TE Vfgh Beschluss 2023/10/5 V233/2022 ua

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Veröffentlicht am 05.10.2023
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Index

31/04 Bundesbeteiligungen
31/05 Förderungen, Zuschüsse, Fonds

Norm

B-VG Art139 Abs1 Z4, Art139 Abs1b
FixkostenzuschussV des Bundesministers für Finanzen gemäß §3b Abs3 ABBAG-G
VerlustersatzV des Bundesministers für Finanzen gemäß §3b Abs3 ABBAG-G
UmsatzausfallbonusV des Bundesministers für Finanzen gemäß §3b Abs3 ABBAG-G
BankwesenG §1
VfGG §7 Abs1
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Ablehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung von Bestimmungen betreffend den Ausschluss von Banken von Förderungen für Unternehmen zur wirtschaftlichen Bewältigung der COVID-19 Pandemie; Ausschluss des gesamten Finanzsektors von den Begünstigungen im Gestaltungsspielraum des Verordnungsgebers

Spruch

Die Behandlung des Antrages wird abgelehnt.

Begründung

Begründung

1. Der Verfassungsgerichtshof kann die Behandlung eines Antrages gemäß Art139 Abs1 Z4 B-VG ablehnen, wenn er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat (Art139 Abs1b B-VG; vgl VfGH 24.2.2015, G13/2015).1. Der Verfassungsgerichtshof kann die Behandlung eines Antrages gemäß Art139 Abs1 Z4 B-VG ablehnen, wenn er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat (Art139 Abs1b B-VG; vergleiche VfGH 24.2.2015, G13/2015).

1.1. Der Verfassungsgerichtshof ist in einem auf Antrag eingeleiteten Verfahren zur Prüfung der Gesetzmäßigkeit einer Verordnung gemäß Art139 B-VG auf die Erörterung der geltend gemachten Bedenken beschränkt (vgl VfSlg 11.580/1987, 14.044/1995, 16.674/2002). Er hat sohin ausschließlich zu beurteilen, ob die angefochtene Verordnung aus den im Antrag dargelegten Gründen gesetzwidrig ist (VfSlg 15.644/1999, 17.222/2004).1.1. Der Verfassungsgerichtshof ist in einem auf Antrag eingeleiteten Verfahren zur Prüfung der Gesetzmäßigkeit einer Verordnung gemäß Art139 B-VG auf die Erörterung der geltend gemachten Bedenken beschränkt vergleiche VfSlg 11.580 aus 1987,, 14.044 aus 1995,, 16.674 aus 2002,). Er hat sohin ausschließlich zu beurteilen, ob die angefochtene Verordnung aus den im Antrag dargelegten Gründen gesetzwidrig ist (VfSlg 15.644 aus 1999,, 17.222 aus 2004,).

1.2. Der Antrag behauptet die Gesetzwidrigkeit von (näher bezeichneten Wortfolgen in) Punkt 3.2.1 des Anhanges zur Verordnung des Bundesministers für Finanzen über die Gewährung von Zuschüssen zur Deckung von Fixkosten durch die COVID-19 Finanzierungsagentur des Bundes GmbH (COFAG) (im Folgenden: Fixkostenzuschuss-VO), von (näher bezeichneten Wortfolgen in) Punkt 3.2.2 des Anhanges zur Verordnung des Bundesministers für Finanzen über die Gewährung eines Ausfallsbonus an Unternehmen mit einem hohen Umsatzausfall (im Folgenden: Ausfallsbonus-VO) sowie von (näher bezeichneten Wortfolgen in) Punkt 3.2.1 des Anhanges zur Verordnung des Bundesministers für Finanzen über die Gewährung eines Verlustersatzes durch die COVID-19-Finanzierungsagentur des Bundes GmbH (COFAG) (im Folgenden: Verlustersatz-VO). Es widerspreche dem Gleichheitsgrundsatz gemäß Art2 StGG und Art7 B-VG sowie den Grundrechten auf Unversehrtheit des Eigentums gemäß Art5 StGG und Art1 1. ZPEMRK und auf Erwerbsfreiheit gemäß Art6 StGG, alle "Kreditinstitute gemäß BWG" von der Gewährung der in den Verordnungen vorgesehenen finanziellen Mittel auszuschließen. Unternehmen, welche – wie die antragstellende Partei – das Wechselstubengeschäft im Sinne des §1 Abs1 Z22 BWG ausüben, könnten nicht mit Kreditinstituten verglichen werden, welche Bankgeschäfte im Sinne des §1 Abs1 Z1 bis 21 BWG ausüben; Wechselstuben seien mit Tourismus- und Gastronomiebetrieben vergleichbar, welchen die in den Verordnungen vorgesehenen finanziellen Mittel gewährt würden.

1.3. Das Vorbringen im Antrag lässt die behaupteten Gesetzwidrigkeiten als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass der Antrag keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat. Es liegt innerhalb des dem Verordnungsgebers zustehenden Spielraumes, einen ganzen Sektor, nämlich den Finanzsektor, zu dem unter anderem alle Unternehmen, welche Bankgeschäfte im Sinne des Bankwesengesetzes durchführen, gehören, gleichermaßen von den in der Fixkostenzuschuss-VO, der Ausfallsbonus-VO und der Verlustersatz-VO festgelegten finanziellen Mitteln auszuschließen. Der Verordnungsgeber ist dementsprechend nicht verpflichtet, bei der Festlegung des Kreises der begünstigten Unternehmen danach zu differenzieren, welche Bankgeschäfte ein (Kredit-)Institut betreibt.

2. Demgemäß wurde beschlossen, von einer Behandlung des Antrages abzusehen (§19 Abs3 Z1 iVm §31 letzter Satz VfGG).2. Demgemäß wurde beschlossen, von einer Behandlung des Antrages abzusehen (§19 Abs3 Z1 in Verbindung mit §31 letzter Satz VfGG).

Schlagworte

VfGH / Parteiantrag, VfGH / Ablehnung, COVID (Corona), Förderungen, Bankwesen, Rechtspolitik

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2023:V233.2022

Zuletzt aktualisiert am

13.11.2023
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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