RS Vfgh 2023/9/18 E1864/2023

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Veröffentlicht am 18.09.2023
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Index

41/02 Staatsbürgerschaft, Pass- und Melderecht, Fremdenrecht, Asylrecht

Norm

EMRK Art8
NAG §2, §11, §21, §46
VfGG §7 Abs2
  1. NAG § 2 heute
  2. NAG § 2 gültig ab 01.01.9000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2025
  3. NAG § 2 gültig von 07.08.2026 bis 01.01.9000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 81/2026
  4. NAG § 2 gültig von 07.03.2023 bis 06.08.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 206/2021
  5. NAG § 2 gültig von 01.09.2018 bis 06.03.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 56/2018
  6. NAG § 2 gültig von 25.05.2018 bis 31.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2018
  7. NAG § 2 gültig von 19.10.2017 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2017
  8. NAG § 2 gültig von 01.10.2017 bis 18.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2017
  9. NAG § 2 gültig von 20.07.2015 bis 30.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 70/2015
  10. NAG § 2 gültig von 01.01.2014 bis 19.07.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2013
  11. NAG § 2 gültig von 01.01.2014 bis 17.04.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  12. NAG § 2 gültig von 18.04.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2013
  13. NAG § 2 gültig von 01.07.2011 bis 17.04.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 38/2011
  14. NAG § 2 gültig von 01.01.2010 bis 30.06.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 135/2009
  15. NAG § 2 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  16. NAG § 2 gültig von 01.04.2009 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2009
  17. NAG § 2 gültig von 01.01.2006 bis 31.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2005
  18. NAG § 2 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2005
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Verletzung im Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens betreffend die Versagung eines Aufenthaltstitels an eine nigerianische Staatsangehörige mangels hinreichender Auseinandersetzung mit dem Kindeswohl sowie der nicht verschuldeten Unrechtmäßigkeit des Aufenthalts im Bundesgebiet

Rechtssatz

Nach §11 Abs3 NAG kann ein Aufenthaltstitel trotz Vorliegens eines Erteilungshindernisses gemäß Abs1 Z2a, 3, 5 oder 6 sowie trotz Ermangelung einer Voraussetzung gemäß Abs2 Z1 bis 7 erteilt werden, wenn dies zur Aufrechterhaltung des Privat- und Familienlebens im Sinne des Art8 EMRK geboten ist. Im Rahmen dieser Interessenabwägung hält das Verwaltungsgericht Wien (VGW - LVwG) der Beschwerdeführerin vor, dass sie sich seit mehr als einem Jahr unrechtmäßig im Bundesgebiet aufhalte. Dabei verweist das VGW auf das der Beschwerdeführerin zukommende Recht auf eine Antragstellung im Inland, hebt aber hervor, dass der Beschwerdeführerin aus diesem Recht zur Inlandsantragstellung jedoch kein darüberhinausgehendes Bleiberecht zukomme. Der Umstand, dass für die Beschwerdeführerin bereits sechs Wochen nach ihrer Geburt ein Antrag auf Erteilung des Aufenthaltstitels "Rot-Weiß-Rot - Karte plus" eingebracht wurde, über den - wie im Hinblick auf die Zulässigkeit der Säumnisbeschwerde ausgeführt wird - auf Grund von ausschließlichem Verschulden der Behörde nicht fristgerecht entschieden wurde, findet dabei keine weitere Berücksichtigung.

Vor allem aber stellt das VGW keine Überlegungen oder Ermittlungen zu den Auswirkungen der Entscheidungen auf das Kindeswohl an. Es beurteilt weder die Konsequenzen einer allfälligen Trennung der Familie - insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis zum im österreichischen Bundesgebiet bleibenden Elternteil und zur jüngeren Schwester, die nach den Angaben in der Beschwerde mittlerweile über einen Aufenthaltstitel verfüge - noch die Auswirkungen auf die zweijährige Beschwerdeführerin selbst.

Entscheidungstexte

Schlagworte

Fremdenrecht, Kinder, Privat- und Familienleben, Entscheidungsbegründung, Ermittlungsverfahren, Säumnisbeschwerde

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2023:E1864.2023

Zuletzt aktualisiert am

29.09.2023
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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