RS Vfgh 2024/2/27 A2/2022

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 27.02.2024
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Index

10/07 Verfassungs- und Verwaltungsgerichtsbarkeit

Norm

B-VG Art137 / Klagen
VwGVG §28
ApothekenG §10
VfGG §7 Abs2
  1. B-VG Art. 137 heute
  2. B-VG Art. 137 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 137 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 137 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  5. B-VG Art. 137 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 137 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  7. B-VG Art. 137 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  8. B-VG Art. 137 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Zurückweisung einer unionsrechtlichen Staatshaftungsklage gegen den Bund auf Ersatz der Kosten auf Grund eines "legislativ bedingt" sehr langen Verfahrens mangels Vorliegens einer höchstgerichtlichen Entscheidung sowie mangels Darlegung eines offenkundigen Verstoßes gegen Unionsrecht

Rechtssatz

Der VfGH ist zur Entscheidung über Staatshaftungsansprüche wegen Verletzung des Unionsrechts (nur) zuständig, sofern die behauptete Verletzung durch eine Entscheidung eines Höchstgerichtes oder unmittelbar durch den Gesetzgeber erfolgte. Dass gegenüber der Klägerin eine - konkrete - Entscheidung des OGH, des VwGH oder des VfGH ergangen wäre, die (offenkundig) gegen Unionsrecht verstoße, wurde nicht behauptet. Die Klägerin hat einen hinreichend qualifizierten Verstoß gegen Unionsrecht durch ein nationales letztinstanzliches Gericht nicht dargetan.

Kein Vorbringen betreffend ein dem Gesetzgeber unmittelbar zuzurechnendes Fehlverhalten:

Die Klägerin stützt ihr Klagebegehren darauf, dass "permanente Verfahrensverzögerungen" in einem Verfahren zur Erteilung einer Apothekenkonzession, letztlich eine bis zur Klageerhebung zehneinhalbjährige Verfahrensdauer, einen - zum Teil näher bezifferten - Vermögensschaden verursacht hätten. Diese Verfahrensverzögerungen führt die Klägerin in ihrem abstrakt gehaltenen Vorbringen hauptsächlich auf das prinzipielle Gebot meritorischer Entscheidungen nach §28 VwGVG, auf das Amtswegigkeitsprinzip im Verfahren vor dem LVwG, auf nicht hinreichende Sach- und Personalausstattung der Verwaltungsgerichte, auf die unabdingbare Verpflichtung, Gutachten der Apothekerkammer einzuholen, und auf Befangenheitsfragen zurück. Damit zeigt die Klägerin jedoch keine unmittelbar dem Gesetzgeber zuzurechnende Unionsrechtswidrigkeit auf, sondern macht der Sache nach Vollzugsfehler geltend. Es ist für den VfGH nämlich nicht erkennbar, inwiefern die genannten Verfahrensvorschriften zwangsläufig eine überlange Verfahrensdauer zur Folge haben, die sich auch durch eine effiziente Verfahrensführung, also Vollziehung, nicht vermeiden lässt, zumal auch §10 Abs7 ApothekenG nicht als absolute Pflicht, ein Gutachten der Apothekerkammer abzuwarten, zu verstehen ist. (Schon) aus diesem Grund erübrigt sich, einen Vorabentscheidungsantrag zur Klärung der Unionsrechtskonformität von §10 Abs7 Apothekengesetz zu stellen.

Entscheidungstexte

  • A2/2022
    Entscheidungstext VfGH Beschluss 27.02.2024 A2/2022

Schlagworte

VfGH / Klagen, Staatshaftung, Verfahrensdauer überlange, Entscheidung in angemessener Zeit, Apotheken, EU-Recht Vorabentscheidung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2024:A2.2022

Zuletzt aktualisiert am

11.03.2024
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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