RS Vfgh 2023/9/19 E940/2023

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 19.09.2023
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Index

41/02 Staatsbürgerschaft, Pass- und Melderecht, Fremdenrecht, Asylrecht

Norm

EMRK Art8
NAG §11, §21, §46
VfGG §7 Abs2
  1. NAG § 11 heute
  2. NAG § 11 gültig ab 07.03.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 206/2021
  3. NAG § 11 gültig von 19.10.2017 bis 06.03.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2017
  4. NAG § 11 gültig von 01.10.2017 bis 18.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2017
  5. NAG § 11 gültig von 01.10.2017 bis 30.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2017
  6. NAG § 11 gültig von 20.07.2015 bis 30.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 70/2015
  7. NAG § 11 gültig von 01.01.2014 bis 19.07.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2013
  8. NAG § 11 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  9. NAG § 11 gültig von 01.07.2011 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 38/2011
  10. NAG § 11 gültig von 01.01.2011 bis 30.06.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  11. NAG § 11 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 135/2009
  12. NAG § 11 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  13. NAG § 11 gültig von 01.04.2009 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2009
  14. NAG § 11 gültig von 01.01.2006 bis 31.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2005
  15. NAG § 11 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2005
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Verletzung im Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens durch Abweisung eines Antrags auf Erteilung des Aufenthaltstitels "Rot-Weiß-Rot-Karte plus" mangels Auseinandersetzung mit den aktuellen Umständen, dem Aufenthaltstitel "Daueraufenthalt-EU" der Ehefrau, der Beziehung zu seinem Sohn und den Auswirkungen einer Übersiedlung der gesamten Familie auf das Kindeswohl

Rechtssatz

Das Verwaltungsgericht Wien (VGW - LVwG) führt zwar aus, dass bei der Interessenabwägung nach Art8 EMRK das Kindeswohl zu berücksichtigen ist. Die Feststellung, dass es dem Beschwerdeführer, der seinen Sohn im Alter von einem Jahr zum ersten Mal gesehen habe, zum Zeitpunkt des Ablaufes seines Visums "zuzumuten gewesen [wäre] bei der örtlich zuständigen Berufsvertretungsbehörde im Ausland den Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels zu stellen und in Nigeria das Verfahren abzuwarten", ersetzt jedoch keinesfalls eine Auseinandersetzung mit den zum Zeitpunkt der Entscheidung des VGW aktuellen Umständen.

Das VGW verweist darauf, dass die Ehefrau und der Sohn des Beschwerdeführers nigerianische Staatsangehörige sind und der Beschwerdeführer selbst über eine gute Berufsausbildung verfügt, mit der er auch in Nigeria eine Existenz für sich und seine Familie aufbauen könnte. Dabei berücksichtigt das VGW aber nicht, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers über den Aufenthaltstitel "Daueraufenthalt-EU" verfügt und damit zum dauernden Aufenthalt in Österreich berechtigt ist und setzt sich auch nicht mit den Auswirkungen einer solchen Übersiedlung der gesamten Familie auf das Kindeswohl auseinander.

Das VGW unterlässt es, im Rahmen seiner Interessenabwägung auf die von Art8 EMRK geschützte Verbindung des Beschwerdeführers zu seinem Sohn zum Zeitpunkt seiner Entscheidung einzugehen und diese Beziehung zu würdigen. Der Sohn des Beschwerdeführers wurde in Österreich geboren, ist zum Zeitpunkt der Entscheidung des Verwaltungsgerichtes knapp drei Jahre alt und wird in wesentlichem Ausmaß von seinem Vater, dem Beschwerdeführer, betreut. Das Verwaltungsgericht Wien stellt keinerlei Ermittlungen oder Überlegungen zu der Frage an, welche Auswirkungen die Entscheidung auf die Beziehung zwischen Vater und Kind sowie insbesondere das Kindeswohl hätte.

Entscheidungstexte

Schlagworte

Fremdenrecht, Privat- und Familienleben, Aufenthaltsrecht, Entscheidungsbegründung, Kinder

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2023:E940.2023

Zuletzt aktualisiert am

02.10.2023
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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