TE Vfgh Beschluss 2025/11/27 G150/2025 ua

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Veröffentlicht am 27.11.2025
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Index

10/07 Verfassungs- und Verwaltungsgerichtsbarkeit
23 Insolvenzrecht, Exekutionsrecht

Norm

B-VG Art140 Abs1 Z1 litd
EO §85 Abs2 2. Satz
VfGG §7 Abs2, §62a Abs1 Z9
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. EO § 85 heute
  2. EO § 85 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 86/2021
  3. EO § 85 gültig von 01.10.1995 bis 01.01.2017 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 519/1995
  4. EO § 85 gültig von 01.01.1898 bis 30.09.1995
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

Zurückweisung eines Parteiantrags auf Aufhebung von Bestimmungen des VfGG und der EO wegen der generellen Ausnahme von der Möglichkeit der Stellung eines Parteiantrags auf Normenkontrolle im Exekutionsverfahren

Spruch

Der Antrag wird zurückgewiesen.

Begründung

Begründung

1. Der Antragsteller ist (Mit-)Verpflichteter in einem Verfahren vor dem Bezirksgericht Neunkirchen zur Zwangsversteigerung einer Liegenschaft. Im Rahmen dieses Verfahrens legte das Bezirksgericht Neunkirchen mit Beschluss vom 3. Oktober 2025, Z9 E 24/23x-69, das geringste Gebot für die Versteigerung von zwei näher bezeichneten Wohnungen gemäß §85 Abs1 EO mit dem halben Schätzwert, somit mit € 100.500,–, fest.

2. Gegen diesen Beschluss des Bezirksgerichtes Neunkirchen erhob der Antragsteller Rekurs und stellte den vorliegenden Antrag gemäß Art140 Abs1 Z1 litd B-VG auf Aufhebung des §62a Abs1 Z9 VfGG und des Wortes "halbe" in §85 Abs2 zweiter Satz EO wegen Verfassungswidrigkeit.

3. Der (Partei-)Antrag ist unzulässig:

3.1. Gemäß Art140 Abs1 Z1 litd B-VG erkennt der Verfassungsgerichtshof über die Verfassungswidrigkeit von Gesetzen auf Antrag einer Person, die als Partei einer von einem ordentlichen Gericht in erster Instanz entschiedenen Rechtssache wegen Anwendung eines verfassungswidrigen Gesetzes in ihren Rechten verletzt zu sein behauptet, aus Anlass eines gegen diese Entscheidung erhobenen Rechtsmittels.

Gemäß Art140 Abs1a B-VG iVm §62a Abs1 Z9 VfGG ist die Stellung eines Antrages gemäß Art140 Abs1 Z1 litd B-VG in Exekutionsverfahren ausgeschlossen. Wie der Verfassungsgerichtshof mit Erkenntnis VfSlg 20.060/2016 ausgesprochen hat, bestehen gegen den Ausschluss der Möglichkeit zur Stellung eines Parteiantrages gemäß Art140 Abs1 Z1 litd B-VG im Exekutionsverfahren wegen dessen spezifischen Zweckes keine verfassungsrechtlichen Bedenken.Gemäß Art140 Abs1a B-VG in Verbindung mit §62a Abs1 Z9 VfGG ist die Stellung eines Antrages gemäß Art140 Abs1 Z1 litd B-VG in Exekutionsverfahren ausgeschlossen. Wie der Verfassungsgerichtshof mit Erkenntnis VfSlg 20.060 aus 2016, ausgesprochen hat, bestehen gegen den Ausschluss der Möglichkeit zur Stellung eines Parteiantrages gemäß Art140 Abs1 Z1 litd B-VG im Exekutionsverfahren wegen dessen spezifischen Zweckes keine verfassungsrechtlichen Bedenken.

3.2. Der Antragsteller stellt den vorliegenden Antrag auf Aufhebung des §62a Abs1 Z9 VfGG und des Wortes "halbe" in §85 Abs2 zweiter Satz EO im Rahmen eines gegen ihn geführten Exekutionsverfahrens iSd §62a Abs1 Z9 VfGG. Der Antrag erweist sich daher als unzulässig (vgl auch VfGH 17.3.2022, G75/2022 ua). 3.2. Der Antragsteller stellt den vorliegenden Antrag auf Aufhebung des §62a Abs1 Z9 VfGG und des Wortes "halbe" in §85 Abs2 zweiter Satz EO im Rahmen eines gegen ihn geführten Exekutionsverfahrens iSd §62a Abs1 Z9 VfGG. Der Antrag erweist sich daher als unzulässig vergleiche auch VfGH 17.3.2022, G75/2022 ua).

4. Bei diesem Ergebnis hat der Verfassungsgerichtshof nicht zu prüfen, ob weitere Prozesshindernisse bestehen.

5. Der Antrag ist somit gemäß §19 Abs3 Z2 lita VfGG in nichtöffentlicher Sitzung zurückzuweisen.

6. Von einer Verständigung des Bezirksgerichtes Neunkirchen gemäß §62a Abs5 VfGG konnte auf Grund der offenkundigen Unzulässigkeit des Antrages abgesehen werden (vgl VfGH 2.7.2015, G121/2015; 26.11.2018, G317/2018).6. Von einer Verständigung des Bezirksgerichtes Neunkirchen gemäß §62a Abs5 VfGG konnte auf Grund der offenkundigen Unzulässigkeit des Antrages abgesehen werden vergleiche VfGH 2.7.2015, G121/2015; 26.11.2018, G317/2018).

Schlagworte

VfGH / Parteiantrag, Exekutionsrecht, VfGH / Zuständigkeit

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2025:G150.2025

Zuletzt aktualisiert am

19.12.2025
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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