RS Vfgh 2024/3/4 V320/2023 ua

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Veröffentlicht am 04.03.2024
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Index

10/07 Verfassungs- und Verwaltungsgerichtsbarkeit

Norm

B-VG Art139 Abs1 Z1
KFG 1967 §11, §26a
KraftfahrstoffV 2012 §2 Z24, §8 Abs9, §19a Abs5, §19b, §20 Abs2 Z7, §21 Z5, Anhang Xa Teil A, Anhang Xa Teil E
VfGG §7 Abs1
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. KFG 1967 § 11 heute
  2. KFG 1967 § 11 gültig ab 24.04.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 17/2026
  3. KFG 1967 § 11 gültig von 21.04.2023 bis 23.04.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 35/2023
  4. KFG 1967 § 11 gültig von 16.12.2020 bis 20.04.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2020
  5. KFG 1967 § 11 gültig von 01.07.2020 bis 15.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2019
  6. KFG 1967 § 11 gültig von 07.03.2019 bis 30.06.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2019
  7. KFG 1967 § 11 gültig von 01.08.2007 bis 06.03.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2007
  8. KFG 1967 § 11 gültig von 01.07.2005 bis 31.07.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 151/2004
  9. KFG 1967 § 11 gültig von 11.08.2004 bis 30.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 107/2004
  10. KFG 1967 § 11 gültig von 13.08.2003 bis 10.08.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 60/2003
  11. KFG 1967 § 11 gültig von 25.05.2002 bis 12.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 80/2002
  12. KFG 1967 § 11 gültig von 16.07.1988 bis 24.05.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 375/1988
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Zurückweisung von Gerichtsanträgen auf Aufhebung näher bezeichneter Bestimmungen der KraftstoffV 2012 betreffend das Anrechnungsverfahren für die Upstream Emissions Reduktionen (UER) auf die Verpflichtung zur Reduktion von Treibhausgasemissionen mangels Präjudizialität

Rechtssatz

Die Anträge auf Aufhebung der §§2 Z24, 8 Abs9, 19a Abs5, 19b, 20 Abs2 Z7 und 21 Z5 sowie Anhang Xa Teil A und E Kraftstoffverordnung 2012 idF BGBl II 452/2022 werden zurückgewiesen.Die Anträge auf Aufhebung der §§2 Z24, 8 Abs9, 19a Abs5, 19b, 20 Abs2 Z7 und 21 Z5 sowie Anhang römisch zehn a Teil A und E Kraftstoffverordnung 2012 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, 452 aus 2022, werden zurückgewiesen.

Gemäß §26 Abs1 KraftstoffVO 2012 trat die Kraftstoffverordnungs-Novelle 2023 - ausgenommen §11 KraftstoffVO 2012 - mit 01.01.2023 in Kraft.

Der VfGH geht auf Grund des Zusammenhanges zwischen der Emissionsminderungspflicht gemäß §7 und dem in §19b KraftstoffVO 2012 geregelten Anrechnungsverfahren für UER sowie der Fristgebundenheit von UER-Anrechnungsanträgen von einer Zeitraumbezogenheit dieser Bestimmungen aus. Es ist daher bei der Beurteilung der Frage, ob die BMK die Anträge auf Anrechnung von UER zu Recht abgelehnt hat, ausgeschlossen, dass die antragstellenden Verwaltungsgerichte §19b KraftstoffVO 2012 (iVm §7 KraftstoffVO 2012) idF BGBl II 452/2022 anzuwenden haben:Der VfGH geht auf Grund des Zusammenhanges zwischen der Emissionsminderungspflicht gemäß §7 und dem in §19b KraftstoffVO 2012 geregelten Anrechnungsverfahren für UER sowie der Fristgebundenheit von UER-Anrechnungsanträgen von einer Zeitraumbezogenheit dieser Bestimmungen aus. Es ist daher bei der Beurteilung der Frage, ob die BMK die Anträge auf Anrechnung von UER zu Recht abgelehnt hat, ausgeschlossen, dass die antragstellenden Verwaltungsgerichte §19b KraftstoffVO 2012 in Verbindung mit §7 KraftstoffVO 2012) in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, 452 aus 2022, anzuwenden haben:

Gemäß §7 KraftstoffVO 2012 sind in der Kraftstoffverordnung 2012 näher definierte Unternehmen dazu verpflichtet, jährlich eine gewisse Menge an Treibhausgasemissionen einzusparen. Auf diese Einsparungsziele können UER nach dem in §19b KraftstoffVO 2012 geregelten Verfahren angerechnet werden, wenn diese (unter anderem) mit Projekten in Verbindung stehen, aus denen die ersten Emissionsreduktionen nachweislich nach dem 01.01.2011 generiert wurden und wenn sie nachweislich im jeweiligen Verpflichtungsjahr erbracht wurden. Der Antrag auf die Anrechnung von UER auf die Verpflichtungen nach §7 KraftstoffVO 2012 ist sodann innerhalb einer in §19b Abs5 KraftstoffVO 2012 näher definierten Frist in dem auf das Verpflichtungsjahr folgenden Jahr in elektronischer Form an die Umweltbundesamt GmbH (UBA-GmbH) zu richten.

Die in den Anlassverfahren vor den antragstellenden Verwaltungsgerichten beschwerdeführenden Gesellschaften stellten ihre Anträge auf Anrechnung von UER auf ihre Verpflichtungen gemäß §7 KraftstoffVO am 27.05.2022 bzw 10.06.2022 für das Jahr 2021. §7 Abs1 KraftstoffVO 2012 idF BGBl II 452/2022, dessen Aufhebung nicht begehrt wurde, normiert die Verpflichtung zur Senkung von Treibhausgasemissionen ab dem 01.01.2023. Die Reduktionsverpflichtung für das - für die vorliegenden Anrechnungsanträge relevante - Jahr 2021 ergibt sich aus der zwischen 01.01.2021 und 31.12.2022 in Kraft stehenden Fassung des §7 KraftstoffVO 2012 idF BGBl II 630/2020. Ebenso ist die fristgerechte Beantragung der Anrechnung von UER anhand der zum Zeitpunkt der Antragseinbringung in Kraft stehenden Fassung des §19b Abs5 KraftstoffVO 2012 idF BGBl II 630/2020 zu beurteilen. Demnach waren Anrechnungsanträge ab dem 01.01.2020 bis spätestens 05.10. des dem Verpflichtungsjahr folgenden Jahres, dh in den vorliegenden Fällen bis spätestens 05.10.2022, bei der UBA-GmbH einzubringen.Die in den Anlassverfahren vor den antragstellenden Verwaltungsgerichten beschwerdeführenden Gesellschaften stellten ihre Anträge auf Anrechnung von UER auf ihre Verpflichtungen gemäß §7 KraftstoffVO am 27.05.2022 bzw 10.06.2022 für das Jahr 2021. §7 Abs1 KraftstoffVO 2012 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, 452 aus 2022,, dessen Aufhebung nicht begehrt wurde, normiert die Verpflichtung zur Senkung von Treibhausgasemissionen ab dem 01.01.2023. Die Reduktionsverpflichtung für das - für die vorliegenden Anrechnungsanträge relevante - Jahr 2021 ergibt sich aus der zwischen 01.01.2021 und 31.12.2022 in Kraft stehenden Fassung des §7 KraftstoffVO 2012 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, 630 aus 2020,. Ebenso ist die fristgerechte Beantragung der Anrechnung von UER anhand der zum Zeitpunkt der Antragseinbringung in Kraft stehenden Fassung des §19b Abs5 KraftstoffVO 2012 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, 630 aus 2020, zu beurteilen. Demnach waren Anrechnungsanträge ab dem 01.01.2020 bis spätestens 05.10. des dem Verpflichtungsjahr folgenden Jahres, dh in den vorliegenden Fällen bis spätestens 05.10.2022, bei der UBA-GmbH einzubringen.

Vor diesem Hintergrund sind §§19b iVm 7 KraftstoffVO idF BGBl II 630/2020 für einen entsprechenden in der Vergangenheit gelegenen Zeitraum weiterhin anzuwenden. Insofern erscheint es auch ausgeschlossen, dass die antragstellenden Verwaltungsgerichte die ihrer Ansicht nach mit §19b KraftstoffVO 2012 in einem untrennbaren Zusammenhang stehenden §§2 Z24, 8 Abs9, 19a Abs5, 20 Abs2 Z7 und 21 Z5 sowie den Anhang Xa Teil A und E KraftstoffVO 2012 idF BGBl II 452/2022 anzuwenden haben.Vor diesem Hintergrund sind §§19b in Verbindung mit 7 KraftstoffVO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, 630 aus 2020, für einen entsprechenden in der Vergangenheit gelegenen Zeitraum weiterhin anzuwenden. Insofern erscheint es auch ausgeschlossen, dass die antragstellenden Verwaltungsgerichte die ihrer Ansicht nach mit §19b KraftstoffVO 2012 in einem untrennbaren Zusammenhang stehenden §§2 Z24, 8 Abs9, 19a Abs5, 20 Abs2 Z7 und 21 Z5 sowie den Anhang römisch zehn a Teil A und E KraftstoffVO 2012 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, 452 aus 2022, anzuwenden haben.

Es ist somit denkunmöglich, dass die zur Aufhebung beantragten Bestimmungen der Kraftstoffverordnung 2012 idF BGBl II 452/2022 - die am 01.01.2023 in Kraft traten - als Voraussetzung für die Entscheidung der antragstellenden Verwaltungsgerichte in Betracht kommen können.Es ist somit denkunmöglich, dass die zur Aufhebung beantragten Bestimmungen der Kraftstoffverordnung 2012 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, 452 aus 2022, - die am 01.01.2023 in Kraft traten - als Voraussetzung für die Entscheidung der antragstellenden Verwaltungsgerichte in Betracht kommen können.

Entscheidungstexte

  • V320/2023 ua
    Entscheidungstext VfGH Beschluss 04.03.2024 V320/2023 ua

Schlagworte

Kraftfahrrecht, VfGH / Gerichtsantrag, VfGH / Präjudizialität, Geltungsbereich (zeitlicher) einer Verordnung, Eventualantrag, Umweltschutz

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2024:V320.2023

Zuletzt aktualisiert am

14.03.2024
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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