TE Vfgh Beschluss 1981/10/2 B255/80

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Veröffentlicht am 02.10.1981
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Index

10 Verfassungsrecht
10/07 Verfassungsgerichtshof, Verwaltungsgerichtshof

Norm

B-VG Art144 Abs1 / Gegenstandslosigkeit
VfGG §19 Abs3 Z2
VfGG §86
  1. B-VG Art. 144 heute
  2. B-VG Art. 144 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  5. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1984 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 296/1984
  7. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1981 bis 31.07.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 350/1981
  8. B-VG Art. 144 gültig von 01.07.1976 bis 31.07.1981 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  9. B-VG Art. 144 gültig von 25.12.1946 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 144 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 144 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VfGG § 19 heute
  2. VfGG § 19 gültig ab 01.02.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  3. VfGG § 19 gültig von 01.01.2017 bis 31.01.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 41/2016
  4. VfGG § 19 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 19 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 19 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  7. VfGG § 19 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  8. VfGG § 19 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  9. VfGG § 19 gültig von 01.08.1984 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 297/1984
  1. VfGG § 86 heute
  2. VfGG § 86 gültig ab 01.03.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VfGG § 86 gültig von 01.07.1976 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976

Leitsatz

VerfGG 1953; Wegfall des Beschwerdegegenstandes im Falle der Feststellung der Rechtswidrigkeit der angefochtenen Ausübung unmittelbarer verwaltungsbehördlicher Befehls- und Zwangsgewalt und der Beseitigung des rechtswidrigen Zustandes durch den VwGH

Spruch

Das Verfahren wird eingestellt.

Begründung

Begründung:

1. Der Beschwerdeführer beantragt, der VfGH wolle kostenpflichtig feststellen, daß er dadurch, daß Organe der Bundespolizeidirektion Wien am 18. April 1980 in seiner Wohnung erschienen seien und ihm die Aufforderung zum Antritt einer Ersatzarreststrafe mit dem Beifügen überreicht hätten, daß vom sofortigen Vollzug nur dann Abstand genommen werden könne, wenn der Beschwerdeführer die Geldstrafe und die Verfahrenskosten von insgesamt S 6.050,- bezahle, in näher bezeichneten verfassungsgesetzlich gewährleisteten Rechten verletzt worden und die Amtshandlung verfassungswidrig gewesen sei.

2. Der Beschwerdeführer hat wegen desselben Sachverhaltes beim VwGH eine Parallelbeschwerde eingebracht, in welcher er überdies gegen die von ihm als Bescheid qualifizierte Aufforderung zum Strafantritt Beschwerde erhob.

Der VwGH hat mit Erk. vom 8. April 1981, Z 02/1337/80, 81/02/0071, die Beschwerde gegen die Aufforderung zum Strafantritt zurückgewiesen und im übrigen der Beschwerde stattgegeben.

3. Der VfGH steht in ständiger Rechtsprechung (vgl. aus jüngster Zeit VfGH 28. 2. 1981 B434/79, 28. 2. 1981 B448/79, 18. 3. 1981 B408/78, 12. 6. 1981 B379/79 und 17. 6. 1981 B490/79) auf dem Standpunkt, daß im Falle der Aufhebung eines auch beim VwGH angefochtenen Bescheides durch den VwGH der Beschwerdegegenstand weggefallen und dies den in §19 Abs3 Z2 VerfGG genannten Einstellungsgründen gleichzuhalten sei; das Verfahren sei daher einzustellen und Kosten nicht zuzusprechen.3. Der VfGH steht in ständiger Rechtsprechung vergleiche aus jüngster Zeit VfGH 28. 2. 1981 B434/79, 28. 2. 1981 B448/79, 18. 3. 1981 B408/78, 12. 6. 1981 B379/79 und 17. 6. 1981 B490/79) auf dem Standpunkt, daß im Falle der Aufhebung eines auch beim VwGH angefochtenen Bescheides durch den VwGH der Beschwerdegegenstand weggefallen und dies den in §19 Abs3 Z2 VerfGG genannten Einstellungsgründen gleichzuhalten sei; das Verfahren sei daher einzustellen und Kosten nicht zuzusprechen.

Diese Erwägungen gelten auch für den vorliegenden Fall. Ziel der Beschwerden an die beiden Gerichtshöfe des öffentlichen Rechts ist die Feststellung, durch das Vorgehen der belangten Behörde in Rechten verletzt worden zu sein sowie die allfällige Beseitigung des sich daraus ergebenden rechtswidrigen Zustandes. Dieses Ziel hat der Beschwerdeführer durch das Erk. des VwGH vom 8. April 1981 erreicht. Der Beschwerdeführer könnte durch ein Erk. des VfGH iS seines Antrages nicht günstiger gestellt werden als durch das angeführte Erk. des VwGH. An dem vom Beschwerdeführer beim VfGH beantragten Erk. kann, nachdem der VwGH bereits iS des Antrages des Beschwerdeführers entschieden hat, kein rechtliches Interesse mehr bestehen.

Diese Auffassung vertritt auch der VwGH, wenn der VfGH erkannt hat, daß der Beschwerdeführer durch die Ausübung unmittelbarer verwaltungsbehördlicher Befehls- und Zwangsgewalt in einem verfassungsgesetzlich gewährleisteten Recht verletzt worden ist (s. das Erk. vom 30. Juni 1980, Z 260/77, 1716/80 sowie das genannte Erk. vom 8. April 1981).Diese Auffassung vertritt auch der VwGH, wenn der VfGH erkannt hat, daß der Beschwerdeführer durch die Ausübung unmittelbarer verwaltungsbehördlicher Befehls- und Zwangsgewalt in einem verfassungsgesetzlich gewährleisteten Recht verletzt worden ist (s. das Erk. vom 30. Juni 1980, Ziffer 260 /, 77, 1716 /, 80, sowie das genannte Erk. vom 8. April 1981).

Schlagworte

VfGH / Gegenstandslosigkeit, Ausübung unmittelbarer Befehls- und Zwangsgewalt

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1981:B255.1980

Dokumentnummer

JFT_10188998_80B00255_00
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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