TE Vfgh Beschluss 2025/6/5 G198/2024

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Veröffentlicht am 05.06.2025
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Index

20/11 Grundbuch

Norm

B-VG Art140 Abs1 Z1 litd, Art140 Abs1b
Grundbuchsnovelle 1997 ArtV Abs2
VfGG §7 Abs2
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Ablehnung der Behandlung eines Parteiantrags auf Aufhebung einer — im Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers gelegenen — Bestimmung der Grundbuchsnovelle 1997 betreffend die Eintragung von Dienstbarkeiten im Grundbuch

Spruch

Die Behandlung des Antrages wird abgelehnt.

Begründung

Begründung

Der Verfassungsgerichtshof kann die Behandlung eines Antrages gemäß Art140 Abs1 Z1 litd B-VG ablehnen, wenn er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat (Art140 Abs1b B-VG; vgl VfGH 24.2.2015, G13/2015).Der Verfassungsgerichtshof kann die Behandlung eines Antrages gemäß Art140 Abs1 Z1 litd B-VG ablehnen, wenn er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat (Art140 Abs1b B-VG; vergleiche VfGH 24.2.2015, G13/2015).

Der Verfassungsgerichtshof hat sich in einem auf Antrag eingeleiteten Verfahren zur Prüfung der Verfassungsmäßigkeit eines Gesetzes gemäß Art140 B-VG auf die Erörterung der geltend gemachten Bedenken zu beschränken (vgl VfSlg 12.691/1991, 13.471/1993, 14.895/1997, 16.824/2003). Er hat sohin ausschließlich zu beurteilen, ob die angefochtene Bestimmung aus den im Antrag dargelegten Gründen verfassungswidrig ist (VfSlg 15.193/1998, 16.374/2001, 16.538/2002, 16.929/2003).Der Verfassungsgerichtshof hat sich in einem auf Antrag eingeleiteten Verfahren zur Prüfung der Verfassungsmäßigkeit eines Gesetzes gemäß Art140 B-VG auf die Erörterung der geltend gemachten Bedenken zu beschränken vergleiche VfSlg 12.691 aus 1991,, 13.471 aus 1993,, 14.895 aus 1997,, 16.824 aus 2003,). Er hat sohin ausschließlich zu beurteilen, ob die angefochtene Bestimmung aus den im Antrag dargelegten Gründen verfassungswidrig ist (VfSlg 15.193 aus 1998,, 16.374 aus 2001,, 16.538 aus 2002,, 16.929 aus 2003,).

Im Antrag wird die Verfassungswidrigkeit des ArtV Abs2 Grundbuchsnovelle 1997, BGBl I 30/1997, behauptet. Die darin vorgesehene Anwendbarkeit von ArtI Abs2 und 3 sowie ArtIII des Gesetzes vom 24. Februar 1905, wirksam für das Land Vorarlberg, womit besondere grundbuchsrechtliche und Exekutionsbestimmungen hinsichtlich der als Felddienstbarkeiten sich darstellenden Wege-, Wasserleitungs- und Holzriesenservituten erlassen werden, RGBl. 33/1905 (im Folgenden: Gesetz RGBl. 33/1905), sei unsachlich. Es werde den Dienstbarkeitsberechtigten ohne sachliche Rechtfertigung ins Belieben gestellt, ob sie Dienstbarkeiten ins Grundbuch eintrügen und in Folge ein lastenfreier Erwerb des dienenden Grundstückes durch gutgläubige Dritte möglich sei. Der Ausschluss des gutgläubigen lastenfreien Erwerbes sei vor allem bei nicht offenkundigen Dienstbarkeiten unsachlich. Die Erwägungen, die im Jahr 1905 für die Erlassung des Eintragungsverbotes maßgeblich gewesen seien, seien inzwischen weggefallen. Es fehle eine zeitliche Befristung der Übergangsbestimmung.Im Antrag wird die Verfassungswidrigkeit des ArtV Abs2 Grundbuchsnovelle 1997, Bundesgesetzblatt Teil eins, 30 aus 1997,, behauptet. Die darin vorgesehene Anwendbarkeit von ArtI Abs2 und 3 sowie ArtIII des Gesetzes vom 24. Februar 1905, wirksam für das Land Vorarlberg, womit besondere grundbuchsrechtliche und Exekutionsbestimmungen hinsichtlich der als Felddienstbarkeiten sich darstellenden Wege-, Wasserleitungs- und Holzriesenservituten erlassen werden, RGBl. 33 aus 1905, (im Folgenden: Gesetz RGBl. 33 aus 1905,), sei unsachlich. Es werde den Dienstbarkeitsberechtigten ohne sachliche Rechtfertigung ins Belieben gestellt, ob sie Dienstbarkeiten ins Grundbuch eintrügen und in Folge ein lastenfreier Erwerb des dienenden Grundstückes durch gutgläubige Dritte möglich sei. Der Ausschluss des gutgläubigen lastenfreien Erwerbes sei vor allem bei nicht offenkundigen Dienstbarkeiten unsachlich. Die Erwägungen, die im Jahr 1905 für die Erlassung des Eintragungsverbotes maßgeblich gewesen seien, seien inzwischen weggefallen. Es fehle eine zeitliche Befristung der Übergangsbestimmung.

Das Vorbringen im Antrag lässt die behauptete Verfassungswidrigkeit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass der Antrag keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat:

Der Verfassungsgerichtshof hegte in seinem Erkenntnis VfSlg 11.641/1988 keine gleichheitsrechtlichen Bedenken gegen ArtI und II des Gesetzes RGBl. 33/1905 und sah in der Entscheidung des Gesetzgebers, nur bestimmte Felddienstbarkeiten dem Eintragungsgrundsatz zu unterstellen, bloß eine Frage der zweckmäßigen Gestaltung des Liegenschaftsrechtes. Vor dem Hintergrund des Erkenntnisses VfSlg 11.641/1988 ist auch kein Verstoß der Übergangsbestimmung des ArtV Abs2 Grundbuchsnovelle 1997 gegen den Gleichheitsgrundsatz ersichtlich, weil die angefochtene Bestimmung lediglich die Anwendbarkeit von ArtI Abs2 und 3 sowie ArtIII des Gesetzes RGBl. 33/1905 auf bestimmte Dienstbarkeiten vorsieht. Das Fehlen einer zeitlichen Befristung der Übergangsbestimmung begegnet im Hinblick auf den dem Gesetzgeber bei Erlassung von Übergangsbestimmungen eingeräumten weiten rechtspolitischen Spielraum keinen gleichheitsrechtlichen Bedenken (vgl zB VfSlg 18.607/2008).Der Verfassungsgerichtshof hegte in seinem Erkenntnis VfSlg 11.641 aus 1988, keine gleichheitsrechtlichen Bedenken gegen ArtI und römisch zwei des Gesetzes RGBl. 33 aus 1905, und sah in der Entscheidung des Gesetzgebers, nur bestimmte Felddienstbarkeiten dem Eintragungsgrundsatz zu unterstellen, bloß eine Frage der zweckmäßigen Gestaltung des Liegenschaftsrechtes. Vor dem Hintergrund des Erkenntnisses VfSlg 11.641 aus 1988, ist auch kein Verstoß der Übergangsbestimmung des ArtV Abs2 Grundbuchsnovelle 1997 gegen den Gleichheitsgrundsatz ersichtlich, weil die angefochtene Bestimmung lediglich die Anwendbarkeit von ArtI Abs2 und 3 sowie ArtIII des Gesetzes RGBl. 33 aus 1905, auf bestimmte Dienstbarkeiten vorsieht. Das Fehlen einer zeitlichen Befristung der Übergangsbestimmung begegnet im Hinblick auf den dem Gesetzgeber bei Erlassung von Übergangsbestimmungen eingeräumten weiten rechtspolitischen Spielraum keinen gleichheitsrechtlichen Bedenken vergleiche zB VfSlg 18.607 aus 2008,).

Demgemäß wurde beschlossen, von einer Behandlung des – nicht auf das Vorliegen aller Prozessvoraussetzungen geprüften – Antrages abzusehen (§19 Abs3 Z1 iVm §31 letzter Satz VfGG).Demgemäß wurde beschlossen, von einer Behandlung des – nicht auf das Vorliegen aller Prozessvoraussetzungen geprüften – Antrages abzusehen (§19 Abs3 Z1 in Verbindung mit §31 letzter Satz VfGG).

Schlagworte

VfGH / Parteiantrag, VfGH / Ablehnung, Grundbuch, Servituten, Rechtspolitik, Übergangsbestimmung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2025:G198.2024

Zuletzt aktualisiert am

19.09.2025
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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