgericht Feldkirch der Berufung keine Folge. Aus Anlass dieses Urteiles des Landesgerichtes Feldkirch stellen die Antragsteller – unter einem mit einem Antrag gemäß §508 ZPO sowie einer ordentlichen Revision an den Obersten Gerichtshof – den vorliegenden, auf Art140 Abs1 Z1 litd B-VG gestützten Antrag, der Verfassungsgerichtshof möge ArtV Abs2 Grundbuchsnovelle 1997, Bundesgesetzblatt Teil eins, 30 aus 1997,, wegen Verfassungswidrigkeit aufheben.

2. Die Antragsteller bringen zusammengefasst vor, dass die genannte (Übergangs-)Bestimmung der Grundbuchsnovelle 1997 verfassungswidrig sei, weil diese von den Zivilgerichten so ausgelegt werde, dass auch bei nicht offenkundigen Wegdienstbarkeiten ein gutgläubiger lastenfreier Erwerb gemäß §1500 ABGB möglich sei.

II. Zur Zulässigkeitrömisch zwei. Zur Zulässigkeit

1. Gemäß Art140 Abs1 Z1 litd B-VG erkennt der Verfassungsgerichtshof über die Verfassungswidrigkeit von Gesetzen "auf Antrag einer Person, die als Partei einer von einem ordentlichen Gericht in erster Instanz entschiedenen Rechtssache wegen Anwendung eines verfassungswidrigen Gesetzes in ihren Rechten verletzt zu sein behauptet, aus Anlass eines gegen diese Entscheidung erhobenen Rechtsmittels".

2. Der auf Art140 Abs1 Z1 litd B-VG gestützte Antrag ist nicht zulässig:

Bei dem Urteil des Landesgerichtes Feldkirch vom 28. März 2023 handelt es sich um eine zweitinstanzliche Entscheidung eines ordentlichen Gerichtes. Der vorliegende Antrag wurde aus Anlass der mit einem Antrag gemäß §508 ZPO verbundenen und gegen dieses Urteil erhobenen ordentlichen Revision an den Obersten Gerichtshof, und somit nicht aus Anlass einer "von einem ordentlichen Gericht in erster Instanz entschiedenen Rechtssache" iSd Art140 Abs1 Z1 litd B-VG gestellt (vgl VfGH 2.7.2015, G121/2015; 13.12.2016, G301/2016; 26.2.2018, G17-18/2018).Bei dem Urteil des Landesgerichtes Feldkirch vom 28. März 2023 handelt es sich um eine zweitinstanzliche Entscheidung eines ordentlichen Gerichtes. Der vorliegende Antrag wurde aus Anlass der mit einem Antrag gemäß §508 ZPO verbundenen und gegen dieses Urteil erhobenen ordentlichen Revision an den Obersten Gerichtshof, und somit nicht aus Anlass einer "von einem ordentlichen Gericht in erster Instanz entschiedenen Rechtssache" iSd Art140 Abs1 Z1 litd B-VG gestellt vergleiche VfGH 2.7.2015, G121/2015; 13.12.2016, G301/2016; 26.2.2018, G17-18/2018).

III. Ergebnisrömisch drei. Ergebnis

Der Antrag ist daher schon aus diesem Grund gemäß §19 Abs3 Z2 lite VfGG in nichtöffentlicher Sitzung als unzulässig zurückzuweisen.

Schlagworte

VfGH / Parteiantrag, Zivilprozess, Landesgericht, VfGH / Zuständigkeit

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2023:G211.2023

Zuletzt aktualisiert am

30.11.2023
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten